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Das Leben als Truman Show ( Schmerz , Schicksal , Sinn des Lebens )

Felix23

Mitglied
Hallo , ich bin gerade in einer Phase , wo mir mein Leben so vorkommt , als wäre ich ein Darsteller in
einer Reality-Show. Dh ich sehe meine Mitmenschen als Darsteller , als Schauspieler. Die Dinge , die
um mich herum passieren erscheinen mir irgendwie absurd : Leute waschen ihre Autos oder führen ihren
Hund gassi. Essen , Schlafen , Arbeiten , Konsumieren...Das kann doch nicht der Sinn des Lebens sein, oder ? Ich frage mich, warum es so unglaublich schwer ist , zufrieden zu sein. Ich habe mich viel mit psychologischen Themen beschäftigt, auch viel mit Philosophie und Buddhismus . Aber was hats mir
gebracht ? Das ist doch alles ein Witz. ZB was man für unglaubliche Entsagungen auf sich nehmen soll
im Buddhismus : Meditation , Gedankendisziplin usw...Ich möchte einfach nur ein normales Leben führen ohne schwere Erschütterungen und Krisen...Warum geht das nicht frag ich mich ? Man wird doch in diese Welt geboren ohne gefragt zu werden. Dann ist man auf der Welt und die Probleme gehen los und hören nie auf. Jeden Tag passiert was anderes . Die Momente wo ich einfach mal sorgenfrei und glücklich war in meinem Leben sind wirklich selten...Man kann sich fast fragen: Ist Gott ein Sadist ? Ein Schöpfer , der
sich eine Welt mit Krankheit , Krieg und hungernden Kindern "ausdenkt" hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank , oder ?
Am liebsten wäre es mir, ich müßte über diesen Kram gar nicht nachdenken. Ich hab die ganzen Ratgeber
über positives Denken gelesen , funktioniert aber leider nicht .
Ich denke mal das Leben könnte schon schön sein : Jemand hat mal gesagt er glaube an die Liebe. Das
tue ich auch. Das Problem ist , wo findet man die in unserer Gesellschaft ? Es läuft doch meist so:
Wenn man etwas geben kann, dh Freundlichkeit, Empathie , eine gute Ausstrahlung, bekommt man auch etwas zurück. Wenn man traurig und depressiv ist , was ist dann ? Man kann sich nur zurückziehen und als
Einzelkämpfer in seiner Wohnung dahinvegetieren und hoffen dass es bald vorbei ist...Jede Krise ist irgendwann vorbei, das ist schon klar...Es gibt Menschen mit unglaublich harten Schicksalen die das irgendwie gut überstanden haben und vielleicht gerade dadurch eine menschliche Ausstrahlung bekommen haben. Soll das der Sinn von Schmerz und Leid sein ? Eine Art seelische Reinigung oder Entwicklung ?
Ich hab ja nichts gegen persönliche Entwicklung nur wer leidet schon gern ?
Das Leben ist schon eine seltsame Sache ! Was mich auch beschäftigt ist die Frage ob man wirklich freie Entscheidungen trifft . ZB bei der Wahl von Freunden oder Partnerinnen. Man zieht doch irgendwie immer die selben Menschen an...Oder die Berufswahl. Es ist doch nicht wirklich so dass man bewußt zwischen 1000 verschiedenen Berufen auswählt, sondern die Dinge ergeben sich irgendwie so als hätte man kaum einen Einfluß darauf. Wie seht ihr das ? Glaubt ihr ans Schicksal oder daran dass man alles im Leben selbst im Griff hat ?
Danke fürs Lesen ! Gruß Felix
 

