Des Lebens müde!

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch schrecklich allein vorkommt, obwohl ihr es nicht wirklich seid? ... Wenn man euch sagt "du bist doch stark, du schaffst das alles" und man selbst im Inneren weiß, dass es einfach nicht wahr ist...
ich ertappe mich in letzter Zeit immer öfter bei Gedanken über das Lebensende und bei dem Wunsch es gäbe einen "Auszeit"-Schalter vom Leben, den man einfach drücken könnte.

Mein Freund befindet sich derzeit in der Bundeswehrgrundausbildung 2 Zugstunden von Zuhause entfernt und ist, wenn überhaupt, nur an den Wochenenden Zuhause. Ich selbst befinde mich in einer Ausbildung zur Konditorin, in der es im Moment alles andere als gut läuft, weil meine Mitauszubildende und ich kurz davor sind den Betrieb zu wechseln um unsere Ausbildung nicht zu versauen... das ganze mitten in der Zwischenprüfungszeit... durch die Entfernung zwischen meinem Freund und mir kommt es zwischen uns auch noch ständig und häufiger zu Streitereien und das belastet natürlich zusätzlich... und ansonsten gibt es noch einige private Probleme, die ich nicht zwingend hier aufführen möchte, allerdings auf nachfrage per PN gerne darauf antworte...

wie gesagt erwische ich mich selbst immer öfter beim Gedanken über das Ende des Lebens erwischt... ich schweife ständig ab um mich aus meinem Alltag auszuklinken, nur um vielleicht irgendwann eine Lösung zu erfahren.

Mein Freund und Leute aus meinem Freundeskreis, mit denen ich schon darüber versucht habe zu reden, wie sehr ich des Lebens müde bin, haben mir alle immer nur dasselbe gesagt "Du bist stark, du schaffst das"... ich fühl mich aber nicht stark, sondern sehne mich nach den Zeiten in denen man Kind sein konnte und sich um Nichts im Leben Gedanken machen musste. ich fühle mich so klein und unnütz, dass ich morgens am liebsten nichtmal mehr aufwachen würde... und wie können mir dann meine Freunde beistehen, wenn es ihnen nicht auch so geht. Ich habe einen missglückten Selbstmordversuch von vor 4 Jahren hinter mir und ich habe Angst, dass es wieder soweit kommt.

Deswegen hoffe ich, dass mir hier jemand helfen kann, dem es vielleicht genauso geht... vielleicht habt ihr mir tipps, wie ihr in solchen situationen handelt, ob ihr euch irgendwie ablenkt vielleicht.

Wäre toll, wenn mir jemand antwortet.
 

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petit

Mitglied
Hallo Sunflower (ofdeath möchte ich nicht schreiben),

eben erst habe ich deinen Beitrag durchgelesen. Ich kenne deine Gedanken. Vor zwei Jahren hatte ich versucht mir das Leben zu nehmen.

Gottseidank hat es nicht geklappt.

Bei mir kam es zu dem Suizidversuch durch totale Überforderung, körperlich und ementional. Ich konnte nicht mehr und es kam zum Kurzschluss.

Wenn ich deine Worte lese, sieht es auch so aus, als wenn du überfordert bist, vielleicht bist du auch depressiv.

Gehe bitte zu einem Arzt, am Besten zu einem Nervenfacharzt, dem du deinen Zustand schilderst. Er wird dir sicherlich helfen, denn du brauchst unbedingt Hilfe.

Sei von mir gedrückt

petit
 

debbie

Mitglied
liebe sunflowerofdeath,

sei nicht müde...
wenn auch momentan alles mehr oder weniger schief läuft, so reagiere entsprechend: du mußt dann auch nicht immer `gerade´ sein. man ist nicht immer stark und perfekt. heul dich doch mal so richtig aus. geh in den wald und schrei dir die seele aus dem leib. manchmal hilft das.
wenn es mir manchmal schlecht geht (kein lebensüberdruß, sondern einfach nur schlecht), dann hilft mir ganz einfach ein blick auf andere. auf andere, denen es wirklich schlecht geht. ich komme mir dann ganz schnell ganz lächerlich und klein vor, mit meinen problemchen und fühle mich automatisch nicht mehr so wichtig.
manchmal hilft aber auch der blick auf etwas schönes. alles hat 2 seiten.

