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Die Einladung zur Geburtstagsfeier annehmen oder besser nicht hingehen?

A

annika38

Gast
Hallo ihr,

ich brauche bitte noch mal eure Meinung bezüglich meiner Bekannten, einer ehemaligen Kollegin, zu der ich seit drei Monaten wieder Kontakt habe.

Wie ich bereits geschrieben habe, bemühen wir uns beide wieder um eine Annäherung und den Aufbau einer guten Bekanntschaft. Sie hat ihre aufdringliche Art zwar nicht abgelegt, aber ok, ich denke mir, Fehler und Macken habe ich schließlich auch. Ich weiß z.B., dass ich in vielen Dingen zu sensibel bin und oft jedes Wort auf die Goldwaage lege.

Vor einigen Tagen hat meine Bekannte mich nun zu ihrem Geburtstag Anfang Februar eingeladen.
Einerseits freute ich mich darüber. Vielleicht würde es ein netter Nachmittag und Abend und ich würde ein bisschen unter Leute kommen.
Doch andererseits habe ich gemischte Gefühle und das negative Erlebnis von vor einigen Jahren, als unser Kontakt abbrach, kommt mir in Erinnerung.

Ich war vor vier Jahren auch zu ihrem Geburtstag eingeladen. Den Abend verbrachte ich allein mit ihr und ihrem Freund. Es war ganz unterhaltsam. Die beiden luden mich zu einem Essen in einer Imbissstube um die Ecke ein und anschließend tranken wir noch Sekt in ihrer Wohnung.
Ich hatte meine Bekannte vorher gefragt, was sie sich zum Geburtstag wünschte. Sie nannte mir u.a. Handtücher, und so kaufte ich zwei Handtücher in der gewünschten Farbe. Sie schien sich auch darüber zu freuen.

Doch leider eskalierte es kurz nach ihrem Geburtstag zwischen uns. Ich rief sie an, um mit ihr über ein Problem zu sprechen. Sie war wohl zu müde an dem Abend und reichte den Telefonhörer an ihren Freund weiter. Höflichkeitshalber sprach ich eine Weile mit ihm, war aber befremdet darüber, weil es sich für mich um einen fast unbekannten Menschen handelte. Einige Tage später machte ich es ihr zum Vorwurf, und sie reagierte sehr emotional, schon aggressiv darauf. Sie schrie und heulte, dass sie eben zu müde gewesen sei, um mit mir zu telefonieren.
Dann wurde sie unfair. Sie schrie, ich würde andere nur ausnutzen. Die Handtücher könne ich gerne zurückhaben, sie würde sie mir zuschicken. Was sie natürlich nie tat. Außerdem würde sie sich am liebsten das Geld für das Essen in der Imbissstube zurückgeben lassen!

Ich war sprachlos, weil ich nicht verstand, was das mit Ausnutzen zu tun haben sollte.
Sie hatte mich doch zu dem Essen anlässlich ihres Geburtstags eingeladen, und ich hatte ihr schließlich ein Geschenk gemacht. Dann ja auch noch das gewünschte und nicht irgendeinen überflüssigen Kram.

Ich brach daraufhin den Kontakt ab, weil ich damit nicht umgehen konnte.

Jetzt aber wollte ich ihr ja eigentlich noch mal eine Chance geben und würde schon gern die Einladung wahrnehmen.
Irgendwie käme ich mir schäbig vor, wenn ich nicht hingehen würde.
Vor allem, weil sie mir auch noch angeboten hat, mich einen Tag später zur MRT-Untersuchung, vor der ich große Panik habe, zu begleiten. Dieses Angebot finde ich sehr nett von ihr.

Wie würdet ihr euch an meiner Stelle verhalten?
Würdet ihr das, was vor ein paar Jahren war, abhaken und zur Geburtstagsfeier hingehen?

