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Das Gefühl des Weinens immer wieder zu lassen = Heilung?

Gretchen Wieners

Aktives Mitglied
hallo liebe hilferufler,

ich wollte mal eben fragen, also ich bin jetzt nach 3 wochen aus dem krankenhaus entlassen
worden und dort wurde mir u.a. dringend angeraten, dass ich den schmerz der mich regelmäßig
überkommt unbedingt rauslassen soll also dass ich heulen soll wenn mich das gefühl überkommt
und ich dann auch in der gruppe bleiben soll (ich laufe nämlich meistens noch davor oder spätestens
wenn es soweit ist weg, weil ich mich so minderwertig fühle und deswegen schäme wenn ich weine,
weil ich das gefühl habe es nicht verdient zu haben, dass sich jemand um mich kümmert) und auch
bleiben soll, wenn es mehrere stunden dauert, wie es dort vorwiegend war.

meine frage, glaubt ihr das stimmt, kann man nur geheilt werden, wenn man immer und immer wieder
die situationen konfrontiert, die die schlimmsten gefühle in einem heraufbringen, dann anfängt zu heulen
und auch bei den menschen bleibt, so lange bis es vorbei geht? auch wenn es meistes 1-2 stunden dauert
und unter umständen mehrmals täglich passiert?
mir ist das nämlich wahnsinnig unangenehm und ich will das eigentlich nur durchziehen wenn es wirklich
gute aussichten auf besserung gibt. ich will mich nicht 8 wochen um sonst quälen.
 

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Erna3

Gast
Ich habe dieses stundenlange weinen in einer Klinik kennengelernt und habe es auch zugelassen.
Meistens ließ man mich weinen und kümmerte sich nicht weiter darum.

An dem einen Tag, als etwas geschehen ist was mich sehr getroffen hatte, weinte ich wieder. Aber dieses Mal war ununterbrochen eine der Krankenschwestern bei mir am Bett und streichelte mir leicht über den Arm. Ich kannte es nicht das man mich tröstete und sie sagten auch nichts zu mir, sondern waren einfach nur da. Ein gutes Gefühl!

Nachdem ich aus der Klinik entlassen war, weinte ich wieder jeden Tag und ich sprach meine Frauenärztin darauf an. Sie sagte das ich weinen soll, wann immer mir danach zumute ist.
Im Laufe der Zeit wurde es dann wieder weniger, bis ich gar nicht mehr weinen brauchte.

Ich schäme mich nicht für meine Tränen, da sie echt sind und zu mir gehören....ein Teil von mir sind.
 

Gretchen Wieners

Aktives Mitglied
Ich habe dieses stundenlange weinen in einer Klinik kennengelernt und habe es auch zugelassen.
Meistens ließ man mich weinen und kümmerte sich nicht weiter darum.

An dem einen Tag, als etwas geschehen ist was mich sehr getroffen hatte, weinte ich wieder. Aber dieses Mal war ununterbrochen eine der Krankenschwestern bei mir am Bett und streichelte mir leicht über den Arm. Ich kannte es nicht das man mich tröstete und sie sagten auch nichts zu mir, sondern waren einfach nur da. Ein gutes Gefühl!

Nachdem ich aus der Klinik entlassen war, weinte ich wieder jeden Tag und ich sprach meine Frauenärztin darauf an. Sie sagte das ich weinen soll, wann immer mir danach zumute ist.
Im Laufe der Zeit wurde es dann wieder weniger, bis ich gar nicht mehr weinen brauchte.

Ich schäme mich nicht für meine Tränen, da sie echt sind und zu mir gehören....ein Teil von mir sind.

hallo erna3,
danke für den bericht deines erlebnis.
willst du damit sagen, dass es dann also vll tendenziell hilfreicher ist, wenn da jemand ist, der einen
auch noch tröstet zusätzlich? also nicht nur es akzeptiert dass es so ist und einen nicht verspottet
sondern eben noch zusätzlich verständnis zeigt?
und also hat es dir was gebracht oder? ist dein problem, weswegen du weintest nun verschwunden?

weißt du, bei mir ist das dumme, vom verstand her weiß ich, dass man sich fürs weinen nicht schämen muss.
ich sehe es ja auch an mir selbst, ich lache ja auch niemanden aus weil er es tut oder denke mir er sei dumm o.ä.
aber mein gefühl sagt mir was anderes, dieses sagt mir, dass ich es nicht wert bin, dass ich es nicht wert bin
getröstet zu werden, dass ich deswegen verspottet werden sollte u.m.
wenn ich immer wieder weine und es natrl. nicht passiert, dass jemand so etwas tut/gemein zu mir ist, denkst
du weinen wird dann für mich irgendwann ganz natürlich und ohne scham besetzt sein?
 
