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ehe für alle - was hat sich geändert?

grisou

Aktives Mitglied
ich mag an dieser stelle nicht darüber diskutieren, warum wer was gegen die erweiterung der möglichkeit für die ehe auch für homosexuelle hat. ich bitte darum beachtet das in diesem thread.

heute morgen ist mir noch mal so klar geworden, was für eine große sache das ist. und wenn rose sagt, das müsste ein feiertag werden, verstehe ich langsam warum.

so viele menschen haben auf die gleichstellung ihrer beziehung gegenüber heterosexuellen gewartet. gerade auch wenn man immer das gefühl hatte, deswegen diskriminiert zu werden, wenn es eine große belastung war, nicht die gleichen rechte zu haben. das macht es dann irgendwie auch ganz besonders.

ich kann mir vorstellen viele homosexuelle werden das ganz besonders feiern und dann die ehe auch anders schätzen. weil sie darum über so viele jahre kämpfen mussten. da ist es schon ein gefühl dass man an einem historischen moment dabei war.

ich kenne paare ohne trauschein mit kindern. paare mit trauschein ohne kinder. andere mit trauschein und dem wunsch nach kindern. und natürlich die ohne trauschein und ohne kinder.

es ist so eine kleinigkeit, die man in all den jahren gar nicht so gemerkt habe. also mir ist das nicht so aufgefallen. wenn leute über das heiraten reden, dann ging es bei mir immer darum: warum willst du denn überhuapt eine gleichstellung? das ist jetzt kein thema mehr. keine ausgrenzung mehr da. ich kann jetzt auch erklären, warum ich heiraten will (oder nicht).

und mir ist die option sehr wichtig. obwohl ich ja eher die miese seiten der ehe gesehen habe früher. unterdrückte frauen, männer die fremd gehen.

ich bin eben auch aufgewachsen mit ritualen und mir ist das heute noch wichtig. solche versprechen. ich habe michas schwester mal gefragt wie das ist für sie, jetzt wo sie verheiratet ist, ob sie sich anders fühlt (obwohl sie früher schon 10 jahre mit ihrem mann zusammen war). und sie sagt ja, das ist noch mal ein anderes gefühl.

ich kann mir das auch vorstellen für uns.

warum habt ihr eigentlich geheiratet? oder wollt heiraten? vielleicht mag jemand auch erzählen.

(ich will bitte gar nicht wissen, warum man nicht heiraten möchte. dafür gibt es andere threads. danke.)
 

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S

Silent Pain

Gast
Ich wage mal zu behaupten, dass die Leere in diesem Thread daher kommt, dass es wohl keine Änderungen gibt, außer die Gleichberechtigung. :)
 

grisou

Aktives Mitglied
nun gleichberechtigung ist eine änderung die viel mit den gefühlen von menschen macht. darüber wollte ich einfach reden. über die erfahrungen was sich in ihrem alltag verändert hat. für mich hat sich schon etwas geändert. das habe ich auch beschrieben.
 
S

Silent Pain

Gast
Stimmt, dass es für dich jetzt quasi ein Feiertag geworden ist und auch am Bild der Ehe sich etwas für dich getan hat.
Das, also der der Feiertag, ist es auch für mich, nur ist das für mich nicht wirklich eine Änderung.
Ich finde es eher traurig, dass es diesen Feiertag überhaupt braucht, da für mich die Ehe für alle eine Selbstverständlichkeit darstellt.
Allerdings denke ich eben, dass es für die meisten hier wohl kaum eine Änderung darstellt, außer, dass eben endlich eine - wie schon gesagt meiner Meinung nach - Selbstverständlichkeit endlich durchgesetzt wurde. Für die meisten hier wird es keine Auswirkungen haben, außer natürlich für diejenigen, die jetzt ebenfalls endlich heiraten dürfen.
 

Elpia

Mitglied
Hallo grisou!
Erstmal freue ich mich sehr für dich, dass du den Menschen, den du liebst, bald auch heiraten darfst.