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K

Klaas Klever

Gast
Du hast eben ein hohes Anspruchsdenken. Ein gutes Leben war in früheren Zeiten nur einer kleinen Schicht geschenkt. Heute ist das im Hier anders, obwohl man auch da wieder rückläufige Tendenzen feststellen kann. Aus der Sicht eines Sklaven im alten Ägypten würde ich Dir entgegenrufen "Hey Du bis frei und kannst relativ das tun was Du willst, was willst Du mehr". Aus der Sicht eines russischen Multimillionärs könnte ich Dir antworten "Alles kein Problem, kannst Du alles kaufen, mußt nicht darüber nachdenken, gib Kohle und alles ist easy". Die Sicht des tibetanischen Mönchs schenke ich Dir. Zu mühsam.
Es muss doch irgendetwas geben, was mir zufliegt, so wie ein Geschenk und was keine große Mühe kostet. Der Sinn des Lebens präsentiert auf einem silbernen Tablett. Natürlich ohne Kampf. Wenn dann darf es nur soviel kosten wie ein Ratgeber aus dem Weltbild-Verlag. Den Sinn des Lebens gewissermaßen konsumieren und die Liebe nehmen wir auch gleich mit. Aber immerhin und das ist schon eine wertvolle Erkenntnis schaust Du Dich um und siehst wie sinnentleert unsere Gesellschaft ist. Die meisten schnallen das noch nicht mal. Die waren "klug" genug keine Ratgeber zu lesen und leben einfach. Okay, die meisten nehmen ihre Rolle ein - sind damit glücklich - und fallen eben einfach mal tot um.

Alles andere würde ja ein Risiko beinhalten.
Die Frage nach dem freien Willen mußte ja natürlich auch kommen. Rein theoretisch betrachtet gibt es diesen freien Willen wohl nicht. Meine Erkenntnis, die ja nicht stimmen muss. Trotzdem sollte man im realen Leben, davon ausgehen (auch wenn es vielleicht eine Illusion ist), dass es ihn gibt. Eine Frage der Selbst- und Fremdbestimmung, des sich Änderns oder Statisch bleiben. Wenn Du selbstbestimmt wärst, ergeben sich die Dinge nicht irgendwie so, sondern nimmst das Risiko, den Mut, schmeißt die Vorstellungen anderer über Bord und begibst Dich auf Schatzsuche in die Karibik. Hebst einen unvorstellbaren Schatz, wirdst Multimilionär und lachst über das was Du geschrieben hast. Überspitzt forumuliert. Wenn da das Risiko nicht währe und natürlich von dir gesetzte Erwartungshaltung, dass der Weg eben gerade und nicht so steinig sein darf.
Natürlich gibt es ein Schicksal. Allerdings werden da verschiedene Leute auch wieder verschiedene Definitionen des Wortes haben. Ist eben die Frage, ob Du dir für Dich vorgesehene Rolle wahrnehmen willst oder einen anderen Weg gehst, der mit Kampf verbunden sein könnte. Der zweitere Weg nimmt Dir jedenfalls für dich die Illusion in einem inszeniertem Theaterstück mitzunehmen und führt Dich möglicherweise zu Erkenntnissen, weil Du Dich ja auf diesem Weg mit dir selber auseinandersetzen mußt.
Aber ehrlich gesagt, wenn persönliche Erkenntnis zu anstrengend ist, dann solltest Du dich doch wieder in die "Matrix" begeben. Mag in gewisser Weise auch bedürfnisbefriedigend sein. Deine Wahl, dein Schicksal, dein Standpunkt.
Duck and away.
 

newyork

Mitglied
Wenn wir schon bei The Truman Show sind können wir auch gleich Bruce Allmighty nehmen.

Er durfte Gott spielen und hat es allen Menschen recht gemacht.
Waren sie damit zufrieden? Ganz entschieden nein!

Und Gott kann nichts für Kriege, Krankheiten, hungernde Kinder.
Die Menschen sind selbst an ihrem Schicksal Schuld.

Jeder kanns nur für sich versuchen ein Stück besser zu machen, aber die Welt verändern?
Das werden wir als einzelne wohl nicht schaffen.

Ich frage mich auch oft wieso das alles sein muss.
Aber ich versuche mich dann auf mich selbst zu konzentrieren. Jedoch falle ich auch schnell wieder in dieses Standard-unzufrieden-sein-Muster zurück. Keine Ahnung, liegt wohl in unserer Natur oder so. Ich denke auch durch den Überkonsum und die Vielfalt von Dingen, PC, Inet, TV etc. beschäftigt man sich überhaupt nicht mehr mit sich selbst oder anderen und stumpft total ab.. früher gings doch auch und die Menschen waren zufrieden mit dem was sie hatten... Vermutlich liegts wirklich viel an der Technik und so.
Ich war als Jugendliche glücklicher als heutzutage.
Heute trifft man sich kaum noch mit Leuten, sondern chattet nur noch und simst mal eben..
Finde das hat auch viel kaputt gemacht & Unzufriedenheit mit sich gebracht..
Wenn du ne Lösung gefunden hast, dann teil sie mir mal mit :)
 

