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Bewerbungsgespräch, wie vorbereiten?

Fleu80

Mitglied
Hallo,

ich habe die Tage ein Vorstellungsgespräch. Dort geht es um einen Gruppenleiterposten. Ich wurde unmittelbar nach Erhalt der Unterlagen kontaktiert, wodurch ich davon ausgehe das ich gute Chancen habe.

Leider ist es so das ich mich eigentlich total schlecht verkaufen kann. Ich bin eben nicht so geübt darin mich positiv ins Licht zu rücken. Bei meinem letzten Gespräch habe ich total versagt das vorletzte bin ich wenigstens noch zum Probearbeiten eingeladen worden.

Es kommen immer Fragen die mich unsicher machen.

Gibt es diverse Verhaltensregeln die ich einhalten kann wo man schon halb gewonnen hat? Die Tips im Netz sind meist für gehobene Posten. Bei mir handelt es sich war auch um einen leitenden Posten aber eben nur im unteren Bereich :) sowas wie Vorarbeiter einer Putzkolone.

Ich würde gerne ein paar Bewerbungsgespräche üben. Gibt es hier Leute die Erfahrung haben und mit mir z.b. im Chat ein Gespräch üben würden? Ich habe schon einen sehr lieben Kontakt hier gefunden mit dem ich schon übe möchte diesen aber nicht überlasten und würde gerne auch noch andere darin einbinden wenn jemand sich bereit erklärt mit mir ein 30 Min. Chat abzuhalten.

Problem ist auch, ich würde gerne die Defizite in der Firma jetzt bei dem neuen AG erläutern weiß aber nicht ob ich dann die andere Firma nicht durch den Dreck ziehe wenn ich erwähne was mir z.b. nicht so gefällt dort.

Jemand bereit mir dabei zu helfen?

Wäre super!

LG
 

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Wesen4891

Mitglied
Wichtig ist neben dem, was Du sagst, auch, wie Du es sagst. Komm mit freundlichem Lächeln und selbstbewusst in den Raum, wo das Gespräch stattfindet. Wenn Du so schnell eine Einladung bekommen hast, wollen die Dich schon gern haben. Schaue im Gespräch die Gesprächspartner an, das macht einen interessierten Eindruck. Nervös ist jeder, das ist nicht schlimm, aber lass Dich davon nicht beherrschen. Wenn Du einmal eine Frage nicht verstehst, frag nach. Das ist nicht schlimm. Auch beim Abschied solltest Du lächeln.

Viel Erfolg"
 
D

dirk k

Gast
Hallo Fleu,

wahrscheinlich komme ich aus einer anderen Branche. Aber ich habe in meinem Leben schon einige Gespräche geführt und auch zwei Bewerbungstrainings hinter mich gebracht.

Auf keinen Fall das aktuelle Unternehmen in den Dreck ziehen. Wenn deine Verbesserungsvorschläge oder Optimierungsvorschläge nicht angenommen wurden, dann kannst du das sagen. Im Gespräch kannst du das mit praktischen Beispielen belegen.

Du bist wie du bist und die nächsten Jahre wolltest du dich bestimmt nicht verstellen. Was Du dir überlegen kannst: ein Bewerbungstraining eventuell lass das per Video aufzeichnen. Auch die Körpersprache eines Menschen ist nicht unwichtig. Leider habe ich nur einen Surfstick und der ist noch bis zum Monatsende gedrosselt.

Warum glaubst du hast Du in den vorherigen Gesprächen total versagt?

Viel Glück
 

bird on the wire

Aktives Mitglied
Hallo Fleu,

ich nehme in unserem Betrieb an sehr vielen Vorstellungsgesprächen für die unterschiedlichsten Positionen teil. Außerdem verfüge ich über viel Erfahrung im Theaterbereich.

Ich kenne mich mit Chat nicht aus. Wenn ich es richtig verstehe, ist das ein rein virtuelles schriftliches Gespräch. Das ist daher mit einer realen Gesprächssituation nicht vergleichbar. Es fehlen Stimme, Mimik, Körpersprache. Auch der Rhythmus von Frage und Antwort ist anders als in einem richtigen Gespräch. Für eine Probe würde ich daher lieber mit real anwesenden Menschen üben.

