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Ehemann sieht keinen Sinn mehr im Leben

romantatta

Mitglied
Hallo alle miteinander,

mein Mann und ich sind seit 16 Jahren ein Paar. Vor 5 Jahren brach bei ihm eine schwere Depression aus, wegen der er auch mit Medikamenten behandelt wird und therapeutische Hilfe bekommt. Er war deswegen schon einmal stationär mehrere Wochen von zu Hause weg, danach ging es ihm wesentlich besser. Soviel zur vorgeschichte.

Als er aus der Klinik zurück kam, wurde er arbeitslos und hat auch bisher keine Arbeit gefunden. Er möchte sich gerne als Fotograf selbständig machen (hatte auch schon einige Aufträge), aber er hat ein Problem damit auf andere Menschen zuzugehen und das ist in diesem beruf ja sehr wichtig. Um seine Probleme mal zusammenzufassen: Er leidet darunter, dass wir keine Kinder haben könen, dass er keinen Freund hat (nicht mal nen Bekannten), und dass es berufstechnisch so schlecht läuft. Er sagt auch öfter, dass er in seinem leben alles falsch gemacht hat und sich nun nichts mehr ändern lässt.

Ich versuch ihm wirklich zu helfen, aber er blockt jegliche Hilfe von mir ab. Er sagt, er sieht in seinem Leben keinen Sinn und manchmal wünscht er sich, er würde morgens nicht mehr aufwachen. Ihn würde ja doch keiner vermissen. ich habe ihn auch schon einmal gefragt was denn mit mir, seinen Eltern und unseren Katzen ist, aber darauf gibt er dann meist keine Antwort.

Ich bin total verzweifelt, ich würde ihm so gerne neuen Lebensmut geben, nur wie??

Über Ratschläge würde ich mich sehr freuen!

LG,
Friederike
 

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Peachly

Sehr aktives Mitglied
Seid ihr auf seinen Verdienst angewiesen? Wenn nicht, könnte er ja hobbymäßig photographieren, also zB eure Katzen oder dich und eventuell könntet ihr daraus ein Projekt machen. Kommt halt drauf an, wie sehr ihn die Photographie begeistert.
Ansonsten wäre es wichtig, dass er einen Tagesrhythmus bekommt, am besten jeden Tag den gleichen Rhythmus (so war das sicher auch, als er in der Klinik war).
Vllt. könntet ihr auch zusammen was machen, Tanzkurs oder so.
 

romantatta

Mitglied
Hallo Peachley,

wir sind auf seinen Verdienst echt angewiesen, ich gehe zwar auch arbeiten, aber das reicht eben nicht für uns beide. Ich habe ihm auch vorgschlagen, dass er die Fotografie hobbymässig betreiben soll und sich erst mal wieder nen Job suchen soll, damit er wieder Struktiúren in seinen Alltag kriegt. Dann meint er aber immer "er könne nicht mit Leuten" und "in seinem alten Job wäre er krank geworden" (das stimmt allerdings). Aber die Aussage, dass man nicht mit Leuten kann, das ist doch kein Argument, irgendwie muss doch jeder sein Geld verdienen.

Und mit gemeinsamen Unternehmungen ist das auch so ne Sache. Ich schlage immer Dinge vor (Tierpark, spazieren gehen, Kino, essen gehen, etc.) und von ihm kommt immer "hab ich keine Lust zu". Ist doch auch kacke sowas, da hat man doch irgendwann auch keine Lust mehr, irgendwelche Dinge vorzuschlagen, wenn alles abgeschmettert wird...:mad:

LG,
Friederike

Hallo alle miteinander,

mein Mann und ich sind seit 16 Jahren ein Paar. Vor 5 Jahren brach bei ihm eine schwere Depression aus, wegen der er auch mit Medikamenten behandelt wird und therapeutische Hilfe bekommt. Er war deswegen schon einmal stationär mehrere Wochen von zu Hause weg, danach ging es ihm wesentlich besser. Soviel zur vorgeschichte.

Als er aus der Klinik zurück kam, wurde er arbeitslos und hat auch bisher keine Arbeit gefunden. Er möchte sich gerne als Fotograf selbständig machen (hatte auch schon einige Aufträge), aber er hat ein Problem damit auf andere Menschen zuzugehen und das ist in diesem beruf ja sehr wichtig. Um seine Probleme mal zusammenzufassen: Er leidet darunter, dass wir keine Kinder haben könen, dass er keinen Freund hat (nicht mal nen Bekannten), und dass es berufstechnisch so schlecht läuft. Er sagt auch öfter, dass er in seinem leben alles falsch gemacht hat und sich nun nichts mehr ändern lässt.

