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Depression, Therapie, Lebenswandel?

Silence

Neues Mitglied
Wer liest heutzutage noch freiwillig ellenlange Texte?

Ich möchte mir hier ein paar Sachen von der Seele schreiben. Sie sind vielleicht etwas unübersichtlich zusammengewürfelt. Aber jedem sei gedankt der sich hierfür die Zeit nimmt. Wer keine Lust hat das alles zu lesen, der kann ja auch einfach bis zu den letzten beiden Absätzen scrollen.

Ich bin männlich und 28 Jahre alt. Ich bin alleinstehend.

Ich habe eine heile Familie, der ich sehr am Herzen liege. Und auch einige gute Freunde, auch wenn ich diese nicht mehr oft sehe. Leider kriege ich es selten bis gar nicht hin mit meiner Familie über meine Probleme zu sprechen. Mir ist nicht klar, woran das liegt.

Ich habe auch eine Wohnung, die leider viel zu klein ist. Aber dafür günstig. Und einen festen Arbeitsplatz, aus dem mich wohl auch keiner vertreiben will. Auch wenn ich meinen Job eigentlich nicht mag. Aber dafür habe ich keine Geldprobleme. Ich habe sogar viel Geld übrig.

Ich habe auch ein paar außergewöhnliche Hobbys und mache Sport. Zumindest würde ich das alles tun, wenn es die Corona Maßnahmen wieder zulassen würden. Um Corona geht es hier aber nicht.

Ich habe diese Dinge. Und trotzdem hasse ich mein Leben. Schon seit zu vielen Jahren.

Als ich das erste Mal das Gefühl hatte mich selbst zu hassen und über den Tod nachzudenken, muss ich ungefähr 11 Jahre alt gewesen sein. Selbstmordversuche oder direkte Pläne dafür, habe ich nie gehabt.
Ich glaube der Zeitpunkt, an dem ich das letzte Mal von mir behauptet habe, dass es mir wirklich gut ginge, ist ungefähr 9 Jahre her. Ich war in einer guten Beziehung und freute mich über einen Ausbildungsplatz zu diesem Zeitpunkt. Aber das hielt nicht an. Nach und nach fing ich immer weiter an mich wie ein „Klotz“ zu fühlen der nichts wert ist und keine wirkliche Bedeutung oder Freude im Leben hat.

Ich habe bisher 4 feste Beziehungen gehabt und dazwischen ein paar Begegnungen, aus denen nichts Festes geworden ist. Meine Beziehungen hielten für gewöhnlich einige Jahre. Ich habe niemals jemanden betrogen. Umgekehrt passierte es aber leider schon.
So ziemlich jede Frau, auf die ich mich im Leben einlassen konnte, ist psychisch selbst nicht ganz normal gewesen. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass ich immer wieder an solche Personen geraten bin. Menschen mit SVV, Borderline, Hypersensibilität, andere Themen. Immer wieder kam ich damit in Kontakt. Scheinbar sind es wohl häufig Leute, die unter diesen Dingen leiden, die sich für mich interessieren. Es hat mir das Leben nicht leichter gemacht. Oftmals war das Gefühl von „Glück“ oder „Zufriedenheit“ eher ein schwankender Zustand, da die Dinge eben aufgrund dieser Probleme einfach nie ganz normal liefen. Ich war oft der Spielball der Emotionen anderer Menschen, so habe ich das Gefühl. Und der möchte ich nicht sein.

Inzwischen habe ich aufgehört an Liebe zu glauben. Ich hatte immer eine Vorstellung davon, wie das sein könnte. Einen Menschen zu haben dem man alles geben möchte. Ein Mensch, der den Grund darstellt, morgens aufzustehen und sich freuen zu können, wenn man abends wieder zurückkehren darf. Angekommen zu sein, seinen Platz zu haben.

Heute habe ich das Gefühl dass diese Vorstellung einfach übertrieben ist. Wahrscheinlich habe ich einfach zu oft erlebt wie dieses Bild wieder in sich zusammengebrochen ist. Menschen sind eben Menschen. Und Menschen machen sich viel vor damit es ihnen gut geht. Und das finde ich nicht mal schlecht. Wenn man sich Illusionen erschaffen kann damit es einem besser geht, dann sollte man das ruhig tun. Aber ich glaube dass ich das nicht mehr kann. Ich möchte mir nichts vormachen. Und ich befürchte wenn ich je wieder Gefühle für irgendeine Person hegen sollte, dann werde ich nicht von Liebe sprechen können. Weil ich das Gefühl bekommen werde dass ich mir dann etwas vormache. Meinen früheren Kinderwunsch habe ich auch verloren.