Falls das nicht möglich ist, weil Dir dafür ein Probepartner fehlt, ist auf jeden Fall gut, wenn Du für Dich allein die Situation nicht nur vorm PC oder auf der Couch liegend leise im Kopf sinnierend durchspielst, sondern real mit lauter Stimme und Bewegung und Gestik. (Das ist auch immer ein Schock für die Schauspieler, wenn es von der Leseprobe oder Textprobe ins richtige Spiel übergeht, denn plötzlich weiß man nicht wohin mit Händen und Füßen, die Nase juckt und wann zieht man die Jacke aus ud sieht jeder daß man zittert, wenn man das Glas hebt...)


Es ist relativ einfach, Folgendes zuhause zu üben:
  • Reinkommen, lächeln, offen und freundlich sein, begrüßen, Frage nach dem Getränk und der Anreise beantworten, evtl. kurz entschuldigend anmerken, daß man nervös ist
  • Dann folgt normalerweise ein Monolog zu dem Thema "Stellen Sie sich kurz vor, Sagen Sie was zu Ihrer Person, Werdegang, aktueller Tätigkeit und warum sie sich um diese Stelle bewerben" (der Text muß sitzen, den kann man gut üben. Und das gibt schon mal Sicherheit)
  • Bei uns kommen dann anschließend meist solche Fragen:
"Wie haben Sie von der Stelle erfahren" (interessiert uns einfach, um zu gucken, wo man pot. Bewerber gut erreicht)
"Was wissen Sie über unser Unternehmen?" (Da erwarte ich von einem Bewerber, daß er alle wesentlichen Infos zu unserem Betrieb runterbeten kann. Ich erwarte einfach, daß jemand im Vorstellungsgespräch sich umfassend informiert hat und für unseren Betrieb interessiert. Wenigsten die Infos von unserer Internetseite, Aufbau, Aufgaben, Mitarbeiterstruktur, Umsatz etc. sollte er parat haben. Und ein - zwei Sätze, warum er gerade bei uns arbeiten will. Ich kann es gar nicht leiden, wenn der Bewerber den Eindruck macht als habe er sich überall beworben und es sei ihm egal wo er arbeitet oder er hätte sich nur beworben, weil das jobcenter ihn dazu bewegt...)
"Was sind Ihre Stärken? Was sehen Sie als ihre Schwäche an?" (Frage dient dazu, den Bewerber ein bißchen zu kitzeln, damit er was von sich zeigt. Gar nicht leiden kann ich an der Stelle Floskeln aus Bewerbungsratgebern. Das hör ich sofort raus. Oder das obligatorische "Meine Schwäche ist daß ich manchmal zu ernsthaft ein Ziel verfolge und meine Ungeduld." So ein Schmarrn. Das sagt wirklich jeder zweite!
"Warum sollen wir gerade Sie einstellen"
"Was sehen Sie als ihren größten Erfolg bisher im Leben?" (immer wieder spannend, was da für Antworten kommen"
"Wie stellen Sie sich einen typischen Arbeitstag auf der Stelle, für die Sie sich bewerben, vor?"
"Wie gehen Sie mit Streß und Belastung um? Welche Strategien haben Sie, um für Ihre Gesunderhaltung zu sorgen? Wie entspannen Sie sich?"

Was Du auch üben kannst sind Antworten auf Fachfragen oder Situationsbeschreibungen mit der Frage "wie würden Sie sich in so einer Situation verhalten?". Laß Dir dazu einfach ganz unterschiedliche Fragen stellen und übe schnell und souverän zu antworten. Übe vor allem auch Deine Reaktion auf Fragen, die Du nicht beantworten kannst oder die Du falsch beantwortet hast oder wo Du einen Blackout hast. Du kannst Fehler oder Blackouts nicht verhindern, aber einen freundlichen und souveränen Umgang damit üben.


