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Dialog der Kulturen(?)

D

Dischka

Gast
Zunehmend kommt es zu Debatten über Integrationsschwierigkeiten ethnischer Minderheiten. Es ist in den Medien vom „Ende der Multikulti -Lüge“ von „Parallelgesellschaften“ und von der „Integrationsunwilligkeit“ ethnischer Minderheiten die Rede. Die Integration vor allem von Zuwandererminderheiten wird als soziales Problem thematisiert, das gesamtgesellschaftliche Folgen hat und Maßnahmen erfordert. Die Debatte geht teilweise von einer mangelnden Integrationsbereitschaft der Minderheitsgesellschaft aus und kritisiert die Bildung ethnischer Kolonien, den Rückzug in die eigene ethnische Gruppe und den Widerstand gegen kulturelle Muster des Aufnahmelandes.(Ich habe mich bemüht, alles politisch korrekt auszudrücken). Die Politik bemüht sich, mit Rücksichtnahme und Toleranz den Problemen beizukommen.
Hendrik M. Broder hält Rücksichtnahme und Toleranz um jeden Preis für ungeeignet zur Lösund der aktuellen Probleme. Die Meinungsfreiheit, die Broder als den Kern der Aufklärung und Demokratie sieht, werde schrittweise gefährdet. Er stellt die provozierende Frage, "ob Respekt, Rücksichtnahme und Toleranz die richtigen Mittel im Umgang mit Kulturen sind, die sich ihrerseits respektlos..." verhielten.
Broders Hauptbeispiel sind die Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten, die er als von „erschütternder Harmlosigkeit“ charakterisiert. Mitunter in arabischen Medien zu findende antisemitische und antikirchliche Karikaturen seien weitaus drastischer. Besorgniserregend seien die Reaktionen des Westens, der den Einschüchterungen nachgebe und Verständnis für die künstlich entfachte Empörung zeige.
Welcher Weg ist der richtige? Ist Toleranz der richtige Weg? Oder gefährden wir Demokratie und Meinungsfreihet, indem keine Grenzen gezogen werden?
 

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PadraigOfGlencoe

Aktives Mitglied
Interessante Frage!

Habe mich gerade letzte Woche wieder tierisch über einen "Fall" (üble Terminologie, das!) aufgeregt, bei dem eine durchaus "integrierte" Zuwandererfamilie in einer Nacht- und Nebelaktion ausgewiesen wurde . . . und da gab es keinerlei "Kriminalitätsanlass", sondern aufgrund schwerer Erkrankung der Mutter eigentlich eine Unvereinbarkeit der Abschiebung mit den europäischen Flüchtlingsschutzbestimmungen . . . ich sag nur "§!#\?°&$!!" (was ich ansonsten geschrieben hätte, würde Euch nur Euren zarten Seelenfrieden geraubt haben!!) *grimmigdreinblick*

Aber natürlich gibt es auch das andere Extrem, Leute die sich ganz gerne hier ausleben, alles mitnehmen, was geboten wird, ohne auch nur im entferntesten daran zu denken, sich anzupassen.

Ich glaube, wir haben hierzulande in allererster Linie ein Problem mit sauberer Begriffsdefinition . . . das, was viele unter Toleranz verstehen, ist viel das, was ich unter "Ignoranz" bzw. "Gleichgültigkeit" oder aber unter "Verarscherles" verstehen würde . . . . also entweder die "ist-doch-nicht-mein-Problem!"-Kiste oder die butterweiche "alles-ist-erlaubt"-Nummer.