Ein kleines Problem ist für mich auch, dass ich dann zum ersten Mal nach vier Jahren wieder auf ihren Freund treffen würde, der die Geschichte von damals wohl noch nicht vergessen hat.
Ich weiß daher nicht, wie er sich mir gegenüber verhalten wird.

Ich brauche bitte euren Rat!

Liebe Grüße,
Annika
 

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G

GrayBear

Gast
Hallo annika38,
warum ein "hopp ODER top"? Machs nicht so kompliziert. Wenn Du sie sehen willst, gut, wenn nicht, auch gut. Warum muß da eine Grundsatzentscheidung her? Wenn Dir der Kontakt zu einem Menschen nicht gut tut, dann schau, woran es liegt und ändere etwas, so Du es kannst und ansonsten zieh weiter. Für ein ständiges und nerviges Hin und Her ist das Leben zu kurz. Freunde dürfen auch eine Freude sein, keine Plage.

Alles Gute und weise Entscheidungen wünsche ich Dir
 

Nordrheiner

Urgestein
Hallo, Annika,

für mich sieht es aus wie eine 2. Chance, eine kaputte Beziehung zu reparieren. Daher neige ich eher dazu, mich für eine Annahme der Einladung zu entscheiden.

Allerdings - wenn es zeitlich und überhaupt möglich ist - würde ich sie auf "damals" ansprechen. Ich würde mein Bedauern aussprechen, dass damals alles schief lief. Das würde ich geschickt mit der Frage verbinden: "kannst Du Dir vorstellen, dass so eine ähnliche Situation wieder entstehen könnte?" Ihre Antwort wäre mir wichtig. Würde ihre Antwort in etwa so lauten "solange Du nicht ... tust, kann so eine Situation nicht mehr entstehen" dann würde ich daraus ableiten, dass sie in ihren Augen alles richtig gemacht hat und ich in ihren Augen der alleinige Sündenbock bin. Das würde mich dazu bewegen, die Einladung aus Vorsichtsgründen abzulehnen.

Ich finde es schon wichtig, unangenehme Situationen der Vergangenheit zu klären. So - wie jemand mit seiner Vergangenheit umgeht - wird er auch die Gegenwart behandeln.

LG, Nordrheiner
 
G

Gast

Gast
Nimm die Einladung an, kauf eine Flasche des Sekts, den ihr damals getrunken habt und zahl Dein Essen selbst. Zum MRT nimm eine andere Begleitung mit... erstmal alles langsam angehen und keine Verbindlichkeiten eingehen.
 
G

Gast

Gast
Liebe TE, warum willst Du Dir (...) denn nochmal antun?

Du warst damals nicht "zu sensibel", sie hat sich total daneben verhalten. So springt man nicht mit anderen Menschen um, das geht überhaupt gar nicht. Ich würde die Einladung nicht annehmen und auch sonst den Kontakt nicht wieder aufwärmen. Zur Untersuchung würde ich jemand anderes mitnehmen, nicht einen Menschen, zu dem das Vertrauen so erschüttert ist (was absolut berechtigt ist).
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
A

annika38

Gast
Danke für eure Antworten.

@ Nordrheiner

Eigentlich sehe ich es als auch Chance, eine ehemals gescheiterte Bekanntschaft wieder neu aufleben zu lassen.
Das funktioniert aber nur, wenn sich beide Seiten bemühen.
Ich finde deinen Vorschlag sehr gut, noch mal das anzusprechen, was damals schief gelaufen ist. Auch wenn meine Bekannte nur schwer mit Kritik umgehen kann. Mal sehen, wie sie reagiert, wenn ich sie frage, ob ihrer Ansicht nach eine vergleichbare Situation wieder entstehen könnte. Anhand ihrer Reaktion sollte ich dann entscheiden, ob es Sinn macht, den Kontakt noch zu vertiefen.

