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Der Ursprung von Weihnachten

Tuesday

Aktives Mitglied
Hallo,

gestern war die Nacht der Wintersonnenwende. Ein traditioneller Zeitpunkt, um Innenschau zu halten - Inventur zu machen.

Vielleicht findet sich etwas, was nicht mehr zu uns gehört, etwas, wofür nun Zeit ist, es in der dunklen Hälfte des Jahres zurückzulassen.

Loslassen, Trennung setzt eine innere Bereitschaft voraus. Ist diese Bereitschaft nicht vorhanden empfinden wir das Ganze als schmerzhaft, als Verlust.

Doch wie ab heute die lichte Seite des Jahres wieder stärker wird, tragen Abschiede schon immer den Keim für Neues in sich. Nur, wenn wir den alten Dingen nachhängen, verhindern wir das Wachstum der neuen Saat.

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Weihnachten ist die christliche Entsprechung zu den Wintersonnenwendfeiern bei Germanen, Kelten und Slawen. Bei uns kommt das Wort vom alten deutschen Wort wjh, was soviel wie heilig bedeutete. Dazu die Nacht der Wintersonnenwende und wir haben die wörtliche Entsprechung: "Heilige Nacht".

Um das Jahr 800 wurden von Karl dem Großen im Zuge der Christianisierung Europas die alten Bräuche bei Todesstrafe verboten und Weihnachten wurde ein christliches Fest.

Ragnarök, der Untergang der germanischen Götter, steht für die Wintersonnenwende. Die Götter sterben, doch Baldur, der Gott des Lichts, kehrt aus dem Reich der Toten zurück und eine neue Zeit beginnt.

Hier feierte man das Ende der dunklen Jahreszeit mit dem Julfest. Brennende Räder aus Stroh, kleine Schiffchen mit Kerzen und Sonnenwendfeuer begrüßten das wiederkehrende Sonnenlicht. Ein Baum wurde "geweckt", indem man vorsichtig an seinen Stamm klopfte und ihn von der Schneelast befreite.

Brot und Salz sowie Flechtwerk aus Stroh von der letzten Ernte wurden mit der Bitte um Gesundheit und gute Ernten im kommenden Jahr in die Zweige gehangen.

Wenn man sich die Lebensbedingungen zu Zeiten der Germanen vorstellt, wird klar, dass Weihnachten ein Fest im Kreis der Familie ist. Wer wollte schon durch hohen Schnee in Nächten, wo die Dämonen jagen, kilometerweit bis zur nächsten benachbarten Sippe laufen ... man blieb lieber zu Hause.

Zur Wintersonnenwende herrschte Julafred, der Julfrieden ... die spätere christliche Friedensbotschaft. Dieser Frieden wurde mit einem Festmahl besiegelt. In den harten Winterzeiten bestätigte so ein Mahl auch den Zusammenhalt der Sippe. Mit dem Essen wurde auch der Ahnen gedacht und ein Teil der Speisen war ihnen geweiht.

Für die Germanen war auch das Mondjahr wichtig.

Durch die Differenz von Mond- und Sonnenjahr von 11 Tagen und 12 Nächten entstanden die Raunächte. Diese liegen sozusagen außerhalb jeglicher Zeit und sind deshalb besonders geheimnisvoll.

Das Alte, Dunkle hängt noch in der Luft, das Neue, Helle ist noch nicht sehr stark.

Die Germanen sagten, Wotan und sein Totengefolge würde in diesen 12 Nächten die "Wilde Jagd" veranstalten. Haus und Stall wurden mit Wacholder geräuchert, um die Seelen der Toten fernzuhalten. Als nützliche Beigabe vertrieb man damit die im Fell der vom Winter geschwächten Nutztiere hausenden Parasiten.

Die Tore zur Welt der Geister stehen in dieser Zeit offen; Dämonen und Werwölfe sind auf Jagd.

Unsere Silvesterknallerei beruht auf dem ursprüglich Brauch, in dieser Zeit Lärm zu machen und so die Geister zu vertreiben. Auch das Bleigießen zu Silvester hat dort seine Wurzeln, denn wenn das Tor zu den Geistern offen steht, ist´s auch eine gute Zeit für Orakel. Früher wurde für Fruchtbarkeit der Jul-Eber durch die Häuser gescheucht - heute haben wir die Marzipanschweinchen.

Freya, Frau Holle, schützt in den Raunächten. Sie, die eigentlich keine faulen Leute mag, möchte, dass in den Raunächten die Arbeit ruht. In dieser Zeit durfte keine Wäsche gewaschen werden, denn Wotan und sein Gefolge machten aus dieser Wäsche die Totentücher für den Besitzer.

Einige Bräuche werden im Gebirge noch erhalten, z.B. darf Brot und Salz auf der Weihnachtstafel an einer Ecke/Seite nicht fehlen. Nach dem Essen wird mit einem Zipfel der Tischdecke abgedeckt und bleibt dann auch bis zum nächsten Morgen so stehen.

Zum anderen sind den Raunächten die Monate zugeordnet ... also, was in der 1. Rauhnacht geträumt wird, erfüllt sich für den Januar usw. - bis Dezember.


Das ist für mich Weihnachten. Fern ab von all dem christlichen Tand und der Hektik eine Zeit um inne zu halten, sich zu besinnen. Das alte Jahr klingt aus. Das neue Jahr bringt neue Träume.

Ich mag den Jahreswechsel sehr. Man hält inne, schaut, was sich alles positives im alten Jahr zugetragen hat. Man fährt seine Ernte ein. Gleichzeitig liegt ein neues Jahr vor einem. Ein neues Spiel. Alles ist möglich.

Das ist das Versprechen der Raunächte. Das Licht kommt zurück in unser Leben.



Tuesday
 

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maximilian

Aktives Mitglied
Danke!!!

Genau das sind unsere Bräuche! Nicht diese komische orientalische Religion die so dermaßen distanziert von der Natur, vom Kosmos ist.

Schade dass die Leute die sowas heutzutage feiern, eher in politisch extrem suspekten Bereichen sind. Wäre toll unsere Bräuche wieder aufleben zu lassen, ohne Extremisten dabei anzulocken. Wird wohl ein Traum bleiben, zu lange feiern wir schon diese fremdländischen Feste.
 
E

ein Mensch

Gast
der Datum des Weihnachtsfest ist heidnischen Ursprungs, der Tag des Sonnengott Mithras, die meisten übrigen christlichen Feiertage (auch der Sonntag) sind auch heidnischen Ursprungs.
 

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