E

Erna3

Gast
hallo erna3,
danke für den bericht deines erlebnis.
willst du damit sagen, dass es dann also vll tendenziell hilfreicher ist, wenn da jemand ist, der einen
auch noch tröstet zusätzlich? also nicht nur es akzeptiert dass es so ist und einen nicht verspottet
sondern eben noch zusätzlich verständnis zeigt?
und also hat es dir was gebracht oder? ist dein problem, weswegen du weintest nun verschwunden?

weißt du, bei mir ist das dumme, vom verstand her weiß ich, dass man sich fürs weinen nicht schämen muss.
ich sehe es ja auch an mir selbst, ich lache ja auch niemanden aus weil er es tut oder denke mir er sei dumm o.ä.
aber mein gefühl sagt mir was anderes, dieses sagt mir, dass ich es nicht wert bin, dass ich es nicht wert bin
getröstet zu werden, dass ich deswegen verspottet werden sollte u.m.
wenn ich immer wieder weine und es natrl. nicht passiert, dass jemand so etwas tut/gemein zu mir ist, denkst
du weinen wird dann für mich irgendwann ganz natürlich und ohne scham besetzt sein?
Das die Krankenschwestern einfach nur da waren, war für mich Trost genug. Dadurch fühlte ich mich nicht so allein gelassen mit meinem 'Schmerz' und merkte das da jemand für mich da war und auch da sein wollte.

Also mir bringt das stundenlange weinen jedes Mal etwas, meistens bin ich danach erstmal müde und schlafe ein, aber mit jedem weinen lässt der 'Schmerz' und der 'Druck' nach, bis beides immer weniger wird und irgendwann wieder ganz weg ist.

Ich würde es Dir empfehlen, 'alles raus zu lassen', es wird dir vielleicht nicht sofort besser gehen, aber mit der Zeit....
 
J

john-2

Gast
.....
meine frage, glaubt ihr das stimmt, kann man nur geheilt werden, wenn man immer und immer wieder
die situationen konfrontiert, die die schlimmsten gefühle in einem heraufbringen, dann anfängt zu heulen
und auch bei den menschen bleibt, so lange bis es vorbei geht? auch wenn es meistes 1-2 stunden dauert
und unter umständen mehrmals täglich passiert?
mir ist das nämlich wahnsinnig unangenehm und ich will das eigentlich nur durchziehen wenn es wirklich
gute aussichten auf besserung gibt. ich will mich nicht 8 wochen um sonst quälen.
Hallo,

ob weinen der einzige Weg zur Heilung ist, kann ich nicht sagen. Es hat mir jeden-
falls geholfen. Allerdings muss man auch stark genug für diese Belastungen sein.

Wenn die Belastung zu hoch wird, besteht die Gefahr eines Rückschlags. 1 Std je
Tag war in meinem Fall deutlich zu viel; 3x täglich 5 Minuten sind für mich optimal.

Liebe Grüße

John
 

Gretchen Wieners

Aktives Mitglied
Gibt es vll irgendwas was den vorgang des weinens etwas erträglicher macht bzw. es zuzulassen? bei mir ist nicht das problem, dass ich nicht öfter in die situation kommen würde, aber ich versuche dann eben alles mögliche um es zu verhüten bzw. nicht zu zulassen/zu flüchten. weil ich mich wahnsinnig dafür schäme und angst habe, dass die anderen mich dann noch weniger mögen bzw. mich verstärkt meiden würden. weil sie denken ich bin eine heulsuse und ein blender der nur aufmerksamkeit will und nur ein dummes, verwöhntes, kleines a****loch dass dazu überhaupt kein recht hat...

