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Dürfen Eltern über den Schulweg entscheiden?

Sonnja

Aktives Mitglied
Hallo,

ich bin gerade dabei, meine Kindheit aufzuarbeiten. In der 10. Klasse hatte meine sogenannte "Mutter" mir verboten, weiter aufs Gymnasium trotz entsprechender Noten, zu gehen.
Nach dem sie dann zur Entgiftung (ist alki) in nem Krankenhaus kam, war alles wieder normal, also ich konnte das Gymnasium weiter machen.

Heute legt sie das als großen Gnadenakt aus, und wie ich ihr dankbar zu sein hätte, SIE hätte mir das Gymnasium erst ermöglicht blalbalalab
Damals hatte ich beim JA angerufen und die haben gemeint, dass ich mit 16 und entsprechenden NOten durchaus ein Mitsprachrecht hätte. Ich solle sie auf jeden Fall anrufen wenn es so weit ist. Gut, dazu kam es ja dann nicht.

Jetzt im Nachhinein: Dürfen Eltern ihrem Kind so derart das Leben verpfuschen indem sie es zwingen, eine Ausbildung abzubrechen, die seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich verschlechtern?
 

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karma

Aktives Mitglied
Nein du allein entscheidest wie deine Zukunft aussehen soll. Warum wehrt sich deine Mutter so gegen ein Gymnasium. Sie müßte doch stolz sein auf ihr Kind. Frage sie doch mal was sie für einen Schulabschluß hatte. Und ich glaube das ist der Schlüssel zu allen Antworten.


Karma
 

Sori

Sehr aktives Mitglied
Die Eltern haben im Rahmen ihrer Erziehungspflicht und ihres Sorgerechts auch das Recht zu entscheiden, welche Schule ihr Kind besucht. das Ganze natürlich im Rahmen rechtlicher Bestimmungen: es gibt eine Schulpflicht und für bestimmte Schularten Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen.

Sprich: Wenn Du 10 wärst, wäre das Recht auf jeden Fall auf der Seite deiner Eltern gewesen (es sei denn, es gäbe wirklich erhebliche Einwände). Nun warst Du ja schon 16 und je älter man wird, desto mehr Mitspracherecht hat man. Im Zweifelsfall wird dann durchaus der Wunsch des Kindes berücksichtigt.

Zunächst mal dürfen sie also, so lange es das Kind nicht gefährdet. Ab wann eine Gefährdung eintritt, muss dann ein Gericht auslegen, wenn es zum juristischen Streitfall kommt.
 
G

Gast

Gast
Hallo, du musst auf deine alki-Mutter, die dir dein Leben verpfuscht, ziemlich wütend sein. Du schreibst: In jedem Menschen steckt ein potentieller Straftäter. Du hast beim JA angerufen, das zeigt, dass du stark bist. Lass dir nichts von ihr bieten. Aber versuch ihr zu verzeihen. Sie ist Alki, sie ist gescheitert, kann sein, dass sie glaubt, sie wüsste alles besser, kann sein, dass sie denkt, sie müsste dich beschützen. Ich glaube nicht, dass sie dir ganz bewusst schaden wollte. Da müsste sie schon sehr, sehr krank sein.
Man weiß nie was die Zukunft bringt. Ich wäre froh, wenn ich Eltern gehabt hätte, die mich nach der mittleren Reife zu einer Lehre überredet hätten. So habe ich jetzt eben einen Uniabschluß, mit dem ich nicht viel anfangen kann. Weißt du wie viel arbeitslose Akademiker es gibt, wie viele sich mit Taxifahren über Wasser halten etc.? Erziehung ist im besten Fall Hilfe zur Selbsterziehung. Alle Eltern machen Fehler. Du hast keine perfekte Mutter, aber das ist kein Grund sie zu hassen. Beschäftige dich mit ihrer Lebensgeschichte, wenn du sie besser verstehen kannst, dann kannst du ihr leichter verzeihen und denkst nicht mehr an Straftäter.
 

Sisandra

Moderator
Teammitglied
Hi Sonnja,

gestatte mir bitte eine Frage: Was bringt es dir, wenn du weißt, wie genau die Rechtslage ist? Ändert das irgend etwas an der Vergangenheit, so wie sie war?
Ich stelle es mir nicht einfach vor, mit einem Alki als Elternteil großzuwerden. Dennoch ist es eine Tatsache, dass eine Suchterkrankung eben eine KRANKHEIT ist. Das trifft auch auf deine Mutter zu.

Die Vergangenheit kann niemand mehr ändern, wohl aber die Zukunft in die Hand nehmen und sie nach dem eigenen Gutdünken gestalten. Lass die Vergangenheit ruhen und befasse dich mit den Dingen, die du selbst in die Hand nehmen und ändern kannst.

Deine Mutter ist der Ansicht, sie hätte dir etwas ermöglicht. Du siehtst das offensichtlich anders. So hat jeder seinen Standpunkt, der aus der Sicht der jeweiligen Person durchaus seine Richtigkeit haben kann.

In diesem Sinne, lass Vergangenes vergangen sein und befasse dich lieber mit dem, was vor dir liegt.

Liebe Grüße
Sisandra
 

Sonnja

Aktives Mitglied
Mit dem befassen was vor mir liegt, ja, das tue ich gerade: ein abschließendes Urteil über meine "Eltern" finden.

Mir wäre das auch relativ egal, wenn sie jetzt das nicht die ganze Zeit als ihren Gnadenakt hochbauschen würde.
Ich wollte das Ganze wissen weil ich ihr da gegenhalten will, damit sie sich nicht auf einen göttersockel stellt wie ich ihr gefälligst dankbar zu sein habe.
Für das Materielle habe ich zu danken, ja. Aber für das Emotionale? Ich habe erst mit 19 mitbekommen, dass es nicht Standard ist, dass Eltern ihre Kinder zusammenschlagen, bedrohen, erpressen etc, macht ausüben. Ich habe erst durch einen Freund mitbekommen,dass Familie kein Synonym für Horror ist.

Ich weiß noch, wie er am Küchentisch saß und mit seinem Vater diskutiert hat. Ihc war die ganze Zeit total angespannt, weil ich auf den ersten Schlag gewartet habe. Er kam nie. Ich war erstaunt. Da hab ich gemerkt, in was für einem asozialen Haushalt ich groß geworden bin....

Und genau deshalb: DANKE FÜR NICHTS!!

Verzeihen: das kann ich erst, wenn ich die Sachen durchgekaut und verarbeitet habe. Im MOment bin ich damit beschäftigt, mich zu erinnern und zu strukturieren was eigentlich alles vorgefallen ist.
 

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