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Depression? Ausgebrannt? Grippe?

D

Disgast

Gast
Hallo,

wende mich nach langem Lesen auch mal hier ans Forum, weil ich momentan schlicht nicht mehr weiterweiss. Folgendes:

Bin männlich und 27. Seit ca. einem Jahr habe ich verschiedene körperliche Beschwerden, bei denen ich erst von einer Grippe ausging: starke Mattigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Kreislauf, Schwindel etc. Allerdings keine Erkältungssymptome, wie Schnupfen oder Husten. Habe mich dann jeweils immer ein wenig auskuriert und dann ging es wieder halbwegs. Dachte über den letzten Winter, dass das nicht ungewöhnlich sei, da ich eine sehr stressige Phase hatte und zudem starker Raucher, und es nicht richtig auskuriert hatte. Das ging aber nicht vorbei. Den ganzen Sommer über nicht bis heute.

Habe dann mal mit meinem Hausarzt gesprochen, der hatte eine Depression vermutet, mit scheinphysischen Symptomen. Hat mir dann ein Antidepressivum verschrieben, was ich auch genommen habe. Parallel habe ich eine Psychotherapie begonnen, weil bei mir Depressionen diagnostiziert wurden. Diese läuft auch so weit ganz gut, mache langsam Fortschritte, was alltägliche Dinge (grübeln, Antriebslosigkeit etc.) anbelangt. Medikamente schlugen aber nicht an, habe inzwischen 4 verschiedene ausprobiert, darunter ganz leichte und stärkere wie Seronotin-Wiederaufnahmehemmer. Nebenwirkungen waren recht heftig, aber auch nach längerer Zeit gab es keine körperlichen Verbesserungen. Noch immer allgemeines Unwohlsein (fast IMMER), Müdigkeit, seit einigen Monaten immer öfter Schwindelgefühle, fühle mich oft, nein meist, wie auf einem Film (wie bei Kreislaufbeschwerden).

Verordne mir Bettruhe, wenn es gar nicht mehr geht, nach einigen Tagen geht es mir besser, aber ganz auf den Damm komme ich doch nicht, und irgendwann geht das wieder los!! Jetzt ist es seit einigen Tagen wieder so schlimm, dass ich im Bett liege, aber mich nicht wirklich entspanne, denn ich mache mir die ganze Zeit einen Kopf, was das sein könnte. Heute abend hatte ich dann eine Art Angstanfall: Bedingt durch einen starken Kreislauf"koller" hatte ich ca. 3h Angst, dass ich umkippen könnte oder dass es etwas schlimmes ist. Erst habe ich versucht mich abzulenken, dann bin ich kurz raus und da ging es dann nach einiger Zeit.

Werde morgen zum Arzt gehen, aber weiss schon, was dieser sagen wird: Das ist psychisch, lassen sie sich beim Psychiater Medikamente verschreiben. Der wiederum sagte beim letzten Mal: Wenn es bei diesem Medikament auch nicht geklappt hat, dann weiss er auch nicht weiter. Verdacht auf ADHS hat sich auch nicht bestätigt... Bin bereit alles zu probieren, aber ich weiss einfach nicht mehr weiter. genausowenig wie die Ärzte... (war auch schon bei einem anderen hausarzt, selbe diagnose). Habe fast alles durchchecken lassen, Blutuntersuchung, Neurologie, Schilddrüse, nichts.

Aber ich bin mir nach all der Zeit nicht einmal sicher, ob es psychisch oder physisch ist. Klar, ich habe eine Depression und die kann sich auch so äußern, aber wieso habe ich dann auch oft Grippeschweiss (weiss nicht, wie das wirklich heisst, aber ihr wisst was ich meine). Aber wenn es körperlich ist, wieso geht es dann nie ganz weg?! Ich weiss einfach nicht mehr weiter. Könnte mich gut mit einer "harten" Diagnose abfinden, wenn mir mal endlich jemand sagt, was ich habe. Ich weiss, dass das nur ein Arzt kann, und da werd ich auch noch einmal hingehen. Musste mich nur einmal ausk%&/&% (sorry) und vllt. hat ja jemand Anregungen oder Ideen. Entschuldigt den wirren Schreibstil und dass ich die Hälfte vergessen habe, aber ich bin momentan ein wenig durch den Wind...

Noch einige Dinge zum Ausschließen:
1. Nehme keine Drogen.
2. Habe kein Fieber, obwohl es sich so anfühlt.
3. Nehme keine Medikamente.
4. Ansonsten auch keine Auffälligkeiten, einschneidende Erlebnisse, Tropenreisen mit komischen Bisswunden danach etc.