Was denkst du denn, was sich für dich persönlich nach deiner Hochzeit ändern würde?
Was sollte sich ändern, was nicht?
Ich bin seit vielen Jahren verheiratet und kann dir gerne verraten, was sich bei mir persönlich geändert hat.
 

grisou

Aktives Mitglied
was sich für mich persönlich durch eine hochzeit ändert?

also zuerst mag ich feiern. ich finde solche besonderen tage sehr schön.

und das ist ein ziemlich großes fest. es gibt einen antrag. man sagt es familie, den freunden. es gibt eine verlobung. dann die vorbereitung. ich kann mir das gut vorstellen so ein fest zu haben an einem see oder fluss, wo man dann schwimmen gehen kann. große fete für die kinder. zusammen grillen.

das ist so ein gemeinsames projekt. das vorbereiten. als paar.

dann das versprechen vor der familie und freunden. und einfach auch vor dem staat. ich habe nie einen schlussabschluss gemacht, keine ausbildung oder so. also ich denke, es ist halt so ähnlich, dass man ganz offiziell ein papier hat. und das kann dann niemand mehr in frage stellen. vielleicht ist es wie die unterschrift unter den ersten mietvertrag, es macht es einfach offiziell.

unsere gesellschaft ist auf ehepaare ausgerichtet. alle wissen welche rechte und pflichten paare haben. es macht vieles einfacher. bei den ärzten zum beispiel. da ist nicht die frage, na ja ist das jetzt das selbe wie verheiratet oder sie haben eine verfügung. ja bei welchem anwalt liegt die denn. ich kann einfach sagen: wir sind verheiratet. ich will wissen, wie es meinem mann geht.

vielleicht hat es für mich auch noch mal etwas von erwachsen werden. eine beziehung führen ist etwas anderes wie eine ehe führen. und vielleicht wollen wir mal ein kind adoptieren. sobald micha aufhört sich wie eins zu benehmen :)

und verheiratet sein. ich denke es gibt der beziehung noch mal eine tiefe. weil man hat eben so viel investiert um das offziell zu machen. es ist ein bekenntnis.

das werde ich dann allerdings erst rausfinden wie das ist.
 

Elpia

Mitglied
Vielen Dank für deine ausführliche Meinung.
Ich finde es hört sich nach einem tollen Plan an.

Ein bisschen schmunzeln musste ich auch. "Sobald er aufhört, sich wie ein Kind zu benehmen" ? Glaubst du, dass sich das ändert? *grins*
Bei "meinem" glaube ich nicht mehr daran :rolleyes:

Ich habe meinen Partner von 22 Jahren kennengelernt.
Wir haben uns dann irgendwann dazu entschlossen eine gemeinsame Zukunft zu planen. Dazu gehörten bei uns z. B. Kinder, die eigenen vier Wände...
Einen klassischen Antrag oder Verlobung gab es nicht.
Wir suchten uns ein Standesamt, das uns samstags traute, mit großem Raum für unsere Gäste.
Danach hatte wir ein tolles Fest, mit Verwandtschaft und Freunden.
Für mich war es ein wichtiger Schritt in unserer gemeinsamen Zukunft. Er hat das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt. Durch meine Namensänderung wurde auch nach außen gezeigt, dass wir zusammen alt werden möchten...
Mittlerweile sind wir seit 15 Jahren verheiratet, führen eine sehr friedliche, harmonische Ehe mit Kindern.
 

Elpia

Mitglied
Ich denke, du hast hier in den letzten Tagen, die selben Meinungen, verschiedener Leute über die Ehe gelesen, wie ich, oder?
"So toll ist sie gar nicht - die Erwartungen an sie, sind viel zu groß - besteht nur aus Kompromissen - hat sich bewährt - wir brauchen eine Eheschule -....."

Das hier ist meine ganz persönliche Meinung, jeder darf und sollte seine ganz eigene Meinung dazu haben!
Falls du findest, dass dies nicht in deinen Thread gehört, dann sag bitte Bescheid, dann ändere ich das.