Kann das jemand verstehen? Diese Idee, dass Liebe eigentlich nur ein Traum ist? Eine Vorstellung die man nicht weiter hinterfragen sollte? Ich würde diesem Traum eigentlich gerne verfallen ohne ihn zu hinterfragen. Aber wie mache ich das ab diesem Punkt? Ich kann das nicht einfach alles aus dem Fenster werfen.

Ich gewinne meinem Job nichts ab. Außer Geld und Urlaub. Ich stehe unter keinem Stress und das versuche ich zu schätzen zu wissen. Aber ich habe auch keine Freude daran. Ich habe das Gefühl meine Zeit zu verschwenden und dort nicht hinzugehören.
Aber da ist schon das Problem, wo gehöre ich eigentlich hin? Wenn ich mir etwas Neues suchen würde, wüsste ich gar nicht nach was. Ich weiß ja nicht mal selber wo meine Kompetenzen liegen, wenn ich überhaupt welche habe. Ich wüsste in einem Vorstellungsgespräch nicht mal womit ich für mich werben sollte. Ich sehe in mir keine Talente. Ich arbeite nur um nicht arbeitslos zu sein. Ein richtiges Ziel oder einen konkreten Wunsch kann ich mir nicht vorstellen. Ich bin perspektivlos. Aber ich will es nicht sein.

Ich habe das Gefühl ein totaler Nihilist geworden zu sein. Ich werde mich nicht umbringen, das will ich meinem Umfeld nicht antun. Aber nur noch durch die Gegend zu funktionieren und in nichts mehr einen Sinn zu entdecken ist einfach kein Leben mehr. Ich kann mich selbst und mein eigenes Gejammer darüber kaum aushalten. Ich hasse es dass ich nach all den Jahren kaum etwas dagegen bewirkt habe. Es verändert sich eben nichts, außer dass ich mit jedem Tag immer älter werde und meine Zeit verfliegt. Ich möchte nicht irgendwann alt sein und mir wünschen dass ich meine Zeit damals besser hätte nutzen sollen. Das ist wohl eine meiner Ängste. Ich will nicht für immer nutzlos durch das Leben stolpern. Aber ich schaffe es nicht meine Sicht auf das Leben zu verändern. Und auch nicht meine Wertung mir selbst gegenüber. Ich habe das Gefühl in meinem Leben niemals glücklich zu werden. Weil ich einfach in keiner Sache mehr Bedeutung oder Motivation finde. Und selbst wenn das so wäre, dann wäre da noch der Gedanke dass wir sowieso irgendwann alle sterben. Und wenn wir tot sind haben wir eben auch nichts mehr davon.

Ich möchte es nicht mehr hassen zu leben. Ich möchte von den Gedanken wegkommen. Sie ignorieren und Ziele finden. Nicht so weiterleben. Ich habe das im letzten Jahr versucht. Ich bin beim Sozialpsychiatrischen Dienst vorstellig geworden und habe dort einige Gespräche gehabt, die gut waren. Meine Ansprechpartnerin dort stimmte zu, dass es bei mir viele ungeklärte Sachen gibt und riet mir an, mich um einen Therapieplatz zu kümmern. Eigentlich hätten wir noch eine Sitzung haben sollen, aber diese wurde aufgrund der Corona Maßnahmen damals abgesagt. Ich war seitdem nicht mehr dort. Ich habe mich nach Psychologen in meiner Region umgesehen, aber ich hatte einfach nie mehr den Schneid dort anzurufen und zu fragen. Stattdessen bin ich jetzt hier.

Heutzutage gibt es auch Online-Therapien, oder nicht? Habt ihr Erfahrungen damit? Gibt es in dieser Community hier denn echte Psychologen? Ist mir geholfen, wenn ich diesen Text woanders vorbringe? Vielleicht wisst ihr ja etwas… danke fürs Lesen.
 

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Geißblatt67

Aktives Mitglied
Hallo Silence,

es ist gut, dass du Schritte unternimmst, um eine Therapie zu machen.

Wenn du mit dir selbst besser klarkommst, kannst du auch besser mit einer Partnerschaft umgehen.

Bei vielen Therapeuten kannst du auch per Mail anfragen und dich zurückrufen lassen. So habe ich vor zwei Jahren eine sehr gute Therapeutin ganz in meiner Nähe gefunden.

Du kannst auch über die kassenärztliche Vereinigung versuchen einen Termin zu bekommen, das geht auch online:


Während der Lockdowns hatte ich auch Video- und Telefontherapiestunden, allerdings kannte ich die Therapeutin davor schon eine ganze Weile. Persönliches Kennenlernen und Vertrauen finde ich schon wichtig.

Alles Gute!
 

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