Felix23

Mitglied
@klaas Clever
Danke für die Antwort. Ich merke gerade dass es mir gut getan hat das zu lesen. Das ist ja auch schon mal ein Sinn: So grausam ist die Welt gar nicht, sondern es kommt auch vor dass einem Leute helfen ohne
eine Gegenleistung zu erwarten. Eine Welt wo jeder auf den anderen acht gibt , solidarisch ist, sich kümmert, Freundlich ist usw. wäre ja fast schon ein Paradies....Das Problem ist , ich bin selbst oft gleichgültig und lieblos , also kann ich von anderen keine Liebe erwarten...Aber das ist ja letztlich die Aussage des Christentums: Erlösung durch Liebe...
Dass du den Film Matrix erwähnst ist interessant. Wie glaubst du steigt man in unserer Gesellschaft aus der Matrix aus ? Ich würde die Pille schlucken :) ...

@new york...
Ich bin mitte 30 und möchte nicht noch mal 20 sein, weil früher die Krisen noch heftiger waren und ich null ahnung vom leben hatte. Wenn ich zurückblicke merke ich dass es ganz allmählich besser wird. Jedes Jahr 2 % mehr gute Momente würd ich sagen. Das Internet ist ja nur ein neutrales Werkzeug. Man kann es auch nützlich einsetzen, ZB um sich wie wir über den Sinn des Lebens auszutauschen und uns so viel. gegenseitig ein Stück weiterhelfen...Gruß Felix
 
K

Klaas Klever

Gast
:D Ich hab mir fast gedacht, als ich das geschrieben habe, dass Du die Pille schlucken würdest bzw. die eine entsprechende. Obwohl die Pille auch eine Falle ist. Früher oder später kommt es irgendwann zu einem Bruch im Leben, der von außen herbeigeführt wird (nehmen wir mal die immer vorhandene Ausnahme von der Regel aus) und dann wird eine Entscheidung so oder so herbeigeführt. Man könnte jetzt darüber nachdenken, ob Liebe eine Illusion ist. Was ist nicht eine Illusion? Im Grunde ist doch der menschliche Geist auch nichts andere als eine programmierbare Einheit. Jetzt müßte ich schon fast in Deckung gehen, weil die meisten Menschen wohl anderer Meinung sind. Sache ich mal lieber du wärst selbstbestimmt und bis zu einem gewissen Grad in der Lag Dich selber zu bestimmen. Dann wäre es doch ein Ziel sich selbst gut zu fühlen (kein Narzissmus, sondern eine gesunde Eigenliebe - keine Gleichgültigkeit sondern vielleicht sogar Leidenschaft im Tun von Dingen). Was will ich damit sagen. Du schreibst, Du wärst gleichgültig und lieblos. Das ist jetzt festgeschrieben für die Ewigkeit? Ist doch nur eine Momentaufnahme. Du könntest das Leben ja auch als Weg betrachten und versuchen dich weiterzuentwickeln. Dabei kann eigentlich nur positives für Dich rauskommen. Aus der Gesellschaft auszusteigen ist natürlich gleich eine extreme Aussage, das Gestalten der Gesellschaft würde mir da besser Gefallen. Eine Überwindung von Gleichgültigkeit wäre ja schon ein guter Anfang, allerdings ist es dann auch so, dass Du mit Problemen zu rechnen hast, da ein "Einsetzen" im richtigen Leben nichts mehr mit Virtualität zu tun hat und hinter der Maske der "scheinbaren" Gleichgültigkeit oft auch versteckte Interessen lauern. Wobei ich zum Schluß wieder auf einen unserer Lieblingsfilme die "Matrix" verweise. Wenn ich das noch so recht in Erinnerung habe, wurden ja die Menschen als Art Batterie gehalten und damit dies reibungslos läuft hat man ihnen eine virtuelle Welt vorgesetzt. :rolleyes:
 

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