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Benötige ich eine Therapie?

Lilli333

Mitglied
Hallo,

ich befürchte, dass ich in einem Burnout stecke. Fühle mich total energielos. Selbst Kleinigkeiten, wie eine Geburtstagseinladung stressen mich. Mein größter Wunsch momentan wäre, für ein paar Wochen dem Alltag entfliehen und komplett zu regenerieren.

Mein Leben in Kurzfassung: Ich war ein sehr hibbeliges Kind und konnte nie still sitzen (jedoch wurde dagegen nie etwas unternommen). Ich hatte viele Hobbies, vor allem Sport und kann mich an keine Zeit meines Lebens erinnern, dass ich einfach mal dasaß und nichts tat. Immer Action. Schule, Hausaufgaben, Training, Duschen, Lernen, Schlafen. Immer wieder.
Mit 19 machte ich mein Abitur. Meine Eltern haben sich in diesem Jahr getrennt und mein damaliger Freund verstarb an einem Motorradunfall. Ich bin daraufhin ausgezogen in eine eigene Wohnung und war bis dato ein sehr positiver und energiegeladener Mensch. Trotz der Schicksalsschläge war ich immer happy.
Jedoch bin ich dann in eine Binge-eating-Störung gerutscht und kam daraufhin in Therapie. Da ich mit meinem derzeitige Job und Studium sehr unglücklich war, habe ich mich für ein neues Studium beworben und bin in eine neue Stadt gezogen. Die Therapie wurde aus diesem Grunde abgebrochen. Meine Therapeutin meinte, ein Wohnortswechsel ist ausreichend. Und sie hatte Recht. Ich habe meine Essstörung vollkommen in Griff bekommen, ohne weitere Hilfe.

Seit 2 Jahren bin ich jedoch in einem Loch. Bin für 1,5 Jahre total in eine Abhängigkeit mit meinem Exfreund gerutscht, welcher ein böses On-Off-Spiel mit mir trieb. Als die Beziehung dann entgültig beendet war, fühlte ich mich endlich mal wieder frei. Ich habe das mit der Pille in Verbindung gebracht, die ich nach der Beziehung absetzte, jedoch denke ich, dass die Abhängigkeit mit Ende der Beziehung endlich gebrochen war.

Ich startete sehr positiv, hatte viele Ziele, die ich mit Power anstrebte. Wollte definitiv keine Beziehung, um mich erst einmal zu regenerieren. Habe dann aber einen Mann kennengelernt, in den ich mich verliebte. Ich bat ihn aber um Zeit, da ich erst meine vorherige Beziehung verarbeiten wollte. Er akzeptierte es und wir kamen dann schließlich zusammen. Er tat mir gut, ich konnte ihm vertrauen, ich fühlte überhaupt keine Abhängigkeit mehr, er war eine Stütze in meinem Leben, und ich konnte meine Ziele weiter verfolgen, ich selbst war mein Mittelpunkt.
Jedoch hatte er eine derart dramatische Beziehung vor mir, die er nicht verarbeitet hatte, worauf es zu vielen Streits kam, da er mir nicht vertraute. Das war ein Kreislauf, ich fing an, wie seine Ex zu werden, er begann dieses Spiel, dass er sich unsicher war über die Beziehung etc. Somit rutschte ich wieder in meine Abhängigkeit. Jedoch habe ich diese Abhängigkeit in den Griff bekommen. Ich arbeite jeden Tag daran, dass ich nach mir selbst schauen muss und nicht er mein Mittelpunkt ist, ich kann ihn nicht halten, wenn er gehen will kann er gehen. Ich hatte ein offenes Gespräch mit ihm: Ich berichtete ihm von meiner Angst und Abhängigkeit, aber auch dass ich dagegen ankämpfe. Mein Körper ist momentan so schwach, dass ich mir über ihn schon gar keine Sorgen mehr machen kann. Dies liegt aber wahrsch auch daran, dass er mir jeden Tag zeigt, dass er das mit mir durchstehen möchte. Er geht in Therapie wegen Burnout und nimmt mich da auch ab und an mit. Er lässt mich wirklich komplett an seinem Leben teilhaben. Nur ab und an habe ich meine Aussetzer und denke er will mich verlassen. Dann bekomme ich einen Hass auf meinen Ex, da der mich da so traumatisiert hat und meine Selbstbewusstsein zerstört hat.