WIRKLICHE Integration findet meines Erachtens nur dort statt, wo sich WIRKLICHE Menschen auf ein nicht minder reales Gegenüber einlassen . . . dort, wo man aller Gegensätzlichkeit zum Trotz gemeinsam leben WILL und voneinander lernen WILL und sich für die Lebensrealität, die Bräuche und Gepflogenheiten der anderen interessiert. So etwas kann kein Programm, kein politischer Impuls, keine Debatte leisten - so etwas können in letzter Konsequenz nur WIR (!!) leisten . . . in vielen kleinen alltäglichen Schritten.

detzwotteifinkäbautit! ;)

Fröhliches interkulturelles Weiterdiskuiteren wünscht P.O.G. :cool:
 
D

Dr. House

Gast
Broder hat Recht, ebenso wie Huntington.

Es sollte zur offenen Auseinandersetzung kommen, die natürlich nicht zwingend gewalttätig sein muss.

Aber wir müssen uns endlich von dieser falschen "versöhnen statt spalten" - Ideologie trennen.
 
W

willy

Gast
Als Beispiel, was für mich Integration bedeutet:
Arnold Schwarzenegger wäre nicht Gouverneur des größten Us-Bundesstaates geworden, wenn er sich ständig als Österreicher bezeichnet hätte und dies den Amis ununterbrochen unter die Nase gerieben hätte. Wie Stolz er doch auf seine Abstammung wäre und von ihnen frech die Akzepetanz einfordere, sich gefälligst von nun an von einem Österreicher regieren zu lassen, nachdem sie ihn den ihm rechtlich zustehenden Ami-Pass ausgehändigt hätten.

Er schaffte es in diese Position, weil er sich allein dem amerikanischen Traum verschrieb und seine Dankbarkeit, seinen Stolz darüber von jetzt an Amerikaner zu sein, ständig mit gehobener Brust vor sich herträgt.

Nichts anderes Bedeutet Integration, als den uneingeschränkten Willen Teil einer neuen Gesellschaft, einer neuen Heimat zu sein. Mit allen den damit verbundenen Vor- und Nachteilen.

Einigt man sich auf diese Absolut rationale und logische Lösung, erübrigt sich auch die ganze schwachsinnige, blödsinnige, sinnlose Debatte von Sprachtests, Mirgantengewalt und kotz weiter.
 
E

EuFrank

Gast
Hallo Dischka!

Zunehmend kommt es zu Debatten über Integrationsschwierigkeiten ethnischer Minderheiten. Es ist in den Medien vom „Ende der Multikulti -Lüge“ von „Parallelgesellschaften“ und von der „Integrationsunwilligkeit“ ethnischer Minderheiten die Rede. Die Integration vor allem von Zuwandererminderheiten wird als soziales Problem thematisiert, das gesamtgesellschaftliche Folgen hat und Maßnahmen erfordert. Die Debatte geht teilweise von einer mangelnden Integrationsbereitschaft der Minderheitsgesellschaft aus und kritisiert die Bildung ethnischer Kolonien, den Rückzug in die eigene ethnische Gruppe und den Widerstand gegen kulturelle Muster des Aufnahmelandes.(Ich habe mich bemüht, alles politisch korrekt auszudrücken). Die Politik bemüht sich, mit Rücksichtnahme und Toleranz den Problemen beizukommen.
Hendrik M. Broder hält Rücksichtnahme und Toleranz um jeden Preis für ungeeignet zur Lösund der aktuellen Probleme. Die Meinungsfreiheit, die Broder als den Kern der Aufklärung und Demokratie sieht, werde schrittweise gefährdet. Er stellt die provozierende Frage, "ob Respekt, Rücksichtnahme und Toleranz die richtigen Mittel im Umgang mit Kulturen sind, die sich ihrerseits respektlos..." verhielten.
Broders Hauptbeispiel sind die Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten, die er als von „erschütternder Harmlosigkeit“ charakterisiert. Mitunter in arabischen Medien zu findende antisemitische und antikirchliche Karikaturen seien weitaus drastischer. Besorgniserregend seien die Reaktionen des Westens, der den Einschüchterungen nachgebe und Verständnis für die künstlich entfachte Empörung zeige.
Welcher Weg ist der richtige? Ist Toleranz der richtige Weg? Oder gefährden wir Demokratie und Meinungsfreihet, indem keine Grenzen gezogen werden?
Es ist ganz normal, dass sich innerhalb der Menschheit unterschiedliche Kulturen bilden. Dagegen ist nichts einzuwenden, solange das Wohl aller Kulturen nicht davon negativ beeinträchtigt wird. Unterschiede sind nicht von vornherein schlecht. So einfach ist das im Grunde!
 
