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Der Unfall

Namino

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Im Herbst fuhren meine kleine Schwester Ines und ich das erste mal auf der Herbstfreizeit von unseren Skiclub mit. Unsere Eltern machten mit Freunden einen Segeltörn auf Mallorca. Wir kannten kaum einen und hatten nur uns selber. Wir hatten eine 8 Stündige Nachtfahrt vor uns. Ines durfte auf ihren und meinen Platz quer schlafen, ich schlief auf meiner Jacke auf den Boden. In Kaprun erlaubte ich Ines und ihrer Freundin, bei mir im Zimmer zu schlafen, da sie sonst in einen total engen Raum mit 6 Hochbetten und ohne Platz hätten wohnen müssen. Nach 2 Nächten zog ich freiwillig in ein Einzelzimmer, da Ines‘ Freundin mir zu aktiv war und immer etwas kaputt gemacht hat. Wir verbrachten eine tolle Woche in Kaprun. Unsere Skilehrerin mochte uns beide sehr gerne, da wir das Carven schon supergut beherrschten.
Am letzten Tag fuhren wir wie schon die Tage davor Nachmittags in den Funpark, nur dass wir dieses Mal mit allen Gruppen da waren. Ich wusste, das was passieren wird. Ich half unserer Skilehrerin beim Filmen und Fotografieren. Wir standen auf der 2. von 3 Schanzen. Ich sah, wie Robin, einer von den guten Rennfahrern sich beim Landen überschlug. Er verletzte sich zum Glück nicht ernsthaft. Wir alle dachten, dass jetzt nichts mehr passieren würde. Da kam Ines mit einen Ski von der Seite des Funparks zu uns hochgeklettert. Sie sagte irgendwas zu uns, dann wollte sie wieder fahren. Ich erkannte die Gefahr, dass sie überfahren werden würde, wenn sie mit nur einen Ski die Rampe runterfahren würde, denn klettern ging nicht. Also gab ich den Skilehrer oben ein Zeichen, dass er den Funpark einen Moment mit den internationalen Zeichen (gekreuzte Skistöcke über den Kopf halten) den Funpark sperrt. Er tat es. Ines fuhr los. Auf einmal sahen wir ihn: Um die 1.80 groß, um die 30 Jahre alt, mit ordentlich Schwung schon im Flug. Er schrie, wir schrien, aber das Unglück war unvermeidbar. Er sprang ihr von hinten genau in den Rücken. Uns allen war klar, dass man normalerweise sowas nicht überlebt. Andrea und eine andere Skilehrerin rannten sofort zu ihr. Ich kreuzte meine Skistöcke über meinen Kopf. Wir hatten Glück. Direkt neben den Funpark war grade ein Motorschlitten mit Arzt unterwegs. Er rief den Hubschrauber. Ich weis nicht, wielange ich da oben gestanden habe. Ich war total verzweifelt, hatte Angst um Ines und stand wie Andrea auch unter Schock. Irgendwann kam der Leiter des Funparks und sperrte ihn. Ich weis nur noch, dass ich im Schnee hockte und eine Mutter und meine alte Rivalin mich trösteten. Der Hubschrauber landete und nahm Ines mit. Ich wusste immernoch nicht, wie es ihr ging. Die Mutter und ich machten uns auf den Weg zu unseren Ski, Andrea war schon in Richtung Gondel gefahren. Als ich ankam, war ein großer Teil der Gruppe am Treffpunkt. Sie wussten alle nicht, was im Funpark geschehen ist und waren sehr verwirrt. Andrea und ich kämpften uns einen Weg durch die Gruppe und fuhren runter ins Tal. Dort wartete schon einer aus unserer Gruppe, der im Hotel geblieben ist, mit den Auto. Er blieb da und wir fuhren los.
Die Fahrt nach Schwarzach im Pongau verlief still. Eine ¾ Stunde fuhren wir, bis wir das Krankenhaus erreichten. Wir fragten uns zu Ines durch. Der Arzt sagte uns, dass ihr Helm und ihr Rückenprotecktor, den außer uns beiden keiner in der Gruppe anhatte, ihr das Leben gerettet haben. Sie hatte überall Prellungen, vor allem am Rücken, 2 Zähne waren lose und sie hatte eine schwere Gehirnerschütterung. Wir fuhren zurück, um Ines ein paar Sachen zu holen, da wir sie für 5 Tage zurücklassen mussten. In Kaprun umringten mich alle, wollten alles genau wissen. Ulf, einer der Organisitoren, rief unsere Eltern an. Ich war total fertig mit den Nerven. Die Wirtin hatte uns beiden noch etwas Essen aufbewahrt, danach packte ich meine und Ines‘ Sachen. Wir brachten es vorbei und verabschiedeten uns. Auf den Weg nach Hause (wieder ne 8 Stündige Fahrt im Bus) habe ich nicht mal 1 Stunde geschlafen, obwohl ich total fertig war.

Ines hat nach 2 Monaten keine Schmerzen mehr gehabt. wir fahren immernoch Ski, aber ich hab total Angst, wenn jemand hinter mir fährt. In den Funpark geh ich gar nicht mehr.

der täter, ein betrunkener slowake, ist mit adresse und allen bekannt, aber wahrscheinlich wird er unbehelligt bleiben, nicht mal ne strafe bekommen. wir bleiben auf den kosten (allein für den hubschraubereinsatz über 1000 euro) sitzen, da die versicherung nur einen geringen betrag (um die 17 euro) zahlt.
 
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Namino

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der täter, ein betrunkener slowake, ist mit adresse und allen bekannt, aber wahrscheinlich wird er unbehelligt bleiben, nicht mal ne strafe bekommen. wir bleiben auf den kosten (allein für den hubschraubereinsatz über 1000 euro) sitzen, da die versicherung nur einen geringen betrag (um die 17 euro) zahlt.
 

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