@ Pepita

Richtig ist, dass ich nur wenige soziale Kontakte habe. Doch es würde nichts bringen, wenn ich mich wie damals nur herumärgere.
Ihr Freund scheint wohl noch Groll gegen mich zu hegen. Zumindest hat mir meine Bekannte bei unseren Treffen zweimal vorgeworfen, dass ich ihn ja vor vier Jahren als blöd bezeichnet habe. Ich bin sehr sicher, dass es so nicht gewesen ist, da ich ihn sympathisch fand. Jedenfalls hatte er bisher keine Lust, bei einem unserer Treffen anwesend zu sein.
Für mich kein gutes Gefühl, an ihrem Geburtstag zum ersten Mal wieder auf ihren Freund zu treffen...

@ die beiden Gäste

Mein Essen am Geburtstag meiner Bekannten selbst zahlen wird nicht möglich sein, da die Feier in der Wohnung ihres Freundes stattfindet.

Für mich ist es immer noch eine Option, vielleicht nicht zu der Feier hinzugehen, sondern erst einmal abzuwarten, wie ihre Reaktion im nächsten Telefongespräch sein wird.
 
G

Gast

Gast
Du willst nicht auf ihren Freund treffen, die Feier findet aber in seiner Wohnung statt. Sie wirft Dir nach 4 Jahren immer noch vor, dass Du ihn mal als "blöd" bezeichnet hast. Du hast offensichtlich ziemliche Bauchschmerzen vor diesem Aufeinandertreffen.

Wie sehr soll Dein Bauchgefühl Dich denn noch warnen?
 

Nordrheiner

Urgestein
Du willst nicht auf ihren Freund treffen, die Feier findet aber in seiner Wohnung statt. Sie wirft Dir nach 4 Jahren immer noch vor, dass Du ihn mal als "blöd" bezeichnet hast. Du hast offensichtlich ziemliche Bauchschmerzen vor diesem Aufeinandertreffen.

Wie sehr soll Dein Bauchgefühl Dich denn noch warnen?

Sie lässt sich doch schon warnen. Lediglich will sie dem Bauchgefühl auf den Grund gehen und die Vergangenheit klären. Ich finde dieses Vorgehen sehr vernünftig. Sie stürzt sich nicht blind in eine Begegnung.
 
A

annika38

Gast
Hallo ihr,

mein Bauchgefühl hat mich gewarnt und daher habe ich beschlossen, meine Bekannte auf ihr Verhalten nach ihrem Geburtstag anzusprechen, auch wenn die Sache vier Jahre zurückliegt. Eigentlich war für mich schon klar, dass ich die Einladung zu ihrem Geburtstag nicht annehmen würde.

Ich rief sie heute Morgen an und sagte gleich, dass ich die Einladung zwar nett fand, ich aber wohl nicht kommen würde. Dass ich noch sehr gut in Erinnerung habe, wie sie sich vor ein paar Jahren aufgeführt hat und mir ihr Verhalten den Eindruck vermittelte, dass sie mein Geschenk überhaupt nicht wertgeschätzt hat.
Warum sonst wollte sie mir die Handtücher zuschicken und sich am liebsten noch das Geld für das Essen in einer Imbissstube zurückgeben lassen?

Wie ich schon erwartet hatte, reagierte sie wieder sehr emotional. Sie wurde sofort richtig wütend!
Es sei unverschämt von mir, ihr eine Sache von vor vier Jahren noch zum Vorwurf zu machen. Ich antwortete, dass das nicht schlimm sei, weil sie meine angebliche Beleidigung ihres Freundes doch auch noch zweimal zum Thema gemacht habe. Mir sei es wichtig, das noch mal anzusprechen, weil ich nicht einfach ohne Begründung nicht zu der Feier erscheinen wolle.

