Das letzte mal einen Menschen sehen

frankys2907

Aktives Mitglied
Ich komme damit nicht klar.
Man sieht einen Menschen das letzte mal ohne es zu wissen das es das letzte mal war.
Einige Zeit später verstirbt die oder derjenige.
Gleichgültig ob gesund oder schwer krank.
Dann denkt man daran zurück als man sich zum letzten mal begegnet ist.
Aber dieses letzte mal ohne es zu wissen das es das letzte mal war.
Würde man es wissen, würde man in dem Moment anders damit umgehen während man sich trifft und zusammen ist.
Damit hab ich ein Problem.
Mir ist das schon öfter passiert.
Ich habe nicht damit gerechnet.:(
 

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C

Chrislu

Gast
Ja, das ist etwas, das man sich bei einem Treffen und dem Auseinandergehen wirklich bewusst machen sollte - dass es das letztemal sein kann, dass man diesen Menschen auf der Erde gesehen hat.
Unsere Pastorenfrau hat sich meist mit den Worten verabschiedet: "Auf Wiedersehen, so Gott will und wir leben" - eine Zeitlang hat mich das genervt, dann aber zunehmend nachdenklich gemacht und mir eben dies im Bewusstsein fest verankert.
Es erleichtert das Loslassen, wenn es denn wirklich so geschieht. Mir zumindest.
 

mikenull

Urgestein
Mmmmh, ich habe mir schon oft Gedanken drum gemacht, weil ich weit weg von der "Heimat" lebe. Demzufolge keinen direkten Blick mehr auf alte Freunde habe und dann oft, viele Jahre später, erst vom Tod erfahre.
Aber ich frage mich trotzdem: Würde man bei dieser letzten Begegnung - wenn man es wüßte - anders mit diesen Menschen umgehen? Ich glaube es nicht.
 

MissYou

Mitglied
Moin,

eine Woche vor dem Suizid eines sehr guten Freundes habe ich noch mit ihm telefoniert und wir haben uns gegenseitig versichert, dass wir uns endlich mal wieder sehen müssen... hätte ich gewusst, was er eine Woche später vorhat, hätte ich auf den Stress gepfiffen den ich in dem Moment hatte, und hätte mich mit ihm getroffen. Und wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich mich bestimmt auch anders von ihm verabschiedet beim letzten Treffen... vielleicht nicht nur: "Ciao dann" und in den Arm nehmen, sondern vielleicht: "Mach's gut mein Freund... wir sehen uns. Wenn was ist, ich bin immer für dich da" und etwas länger umarmen...
Jetzt kann ich diesen Satz nur in Richtung Himmel sagen... mach's gut, mein Freund, wir sehen uns wieder ♥
 

Katrin1964

Aktives Mitglied
Ich höre immer noch die Worte meiner besten Freundin "Lasse es dir gut gehen, wer weis ob wir uns noch mal wieder sehen" . Und 3 Monate später fiel sie tot um. Daran habe ich auch nach 5 1/2 Jahren zu knabbern und begreife es nicht. Einen Menschen von jetzt auf gleich zu verlieren , ohne sich verabschieden zu können , ist immer sehr schwer. Aber der Tod gehört zum Leben und wer weis, was dem Menschen, der von uns gegangen ist, alles erspart bleibt.
 
C

Chrislu

Gast
Aber ich frage mich trotzdem: Würde man bei dieser letzten Begegnung - wenn man es wüßte - anders mit diesen Menschen umgehen? Ich glaube es nicht.

Für mich kann ich ganz klar sagen: Ja. Aber es hängt auch vom Gegenüber mit ab und davon, wie offen man mit diesem Menschen umgehen kann in Bezug auf den Tod.

Als ich mich damals von meiner Diakonissen-Schwester, die ich während ihrer ALS-Krankheit oft besucht und begleitet habe, verabschiedete ca. 4 Wochen vor ihrem Tod, wussten wir Beide, dass wir einander auf dieser Erde nicht mehr wiedersehen würden und konnten dies auch ebenso klar benennen.

Aber wir wussten beide ebenso, dass es ein Wiedersehen bei Gott geben wird - vielleicht ist das eine andere Basis, als wenn jemand geht, mit dem einen diese Hoffnung nicht verbindet.
Und mit dem man nicht so offen reden kann über das Sterben und den Tod, weil für viele zu angsteinflößend und dunkel.
 

mikenull

Urgestein
Es ist wohl so, wie bereits eingangs festgestellt wurde. In den meisten Fällen wissen beide nichts vom nahen Tod - oder der eine weiß es und sagt nichts um den anderen zu schonen.
Der Tod ist ein Tabu - außer wenn zwei wirklich gleichgestrickt sind.
Vor 16 oder 17 Jahren, als ich ausgewandert bin, habe ich meine letzte Freundin ( im wirklichen Sinne ) zueltzt getroffen. Überschrift: Grauer Tag, graues Dorf, graue Frau. Zwei Blicke haben damals genügt um alles zu wissen. Da war kein Wort mehr nötig. Sie ist dann ein halbes Jahr später an Brustkrebs gestorben - mit gerade mal 40 Jahren und zwei noch recht kleinen Kindern.
 
S

Silence_85

Gast
Würde man bei dieser letzten Begegnung - wenn man es wüßte - anders mit diesen Menschen umgehen? Ich glaube es nicht.

Ich habe es nicht getan und ich bereue es sehr dieser Person nicht mehr Achtung entgegengebracht zu haben als sie mich in den Arm nahm und meinte wir sehen uns diesmal das letzte mal hab ich es belächelt und habe gemeint er soll nicht rumspinnen, da diese Person völlig gesund war aber ja er hatte recht!!!
 

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