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Darf der Staat foltern?

L

Lena7

Gast
Ich denke diese Frage ist ziemlich klar zu entscheiden und die Antwort lautet nein.
Sollte auch in Zeiten des absoluten Terorrismus das absolute Folterverbot abgeschaft werden?
Oder sollte man die Würde eines Menschen höher ansehen auch eines Teroristen als das Leben von 1.000 Menschen?
Ist es nicht in Fällen wie dem Daschner Fall, wünschenswert, wenn der Staat gesetzlich festgelegt hat, ausnahmsweise zu foltern? um ein Menschenleben zu retten.
 

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xmajax

Mitglied
nein! niemals!
es kann immer sein, dass man den falschen erwischt hat. übrigens auch das einzige argument, das für mich gegen die todesstrafe spricht, die ja ungefähr in die gleiche richtung geht.
solang auch nur eine minimale chance besteht, dass der mensch, den man vor sich hat, unschuldig ist, muss man ihn auch so behandeln.

es gibt natürlich auch fälle, in denen es klar ist, dass der betreffende mensch schuldig ist, sich aber einfach weigert zu reden. ich bin dafür, denen jeglichen komfort zu nehmen, von denen sie heute einfach viel zu viel haben, damit sie nicht auch noch belohnt werden, aber foltern darf niemals eine option werden.
denn wenn es erst mal so ein gesetz gibt, wird es unter garantie auch ausgenutzt... in fällen, für die es nicht gedacht ist.

der terrorismus ist sowieso längst nicht so schlimm, wie es uns einige menschen so gerne glauben machen wollen.
mir ist es wesentlich lieber, irgendwann durch eine autobombe getötet zu werden (was sehr, sehr unwahrscheinlich ist), als mein ganzes leben lang abgehört, gefilmt und durchsucht zu werden und dann womöglich noch von staatsdienern gefoltert zu werden, weil ich aus irgendeinem grund den verdacht erweckt habe, dass ich jemanden umbringen will.

oder meinst du mit den "zeiten des absoluten terrorismus" gar nicht heute, sondern einen zeitpunkt in der zukunft?
 
L

Lilyan

Gast
Der Staat darf nicht , unser Grundgesetz untersagt es .
Ich würde befürchten das ein Gesetz zur Folterung den Mißbrauch Tür und Tor öffnet .
Gäbe es nicht Menschen die brutal veranlagt sind die diese unglückselige Berufung ausüben würden .
Unschuldige würden dieser Tortur des Quälens ausgesetzt werden .
 
G

Gast

Gast
Es ist nur noch eine frage der Zeit, bei unseren immer weiter fortschreitenden Abbau von Bürger- und Freiheitsrechten so ein Staat wie die USA zu werden...
Ich will es aber nicht hoffen.
 

Soul

Sehr aktives Mitglied
Er sollte und darf nicht und doch geschieht es tagtäglich. Es ist ne Tatsache das hinter verschlossenen Türen mehr geschieht als uns bewusst ist. Guantanamo als Beispiel ist nur die Spitze des Eisbergs...

Soul...
 

Sori

Sehr aktives Mitglied
ich finde, dass das eine schwierige Frage ist.

Man ist sich vielleicht sicher, dass dort ein Täter ist, der etwas entscheidenes weiß - wo das entführte Kind ist, wo der Terroranschlag geplant ist, etc.
Und da kann ich den Wunsch der Beamten und Angehörigen/Betroffenen verstehen, diese Informationen aus ihm rausprügeln zu wollen. Weil man denkt, warum soll ich den schonen, wenn er die anderen nicht schont.

Nichtsdestotrotz stehe ich ebenfalls für ein klares Nein ein:
Denn es gibt immer noch den (wenn auch manchmal schwer zu verstehenden) Grundsatz der Unschuldsvermutung.
Und es gibt die Würde des Menschen, eben auch die potentieller Verbrecher.
Im Übrigen kann es in meinen Augen kein Weg sein, selbst Gewalt zu verwenden, um Gewalt zu vermeiden.
Nicht zu vergessen, das schon vorgetragene Argument, dass eine Legalisierung von Folter höchstwahrscheinlich sehr schnell ausgenutzt werden würde.
 

Missis

Aktives Mitglied
Generell darf nicht gefoltert werden, meine ich. Wobei ich allerdings im Fall Daschner das Vorgehen für gerechtfertigt hielt. Für mich war das übergesetzlicher Notstand. Hätte er die Folter angeordnet, als bereits bekannt war, dass das Kind tot ist, hätte die Sache anders ausgesehen, so musste Daschner davon ausgehen, dass der Junge noch lebte und in Lebensgefahr schwebte.
 
B

Benjamin-29

Gast
Für mich war das übergesetzlicher Notstand.
Nach unserern Gesetzen, war das kein übergesetzlicher Notstand. Es ist ja nicht das erste mal, dass die Polizei einen Entführer schnappt und das Opfer retten will. Darum gibts eindeutige Gesetze für solche Situationen - und die sagen, dass nicht gefoltert werden darf.

So weit ich weiss, hätte es aber ein übergesetzlicher Notstand sein können, wenn nicht die Polizei sondern Privatleute den Entführer erwischt hätten. Für solche Situationen sind unsere Gesetze wohl nicht eindeutig.

Meiner Meinung nach können Gesetze so ein Dilemma aber sowieso nicht lösen. Wenn man die Wahl hat wenige Menschen zu foltern und damit wahrscheinlich viele Menschen vor Schlimmerem zu bewahren - dann ist das eine schwierige Wahl. Das wird dann immer eine Gewissensfrage sein. Und das muss jeder mit sich selbst ausmachen.
 

mikenull

Urgestein
Ich bin in jedem Fall gegen Folter - was auch dem Gesetz entspricht. Es darf nicht die geringste Ausnahme geben.

Aber: Ich weiß z.B. das oft auf Polizeirevieren bei Vernehmungen von Verdächtigen "leichte" Folter angewandt wird. Einen meiner Bekannten hat man mal mit Handschellen eine Zeitlang an ein Heizungsrohr auf der Polizeiwache angekettet. Freilich ist sowas nur äußerst selten beweisbar - es wird aber gemacht.
 

Schildkröte

Aktives Mitglied
Hallo Lena.
Die Antwort hast du schon klar gegeben - nein! In keinem Falle! Wer maßt sich an, darüber zu entscheiden, welcher Mensch wichtiger ist, oder welcher Mensch überhaupt gefoltert werden darf? Nur das menschliche Ego würde sich für eine Folterung eines Menschen entscheiden - aus Machtinteressen! Ein Mensch der in einem anderen Menschen immer die dahinter steckende Seele sieht, die vielleicht einen oder mehrere Fehler begangen hat, wird sich ihrer eigenen Fehler besinnen und diesem Menschen vergeben. Das wäre wahre Liebe und kein Ego! Liebe Grüße Bherka
 

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