Jeder sollte seine Ehe ganz nach seinen und den Bedürfnissen des Partners gestalten!

Wir suchen uns unseren Partner selbst aus. Jeder Mensch hat Schwächen oder Fehler, Seiten die uns nicht ganz gefallen. Das ändert sich nicht durch eine Ehe.
Auch ist es nicht die Aufgabe von uns, irgendetwas an unsere Partner zu ändern.
Alles was vorher in der Partnerschaft nicht ganz harmonisch war, wird sich auch durch eine Ehe nicht ändern.

Die Ehe ist ein Schritt, in einer gemeinsamen Zukunft.

Ich bin mit meinem Partner verheiratet!
Weder mit meiner Verwandtschaft, noch mit seiner, auch nicht mit Freunden und Bekannten. Das heißt für mich, wie wir eine Ehe zu führen haben, bestimmen wir beide und sonst niemand!

Für mich baut sie auf, auf Treue, Ehrlichkeit und Vertrauen.

In den letzten Jahren, habe ich mir von so vielen Leuten angehört, wie ich mich als Ehefrau zu verhalten habe, was ich zu tun und zu lassen habe. Was ich meinem Mann erlauben darf, was ich ihm unbedingt verbieten muss. Was richtig ist, was sich gehört.... Wir müssten mehr Kompromisse schließen.

Warum? Was geht euch das an?

Wir haben alle nur dieses eine Leben.
Warum sollten wir dann Hobbys, Ziele, Träume, Wünsche... nach der Heirat aufgeben?

Natürlich muss man Kompromisse schließen, wenn man zusammenlebte. Aber man kann doch mit seinem Partner reden. Was stört mich, verletzt mich, da muss es dann Grenzen setzen.
Auf der anderen Seite kann man auch Wünsche äußern. Manchmal kann man die zusammen umsetzen, manchmal aber auch nicht und dann bin ich bereit Freiräume zu geben. Dazu muss man ehrlich sein und vertrauen, sonst funktioniert es nicht.

Viele sagen dann, man sollte lieber zuhause bei Frau/Mann und Kind sein, als z.B. zeitaufwendige Hobbys zu treiben oder auch mal mit Freunden in Urlaub zu fahren oder....

Ich bin der Meinung, dass es nicht darauf ankommt, möglichst viel Zeit mit seinem Partner zu verbringen. Wenn er und ich weiterhin Interessen außerhalb unserer Ehe nachkommen dürfen, haben wir viel mehr davon. Denn dann sind wir viel zufriedener und können die Zeit, die wir zusammen verbringen viel intensiver genießen.

Jetzt wird sicher der ein oder andere sagen, dass dies doch alles nur in der Theorie so funktioniert.
Das soll ja nicht heißen, dass ich in der rosaroten Wolke wohne. Natürlich sind wir nicht immer einer Meinung und sicher muss man Kompromisse machen. Und es ist auch nicht immer alles zu 100 Prozent gleichberechtigt, es gibt immer Zeiten, in denen der eine, dann aber wieder der andere mehr davon profitiert.

Aber wie wir das gestalten, entscheiden mein Mann und ich. Und bis jetzt hat das super funktioniert ;)
 

grisou

Aktives Mitglied
erst mal nur danke elpia, das hat mich jetzt sehr berührt. mir gerade ganz viel mut gemacht. :)

ich brauche das gerade so sehr. positives, hoffnung.
 

Rose

Urgestein
Ohne jegliche wirtschaftiche Überlegungen - aus Liebe. Weil ich den Rest mein Lebens mit ihr zusammen sein will.

Da ich schon immer etwas Konservativ war/bin, gehört heiraten für mich dazu, wenn man diesen einen Menschen gefunden hat.


Aber es gibt eh nur eine Garantie im Leben, nämlich die, das ich irgendwann sterben muss. Also denke ich da nicht ans negative.
 
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