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Depressiv. Beste und einzige Freundin ignoriert mich.

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
Threadersteller hier.

Du hast gar nichts zu verlangen.
Du wiederholst dich und liegst falsch. Ich verlange das, denn ich sehe mich nicht als Bittsteller. Ich treibe eine Schuld ein.

@Rest:

Sie hat sich so entschieden, ich akzeptiere das und ich gehe damit um, so gut ich kann. Ich suche kein Gespräch mehr. Sie hat also was sie wollte.

Aber ich teile die Ansicht nicht, dass es legitim und sogar lobenswert sein soll, wenn man sich so asozial verhält und einem nahestehenden Menschen, dem es dreckig geht, die Hilfe verweigert und ohne weitere Erklärung die Freundschaft kündigt. Generell nicht, und insbesondere nicht in dieser speziellen Situation.

Es ist keinesfalls so, dass sich hier eine Person einseitig an die andere hängt. Besagte "Freundin" hat jahrelang meine Freundschaft, Loyalität und Großzügigkeit genossen, in guten und vor allem in schwierigen Zeiten. Wir standen uns sehr nahe. Ging es ihr schlecht, oder brauchte sie Beistand, egal wobei, war ich stets für sie da. Ihre Probleme ähneln in vieler Hinsicht meinen, sie hat(te) unter anderem auch mit Einsamkeit zu kämpfen und sie weiß, wie sich das anfühlt. Ihr beste Freundin hat sie mal so abserviert und ich habe mir das Gejammer darüber monatelang angehört, hatte immer ein offenes Ohr und eine Schulter zum anlehnen und ausweinen für sie.

Jetzt geht es mir besonders schlecht und ich habe sicher keine übertriebene Erwartungen an sie gestellt, als ich sie um Hilfe gebeten habe. Wer Freundschaften nur solange ehrt, wie sie ihm zum Vorteil gereichen, ist in meinen Augen bestenfalls ein heuchlerischer, egoistischer D********. Mir geht da jegliches Verständnis dafür ab, wie man so ein Verhalten befürworten und verteidigen kann.
 
Ich verlange das, denn ich sehe mich nicht als Bittsteller.
Ich treibe eine Schuld ein.

Mir geht da jegliches Verständnis dafür ab, wie man so ein Verhalten befürworten und verteidigen kann.

Wenn Du denkst, dass Deine freundschaftliche Zuwendung eine Art Guthaben darstellt das Du auf ein Konto gelegt hast und nun wieder "eintreiben" kannst, dann hast Du nach meinem Empfinden eine Haltung zur Freundschaft, die direkt in die Einsamkeit führt.

Wie gesagt: Wenn sich ein Freund Dir gegenüber nach Deinem Ermessen als unwürdig erweist, dann kündige ihm die Freundschaft - aber fordere nicht zurück, was Du aus Freundschaft und aus freien Stücken gegeben hast.

Oder wie Matthaeus es ausgedrückt hat:
" ... so lass Deine linke Hand nicht wissen was die rechte Hand tut ...
 
Wenn Du denkst, dass Deine freundschaftliche Zuwendung eine Art Guthaben darstellt das Du auf ein Konto gelegt hast und nun wieder "eintreiben" kannst, dann hast Du nach meinem Empfinden eine Haltung zur Freundschaft, die direkt in die Einsamkeit führt.
Die feste Überzeugung, dass man einem treuen Freund gegenüber eine moralische Verpflichtung hat, führt also "direkt"(?) in die Einsamkeit? Das ist eine seltsame Ansicht. Wenn das stimmt, gehe ich lieber keine Freundschaften mehr ein.
 
Die feste Überzeugung, dass man einem treuen Freund gegenüber eine moralische Verpflichtung hat, führt also "direkt"(?) in die Einsamkeit? Das ist eine seltsame Ansicht. Wenn das stimmt, gehe ich lieber keine Freundschaften mehr ein.

Nein, nicht die feste Überzeugung, dass eine moralische Verpflichtung besteht führt in die Einsamkeit, sondern das Einfordern einer solchen, wenn ihr nicht freien Willens nachgekommen wird weil der Andere aus irgendwelchen Gründen diese Verpflichtung gerade nicht sieht oder sie nicht erfüllen kann.
 
