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Der Nebel ist weg... ich sehe den Abgrund!

S

steppenwolf123

Gast
Hallo zusammen,

ich schreibe euch, weil ich nicht mehr kann...

Kindheit: Einzelkind, Eltern immer nur auf die Außenwirkung bedacht, haben objektiv alles für mich getan. Aber alles mit der nie ausgesprochenen Drohung: wenn du nicht bist, wie wir es sagen, haben wir dich nicht mehr lieb. War immer ängstlich, Mamakind, Spätentwickler. Habe mich selbst dafür gehasst, immer hintendran zu sein. Langsamer, ängstlicher, gehemmt, unsicher. Keine echten Freunde, immer neben dran gestanden. Von anderen gefühlt stets gemieden. Onkel und Taufpate ließ mich immer spüren, dass er mich nicht ausstehen kann. Stahl mir Kommunionsgeld, ärgerte mich, stellte mir im besoffenen Kopf ein Bein, so dass ich beinahe auf eine Steinkante stürzte. Von meinen Eltern darauf nur betretenes Schweigen.

Jugend: die Entwicklung ging so weiter. Keine offenen Gespräche, immer nur "bemühtes Verwalten" meines Lebens. Keine Männergespräche mit dem Vater, keine Ahnung von Sexualität. Der erste Samenerguss war ein Schock, ich dachte, ich hätte etwas kaputtgemacht, wäre unsagbar pervers und dreckig (von Selbstbefriedigung wusste ich nichts). Seitdem wurde Aus-dem-Haus-gehen zum Spießrutenlauf. Jemand könnte etwas merken. Das Schweigen meiner Eltern zu meiner sicherlich spürbaren Verhaltensänderung (immer "Fresse ziehen", kein Selbstvertrauen, Ekel und Scham vor mir selbst) wertete ich als stille Zustimmung, als Beweis, dass mit mir etwas nicht stimmt. Fühlte mich immer gehasst und ungeliebt. Wollte allen nur gefallen, aber sah die Menschen mir gegenüber nie.

später: ich musste immer mitansehen, wie andere Menschen in meinem Umfeld Familie und enge Freundschaften pflegen, geliebt werden, unterstützt und befürwortet werden. Meine winzige Familie ist durch die Trennung meiner Eltern quasi zerstört. Ich fuhr nach Untenrehmungen mit Bekannten (die es heute bis auf sehr wenige auch nicht mehr gibt) immer in die Einsamkeit. Der große Wunsch nach Frau und eigener Familie hielt mich am Leben. Versuche, meine Situation mit (vermeintlichen?) Freunden zu besprechen, wurden von diesem im Keim erstickt, in dem sie kein Interesse zeigten oder mir das direkt sagten.

heute: verliebt, verlobt, verheiratet. Meine Frau ist meine eigene Stütze. Der Wunsch nach eigener Familie ist aber zerstört - meine Frau kommt aus ähnlichen Verhältnissen, wie ich. Seit 8 Jahren Kinderwunsch, medizinische Befunde für beide niederschmetternd. 4 künstliche Befruchtungen erfolglos. Die Wochenenden sitzen wir aufeinander zu Hause, keine engen Kontakte. Ich habe schwere Depressionen und warte seit fast 6 Monaten auf einen Therapieplatz in einer Tagesklinik, nachdem 2 Psychotherapien weitgehend gescheitert sind, und das Warten dauert und dauert. Ich sehe nun den Abgrund deutlich - wurde aber bzgl. des Zeigens eines Auswegs allein gelassen.

Ich schaue heute Bilder meiner Großeltern von früher an... glücklich, im Verein engagiert, in der ganzen Gemeinde bekannt und beliebt, das Haus immer voller Leute, Feiern, Besuche, große Familie mit vielen Geschwistern. Eine richtig glückliche Zeit (natürlich nicht ohne Probleme!). Ich denke heute, dass ich das nie erreichen werde. Familie zerbrochen, keine Kinder, immer noch Selbsthass, Scham und Angst schon früh morgens beim Aufwachen (und insbesondere dann). Habe das Gefühl, eine Chance ist vergangen, die nie für mich greifbar war.

Ich halte das nicht mehr aus!!! Ich denke täglich daran, alles zu beenden, um den Schmerz endlich loszusein. Es ist noch nicht akut, aber ernsthaft. Ich denke, ich habe einen genauen Plan. Ich will ihn nicht umsetzen, aber ich habe gerade das Gefühl, alles läuft früher oder später darauf hinaus...


steppenwolf
 

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Werner

Sehr aktives Mitglied
Hallo steppenwolf,

hast du denn auch eine Idee davon, was
sich in deinem Leben ändern müsste (also
in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit),
damit du das Gefühl hättest, es lohne sich
auf jeden Fall, am Leben zu bleiben?

Gruß, Werner
 
G

Gast

Gast
hey,

kannst du mit deiner Frau denn über alles reden? habt ihr mal über eine Adoption nachgedacht? damit wäre das Kinderwunsch Problem gelöst. ich hab ein paar fragen:

machst du sport? wenn nein dann versuch das mal. power dich richtig aus. ich weiß es ist schwer sich zu motivieren aber das ist echt wichtig. wenn dein Körper ausgelassen ist dann bist du es auch. Körper und geist gehören zusammen!

bist du denn im verein? wenn nein, warum nicht. es gibt überall vereine für praktisch alles! von angeln über Eisenbahn, Bowling, Fußball usw. da findest du sicher nette Leute mit denen es auch spass macht!

aber das wichtigste ist: setz dir ziele. ganz gleich worum es dabei geht. und setz sie so dass du sie auch erreichen kannst.

wenn du mal nicht mehr weiter weißt kannst du dich auch mal bei der Telefonseelsorge melden. die sind echt super kompetent und wissen wie sie dich aufbauen können. falls da keiner rangeht kannst du auch den chat von denen nutzen. du schaffst das! nicht aufgeben das leben hält noch so viel für dich bereit!
 

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