LG, Disgast
 

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soulfire

Aktives Mitglied
Hallo,
das klingt alles nicht schön, erstmal mein Mitgefühl!

Mich würde interessieren, weklche diagnostischen Maßnahmen dein Arzt ergriffen hat, bevor er dich zum psychologen weiterreichte.
Es gibt diverse virale Infekte, die für Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen verantwortlich sein können, blöderweise kommt man da nicht so schnell drauf (Medizinerspruch: wenn du Hufgetrappel hörst, denk an ein Pferd, nicht an ein Zebra).
Obendrein ist da manches für nen niedergelassenen Arzt zu teuer in der der Diagnostik.

Ich hatte mal nen dreiviertel jahr Kopfweh und erhöhte Temperatur, wurde dann in die Infektionssprechstunde der Uniklinik überwiesen.
Falls du in der ähe einer größeren Stadt lebst, könnte das auch für dich eine Option sein.

Gäbe jetzt verschiedene Richtungen, in die man fragen könnte, aber...erzähl erstmal, was schon passierrt ist.

Dass du eine Depression hast, heißt ja blöderweise nicht, dass du gegen alles andere gefeit bist (oder auch: man kann ja Läuse UND Flöhre haben ;) )

alles Liebe,
soulfire
 
D

Disgast

Gast
Hallo Soulfire,

vielen Dank für Deine Antwort!! Habe, wie gesagt, alle Standardsachen mitgemacht:

Blutuntersuchung inkl. Schilddrüse
Kardiologe
Neurologie

Anfangs die üblichen Tipps für Grippe: Grippostad, Aussitzen, Schwitzen, langfristig Sport und gesunde Ernährung. War aber nicht allzu erfolgreich.

Es gibt ja 1000 mögliche Ursachen, Pfeiffersches Drüsenfieber, Erschöpfungssyndrom, um nur spontan einige zu nennen. Aber ich dachte ja immer, das mein Arzt, den ich eigtl. für sehr fähig halte, so etwas mit einbeziehen würde (Hashi = Schilddrüse etwa hat er von sich aus geprüft, wo andere Ärzte das scheinbar nicht einmal kennen...)

Und Du hattest ein 3/4 Jahr eine Virusinfektion? Das war bestimmt auch ein Fest... War das ein Grippe-Virus? Wohne in einer großen Stadt, wäre also eine Option. Naja, ich wart erst einmal ab, was mein Arzt sagt...

Danke und LG, Disgast
 

soulfire

Aktives Mitglied
Ja, ich hatte Monatelang diese Probleme.

Ich würde es echt mit ner spezialisierten Sprechstunde oder nem Virologen probieren.

Und was die Blutuntersuchungen angeht: vieles wird routinemäßig nicht mitgemacht, die Spurenelemente und viele Mineralien beispielesweise.
 
G

Gast

Gast
Hallo Disgast,

hast du auch Schmerzen? Hat man schon Borreliose bzw. Neurborreliose ausgeschlossen? Falls nein, geh zu einem Borreliosespezialisten, den die Standardtest die der Hausarzt macht fällt bei dieser Krankheit oftmals negativ aus obwohl du sie hast!

Falls du die Krankheit nicht kennen solltest: kann von einem Zeckenbiss sein und man muss den Biss noch nicht mal bemerkt haben. Achtung: ist kein FMSE oder Mengigitis und man kann sich gegen B. auch nicht impfen lassen. Im übrigen kann sie auch unter anderem Panikattacken und Angstzustände verursachen, sogar Wortfindungsschwierigkeiten.

Hat man schon eine Röntgenaufnahme deiner Lunge gemacht? Da du ja Raucher bist, würde ich mich in dieser Hinsicht auch mal untersuchen lassen. Dass Rauchen nicht gut ist, weißt du ja selber, da bin ich mir sicher.

Vielleicht irgendwelche Schimmelbelastungen?

Wünsch dir viel Glück und eine schnelle, gute Besserung

Liebe Grüsse
 
G

Gast

Gast
hallo,

hat noch jemand eine idee? bin wirklich am verzweifeln deswegen.

danke
Hallo Disgast,

es ist immer das Gleiche, die psychosomatischen Beschwerden werden höchstens als körperliche Erkrankung ernst und für wahr genommen. Dabei sind deine Symptome durchaus häufig bei einer Depressionserkrankung. Außerdem bist du bereits durchgecheckt worden und einen so lang andauernden Infekt in deinem Alter und unseren Breiten gibt es gar nicht. Schließlich bist du auch auf Depression diagnostiziert worden.

