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Das richtige gewählt?

NoSkill7

Neues Mitglied
Hallo,

ich bin wieder mal bei etwas gelandet, was ich so eigentlich gar nicht wollte. Um das zu verstehen, erstmal die Vorgeschichte:

2012 kam ich auf eine Höhere Handelsschule (nach der Realschule). Ich wusste damals nicht so recht, wohin mit mir. Schnell habe ich gemerkt, dass diese Schule gar nichts für mich ist. Ein Jahr, einmal sitzen bleiben. Welches Fach? BWL (+Rechnungswesen) und Mathe.

Gut. Ich habe mir gedacht, jetzt kann ich entweder wiederholen, oder ich suche mir etwas anderes. Nach diesem einen Jahr wusste ich immernoch nicht recht, was ich vorhatte. Also entschied ich mich dazu, nochmal zu wiederholen. Ich beißte die Zähne zusammen und schaffte 2015 meinen Abschluss. Einen Abschluss in drei Jahren, den man auch in 2 hätte schaffen können (ich werfe mir häufig vor, ein Jahr meines Lebens verschwendet zu haben).

In den zwei Jahren (und besonders jetzt im letzten), die ich ernst nahm, viel mir meine Leidenschaft für Design (Grafik-Design, Web-Design, aber auch Zeichnen) auf. Ich kann ehrlich gesagt nicht sagen, dass ich schon relativ gut in diesen Sachen bin, aber ich liebe es, mich damit zu beschäftigen. Auch die Vorstellung daran, irgendwann einmal ein erfolgreicher Designer zu sein lockt mich sehr. Mit dem schulischen Teil der Fachhochschulreife konnte ich leider nicht direkt studieren. Ich entschied mich für eine Ausbildung. Zur Wahl stand: Mediengestalter in Digital und Print oder Steuerfachangestellter (da ich BWL und Rechnungswesen in der Zeit, in der ich es ernst nahm auch gut konnte).

Nun beginne ich am Montag meine Ausbildung zu Steuerfachangestellten. Warum? Keine Ahnung. Ich frage mich oft, ob es nicht besser gewesen wäre, nur ein Praktikum zu machen, um meine Fachhochschulreife zu erreichen und dann Design zu studieren. Allerdings finde ich auch, dass Steuerfachangestellter ein sehr starker Beruf ist, der viel Perspektive in Hinsicht auf Weiterbildungen bietet, bis hin zum Wirtschaftsprüfer.

Wenn man Designer ist, muss man schon härter für sein Brot kämpfen. Vermute ich. Dennoch zweifel ich an meiner Entscheidung, da ich eigentlich keine Leidenschaft für meinen jetzigen Beruf aufbringen kann und ein Typ bin, der auf etwas Lust haben muss. Eine Ausbildung abzubrechen (sofern sie mir nicht gefällt) klingt auch doof und kommt auch doof an. Ich weiß nur nicht, ob ich es nochmal drei Jahre lang ausshalte (bis ich studieren gehen kann) das zu machen, was mich weniger fasziniert.

Was sagt ihr?
 

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Nordrheiner

Urgestein
Hallo NoSkill7,

die Frage ist nicht wirklich sicher von einem Leser zu beantworten, weil einfach zuviele Dinge in eine solche Entscheidung hineinspielen, die wir nicht kennen, teilweise noch nicht einmal Du. Ich kann nur angeben, was dafür spricht und was dagegen.

Die Ausbildung zum Steuerfachangestellten ermöglicht Dir eine solide Erwerbsbasis.
Was Du einmal gelernt hast, kann Dir niemand mehr nehmen.
Selbst wenn Du nach der Ausbildung umsattelst, hast Du einen festen Beruf gelernt und kannst z.B. in Semesterferien jobben. Der gelernte Beruf ist ein bißchen wie das Netz beim Hochseilartisten. Er bietet ein Stückchen Sicherheit, sollte sich herausstellen, dass der Beruf des Designers aus irgendeinem Grund nicht klappt.

Viele Designer sind selbstständig oder arbeiten mit Kollegen gemeinsam in einer Agentur, einem eigenen Unternehmen. In solche Fällen bist Du Unternehmer. Und ein Unternehmer sollte was von seinen Zahlen verstehen, die er produziert oder auch nicht.

Viele Designer sind reine Künstlernaturen. Künstlernaturen haben oft eine liebenswerte Art, aber es fehlt eine echt im Alltag benötigte Eigenschaft: Die Bodenhaftung

Dieses Problem wirst Du vermutlich weniger fürchten müssen, wenn Du Deine jetzige Ausbildung gut durchziehst.
Und mache sie gut. Denn auch wenn Du Dich mal als Designer irgendwo bewirbst, so schaut man immer darauf, ob Du das, was Du mal angefangen hast, sorgfältig und gut gemacht hast.

Auf der anderen Seite: Wenn Designer so sehr Dein Herzenswunsch ist, spricht nichts dagegen, diesen auf kürzestem Wege anzusteuern. Du musst nur wirklich sehr gut sein, denn Du musst Dich am Markt durchsetzen können. Designer sind keine Seltenheit, die Konkurrenz ist groß. Und die wenigsten Designer verdienen gut, auch wenn sie über Talent verfügen. Viele sind künstlerisch begabte Menschen, die jeden Euro umdrehen müssen. Hier entscheidet Dein harter Arbeitswille und Fleiss sowie Dein großes Talent, welches ich nicht einschätzen kann.

Du entscheidest. Viel Erfolg, so oder so,
Nordrheiner
 

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