Auf gar keinen Fall solltest Du Dich negativ über Deinen aktuellen Arbeitgeber äußern. Höchstens "ich fühle mich in der Arbeitsatmosphäre nicht so wohl", aber selbst das ist in den meisten Firmen schon zu viel. Es sei denn, es gibt etwas, was Dich stört und Dich bewegt, Dich wegzubewerben und Du willst ganz sichergehen, daß sich das in der neuen Firma nicht wiederholt und es wäre ein Ausschlußkriterium für Dich in der neuen Firma z.B. "mich stört die Wechselschicht in der alten Firma und ich möchte das zukünftig nicht mehr" oder "mich stört, daß ich jedes Wochenende arbeiten muß. Gelegentlich ist das ok, aber ich möchte zukünftig auch mal ein Wochenende mit der Familie verbringen."


Zum Schluß kommt immer die Frage "Haben Sie noch Fragen an uns?" Darauf solltest Du Dich auch vorbereiten. Am Besten Zettel mit Fragen mitnehmen. Fragen zu Gehalt, Arbeitzeiten, Arbeitskleidung, Urlaub, unbefristet oder befristet, Probezeit, Einarbeitung, neugeschaffene Stelle oder Vorgänger noch im Unternehmen, organisatorische Einbindung...


Insgesamt ist am allerwichtigsten, daß Du so wirkst als ob Du die Stelle wirklich unbedingt möchtest und ansonsten einfach ein netter, ehrlicher und authentischer Typ bist.
Deshalb ist ganz ganz wichtig, daß das Üben nicht dazu dient, Dich zu verstellen oder irgendwas auswendig runterzurattern, sondern nur für Dich selbst zur Sicherheit ist. Damit Du die Gesprächssituation souveräner erleben kannst. Im Gespräch selbst wird es dann sowieso immer wieder Überraschungen geben und Du mußt improvisieren. Es geht nur darum, durch das üben Routine zu bekommen und Dein Nervosität in den Griff zu bekommen, nicht darum, etwas vorzuspielen, was Du nicht bist. Die Firma will ja gerade Dich kennenlernen und einschätzen, daher ist es wichtig, daß Du Dich Ihnen ehrlich und authentisch zeigst. Alles andere weckt nur Mißtrauen.


Ich wünsche Dir viel Vergnügen beim Üben und viel Erfolg im Gespräch.
 
Zuletzt bearbeitet:

Guppy

Aktives Mitglied
@bird on the wire
Um Gotteswillen, bei so einem Unternehmen möchte ich nicht arbeiten.
Demnach sucht ihr nach einer Person, die sich verstellt und geheucheltes
Interesse anbringt.

Diese 0815 Gesprächsthemen aus dem Buch sind der reinste Horror.
Darauf bereitet sich jeder vor und kriegt natürlich die Standard-
Antworten geboten. Die Personaler sind nicht in der Lage ein Gespräch
ohne Fragen zu führen und sich auf den Bewerber einzustellen. Finde
ich sehr schade.

Aber schöne Zusammenstellung. Danke.

Außerdem verfüge ich über viel Erfahrung im Theaterbereich.
Genau! Schauspieler kommt rein und sitzt vor 2-3 Schauspielern. :D
Bessere Theaterveranstaltung gibt es nicht..

@TE
In deinem Fall würde ich mich auf diese Fragen vorbereiten:

Wie stellen Sie ihr Leben in fünf Jahren vor? (privat/beruflich)
Was sind ihre Stärken und Schwächen?

Fragen an das Unternehmen ausarbeiten!

Mehr nicht. Alles andere ergibt sich aus dem Gespräch.

L.G.uppy
 

bird on the wire

Aktives Mitglied
@bird on the wire
Um Gotteswillen, bei so einem Unternehmen möchte ich nicht arbeiten.
Demnach sucht ihr nach einer Person, die sich verstellt und geheucheltes
Interesse anbringt.

Diese 0815 Gesprächsthemen aus dem Buch sind der reinste Horror.
Darauf bereitet sich jeder vor und kriegt natürlich die Standard-
Antworten geboten. Die Personaler sind nicht in der Lage ein Gespräch
ohne Fragen zu führen und sich auf den Bewerber einzustellen. Finde
ich sehr schade.

Aber schöne Zusammenstellung. Danke.


Genau! Schauspieler kommt rein und sitzt vor 2-3 Schauspielern. :D
Bessere Theaterveranstaltung gibt es nicht..

