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Man bekommt durch Tabletten einen Motivationsschub?
Man kann durch Tabletten Motivationsschübe bekommen, ja. Sie lösen im Gehirn chemische Prozesse aus, die dafür sorgen können, dass man besser in die Pötte kommt. Das bringt natürlich nur dann was, wenn das das Hauptproblem ist, das einen bei Bewerbungen hindert. Stecken noch ganze Angststörungen vor der Arbeit generell dahinter, bringt es natürlich nichts. Da überlagert die Angst alles und die muss zuerst behandelt werden. Es kann aber was helfen, wenn man eigentlich schon Lust auf Arbeit hat, sich sogar bewerben will, aber irgendwas einen daran hindert.

Zu den Ärzten: in nahezu jedem Job wird heutzutage erwartet, dass man dafür lebt. Im Bereich Entwicklung (Informatik, aber auch Elektrotechnik, Maschinenbau etc.) wird erwartet, dass man gefälligst dafür brennt und sich am besten auch in der Freizeit fortbildet (natürlich ohne diese Stunden anzurechnen). Oder freiwillig Überstunden macht. Dass man das Zeug eher gelernt hat, weil man ja irgendwas arbeiten muss oder wie ich irgendwann aus Frust das Gefühl, dafür zu brennen, verloren hat, ist dabei irrelevant.
 
Im Bereich Entwicklung (Informatik, aber auch Elektrotechnik, Maschinenbau etc.) wird erwartet, dass man gefälligst dafür brennt und sich am besten auch in der Freizeit fortbildet (natürlich ohne diese Stunden anzurechnen). Oder freiwillig Überstunden macht. Dass man das Zeug eher gelernt hat, weil man ja irgendwas arbeiten muss oder wie ich irgendwann aus Frust das Gefühl, dafür zu brennen, verloren hat, ist dabei irrelevant.

Klar jeder Job ist irgendwie hart. Aber nur von Ärzten wird erwartet, dass sie gefälligst trotzdem perfekt sein sollen und in jeder Sitzung eine emotionale Bindung aufbauen sollen sodass der Patient sich auch bestimmt pudelwohl dabei fühlt, obwohl er eigentlich psychische Probleme hat und sich verkriechen will.

Alles was ich sagen will ist: Das KANN garnicht klappt. Wenn man mit so einer Erwartungshaltung zu Ärzten geht wird man mit 100%iger Sicherheit enttäuscht weil es MENSCHEN sind. Aber trotzdem TUN das die Leute irrsinnigerweise ständig.
 
Den Ärzten geht es doch vorrangig um privat oder gesetzlich versichert. Bei erstem nehmen sie sich gern länger Zeit.

Man kann durch Tabletten Motivationsschübe bekommen, ja. Sie lösen im Gehirn chemische Prozesse aus, die dafür sorgen können, dass man besser in die Pötte kommt.

Ja, das kann man, aber wehe man setzt das Zeug ab. Ich hab nie abgestritten, dass man sich während der Tabletteneinnahme gut fühlt, aber in meinen Augen verschieben sich dadurch eher die Probleme.

Der Artikel den jemand hier gepostet hat, der spiegelt auch meine Erfahrungen wieder.
Die Zeit, in der ich das Mittel abgesetzt habe, war mindestens genauso schlimm wie der Drogenentzug einiger Klienten in der Sozialen Arbeit.
 
Den Ärzten geht es doch vorrangig um privat oder gesetzlich versichert. Bei erstem nehmen sie sich gern länger Zeit.



Ja, das kann man, aber wehe man setzt das Zeug ab. Ich hab nie abgestritten, dass man sich während der Tabletteneinnahme gut fühlt, aber in meinen Augen verschieben sich dadurch eher die Probleme.

Der Artikel den jemand hier gepostet hat, der spiegelt auch meine Erfahrungen wieder.
Die Zeit, in der ich das Mittel abgesetzt habe, war mindestens genauso schlimm wie der Drogenentzug einiger Klienten in der Sozialen Arbeit.

Irgendwie macht mir das Angst. Meine Psychologin meinte auch, das meine Probleme nicht verschwunden sind, aber ich kann Dinge besser angehen und ich habe eine bessere Stimmung, sehe nicht mehr alles so grau. Als ich fragte, ob ich dann sozusagen wieder zurückfalle, wenn ich sie nicht mehr nehme oder langsam absetze, da meinte sie, das ich dann bereits tätig geworden wäre und ich nicht mehr zurückfallen kann, weil ich halt das ein oder andere dann schon gemacht hätte was ich jetzt nicht machen würde in meiner Verfassung. Was hattest Du für Entzugserscheinungen?
 
das ich dann bereits tätig geworden wäre und ich nicht mehr zurückfallen kann, weil ich halt das ein oder andere dann schon gemacht hätte was ich jetzt nicht machen würde in meiner Verfassung.