Nein, nicht die feste Überzeugung, dass eine moralische Verpflichtung besteht führt in die Einsamkeit, sondern das Einfordern einer solchen, wenn ihr nicht freien Willens nachgekommen wird weil der Andere aus irgendwelchen Gründen diese Verpflichtung gerade nicht sieht oder sie nicht erfüllen kann.
Bleibt noch die Möglichkeit, dass man diese Verpflichtung zwar ebenfalls sieht und auch erfüllen könnte, es aber aus Egoismus, Bequemlichkeit oder sonstigen charakterlichen Defiziten heraus unterlässt. Ich kann über ihre Beweggründe nur spekulieren, denn sie unterlässt es tunlichst, mit mir darüber zu reden.

Es ist auch nicht so, dass ich all das für sie getan hätte mit einer Berechnung wie "Ich erweise ihr Gefälligkeiten, damit sie in der Pflicht steht, sie zu erwidern". Ich tat es natürlich, weil ich es gerne für sie getan habe. Insofern zäumt die Feststellung, dass meine Erwartung zur Einsamkeit führt, das Pferd von hinten auf. Es war die bereits eingetretene Einsamkeit, die mich erst zu diesen Gedanken geführt hat.

Es ist doch alles was man für jemanden tut, eine Investition in die Beziehung zu diesem Menschen, von der man sich erhofft, dass sie sich lohnt. Das "Einfordern" war mangels anderer Möglichkeiten ein einigermaßen verzweifelter Versuch, dem vermeintlichen Freund klarzumachen, dass er da gerade Unrecht begeht. Ich habe ihr einige Zeit gelassen sich zu beruhigen und sie dann daran erinnert, dass ich ein verlässlicher Freund in Schwierigkeiten bin. Damit wollte ich an ihr Gerechtigkeitsempfinden appellieren. Wirklich gefordert, im Sinne von "Aber du bist mir verpflichtet", habe ich nicht. Das ist ein Schluss, zu dem ich sie gerne hätte kommen sehen. Nachdem sie mir ja immerhin gesagt hat, dass sie trotzdem bei Problemen für mich da wäre, was sich dann aber als heiße Luft erwiesen hat.
 
Akuthilfe wäre jetzt, dich mit dem SpDi in Verbindung zu setzen. Da sind auch Leute, mit denen du reden kannst, die werden sogar dafür bezahlt, dass sie dich anhören. Gemeinsam solltet ihr schauen, wie es jetzt mit dir weitergeht, welche Möglichkeiten es gibt. Das kannste von deiner Freundin nicht erwarten, wenngleich ich dich verstehen kann und mir hier bei manch "harten" Aussagen die Nackenhaare zu Berge stehen (übrigens auch bei manchen deiner Aussagen).

In besseren Zeiten (in deinem jetzigen Zustand ist das unmöglich) solltest du dir unbedingt ein Netzwerk aufbauen. Man sollte dich kennen. Wenn du keinen Job hast, gehe in einen Verein oder ein psychosoziales Zentrum und bringe dich so gut wie möglich ein. Übernimm Aufgaben. Man wird dich dort dann vermissen, wenn du fehlst und sich nach dir erkundigen (ich spreche aus Erfahrung). Versteife dich niemals nur auf eine einzige Person, das geht in die Hose, das haste ja jetzt gemerkt. Ich war früher auch so kontaktelos wie du. Mittlerweile krieg ich Mails, Anrufe oder FB-Nachrichten, wenn ich mal wieder ne Weile abgetaucht bin.
 
Es ist doch alles was man für jemanden tut, eine Investition in die Beziehung zu diesem Menschen, von der man sich erhofft, dass sie sich lohnt.

Nein, der Satz müsste korrekter Weise lauten:

"Für mich ist Alles was ich für Jemanden tue, eine Investition in die Beziehung zu diesem Menschen, von der ich mir erhoffe, dass sie sich lohnt."

Das ist kein allgemein gültiger Lehrsatz für zwischenmenschliches Miteinander, sondern ein Ausdruck Deiner individuellen inneren Haltung mit der Du durch Dein Leben gehst und durch die Du entsprechende Resonanzen in Deinem Umfeld erzeugst.
 

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