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Die Welt und der Verlust der Menschlichkeit

eisblume90

Aktives Mitglied
Hallo liebes Forum,

da mich das ganze Thema ziemlich sprachlos macht, möchte ich versuchen, hier darüber zu schreiben.
Sollte dieser Thread in irgendeiner Art und Weise zerrissen werden, bitte ich die Mods ihn sofort zu schließen.

Die aktuellen Geschehnisse in Paris erschüttern uns alle, das steht außer Frage. Dass Frankreich nicht das erste und einzige Land ist, in dem Menschen sterben mussten, damit andere ihre Macht demonstrieren können, ist auch jedem klar.

Was mich aber wirklich erschüttert, sind diverse Reaktionen auf diese Anschläge. Die Reaktionen von Nationen und die Reaktionen vieler Bürger. Auf Terror wird mit Terror geantwortet, Frankreich wirft Bomben über Syrien ab. Bomben, die nicht die IS-Attentäter treffen, sondern unschuldige Bürger. Mütter, Väter, Onkel, Tanten, Söhne und Töchter. Die Bürger haben Angst vor Muslimen, beschimpfen und bedrohen diese. Von "alle erschießen" oder "vergasen" ist die Rede. Jetzt haben die Muslime Angst vor den westlichen Bürgern. Meine beste Freundin zum beispiel ist Muslimin. Sie trägt Kopftuch. Keine Burka, nur ein Kopftuch, ganz locker, Haare und Gesicht sind zu sehen. Das Kopftuch steht ihr, sie trägt es gern. Nein, sie trug es gern. Sie hat ihr Kopftuch abgelegt, weil sie die Blicke nicht mehr aushält. Weil sie es nicht erträgt, auf offener Straße als Mörderin beschimpft zu werden, während ihr dreijähriger Sohn die Welt nicht mehr versteht. Sie ist in Deutschland geboren, staatlich anerkannte Grafikdesignerin, derzeit in Elternzeit, Mutter von zwei Söhnen im Alter von ein und drei Jahren. Ihr Mann arbeitet seit er in Deutschland lebt im Schichtdienst. Sie ist Vorsitzende im Elternbeirat der Kita ihres Sohnes und engagiert sich für die Integration junger ausländischer Mütter. Jetzt ist sie eine Mörderin, weil sie einer Religion zugehört, die Monster für ihre kranken Vorhaben ausnutzen. Sie überlegt, aus dem Islam auszutreten.

Ich frage mich, wann die Menschen aufwachen. Terror lässt sich nicht mit Terror bekämpfen. Hass lässt sich nicht mit Hass besiegen. Wenn wir nicht zusammenhalten, werden sie uns zerstören. Und mit WIR sind alle gemeint. Christen, Muslime, Buddhisten, Hinduisten, Juden, Deutsche, Franzosen, Syrer, Iraker, Pakistaner,...
MENSCHEN EBEN!

Erinnert euch an Menschlichkeit und lasst Liebe walten. Denn sie ist die einzige Macht, die Hass und Terror in die Knie zwingen kann...
 

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Sparkly

Aktives Mitglied
Mit händchenhalten und Reden lässt sich aber auch Nichts erreichen, insbesondere wenn man einen Gegner hat, der zu allem bereit ist. Man kann sich nicht mit jedem an der Verhandlungstisch setzen, bei manchen Gegnern ist Gewalt die einzige Sprache, die sie verstehen.
Während des 3. Reiches wurde auch versucht Hitler zu besänftigen und auf ihn einzuwirken. Hat nix genutzt, das Ende vom Lied kennen wir. Ich schätze den iS ähnlich ein, für mich sind sie Nazis in einem anderen Gewand. Da kann man nur zurückschlagen, auch wenn man selbst wünschte, solche Mittel wären nicht notwendig.
Wer kaltblütig Menschen abschlachtet, wie in Paris, Beirut und anderswo, der scheißt auf unsere Liebe und Mitmenschlichkeit und den will ich auch diese Gefühle nicht geben.
 