Das ist aber echt nett verpackter Unsinn, den sie dir da erzählt hat. Natürlich hat man danach Entzugserscheinungen und fällt aufs alte Level zurück. Wenn nicht sogar noch schlimmer.


Was hattest Du für Entzugserscheinungen?

Ich hab ein gutes Jahr ein AD genommen und war in dieser Zeit in der Tat wie verwandelt, aber so verwandelt, dass es selbst meine Mutter mit der Angst bekam. Ich hab Bestleistungen gebracht und hab jeden angestrahlt wie ein Atomkraftwerk. Also wesensverändert. Erst einmal hatte ich die typischen Psychopharmakabäckchen. Hamsterbacken nennt man sie auch. Hab knapp 10 kg zugenommen und konnte essen ohne Ende. Als ich die Pillen die erste Zeit nahm, hatte ich nachts regelmäßige Schwindelanfälle und dachte mich muss der Notarzt abholen. Dann ständig wie elektrische Blitze. Ich kann das ganz schwer beschreiben. Hervorgerufen durch die ADs.
So, ein knappes Jahr genommen, dann langsam abgesetzt, ging der Mist los. Panikattacken schlimmer denn je. Hab allein kaum das Haus verlassen können. Dann kam die Migräne, wie ich sie nie hatte. Dauerhafte Übelkeit und wieder Schwindel, je weniger ich nahm. Mein psychischer Zustand hat sich extrem verschlechtert. Ich hing total durch. Noch schlimmer als jetzt in einer depressiven Phase und hab nichts mehr auf die Reihe bekommen. Nicht mal Wäsche waschen oder Geschirr einräumen. Supermarkteinkäufe waren eine Herausforderung. Ohne meinen damaligen Stiefvater wäre ich damals wohl verhungert.

Ich hab das Zeug als Teufelszeug empfunden. Solange ich es genommen habe, gings mir gut, aber wehe ich hab es abgesetzt. Hätte ich damals die anderen Tabletten (Schlafmittel) nicht hinterfragt, hätte ich in eine Suchtklinik wegen Tablettenentzug gemusst.

Die Depressionen nach dem Absetzen waren 3 Mal schlimmer als die, in der Akutphase, weshalb ich die Tabletten genommen habe.
Irgendwann stabilsiierte es sich und das nicht durch Psychopharmaka, sondern durch lange Spaziergänge und regelmäßiges Joggen.

Deshalb empfehle ich jedem zu hinterfragen was er/sie nimmt.

Heute sehe ich den Leuten an, was sie nehmen und ob sie was nehmen. Die, die rumlaufen wie ein strahlendes Atomkraftwerk, immer mit Dauergrinsen auf dem Gesicht und die ständig lachen waren die, von denen ich später erfuhr, sie nehmen Antidepressiva. So will ich nie wieder werden.
Da gehe ich lieber durch die Täler der Tränen, als so unnormal dauergrinsend rum zu laufen und ständig übertrieben gut drauf durch die Gegend zu rennen. Mein Wesen ist eben Ernsthaftigkeit und ein Hang melancholisch drauf zu sein.
AD führen meiner Meinung nach zu einer Wesensveränderung, die Menschen ähnlich gut drauf sein lässt. Aber Hauptsache die Wirtschaft funktioniert.
 
Komisch ist bei mir nicht so, auf dieses Level komme ich gar nicht, nicht einmal mit AD mich bewahren sie nur vor dem kolossalen Absturz in ein ganz tiefes Loch aber am Rand dessen tingel ich immer noch rum.

Im Gegenteil, sie lösen bei mir eine Art LMAA Einstellung aus. 😕
 
Komisch ist bei mir nicht so, auf dieses Level komme ich gar nicht, nicht einmal mit AD mich bewahren sie nur vor dem kolossalen Absturz in ein ganz tiefes Loch aber am Rand dessen tingel ich immer noch rum.

Im Gegenteil, sie lösen bei mir eine Art LMAA Einstellung aus. 😕


Wie wirken sie denn bei Dir und wie lange nimmst sie schon?
 

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