für mich alleine heulen ist kein problem. aber ich werde jetzt immer mit mindestens 5-20 zuschauern weinen müssen. also mittendrin anfangen auf arbeit z.b. oder im krankenhaus eben und immer in situationen wo eigentlich alles normal ist oder die leute sogar richtig gut drauf sind und dann werde ich anfangen zu weinen und zwar richtig laut, also nicht nur so erstickt ein paar tränen zerdrücken und das ist mir so megapeinlich.
auch wenn ich vom verstand her weiß, dass es das gar nicht müsste. ich weiß doch, dass ein mensch eben weint, wenn er extrem starke, zumeist traurige gefühle hat. das ist nichts verwerfliches. und trotzdem fühle ich so.

soll ich vll versuchen mir genau das, wenn es wieder so weit ist, immer wieder vorzusagen? habt ihr noch ideen?
 
Zuletzt bearbeitet:

Bambieaugen

Aktives Mitglied
Ich weiß noch, wie ich in der 6ten Klasse im Schullandheim einen regelrechten Nervenzusammenbruch erlitt und das permanente Bedürfnis zu weinen hatte.:wein:
Doch als ich meine Gefühle offen gezeigt hatte, hat mich eine Lehrerin angebrüllt, mit den Worten ich solle mich doch nicht so anstellen
Das war ein deutliches Zeichen dafür, dass offen gelegte Traurigkeit unerwünscht ist.

Als Kind habe ich sehr selten geweint, aber seit ich diese Mobbing- und Gewalterfahrungen durchleben musste, habe ich mich zu einem Menschen entwickelt, der sehr nah am Wasser gebaut ist.

Wenn ich jedoch öffentlich weine, was enorm selten vorkommt, dann tun mir Ignoranz und Unverständnis umso mehr weh.
 
J

john-2

Gast
Gibt es vll irgendwas was den vorgang des weinens etwas erträglicher macht bzw. es zuzulassen? bei mir ist nicht das problem, dass ich nicht öfter in die situation kommen würde, aber ich versuche dann eben alles mögliche um es zu verhüten bzw. nicht zu zulassen/zu flüchten. weil ich mich wahnsinnig dafür schäme und angst habe, dass die anderen mich dann noch weniger mögen bzw. mich verstärkt meiden würden. .....
soll ich vll versuchen mir genau das, wenn es wieder so weit ist, immer wieder vorzusagen? habt ihr noch ideen?
Hallo,

sprich' doch mal mit deiner Ärztin über ein stimmungs-
aufhellendes Antidepressivum. Hast Du die Möglichkeit,
die auslösenden Ereignisse zu vermeiden bzw auf den
Abend zu verschieben?
 

Gretchen Wieners

Aktives Mitglied
Hallo,

sprich' doch mal mit deiner Ärztin über ein stimmungs-
aufhellendes Antidepressivum. Hast Du die Möglichkeit,
die auslösenden Ereignisse zu vermeiden bzw auf den
Abend zu verschieben?

hmm, über ein antidepressivum habe ich inzwischen auch schon ernstlich nachgedacht.
ich kann mir nur nicht vorstellen, dass es was bringen könnte. dann weint man einfach nicht mehr?
was fühlt man dann in entsprechenden situationen denn stattdessen?
nein, leider sind die situationen nicht verschiebbar. ich meine, ich könnte sie umgehen indem ich vor ihnen
flüchte, aber au die weise werde ich mich nie verändern wenn ich nur davon laufe.
 

Bambieaugen

Aktives Mitglied
hmm, über ein antidepressivum habe ich inzwischen auch schon ernstlich nachgedacht.
ich kann mir nur nicht vorstellen, dass es was bringen könnte. dann weint man einfach nicht mehr?
was fühlt man dann in entsprechenden situationen denn stattdessen?
nein, leider sind die situationen nicht verschiebbar. ich meine, ich könnte sie umgehen indem ich vor ihnen
flüchte, aber au die weise werde ich mich nie verändern wenn ich nur davon laufe.

Ads können dir eine neue Lebensqualität schenken, von der du nicht mehr zu träumen gewagt hast!

Ich kann dir bestätigen, dass mein Leben vor der Einnahme des Cipralex ein ganz andres war, als das danach. Sofern du an einer Depression leidest, kann dir das passende AD ein neues Leben schenken!!
 

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