Daoga

Sehr aktives Mitglied
Terroristen lassen sich nicht mit Liebe stoppen. Terroristen sind tollwütige Tiere, die man nur abtun kann. Sobald sich jemand für den Terror entscheidet, soll er für jeden anständigen Menschen Freiwild sein. Richtig im Umgang mit Terror sind nicht Angst oder Haß, sondern gesunder Zorn, da muß man unterscheiden. Ein Terrorist hört erst dann auf mit dem Morden, wenn er alle seine Ziele erreicht hat, und das sind Ziele, die sich von uns niemand wünscht - nämlich eine Herrschaft des Schreckens und der Willkür, gegen die sich niemand auflehnen darf. Das christliche "hält auch die andere Backe hin" hat nur den Effekt, daß derjenige, der die Backe hinhält, von den Fieslingen ganz nach Belieben getreten, gequält und ausgeraubt wird und abgeknallt, sobald der Bösewicht kein Interesse mehr an ihm hat. Und wenn Deine Freundin jetzt überlegt, aus dem Islam auszutreten, ist das wohl nicht nur wegen der Reaktion der Umgebung auf ihr Kopftuch, denn wenn sie wirklich gläubig ist, reicht es ja völlig, zuhause im Privaten oder im kleine Kreis Gleichgesinnter zu beten. (Da gibt es ja auch bei Christen so eine alte Forderung mit dem Inhalt, daß die wahren Gläubigen ihre Religiosität nicht öffentlich zur Schau stellen sollen, damit sie bewundert werden und sich damit der Sünde der Eitelkeit schuldig machen/oder zu Märtyrern und damit der Sünde der Hoffart, sondern sie sollen in aller Heimlichkeit und versteckt beten.)
 

mikenull

Urgestein
Das es mit dem Zurückschlagen aber nicht klappt sagen alle Militärs. Die ganze Bomberei seit über einem Jahr hat nichts gebracht. Außer das sich der IS weiter ausgebreitet hat. Das kennen wir alles schon aus den Kriegen gegen den Terrorismus, im Irak, in Afghanistan. Also sollte man sich neue Strategien überlegen.
 

eisblume90

Aktives Mitglied
Mit händchenhalten und Reden lässt sich aber auch Nichts erreichen, insbesondere wenn man einen Gegner hat, der zu allem bereit ist. Man kann sich nicht mit jedem an der Verhandlungstisch setzen, bei manchen Gegnern ist Gewalt die einzige Sprache, die sie verstehen.
Während des 3. Reiches wurde auch versucht Hitler zu besänftigen und auf ihn einzuwirken. Hat nix genutzt, das Ende vom Lied kennen wir. Ich schätze den iS ähnlich ein, für mich sind sie Nazis in einem anderen Gewand. Da kann man nur zurückschlagen, auch wenn man selbst wünschte, solche Mittel wären nicht notwendig.
Wer kaltblütig Menschen abschlachtet, wie in Paris, Beirut und anderswo, der scheißt auf unsere Liebe und Mitmenschlichkeit und den will ich auch diese Gefühle nicht geben.
Sparkly, du hast Recht. Der IS muss im Zaum gehalten werden. Und dass die sich nicht alle einfach friedlich das Händchen schütteln, ist mir bewusst. Mich hat deine Antwort als erste Reaktion auf meinen Eröffnungsthread allerdings wieder sehr nachdenklich gemacht. Ich habe im Kern meines Threads versucht, an Menschlichkeit zu appellieren. An einen friedvollen Umgang miteinander. Wie Frankreich antwortet, trifft mich, aber ich kann nichts daran ändern. Wie meine Mitmenschen antworten, macht mich allerdings fertig. Und daran kann ich etwas ändern. Ich habe einen ganzen Text zum Thema Menschlichkeit geschrieben. Zwei Zeilen davon richteten sich gegen die Antwort Frankreichs an Syrien. Und genau diese zwei Zeilen werden herausgezogen, um mit erhobenem Zeigefinger all das zu rechtfertigen. Ja, Frankreich muss sich wehren.

Aber was ist mit der Menschlichkeit? Wo ist die Liebe geblieben, Sparkly? Die einzige Antwort auf Hass... Wie gehst du mit deinen Mitmenschen um? Das würde mich interessieren. :rolleyes:
 

Daoga

Sehr aktives Mitglied
...weil sie die falschen Ziele zur falschen Zeit bombadieren. Warum bomben die Russen und Assad gegen die Kurden, wenn die doch effektiv gegen IS kämpfen? Und warum bombt man nicht da und dann, wenn wirklich alle von den Schweinepriestern an einem Ort versammelt sind - nämlich beim Freitagsgebet in den Moscheen und Versammlungshäusern? In typischen IS-Gebieten braucht man da keine Angst mehr haben, dabei noch viele "Unschuldige" zu treffen, weil die längst geflohen oder von den IS-Freggern umgebracht worden sind. Aber da kommt eben die Angst des Westens vor der Religion ins Spiel, obwohl Muslime selber bekanntlich wenig Hemmungen haben, die Moscheen der jeweils anderen muslimischen Glaubensrichtungen zu sprengen.
 