Ich versuch ihm wirklich zu helfen, aber er blockt jegliche Hilfe von mir ab. Er sagt, er sieht in seinem Leben keinen Sinn und manchmal wünscht er sich, er würde morgens nicht mehr aufwachen. Ihn würde ja doch keiner vermissen. ich habe ihn auch schon einmal gefragt was denn mit mir, seinen Eltern und unseren Katzen ist, aber darauf gibt er dann meist keine Antwort.

Ich bin total verzweifelt, ich würde ihm so gerne neuen Lebensmut geben, nur wie??

Über Ratschläge würde ich mich sehr freuen!

LG,
Friederike
 

Selah

Aktives Mitglied
Hallo,

Es macht den Eindruck, als würde dein Mann sehr isoliert leben. Er hat wohl nur dich und Du hast ihm wahrscheinlich schon so oft - in bester Absicht - gesagt, dass sich alles schon wieder zum Besseren wenden wird, dass er dich nicht mehr so wirklich ernst nimmt. Wäre zumindest meine Vermutung.

Außerdem steckt er ja auch ganz objektiv und unabhängig von seiner Depression in einem ziemlichen Dilemma wegen der langen (?) Arbeitslosigkeit. Fotograf ist ein Beruf, bei dem es auf Kreativität einerseits und auch Technik andererseits ankommt. Eigentlich keine schlechte Kombi und sicher etwas, was auch beim Kampf gegen die Downphasen helfen könnte. Insofern setz ich hier mal an: Wer in dem Markt - in dem die meisten als Free-Lancer, also freiberuflich, unterwegs sind - bestehen will, muss auch in der Lage sein, seine Arbeiten anzubieten. Ich weiß ja nicht, welche Art von Fotografie dein Mann macht: klassische Porträtfotografie? Pressefotografie (ziemliches Haifischbecken), Naturfotografie (schön, aber sehr anspruchsvoll). Da ich in einer verwandten Branche arbeite, weiß ich, dass für eine gute Fotoausrüstung locker mal 8000 Euro - Tendenz nach oben - nötig sind...

Kurzum: das ist ein eigentlich ein sehr schöner Beruf, der vor allem Abwechslung bietet und somit ganz gut gegen depressive Phasen helfen könnte. Aber er ist eben auch anspruchsvoll. Vielleicht kannst Du ihn ja ermutigen, hier etwas aktiver zu werden? Ihn beim Bewerbungenschreiben unterstützen ect.?

Ansonsten ... Depressionen kann man nicht einfach "Wegdiskutieren". Er muss letztlich selbst etwas dagegen tun wollen. Dann kannst Du ihn unterstützen. Lebensmut muss er in sich selbst finden.
 

Peachly

Sehr aktives Mitglied
Ist doch auch kacke sowas, da hat man doch irgendwann auch keine Lust mehr, irgendwelche Dinge vorzuschlagen, wenn alles abgeschmettert wird...:mad:
Ja, ist verdammt schwer. Wie wäre es mit noch 'ner stationären Therapie, und von da aus Wiedereingliederung in einen Beruf oder etwas in der Art.
 

romantatta

Mitglied
@Selah: Er macht super schöne Landschaftsaufnahmen, hat sich auch eine entsprechende Kamera zuglegt und im bereich Bildbearbeitung kennt er sich von Berufs wegen aus (er war Mediengestalter, hatte also mit den gängigen Programmen dauernd zu tun). Er wollte so in die Richtung Landschafts- und Tierfotografie gehen. Tierfotografie halt so, dass er Menschen mit ihren Haustieren (Hund, Katze, Pferd) exklusiv abgelichtet hat. Das sind echt schön Bilder geworden, aber es ist halt schwierig, da neue Kunden zu bekommen (ein Kunde meinte mal, den Preis von 60 Euro für eine Stunde inkl. Fotos und Bildbearbeitung wollte er nicht zahlen, dass wäre ihm zu viel...:rolleyes:) Was mein mann halt überhaupt nicht kann, ist sich vermarkten. Und ich weiß da auch nicht so genau, wo man da ansetzen müsste. Komm halt nciht aus dem Gewerbe...:confused: Er sucht auch immer nach potentiellen Arbeitgebern, aber wie Du schon sagst, festangestellte Fotografen kannst Du suchen wie das Haar in der Suppe...

