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Charakteränderung Hilfsbereitschaft

KB24

Mitglied
Hallo,

meine Verlobte hat mich am Wochenende stark kritisiert, als sie mich fragte, ob ich heute zu ihrer Freundin mitgehe, um dort einen Schrank aufzubauen, die Freundin sei ja schwanger.

Ich verstehe mich sowieso nicht mit der Freundin und auch nicht mit ihrem Mann und hab meine Verlobte gefragt, was denn der Mann machen würde an dem Tag. Sie wurde gleich stinkig, weil sie hätte ja mich gefragt und möchte mit mir den Schrank aufbauen und nicht mit ihrem Mann.

Habe die Welt nicht verstanden, wieso ich meinen halben Tag verschwenden soll für Leute, mit denen ich mich eh nicht verstehe, nur weil meine Verlobte meint, ihrer schwangeren Freundin zu helfen, was völlig in Ordnung geht, wenn sie es unbedingt möchte, aber dann soll der Ehemann mithelfen.

Ich sei früher nicht so gewesen und sie würde sich den alten Freund wünschen, was die Hilfsbereitschaft angeht.

Gebe ich auch zu, dass ich früher viel hilfsbereiter war und mittlerweile nicht mehr. Das liegt daran, dass ich oft auf die Schnauze gefallen bin. Laut ihrer Aussage sei das doch egal, Hauptsache ich helfe...

Früher hab ich meinen Freunden immer ohne wenn und aber geholfen, als ich deren Hilfe gebraucht hatte, kam nichts außer Ausreden. Mittlerweile habe ich meinen Freundeskreis auf drei sehr gute Freunde reduziert und ein paar "normale" Freunde. Ich gab meinen damaligen Freunden auch gerne was aus. Irgendwann merkte ich, dass so gut wie nie was zurückkam. Als ich auf einem Fest gefragt hatte, wer noch eine Wurst haben möchte, sagte ein Freund, dass er gerne eine hätte. In dem Moment fragte ich, ob er denn 3 € hätte, er meinte dann, ich soll doch nicht so geiern.

Habe auch oft geholfen, obwohl ich nicht gefragt wurde und wenn es mal schief lief, war ich natürlich der Idiot. Wir hatten einmal das Thema über die privaten Parkraumkontrolleure. In der Gruppe regten sich alle auf, dass es eine Schweinerei sei und sie es aber halt bezahlen musste.

Genau wegen diesem Thema war ich beim Anwalt und er klärte mich auf. Wir zeigten sogar die Firma bei der Polizei an, wegen Betrugsversuchs, da mir gedroht wurde und gelogen wurde. Habe seitdem sicherlich mehrere Forderungen erhalten, nie gezahlt mit dem Widerspruch vom Anwalt und es kam nie vor Gericht.

Ich erzählte die Situation in der Gruppe, dass sie es nicht zahlen müssten. Ich wurde gleich ausgelacht, ob ich sonst nichts zu tun hätte und zur Polizei gehe wegen sowas.

Ich deckte sogar einen Fall in dem örtlichen Klinikum auf, weil meine Verlobte dort arbeitete und mir berichtete. Ich hatte nachrecherchiert und anschließend dem Gesundheitsamt gemeldet. Das Gesundheitsamt übernahm den Fall und es wurden Maßnahmen gesetzt, so dass das Klinikum diese auch durchführte. Das Personal war darüber sehr froh.

Aber am Ende des Tages wurde ich öffentlich vom Bürgermeister und Klinikum schlecht geredet. Das Personal wurde eingeschüchtert, so dass ich zwar was gutes getan habe, aber in der Öffentlichkeit als Idiot dastehen musste und das Personal sich nicht traute, etwas zu tun.

Für diese Aktion wurde ich ebenfalls von damaligen Freunden ausgelacht, ob ich nichts besseres zu tun hätte. Ich tat es ja nicht für mich, sondern für meine Verlobte und das Personal.

Es gab noch viele andere Aktion z. B. auf der Arbeit oder Schule. Ich hatte immer den Mut, die Themen beim Lehrer oder Chef anzusprechen, bis zu diesem Punkt standen die Leute natürlich alle hinter mir, danach aber plötzlich nicht mehr.

Dank mir hatte ein Mitschüler seine erste 1 in Mathe geschrieben, davor immer 4. Wir haben zusammengelernt und ich zeigte ihm paar Tricks. Ich gratulierte ihm danach und sagte, dass meine Tricks anscheinend geholfen hätten. Seine Antwort dann vor allen Leuten, das stimmt doch gar nicht, er hätte alleine gelernt.

Ich erwarte keine Gegenleistung oder so, aber ich war schon sehr traurig als Bekannte, die sich bei mir immer melden, wenn sie was brauchen wie vom Flughafen abgeholt werden oder hingebracht werden möchten oder ich die Elektrosachen wie Steckdosen und Licht montieren könnte, mich dann zum Gartenfest nicht einladen, wo aber wirklich fast jeder aus dem Bekanntenkreis eingeladen war.