Daoga

Sehr aktives Mitglied
Aber was ist mit der Menschlichkeit? Wo ist die Liebe geblieben, Sparkly? Die einzige Antwort auf Hass... Wie gehst du mit deinen Mitmenschen um? Das würde mich interessieren. :rolleyes:
Liebe gibt man denen, die sie verdienen. Ich zumindest kann nicht behaupten, daß ich Terroristen unter meinen "Mitmenschen" hätte, und bei Sparkly ist es vermutlich ähnlich. Ergo, falsche Zielperson.
 

mikenull

Urgestein
Nein. Im IS-Gebiet leben selbstverständlich jede Menge Menschen, die dort leben und arbeiten. Die werden natürlich auch von den Bomben getroffen - und - erzeugen ( wen wunderts ) neue Terroristen. So war es in den bisherigen Kriegen gegen den Terror und so ist es auch jetzt. Der "Westen" hat weder die Kapazitäten noch die Motivation den Wahnsinn zu beenden. Die Russen allerdings zeigen gute Ansätze.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Hallo, Eisblume,

Du hast einen sehr schönen Beitrag geschrieben. Insbesondere tut es mir leid, wenn Deine muslimische Freundin auf der Straße beschimpft und beleidigt wird. Dieses Zusammenhalten, vor allem bei Menschen mit unterschiedlicher Religion, unterschiedlicher politischer Meinung oder unterschiedlicher nationaler Zugehörigkeit ist nicht so einfach.

Was will man zusammenhalten? Ich denke, zusammenhalten kann man z.B. Grundwerte, die man teilt. Das ist in unserer Gesellschaft nicht so einfach, denn bei vielen Menschen unserer Gesellschaft bestehen Grundwerte aus materiellen und konsumistischen Vorstellungen. Der kleinste gemeinsame Nenner, den ich erkenne, ist unser Grundgesetz bzw. die darauf aufbauende Gesetzgebung.

Für die Bekämpfung des Terrors mit Gewalt gibt es sowohl ein Für als auch ein Wider. Ich denke, wenn versäumt wurde, rechtzeitig mit friedlichen Mitteln den Menschen ein würdiges Leben zu ermöglichen, ist der Terror die Antwort auf diese Versäumnisse.

Ich gebe zu bedenken, dass viele IS-Kämpfer aus der ehemaligen Armee von Saddam Hussein kommen. Sie wurden einfach entlassen. Ebenso alle Beamte (z.B. Lehrer), die unter Hussein in der Partei sein mussten, um überhaupt Arbeit zu finden. Und europäische Terroristen rekrutieren sich aus Menschen am Rande unserer Gesellschaft.



Ich denke: Man kann den Terror nicht stoppen, in dem man den Terroristen zuruft: "ich wünsche Dir alles Gute". Aber man kann zukünftigen Terror zumindest in vielen Fällen verhindern, in dem den Menschen ein würdiges Leben ermöglicht wird. Dies gilt für die Menschen z.B. in Syrien und Irak. Dies gilt auch für die Menschen, die in Europa in Hochhausgetthos am Rande einer Stadt leben und ggf. keine Arbeit finden.

Auch gehört unbedingt dazu, dass in den Schulen nicht nur Sprachunterricht und Mathe gelehrt wird, sondern auch Ethik und Moral. Und diese Lehre ist von Familien zu fördern und zu leben. Mangelt es daran in den Familien, weil z.B. Familien kaputt gehen, dann entstehen Chaos und Desorientierung "wie soll ich leben?". Und dann haben wir weiterhin den Nährboden für Terror und Rassen- und Religionshass.

LG, Nordrheiner
 
Zuletzt bearbeitet:

Daoga

Sehr aktives Mitglied
Solange die Russen und Assad in einem Boot sitzen, leidet die syrische Bevölkerung samt Kurden mehr unter der Bombardierung als der IS.
 

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