Anzeige(1)

Der Fremde in mir...

Yenlowang

Aktives Mitglied
Hallo zusammen...

Ihr lest hier, was dabei herauskommt, wenn man zuviel Zeit mit sich verbringt und sich mit seinen Gedanken, der Suche um Antworten im Kreis dreht:

Es gibt Tage, da habe ich das Gefühl mich komplett von Außen zu betrachten. Ich habe das Gefühl, ich sehe einen fremden, einen anderen Menschen.

Ich stehe also da und sehe auf mich herab und sehe einen jungen Mann. Beruflich erfolgreich, hilfsbereit, einfühlsam, ehrlich, gutaussehend. Ich denke mir, das muss ein toller Mensch sein...

Dann durchlebe ich Situationen seines Alltags und ich erkenne wie schwach er eigentlich ist:

Die Unfähigkeit 'Nein' zu sagen, die Unfähigkeit seine Bedürfnisse richtig zu äußern. Die Unfähigkeit zu sagen was er nicht will, ohne das es klingt wie ein kleines bockiges Kind, dem man seinen Lutscher weggenommen hat.

Die Fähigkeit alles für einen Menschen zu tun, anderen die Wünsche von ihren Augen abzulesen. Die Aufopferung für andere, eigentlich alles was ihn ausmacht. Und ich erkenne das er eigentlich schwach und zugleich doch stark ist.

Schwach darum, das er nicht sagen kann was er will und was er nicht will. Unfähig sich selbst zu lieben.

Stark dafür, das er offen und ehrlich darüber spricht was ihn bedrückt und was ihm angetan wurde. Über seine Ängste und Nöte.

Ich würde ihm gerne helfen, ich kann es doch so gut, anderen Menschen Ratschläge geben, wie sie ihr Leben meistern können, was sie verändern können. Ich habe durch viele Gespräche mit Menschen, die aus Situationen heraus sich verändert haben, erlebt wie man es macht...

Aber ich fühle mich hilflos, das ich ihm nicht helfen kann.

Ich erlebe, wie er sich um Hilfe bemüht, wie er sich einen Therapeuten sucht und denn von der Krankenkasse zu hören bekommt, das die Übernahme der Kosten zur Zeit nicht möglich sein, da er schon eine Therapie bekommen hat und diese ja noch keine 2 Jahre zurückliegt.

Ich habe erlebt, wie er sich geschworen hat, Dinge und Gegebenheiten, die ihm wiederfahren sind nie wieder zu zu lassen. Und ich sehe wie er davon Abstriche macht, immer mehr, weil er merkt, das er nicht über Einstellungen und Möglichkeiten anderer entscheiden kann und will.

Es gibt Tage, da will ich ihn an die Hand nehmen, ganz fest und will ihn auf eine einsame Klippe am Meer führen und ihn zwingen zu schreien...

Seinen ganze Frust herauszuschreien...

Die Fragen auf die er keine Antwort findet, dem Wind entgegenbrüllen, damit er sie mit sich trägt und sie vielleicht irgendwann vergessen werden.

Oder ihn in einen Raum zu führen, ihn neben einen Sandsack zu stellen und ihn so lange drauf einschlagen lassen, bis sein ganzer Frust, seine ganze Angst, seine ungelösten Fragen sich in der Erschöpfung auflösen.

Aber es hilft ihm nicht, ich bin dazu wohl nicht stark genug...

LG

Der Fremde in mir
 

Anzeige(7)

karma

Aktives Mitglied
Der Sandsack. Genau vielleicht ist er wirklich die Lösung. Ich hatte auch mal so eine lange Krise. Ich war danach jahrelang in Therapie um mich selbst zu finden und um mich selbst kennenzulernen. Denn ich war so wie du. Immer hatte ich eine Sauwut in mir und einmal fragte ich meine Arzt ob es einen Raum in der Klinik gibt wo man seine Wut ablassen kann. Einen Raum mit einem Sandsack. Nein sagte er so was gäbe es hier nicht aber es wäre vielleicht eine Möglichkeit es anzuschaffen. Suche dir eine solchen Sack und schlag drauf und lasse alles raus. Denn du bist du und du findest dich nur wenn du Mut hast dich selbst zu sehen.
 

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer
  • Im Moment ist niemand im Chat.
  • Chat Bot:
    Raumnachrichten wurden entfernt!

    Anzeige (2)

    Oben