die bw-zeit deines freundes endet irgendwann - deine ausbildungszeit endet irgendwann - dein leben endet irgendwann / aber jetzt noch nicht!
du mußt nicht immer stark sein; daß ist niemand. du mußt dich nur daran erinnern, daß nach jeder nacht wieder ein neuer morgen folgt. bei dem einen dauert eine dunkle nacht eben manchmal ein bißchen länger.
sei nicht dumm und verpasse nicht das morgenrot. wer weiß, was das leben noch alles tolles für dich bereit hält?
man kann ja auch alles von 2 seiten sehen... du hast einen freund und einen ausbildungsplatz, ein zuhause... das ist mehr, als manch anderer hat. wenn du keine perspektive mehr siehst, dann ändere deinen blickwinkel.
atme tief ein und freue dich an etwas ursprünglichem. ich habe eine uralte rose im garten. wenn der tag so richtig dumm läuft, gehe ich zu ihr und zähle ihre knospen. ob ich da bin oder nicht, interessiert die rose wahrscheinlich nicht - sie hätte trotzdem ihre knospen. aber an meinen miesen tagen, hat sie auf jeden fall extra eine mehr für mich!
kopf hoch und nicht aufgeben - das leben ist schön!

liebe grüße

debbie
 
Zuerst mal ein Danke an euch beiden für die Antworten... ich bin froh, dass jemand geschrieben hat und, dass es noch andere gibt, denen es so geht wie mir bzw. die es verstehen können.

@petit:
irgendwie erschreckend zu lesen, wie genau du das geschildert hast, was ich im moment fühle... das wort überfordert trifft es auf den punkt... ich weiß eben einfach nicht mehr wo oben und unten ist...

nach meinem selbstmordversuch, als es weiterging und irgendwann besser wurde, war ich auch froh, dass es nicht geklappt hat, weil sich danach einiges gebessert hat... vor 2 jahren, als ich mit meinem freund zusammengekommen bin, hat er mir auch geholfen übers ritzen wegzukommen - ich hatte es schon geschafft und wirklich aufgehört... aber vor einigen Wochen hatte ich einen Rückfall - zwar nur diesen einzigen, doch das hat mir deutlich gemacht wie groß meine Angst ist, dass das ganze nochmal von vorne beginnt.
ich bin wegen dem Arbeitsklima in meinem Ausbildungsbetrieb immer öfter einfach nur noch nervlich total am ende wenn ich nach feierabend zuhause bin, dazu kommen ja noch die anstrengenden Nachtarbeitszeiten und, dass ich einfach allein bin... meine Freundinnen seh ich dank meinen und deren Arbeits- bzw. Schulzeiten unter der Woche so gut wie nie, weil sich eben alles immer total bescheuert überschneidet... mein Freund ist ewigweit weg... und als ich dann einmal wirklich nicht mehr konnte kam es zum Rückfall, was mich nur noch weiter runtergezogen hatte, weil ich ja dachte ich sei endlich von dem Scheiß los.
Damals hat mein Freund mir auch Adressen und Hotlines rausgesucht, bei denen man jemand erzählen kann, was Sache ist und Hilfe einfordern kann. Aber die Hotline hat auch nichts genutzt. Es hat sich nichts dadurch gebessert, dass ich alles, was der Auslöser war, erzählt hab. Das hat die ganzen Wunden nur immer wieder aufs neue aufgerissen.

und genau dieser Zustand von Hilflosigkeit und, wie du es passend genannt hast, Überforderung treiben mich in den Wahnsinn. ich fühl mich nur noch antriebslos, wenn ich mein Bestes gebe das alles durchzustehen und es anderen noch immer nicht genug erscheint - und das jeden Tag aufs Neue.
 

petit

Mitglied
Hallo sunflower...,

durch Überforderung wird man hilflos, das Gefühl kenne ich auch, man fühlt sich wie an die Wand gedrückt. Ein Fluchtweg ist nicht möglich, da man Berge von Steinen aus den Weg räumen müsste, aber man nicht die Kräfte dazu hat.

Das durch erzählen deine Wunden immer wieder aufreißen, daran sieht man, dass du noch gar nichts von deiner Vergangenheit aufgearbeitet hast.

Suche dir professionelle Hilfe.
PS: habe dir eine PN geschickt

LG petit
 

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