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charakterschwach und unselbständig

Kylar

Namhaftes Mitglied
Kann es sein, dass du aus einer Familie kommst in der schon seit mehreren Generationen alle durch die Bank eher einen niedrigen Bildungsgrad erreicht haben, dementsprechend eher schlechtbezahlte Jobs haben oder z. T. auch arbeitslos sind?
Habe da schon öfters das Phänomen beobachtet, dass, wenn dann mal ein Kind tatsächlich Chancen auf höhere Bildung hat, von der eigenen Familie Steine in den Weg gelegt werden, damit dieses Kind das BLOß NICHT schafft.
In solchen Familien wurde meist den Eltern selber , als sie noch Kinder waren, vermittelt "wir haben eh keine Chance" "uns bleibt gar nichts anderes übrig" "die Welt will uns ganz unten sehen". Zum Teil wird auch ein "Feindbild Mensch mit hochwertiger Bildung" installiert. Oft wird das dann alles zur selbsterfüllenden Prophezeiung.
Wenn dann das eigene Kind plötzlich zeigen will, dass es eben doch anders geht, entstehen bei den Eltern konfuse Ängste, weil es gegen das geht, was sie ihr Leben lang beigebracht bekommen, gedacht und gelebt haben. Zum Teil ist es wohl Angst um das Kind, weil tatsächlich der Gedanke da ist " Mein Kind kann das gar nicht schaffen und ich bewahre es nur vor dem Versagen/der Demütigung", zum Teil ist es aber wohl auch Kampf um das eigene Weltbild, was man nicht aufgeben möchte. Denn wenn das eigene Kind zeigt, dass es eben DOCH anders geht, dann hätte man es theoretisch mit etwas Mühe ja vielleicht auch doch selber schaffen können.

Will nicht sagen, dass das in allen Familien mit durchgehend niedrigem Bildungslevel so ist, aber untergekommen ist mir das schon ein paar Mal. Könnte das bei dir vielleicht auch so sein Taavi?

Ich wunder mich nämlich schon, dass deine Eltern/dein Vater sich nicht nur weigern, dich finanziell zu unterstützen, sondern nicht mal bereit sind, ein paar Unterlagen fürs Bafög Amt zur Verfügung zu Stellen. Damit legen sie dir schon krass Steine in den Weg und manipulieren deine Bildungschancen, grad wenn sie gleichzeitig vielleicht ahnen, dass du ein loyaler Sohn bist, der es äußerst ungerne auf eine rechtliche Außeinandersetzung ankommen lassen will.

Genau das würde ich dir aber raten, wenn deine Eltern dir Geld, das DIR zusteht unterschlagen sollten (z. B. Kindergeld oder Unterstützung für deine Bildung). Bildung ist ein hohes Gut, und grad wenn du unbedingt willst, dann solltest du es auch versuchen.
Lasse dich da von deinen Eltern nicht mit Absicht "unten halten".
Wenn du unbedingt studieren möchtest (des Studieren willens, und nicht als bloßes Kompetenztraining und um von zuhause wegzukommen), dann tue es. Das du da dann härter kämpfen musst als andere, die Unterstützung von ihren Eltern bekommen, ist ungerecht, aber wenn du wirklich einen Willen hast, dann ist da auch ein Weg.
Und auch wenn du denkst, da ist eine riesige Wand vor dir, mache es wie gesagt ganz langsam Schritt für Schritt.
Mache erst mal einen Termin beim Jugendamt und/oder Berufbildungszentrum, und dann höre dir einfach an, was die dir so zu sagen haben. Das kannst du dann in Ruhe sacken lassen und dann überlegen was der nächste Schritt ist. Vielleicht kommts dir nach dem Gespräch schon gar nicht mehr so schwer und unüberwindbar vor. Vielleicht haben die auch eine ganz andere Idee, auf die du noch gar nicht gekommen bist, die dich aber total überzeugt.
Vielleicht überzeugt dich auch gar nichts was die sagen, dann kannst du immer noch hinschmeißen, i. S. von sich den Eltern fügen (auch wenn ich dir das nicht empfehlen würde. Es ist DEIN Leben) .
Auf jeden Fall bedeutet so ein Beratungstermin nicht, dass du danach dann weiter ins Handeln kommen MUSST. Also du kannst jederzeit sagen: stopp, das geht mir zu schnell/zu weit.

Ich würde dir aber wünschen, dass du es schaffst so einen Termin zu machen und dadurch etwas bei dir ins Rollen kommt und du dann etwas finden kannst, was dich erfüllt, sei es nun Studium , Ausbildung, erst mal soziales Jahr/ Auslandsjahr/ Selbstfindungsphase....Und das du dir dafür dann auch, mit Hilfe von entsprechenden Ämtern, das Geld dafür erkämpfst, dass dir zusteht.
 

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Sisandra

Moderator
Teammitglied
Was mir gerade noch einfällt, schau dich mal um ob für den von dir angestrebten Studiengang auch duales Studium angeboten wird. Da verdienst du bereits während des Studiums eigenes Geld und sammelst auch noch Berufserfahrung.
 

Sarnade

Aktives Mitglied
Habe da schon öfters das Phänomen beobachtet, dass, wenn dann mal ein Kind tatsächlich Chancen auf höhere Bildung hat, von der eigenen Familie Steine in den Weg gelegt werden, damit dieses Kind das BLOß NICHT schafft.
Habe mal gelesen, dass es für dieses Phänomen auch einen Namen gibt. Man nennt es "Krabbenkorbsyndrom": Die Krabben, die aus einem halb offenen Korb herausklettern wollen, werden von den Krabben unter ihnen immer wieder herabgezogen und am Verlassen des Krabbenkorbs gehindert.

Und wenn wenigstens die engere Familie einem den Bildungsaufstieg gönnt und einen unterstützt, dann gibt es zumindest entferntere Verwandte, die neidisch reagieren und sticheln. Das habe ich selber auch erlebt.

Selbst hier im Forum werden Akademiker teilweise von Userinnen und Usern verunglimpft, die es beruflich nicht so weit gebracht haben.
 
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