@Peachly: Habe ich ihm auch schon vorgeshclagen, er meint immer nur, das einzige was hilft seind veränderungen. Aber er ändert die Dinge, die ihn in seinem Leben stören nicht...:mad:
 
F

FFF_77w

Gast
hallo,

ich habe auch Depressionen und ne Sucht bzw. Zwänge. Es geht nix über Therapie und möglicherweise auch Tabletten. Zumindest hilft es bei mir, den Pegel meiner Launen konstant zu halten.
Ich bin auch isoliert, aber versuche immer wieder auf Leute zu zu gehen.

Ich wünsche Dir, dass er Dich ernst nimmt ud vor allem auch mal einem Besuch beim Neurologen nicht abgeneigt ist.
 
G

Gast

Gast
Ja, ist verdammt schwer. Wie wäre es mit noch 'ner stationären Therapie, und von da aus Wiedereingliederung in einen Beruf oder etwas in der Art.
Quark, reiner Quark ist das.
Wer in einer stationären Therapie war hat nahezu keine Chance mehr auf eine Anstellung in einem einigermaßen passabel bezahlten Beruf. Ob das gerecht ist oder nicht, das ist nicht das Thema.
.
Aber die Arbeitgeber müßten doch einsehen . . . .
Wenn ein Mitarbeiter gesucht wird dann bewerben sich in der Regel zig Leute.
Und dann nehmen die den, der längere Zeit stationär in einer Psych war ?
.
Bis auf gaaaanzs seltene Ausnahmen ist der berufliche Lebenslauf mit einer stationären Therapie beendet.
Außer als unterbezahlter Hilfsarbeiter in einem Drecksjob. Den bekommt er dann grade noch. Einen Job, den sonst keiner will.
 
G

Gast

Gast
. . . Er war deswegen schon einmal stationär mehrere Wochen von zu Hause weg, danach ging es ihm wesentlich besser. Soviel zur vorgeschichte.
Als er aus der Klinik zurück kam, wurde er arbeitslos und hat auch bisher keine Arbeit gefunden.
. . .

Ich nehme an, daß ihr nicht wußtet, daß er nach einem stationären Psych-Aufenthalt fast automatisch arbeitslos wird. (Ja, ich weiß, es gibt ganz seltene Ausnahmen).
Und ich nehme auch an, daß dies Euch niemand vor der Entscheidung für diesen Aufenthalt gesagt hat.
.
Er wird - falls ihr danach sucht - höchstwahrscheinlich keinen festangestellten Job mehr bekommen.
Dies klingt hart. Aber besser der Realität ins Auge sehen als ein allgemeines Blabla-Geschwurbel zu lesen.
(Ich halte es für fast kriminell, zumindest für sehr verantwortungslos, daß dieser Punkt nahezu nie vor einer stationären Therapie ausreichend angesprochen wird. Mit allen sich hieraus ergebenden Konsequenzen.)
.
Es wird Dir nichts anderes übrig bleiben als ihn bei seinen - egal wie gearteten Bemühungen - in Richtung Selbständigkeit zu unterstützen.
.
Die einzige Möglichkeit die ich sehe ist, daß ihr einen guten und verständigen Arzt findet (und Dein Mann damit einverstanden ist - ihn dazu zu überzeugen ist Deine Aufgabe), der ihm eine Weile, nicht allzu lange, Stimmungsaufheller-Tabletten gibt. Keine Beruhiger ! Und daß er sich in dieser Zeit hoffentlich etwas fängt.
.
Soviel ich aus Deinen Zeilen entnehme gehörst du zu Deinem Mann und er gehört zu Dir. Also werdet ihr dies mit ein bischen vorübergehener Tablettenhilfe schaffen.
 
G

Gast

Gast
@Gast: Also ich sehe das nicht ganz so. Arbeitslos wurde er aufgrund einer Insolvenz und nicht wegen der Krankheit. Und Tabletten helfen sicher, aber sie sind meines Wissens nach nur dazu da, um ihn zu befähigen, Veränderungen durchzuführen. Sie helfen keineswegs gegen eine Depression, dagegen hilft nur Veränderung, das wurde ihm auch in der Therapie (stationäre und auch die, die Sitzungen, die er im Moment bei seiner Therapeutin hat) beigebracht.

Trotzdem danke für Deine offenen Worte!
LG,
Friederike
 

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