Seit 1-2 Jahren habe ich jetzt so die "mir egal" Einstellung, klappt nicht immer, aber wird immer besser. Außer meine besten Freunde brauchen mich, die mir auch immer geholfen haben oder eben Eltern oder Schwiegereltern.

Meine Verlobte meint, ich würde doch gerne helfen und soll es auch machen, egal was ist. Ja es stimmt, dass ich gerne helfe, aber tatsächlich mittlerweile nicht mehr. Am Anfang hatte ich den inneren Drang und es fiel mir sehr schwer nein zu sagen oder jemandem ungefragt nicht zu helfen. Aber mittlerweile stört es mich immer weniger.

Seitdem haben wir quasi fast Funkstille. Sie fällt auch jedes mal auf die Schnauze, weil sie auch hilfsbereit ist und heult sich dann bei mir aus, dass sie sich jedes mal Zeit nehmen würde, aber die Freunde dann immer kurz vorher absagen. Sie helfen geht, aber uns beim Umzug niemand geholfen hat.

Aber sie will es nicht ändern, aber es stört sie, dass ich nicht mehr so bin und ich kann die Diskussionen langsam nicht mehr ertragen. Es sei eine ganz schlechte neue Charaktereigenschaft von mir...

Wie seht ihr dass denn? Ich denke, es gibt da draußen genug Leute, die dasselbe durchgemacht haben wie ich. Wie geht ihr damit um?
 

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Sunny35

Neues Mitglied
Hallo,
Ich sehe das genauso wie du. Hatte ähnliche Erfahrungen und helfe nur noch Leuten bei denen ich weiß das ich mich im Notfall auch auf sie verlassen kann. Hätte auch nicht anders reagiert, zumal du dich nicht mit den Freunden verstehst und deine Verlobte Ihre Hilfe zugesagt hat und nicht du. Da würde ich mehr Verständnis von deiner Verlobten erwarten...sie weiß doch bestimmt was du alles erlebt hast oder? Hoffe Sie sieht das noch ein. Wünsche Euch alles Gute.
 

Geißblatt67

Aktives Mitglied
Hallo @KB24, der biblischen Aufforderung, auch noch die andere Wange hinzuhalten, kommt wohl kaum einer nach.

Ich bin mit dir einer Meinung, dass man schon auch hin und wieder eine Gegenleistung für erbrachte Hilfe erwarten darf. Man muss nicht jedem helfen.

Um konkret beim Beispiel zu bleiben: Hat die schwangere Freundin sonst gar niemanden, der helfen könnte? Dann würde ich mir schon überlegen, ob ich nicht doch helfe. Wenn es deine Freundin aber einfach sofort spontan angeboten hat, ohne dich vorher zu fragen, würde ich mich auch nicht sofort in der Pflicht sehen.

Ein ganz heißes Eisen ist es, als Außenstehender Probleme irgendwo aufzuzeigen. Da würde ich mich an deiner Stelle doch eher zurückhalten.
 
G

Gelöscht 118888

Gast
Musst nicht helfen wenn du nicht willst.

Aber eine Chance das Verhältnis zu der Freundin deiner Freundin zu verbessern wäre es.

Der haussegen ist auch wieder hergestellt.

Kann schon vorkommen das man etwas gut meint und hilft und trotzdem Kritik abbekommt.

Jemand zu helfen bedeutet aber nicht das man auch immer was zurück bekommt. Das ist eher eine uneigennützige Sache.

Als Dank bekommt man oft nur ein Lächeln ein Danke aber eben manchmal auch Kritik.

Eine Bekannte arbeitet ehrenamtlich in einer kleiderkammer. Das hilft vielen Menschen die selbst wenig Mittel für Kleidung haben. Da werden Spenden gesichtet, ausgestellt und an die bedürftigen verteilt.
Viele sind sehr dankbar aber immer wieder ist einer dabei der sich beschwert, die Menschen dort anpöbelt... Trotzdem ist es eine Arbeit die sehr vielen hilft. Also sollte man die Kraft aus den vielen positiven Ereignissen ziehen und nicht aus den hin und wieder vorkommenden negativen.

Wenn du die Chance hast etwas zurück zu geben ist das doch schön. Dazu kannst du gemeinsam was mit deiner Freundin machen...
Was nun der andere Mann macht kann dir doch egal sein. Wenn du ihn nicht magst sei froh das er nicht da ist.
So ein Schrank ist schnell aufgebaut. Danach gibt es vieleicht noch Kuchen essen oder so und dann macht euch einen schönen Nachmittag...
 

Ombera

Aktives Mitglied
Ich habe als Extrembeispiel mal erlebt, dass sich jemand einen kompletten Umzug durch Freunde durchführen ließ und selbst nicht dabei war. So ein Ausnutzen ist schon dreist.
Leuten zu helfen, die man gar nicht mag - naja, das wär auch nicht mein Ding.
 