Dann warf sie mir alle möglichen Vorwürfe an den Kopf. Ich wolle wohl überhaupt keine Freunde, und das, obwohl ich seit mehreren Jahren keinen Partner habe und das Verhältnis zu meiner Mutter ja auch so belastet sei. Meine Mutter sei eh wie ihre auch total schei.e und würde sich niemals um mich bemühen. Daher müsste ich doch froh sein, wenn es Menschen gebe, die es gut mit mir meinen und mir in schwierigen Situationen Unterstützung anbieten.
Ich würde alles abweisen, wenn mir jemand eine Freude machen wolle.

Auch meinte sie, ich sei arbeitslos, wirke aber wie jemand, der einen stressigen Job hat.
Daraufhin habe ich ihr nochmal erklärt, warum ich mich zur Zeit etwas zurückziehe. Dass ich gerade ein seelisches Tief habe wegen meiner erfolglosen Jobsuche und der Verdachtsdiagnose auf Epilepsie. Ich räumte zwar ein, dass ich mich da eventuell zu sehr reinsteigere, aber ich komme eben nicht gegen meine Ängste an.
Richtig nachvollziehen konnte sie das aber nicht.

Sie sprach zu Beginn des Telefonats davon, dass es wohl besser sei, den Kontakt wieder abzubrechen.
Ich sagte, dass es dann ihre Entscheidung sei. Ich würde den Kontakt von mir aus nicht abbrechen.

Wir sind jetzt so verblieben, dass wir wieder telefonieren und einander keine Vorwürfe mehr wegen des Vorfalls von damals machen.

Doch letztendlich fand ich das ganze wieder sehr anstrengend!
 

Nordrheiner

Urgestein
Ich würde alles abweisen, wenn mir jemand eine Freude machen wolle.

Richtig nachvollziehen konnte sie das aber nicht.

Sie sprach zu Beginn des Telefonats davon, dass es wohl besser sei, den Kontakt wieder abzubrechen.
Ich sagte, dass es dann ihre Entscheidung sei. Ich würde den Kontakt von mir aus nicht abbrechen.

Wir sind jetzt so verblieben, dass wir wieder telefonieren und einander keine Vorwürfe mehr wegen des Vorfalls von damals machen.

Doch letztendlich fand ich das ganze wieder sehr anstrengend!
Hauptsächlich emotional reagierende Menschen können auch sehr anstrengend sein....

Liebe Annika,

das ist ja doll, wie gut Du Dich verhalten hast. Das Gespräch hast Du souverän und mit viel Überlegung geführt.

Dadurch hast Du sehr viel über die Beweggründe Deiner Bekannten erfahren.
1. sie hat ihre eigene Vergangenheit noch nicht positiv bewältigt

Wenn man die Decke des Schweigens über einen negativen Vorfall breitet, so bleibt der Lerneffekt aus.
Wenn wir nicht lernen, dann sind wir verurteilt, das Schlechte nochmal zu erleben.

2. sie will Dir Gutes tun - ohne zu wissen, was Dir gut tut
Wenn wir nicht verstehen, warum wir tun was wir tun, verstehen wir auch den anderen Menschen nicht. Es fehlt uns am Zugang zu uns selbst. Dann kommt es z.B. zu der Aussage: "ich habe es doch nur gut gemeint"

Du bist mit Sicherheit schon viel reifer, als Deine Bekannte. Das liegt aus meiner Sicht daran, dass Du auch über die Vergangenheit nachdenkst. Es ergibt sich ein Lerneffekt.

Wenn Deine Bekannte nicht lernen will, dann wird sie ihre Fehler "von damals" immer wieder wiederholen. Das wäre jedenfalls meine Befürchtung. Wir sind alle Lernende - aber nur wenn wir wollen. Mit Menschen, die nicht lernen wollen, gehe ich freundlich um. Aber ich bleibe auf Distanz. Vor allem bin ich vorsichtig mit der Herausgabe persönlicher Informationen. Gerade bei vorwiegend emotional negativ reagierenden Personen bin ich unsicher, zu was diese Informationen genutzt oder besser mißbraucht werden.

LG, Nordrheiner
 

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