Und hier fängt mein Problem an. Bisher habe ich immer vorher meinem Vater solche Dinge geschildert und bei ihm nachgefragt ob das Sinn macht (wie in diesen Beispielen). Wie, als müsste ich ihn erst um Erlaubnis bitten etwas zu tun, statt selbst Entscheidungen zu treffen.
Hier beginnt die Lösung!
Du hast das Problem erkannt.
Gestern ist mir dann zum ersten mal so richtig bewusst geworden, dass ich Angst habe in einigen Dingen einfach selbst Entscheidungen zu treffen.
Die Angst davor, etwas falsch zu machen, wurde dir ja auch tief eingeimpft.
Dein Vorteil:
Du bist erwachsen, kannst mit diesen Ängsten also ganz anders umgehen als ein von den Eltern abhängiges Kind.
weil er mich dann wieder als Dumm bezeichnet
Schon in der Kindheit fing das ja an
war ich dumm wenn ich irgendwas nicht verstanden habe
Selbstvertrauen kann davonlaufen wie Milch aus einer Packung, auf die immer wieder mit dem Hammer draufgehauen wird.
Du legst dir vielleicht eine neue Packung Milch zu, legst sie dann aber brav unter den Hammer.
Du musst aber nicht mehr das brave Kind von damals sein und desen erlernten Muster folgen.
Du bist erwachsenen, darfst neue Wege kennenlernen, eigene Entscheidungen treffen, eigene Fehler machen.
Was wir Fehler nennen sind Lernchancen. Die sind wichtig, lerne sie dir zu erlauben und sie zu nutzen.
Habe ich dann einen anderen Rechenweg für mich selbst gefunden mit dem es mir leichter fiel, solte ich gefälligst den Rechenweg benutzen den er mir erklärt, weil das mehr Sinn macht und einfacher ist.
Es war wohl nicht gut für seinen Selbstwert, wenn du weniger klein warst als er dich machen wollte.
Dein Vater hat seine ganz eigenen Probleme. Er wird das nicht mehr lösen können.
Doch du kannst deine erkannten Probleme auflösen und alte, erlernte Muster überschreiben.
Wie komme ich davon weg, erst mal darüber nachzudenken meinen Vater zu fragen?
Aushalten üben.
Aushalten, ihn nicht zu fragen.
Die Emotionen und Gefühle, die dabei in dir hochkommen, aushalten.
Begrüße den Gedanken wie einen vertrauten Bekannten, der etwas lästig und anstrengend sein kann, dich manchmal milde schmunzeln lässt:
"Da bist du ja wieder! Da, setz dich mit deinem Kaffee in die Ecke, ich bin gerade etwas beschäftigt, muss nachdenken."
Es ist kein Problem, daran zu denken, ihn anzurufen.
Ab jetzt wird das dein Startschuss mit dem eigentlichen Denkprozess zu beginnen, der Suche nach den nutzbaren Lösungsansätzen.
Und dann tust du. Etwas.
Etwas anderes, als diesen einen, bestimmten Anruf zu tätigen.
Und mit jedem Mal wirst du dich besser fühlen. Du wirst Erfolgserlebnisse haben.
Und sogar eine Fehlentscheidung, ein Fehler, ist ein Erfolg!
Weil DU ihn SELBST gemacht hast.
Und daraus lernen kannst.
Im Grunde kann gar nichts mehr schief gehen, wenn du den Mut zusammenkratzt, diese Anrufe zu unterlassen und deine Angst auszuhalten.
er bekommt mit dass was schief gelaufen ist,
Wie kann er das denn mitbekommen bei eurer Entfernung?
Hör auf, alles zu erzählen.
Halte das aus.
Üben.
bin ich wieder das dumme Kind das von nichts eine Ahnung hat.
Selbst das Kind hatte ja Ahnung.
Es durfte nur keine haben.
Jetzt bist du erwachsen.
Und musst nicht mehr darauf hören, worauf du als Kind hören musstest.
Abnabelung.
Schneide die Nabelschnur endlich durch.