Eva

Aktives Mitglied
Wenn man ein hilfsbereiter Mensch ist, wird man schon von Menschen, die man mag, ausgenutzt. Ist mir oft genug so ergangen. Warum solltest du also einem Menschen helfen, den du noch nicht mal magst?

Wäre die Schwangere Single, würde ich schreiben: Ja, helfe ihr. Aber so? Ihr Ehemann lacht sich ins Fäustchen wenn du das machst.

Für deine Verlobte habe ich leider gerade kein Verständnis. Allgemein finde ich helfen zwar auch richtig und auch wichtig, aber der Depp vom dienst sollte auch keiner sein.
 

KB24

Mitglied
@Sunny35 meine Verlobte weiß sehr wohl Bescheid, wie oft ich auf die Schnauze gefallen bin, insbesondere jetzt mit der Klinik. Wegen Rufmord konnte ich auch nicht zur Polizei gehen, da das Gesundheitsamt zwar meine Dokumentationen und die Vorfälle bestätigte, aber die Bestätigung nicht schriftlich übermitteln wollte, da das Klinikum in der Coronazeit sicherlich genug andere Probleme hätte.

Aber das ein einfacher kleiner Bürger jetzt zu unrecht als Volldepp steht, ist natürlich egal. Obwohl der kleine Bürger selbstständig dafür gesorgt hat, dass die Sicherheit vor Corona und Arbeitsbedingungen verbessert wurden.

Die schwangere Freundin hat natürlich eine ganze Sippschaft, die ihr helfen könnte, aber der Schrank ist natürlich von IKEA und meine Verlobte hat natürlich exakt den gleichen Schrank und kennt sich somit aus. Ich habe keine Lust, nach 17 Uhr rüberzufahren und dort anzupacken, das kann gerne der Ehemann oder der Cousin übernehmen. Der Schrank ist leider nicht schnell aufgebaut, glaubt mir ;).

Ich helfe nur noch meinen drei besten Freunden. Wenn die anrufen und Hilfe beim defekten Kühlschrank brauchen, bin ich sofort dabei. Wenn ich anrufe und sage, dass ich Hilfe beim Umzug brauche, kommen die trotzdem für ein paar Stunden, obwohl sie danach noch arbeiten müssen.

Meine Erfahrung zeigt mir auch, dass wenn Leute wie ich, sich irgendwann ändern, es dem Umfeld sofort negativ auffällt. Wenn dreiste Kollegen frech und dreist sind, kommen sie damit immer durch. Wenn ich es einmal mache heißt es, was mit mir los sei, ob ich nicht gut geschlafen hätte uvm.

Sie macht sich auch ständig fertig, wenn sie sich für ihre Freundinnen einsetzt, von denen nichts kommt. Sie verliert sogar manchmal tränen, es nimmt sie definitiv mehr mit als mich damals. Sie fand es sehr traurig, da sie in die Wellness wollten und ihre Freundin kurzfristig abgesagt hatte. Passiert ihr regelmäßig, so wie bei mir früher und es nervt nur. Aber ändern möchte sie ja auch nichts...
 
M

Miezie

Gast
Sehe das so:
Wenn der Mann der Freundin Zeit hat, dann ist es eigentlich an ihm den Schrank aufzubauen.
Verstehen würde ich es, wenn der Ehemann der Freundin einen Kumpel fragen würde.

Etwas anderes wäre es, wenn die schwangere Freundin alleine wäre und dann deine Verlobt dich fragen würde ob du mir helfen würdest den Schrank aufzubauen.

Warum du da nun helfen sollst, logisch erschließt sich mir das nicht ganz.
 
das sieht für mich bereits nach manipulation aus. sie versucht deine hilfe zu erzwingen, weil es ihre beste freundin ist. "sie würde sich den alten Freund wünschen, was die Hilfsbereitschaft angeht. "
Damit versucht sie dich zu einem unter Druck zu setzen (könnte sich nen anderen suchen) und dir ein schlechtes Gewissen zu machen. Sowas zu sagen ist schon verdammt dreißt und dich offen mit dem Ex zu vergleichen. Sowas würde ich in einer ernsten Beziehung absolut nicht durchgehen lassen.
 

üllö

Mitglied
Die schwangere Freundin hat natürlich eine ganze Sippschaft, die ihr helfen könnte, .....
das kann gerne der Ehemann oder der Cousin übernehmen. Der Schrank ist leider nicht schnell aufgebaut, glaubt mir ;).
Ich helfe nur noch meinen drei besten Freunden. Wenn die anrufen und Hilfe beim defekten Kühlschrank brauchen, bin ich sofort dabei. Wenn ich anrufe und sage, dass ich Hilfe beim Umzug brauche, kommen die trotzdem für ein paar Stunden, obwohl sie danach noch arbeiten müssen.
Deine Einstellung zum Thema Hilfsbereitschaft ist gesund. Lass' dir nix anderes einreden.
 

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