D

Dischka

Gast
Hallo Dischka!


Es ist ganz normal, dass sich innerhalb der Menschheit unterschiedliche Kulturen bilden. Dagegen ist nichts einzuwenden, solange das Wohl aller Kulturen nicht davon negativ beeinträchtigt wird. Unterschiede sind nicht von vornherein schlecht. So einfach ist das im Grunde!
Ja, eigentlich ganz einfach! Eigentlich... Wann wird eine Kultur von der anderen beeinträchtigt? Ich denke spontan an Kindergärten, in denen aus Rücksicht auf muslimische Kinder das Essen nur noch halal sein darf (also die Schlachtung der Tiere auch nach muslimischem Ritus vorgenommen wird), in denen Weihnachten und Ostern unter den Tisch gekehrt werden. Ist das schon zuviel Rücksicht? Leidet darunter eine andere Kultur? Oder muss das so sein.
In Oxford gab es in diesem Jahr offiziell kein Weihnachten, das Wort durfte nicht verwandt werden, weil sich einige Moslems in ihrem Glauben beleidigt fühlten. Offiziell hieß dann Weihnachten "Lichterfest". Zuviel? Oder gerade richtig?
 
D

Dr. House

Gast
Ja, eigentlich ganz einfach! Eigentlich... Wann wird eine Kultur von der anderen beeinträchtigt? Ich denke spontan an Kindergärten, in denen aus Rücksicht auf muslimische Kinder das Essen nur noch halal sein darf (also die Schlachtung der Tiere auch nach muslimischem Ritus vorgenommen wird), in denen Weihnachten und Ostern unter den Tisch gekehrt werden. Ist das schon zuviel Rücksicht? Leidet darunter eine andere Kultur? Oder muss das so sein.
In Oxford gab es in diesem Jahr offiziell kein Weihnachten, das Wort durfte nicht verwandt werden, weil sich einige Moslems in ihrem Glauben beleidigt fühlten. Offiziell hieß dann Weihnachten "Lichterfest". Zuviel? Oder gerade richtig?
Zu viel!
 
E

EuFrank

Gast
Hallo Dischka!

Ja, eigentlich ganz einfach! Eigentlich... Wann wird eine Kultur von der anderen beeinträchtigt? Ich denke spontan an Kindergärten, in denen aus Rücksicht auf muslimische Kinder das Essen nur noch halal sein darf (also die Schlachtung der Tiere auch nach muslimischem Ritus vorgenommen wird), in denen Weihnachten und Ostern unter den Tisch gekehrt werden. Ist das schon zuviel Rücksicht? Leidet darunter eine andere Kultur? Oder muss das so sein.
In Oxford gab es in diesem Jahr offiziell kein Weihnachten, das Wort durfte nicht verwandt werden, weil sich einige Moslems in ihrem Glauben beleidigt fühlten. Offiziell hieß dann Weihnachten "Lichterfest". Zuviel? Oder gerade richtig?
Am vernünftigsten ist es wahrscheinlich, wenn man bei konkreten Entscheidungen auch versucht, Minderheiten zufrieden zu stellen. Auf das Essen im Kindergarten bezogen sollte also ein Essen gefunden werden, mit dem alle leben können.

Ich schlage folgenden Leitspruch vor: Es ist alles erlaubt, was den anderen nicht in seinem Wohl beeinträchtigt. Auf diese Weise wird man sich meist irgendwo in der Mitte treffen.
 

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