@TE
In deinem Fall würde ich mich auf diese Fragen vorbereiten:

Wie stellen Sie ihr Leben in fünf Jahren vor? (privat/beruflich)
Was sind ihre Stärken und Schwächen?

Fragen an das Unternehmen ausarbeiten!

Mehr nicht. Alles andere ergibt sich aus dem Gespräch.

L.G.uppy

Ich kann nur meine Erfahrung wiedergeben. Wir suchen eben keine Schauspieler.

Aber es ist erschütternd, wenn Du jemanden fragst, was wissen Sie über unser Unternehmen, und da kommt nix. Dann fragst Du Dich schon, warum bewirbt der sich bei uns?

Und ich habe dutzende Bewerber erlebt, die einfach schweigend vor einem sitzen und sich nicht mal selbst vorstellen können oder strukturiert ihren Werdegang. Oder die eben komplett vom Thema abkommen, ewig über ihren alten Arbeitgeber herziehen oder nur über ihre Hobbies erzählen.

Oder die so nervös sind, daß die nur noch verkrampfen. Es geht beim Üben darum gerade für diejenigen, die noch nicht oft in solchen Gesprächssituationen waren, Sicherheit zu erlangen und Routine. Damit man sich auf das Gespräch konzentrieren kann und nicht über Hände, Füße, Stimme nachdenken muß.

Und es macht einen Unterschied, wenn man geübt hat, zu Fehlern und Blackouts freundlich entschuldigend zu stehen. Was meinst Du, wie viele Bewerber ich erlebe, die dann komplett überfordert sind.

Das was ich aufgeführt habe sind ja nur die Standardfragen. Den größten Teil des Gesprächs machen Fachfragen aus, um die fachliche Eignung des Bewerbers zu testen. Und dazu kommen noch die Plauderfragen zum Wohlfühlen und um die Persönlichkeit ein bißchen einzuschätzen und seine Einstellungen, um zu gucken, ob der Bewerber zu uns paßt.

Es geht eben nicht darum, zu schauspielern. Das tun meiner Erfahrung nach nämlich genau die Ungeübten, Ängstlichen. Wenn Du das 20 Mal in verschiedenen Variationen geprobt hast, dann findest Du zu Deiner eigenen Haltung. Es geht ja eben nicht darum, eine Rolle einzustudieren und etwas vorzuspielen, was man nicht ist, sondern die Sicherheit zu gewinnen, sich gelassen selbst zu zeigen.

Ich würde mir min. bei jedem zweiten Bewerber wünschen, er hätte sich ordentlich vorbereitet.

Wenn jemand die Zeit und Mühe für eine ordentliche Vorbereitung scheut, entsteht bei mir der Eindruck, daß er nicht wirklich die Stelle will.

Ich erwarte kein geheucheltes Interesse von einem Bewerber, sondern echtes ernsthaftes Interesse, sonst kann er sich die Bewerbung sparen.
 
Zuletzt bearbeitet:

bird on the wire

Aktives Mitglied
Die Personaler sind nicht in der Lage ein Gespräch
ohne Fragen zu führen und sich auf den Bewerber einzustellen. Finde
ich sehr schade.
Nur zur Erklärung Guppy:

Schon aus rechtlichen Gründen mußt Du das Auswahlverfahren gut dokumentiert haben und für alle Bewerber einer Bewerberrunde in etwa standardisiert und vergleichbar halten.

Und wenn Du von morgens früh bis abends spät in Vorstellungsgesprächen sitzt und am Tag 7 - 14 Bewerber (je nach Länge des Gesprächs und der zu besetzenden Position) erlebst, dann bist Du dankbar für Deinen Zettel mit Fragen, auf dem Du Dir was zu den Antworten der einzelnen Bewerber notieren kannst, damit Du am Abend noch weißt, wer eigentlich morgens um 8 da war.
Und an so einem langen anstrengenden Bewerbertag wünscht Du Dir auch, die Bewerber hätten sich ähnlich professionell vorbereitet wie wir. Wir wissen um die Bedeutung und Verantwortung unserer Entscheidung, aber bei manchen Bewerbern frage ich mich, welche Bedeutung die dem Gespräch beimessen. Insoweit finde ich es prima, daß Fleu sich vorbereiten möchte, um die Gesprächssituation souverän zu gestalten.
 

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