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Dr. House

Gast
Ich stimme da nicht zu, Max, und glaube, dieses Denken ist eher deiner deutschen Identität geschuldet. Nehme mal an, du bist Deutscher......

Der Nationalstaat ist meiner Meinung eine der großen Errungenschaften der Menschheit. Dass wir ein Konstrukt gebildet haben, einen Staat, in dem es eben nicht wie früher z.B. auf die Religion ankommt, auf die Ethnie usw.

Es kommt auf die Staatsbürgerschaft an und die kann, zumindest in den westlichen Ländern, frei vergeben werden. Egal ob man nun weiß oder schwarz ist, Christ oder Muslim, hier geboren oder eingewandert usw.

Es ist nur eine deutsche Illusion, dass der Nationalstaat der Vergangenheit angehört. Ein Amerikaner identifiziert sich in der Regel als Amerikaner, über sein Land. Genauso wie der Italiener, Franzose usw.

Die Deutschen haben meiner Meinung nach eine gebrochene nationale Identität und flüchten sich daher in Träumereien: Ein Staat EU, die Welt ohne Nationalstaaten - unter dem Dach der UN usw.

Die Finanzkrise zeigt meines Erachtens gerade ganz deutlich, dass am Ende der Nationalstaat der sichere Hafen ist. Der, auf den man zählen kann.
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
... dass am Ende der Nationalstaat der sichere Hafen ist. Der, auf den man zählen kann.
Du meinst wohl, die kleinere Einheit, die überschaubare?

Dann müsste dir ja das Schweizer Modell gut gefallen, denn da ist ja auch das Thread-Thema Verantwortung völlig anders gestaltet.
 
D

Dr. House

Gast
Ich liebe die Schweiz.

Aber ich meine damit eher, dass wenn alles versagt - das internationale Finanzsystem, die Wirtschaft, die Banken usw - dass dann der Staat eingreift, reguliert und der Retter ist. So wie jetzt auch.

Die Mehrheit der Menschen denkt nun mal nicht so, ersehnt sich nicht das Ende der Nationalstaaten.

Um ein Gemeinschaftsgefühl zu erschaffen, braucht man eben Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel die selbe Sprache, die selbe Geschichte, die selbe Kultur usw.

Das ist ja schon in Europa schwierig, obwohl wir sehr viele Gemeinsamkeiten haben. Wie soll das bitte mit ganz anderen Ländern, mit ganz anderen Regionen, mit ganz anderen Kulturen funktionieren?

Solidarität, ein wichtiger Punkt.

Man kann an meinen Patriotismus, an meine Liebe zum Land appellieren und mir sagen, dass ein Teil meines Einkommens abgezogen wird und anderen Deutschen bzw. Menschen, die in diesem Land leben, zur Verfügung gestellt wird, weil sie sich nicht selbst ernähren können.

Das freut einen nicht, aber es wird akzeptiert.

Wir sind Teil einer Gemeinschaft. Wir sprechen die selbe Sprache, haben die selbe Geschichte, im Großen und Ganzen die selbe Kultur usw.

In einer Gemeinschaft ziehen die Starken die Schwachen mit.

Wie bitte soll das geschehen, wenn es ganz andere Länder sind?

Man kann den Menschen nur schwerlich klarmachen, sodass sie es auch akzeptieren, dass sie Teil einer Weltgemeinschaft sind. Mit Ghana, ebenso wie China, Venezuela, Kanada usw.

Zurecht lehnen das die meisten Menschen ab.
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Um ein Gemeinschaftsgefühl zu erschaffen, braucht man eben Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel die selbe Sprache, die selbe Geschichte, die selbe Kultur usw.
Oder eine gemeinsame Idee - z.B. von Freiheit, Gleichheit, Pluralismus (muss ja nicht gleich die Brüderlichkeit sein).

Aber wenn -mit den Worten der Amerikanischen Unabhängigkeitserkärung gesprochen- glaube, dass "alle Menschen gleich geschaffen sind ..." dann sehe ich kein Hindernis, in ihnen auch mein "Gemeinschaft" zu erkennen, zumindest den größten teil von ihnen.

Ich weiß ja wenig über deine privaten Kontakte - aber wenn ich mit Leuten aus meinen Fachgebieten aus anderen Ländern oder Kontinenten spreche fühle ich da oft viel mehr "Verwandtschaft" als mit einem deutsch sprechenden Kleingeist.

Im Übrigen könnte uns auch ein isoliertes Deutschland kaum helfen ohne internationale Handelsbeziehungen oder sonstigen Austausch. Alles hängt da zusammen inzwischen.

Zu Deutschland und den Träumen nach größeren Einheiten noch: Kann es nicht auch so sein, dass man in Deutschland nach den Erfahrungen von 1871 begriffen und verinnerlicht hat, dass es sinnvoller ist, in größeren Strukturen zu leben und zu wirtschaften als in kleinen und kleinsten - mit Freien Reichsstädten, Zollgrenzen überall und x Währungen und Gewichte?
 
B

Benjamin-29

Gast
Man kann den Menschen nur schwerlich klarmachen, sodass sie es auch akzeptieren, dass sie Teil einer Weltgemeinschaft sind. Mit Ghana, ebenso wie China, Venezuela, Kanada usw.
Ich denke, dass du mit deiner Behauptung falsch liegst. Die meisten Menschen haben gerade nicht das Bedürfnis, sich gegen andere Menschen abzugrenzen, sondern sind neugierig, flexibel und innovativ. Dass Menschen Gruppen bilden, bedeutet nicht, dass wir uns abgrenzen wollen - es bedeutet in erster Linie, dass wir uns zusammenschliessen wollen.

Es gibt natürlich eigenbrödlerische Menschen, die vor Neuem und Fremden Angst haben und am liebsten nur ihr eigenes Süppchen kochen wollen. Aber solche Menschen sind Aussenseiter. Wenn die meisten Menschen so wären, dann hätten wir uns als Spezies nicht so rasant entwickelt. Wie Werner schon sagt, ist es ein großer Vorteil, wenn jemand offen für Neues und Fremdes ist.



Zurecht lehnen das die meisten Menschen ab.
Von was willst du dieses Recht denn ableiten? Erklär mal.
 
D

Dr. House

Gast
Werner, in der Unabhängigkeitserklärung steht aber nicht, dass alle Menschen Amerikaner sind und dadurch einen Anspruch auf die Hilfe der USA haben.

Das ist nämlich der Unterschied.

Es gibt einen Unterschied zwischen der Gleichheit der Menschen, die keiner in Frage stellt, und den Status der Staatsbürgerschaft.

Dies auch als Antwort auf Benjamin.
 
B

Benjamin-29

Gast
Das ist ein guter Tip, das werd ich mal versuchen. Mal gucken was dann passiert.
 

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