Deshalb weiß ich wirklich nicht, was die "gut gemeinten" Ratschläge hier sollen. Eine Depression fühlt sich tatsächlich wie Grippe an! Siehe:

DEPRESSIONEN RECHTZEITIG ERKENNEN LERNEN

Es gibt haufenweise sehr gut gemachte Websites zur Krankheit Depression und dazu viele gute Vorschläge, an wen du dich wenden könntest.

Deine Erkrankung ist schwerwiegend und sicherlich sehr belastend. Erstmal: Du bist wirklich depressionskrank. Das heißt aber auch: nur krank. Denn sonst bist du genauso wertvoll und die Person, die du vorher in starkem Zustand warst. Auch wenn du dich so schwach fühlst. Aber kannst du bei Grippe etwa Bäume ausreißen? Also akzeptiere das und besteh auf deiner Heilung, vor allem bei deinen Ärzten.

Wenn du jedoch schon oft nur noch im Bett liegst und zu nichts Lust hast, ist es sehr, sehr schwer, Initiative zu ergreifen. Das ist ja gerade das Gemeine an der Depression, auch wenn du deine Erkrankung schon so nennst. Die Depression muss für jeden, der doch leben und sich freuen, ärgern, weinen usw. und auch handeln will, sehr fremd erscheinen. Also gib bloss nicht auf, bzw. besser gib auf: Lass die Schwäche ruhig zu, ja besteh auf dein Recht dazu, mal in einer Krise zu sein. Das ist angemessenes Handeln! Du darfst es! Und hol dir schleunigst Hilfe, warte nicht. Sprich deine wirklichen Schwierigkeiten in deiner Therapie an. Hast du Zweifel an deinen Ärzten, begib dich zu einer Fachklinik in deiner Nähe. Recherchiere im Internet, welche Klinik oder Krankenhaus mit psychiatrischer Abteilung für dich in Frage kommt. Hast du nachts unerträgliche Gedanken oder Gefühle, begib dich in die Notaufnahme einer solchen Klinik. Oft gibt es auch von den Gemeinden oder Städten Zentren, in die du direkt gehen kannst oder wneigstens telefonosch kontaktieren.

Die Symptome, die du hast, sind NIEMALS simuliert. Nach deiner Beschreibung zu urteilen, müsste bei dir unbedingt interveniert werden. Die Lage ist günstig. Durch den Fall Robert Enke wird der depressiv Erkrankte im Moment leichter gesellschaftlich anerkannt. Nutze diese Gelegenheit!

Viel Gesundheit, Andreas
 
G

Gast

Gast
Hallo,

hört sich nach Fibromyalgie an. Sind schon einmal die Rheumawerte untersucht worden?
Man nennt das auch Weichteilrheuma - ist verbunden mit starken Schmerzen und Druckempfindlichkeit an einigen Stellen am Körper.
 
G

Gast

Gast
hallo zusammen
ich habe gerade heute vom psychologen die diagnose depression bestätigt bekommen. bei mir gabs keinerlei ursachen, wie schlimme erlebnisse, verlust von personen oder dergleichen. ich lebte in voller fahrt, war beruflich und sportlich erfolgreich, gutaussehend und stand in den besten jahren meines lebens (20) - da kam dieses ding angeblich einfach aus dem nichts. ich schob das jahrelang raus bis ich nur mal zum hausarzt ging, seine diagnose wollte ich unter gar keinen umständen wahr haben und schob den besuch beim psychologen noch einmal etliche zeit heraus.
nun war ich am punkt angekommen, wo sich die karre endgültig im schlamm eingegraben hatte und ich kann euch sagen, das ist die HÖLLE AUF ERDEN.
nachdem ich mich eingehend damit befasst habe, bin ich der meinung dass diese krankheit dringendst "revolutioniert" werden muss. sie muss der bevölkerung viel intensiver dargelegt und erklärt werden. sie muss in den medien genau so präsent sein wie krebs,aids, tumore etc. denn kann genau so aus dem nichts kommen, sie kann genau so das leben einschränken, ist genau so verbreitet und sie genau so tödlich wie diese krankheiten. Es wäre sogar sinnvoll, den namen zu ändern, denn er ist vermutlich der hauptgrund für die abneigung sowie gesunder als auch daran erkrankten leuten.
als letztes möchte ich andreas ein lob aussprechen. dein post ist sehr helfreich und sogar für depressive user/gäste-die gar nicht mehr in der lage sind klar zu denken und handeln-verständlich!
mfg marco
 
G

Gast

Gast
ich weiss, der beitrag ist schon alt, aber es interessiert mich, wie es dir nun ergangen ist, hast es in griff bekommen???

lg katja
 

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