Meine Sorgen um meine Beziehung sind momentan sehr gering. Wenn wir füreinander bestimmt sind, werden wir das durchstehen, wenn nicht, hat das einen auch einen Sinn. Meine GRÖßTE SORGE ist mein KONZENTRATIONSPROBLEM.

Jetzt bin ich wieder hier. In meinem Loch. Kann mich nicht konzentrieren, habe mir für das nächste Jahr viel zu viele Ziele gesetzt (Examen machen, Bachelor zusätzlich beenden, Abschlussarbeit schreiben, letzte harte Klausurenphase, Praktika). Ich werde all diese Ziele erreichen, jedoch nicht in diesem Zeitraum. Ich habe eine richtige BLOCKADE im KOPF. Ich schreibe schon all meine Probleme nieder, da ich hoffe, dass mein Kopf danach frei ist. Jedoch hilft das nicht. Ich versuche mich zu motivieren und zwinge mich, mir Zeit zu nehmen für Dinge, die mir Spaß machen. Kopf ist immer noch voll. Als ich damals wegen der Essstörung in Therapie war hatte mein Arzt noch eine Angststörung diagnostiziert. Jedoch weiß ich bis heute nicht, was ich da genau haben soll.
Was ich definitiv habe ist eine leichte Form einer Zwangsstörung. Diese beeinflusst mein Leben jedoch nicht. Ich habe noch ein weiteres Problem, dass ich weder in öffentlichen Toiletten noch zu Hause, wenn jmd zu Besuch ist auf Toilette kann und ich habe eine Brechphobie.

Ich würde sehr gerne in Therapie und mir eine Kur verschreiben lassen, zum Erholen. Jedoch will ich mal verbeamtet werden und mit einer Therapie würde ich mir alles verbauen. Die Therapeutin meines Freundes versucht auf mich einzugehen, jedoch ist dies nicht in vollem Maße möglich. Gibt es Möglichkeiten einer Therapie die meinen Beamtenstatus nicht gefährdet. Ich bin ja kein Psycho. Muss nur lernen auf Toilette zu gehen, mich zu konzentrieren und zu Vertrauen. Ich kann sehr gut meinen Job mit Menschen ausüben, ohne Probleme. Bräuchte nur Hilfe, um etwas entspannter zu leben.



Wäre für Tipps sehr dankbar!!!
 

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Chihiro

Mitglied
Hallo Lilli,

ich kenne deine Sorgen bezüglich einer Therapie und der Zukunft.
Auch die Angst, als "Psycho" abgestempelt zu werden und deine Jobchancen zu verbauen.

Ich kann dir nur sagen, was ich mir immer wieder gesagt habe.
"Ich bin momentan nicht gesund, ich möchte es sein, wenn ich mir etwas gebrochen hätte (eine "rein körperliche" Krankheit hätte) würde ich nicht so lange zögern.

Ich kann dir leider nicht sagen, ob es Möglichkeiten der Kur oder Therapie gibt, die dir keine Steine in den Weg legen, aber vielleicht habe ich trotzdem einen Tipp für dich.
In den meisten größeren Städten gibt es eine psychiatrische Institutsambulanz (P-I-A) bzw. wenn du einen guten Hausarzt hast, könnte er auch ein Ansprechpartner sein.
Sei offen, äußere deine Sorgen und deine Bedenken, auch was die Zukunft und deinen Beamtenstatus angeht.
Du stehst mit solchen Problemen nicht alleine da, "psychisch" Erkrankte werden allzu oft stigmatisiert.
Aber...
Sagen wir doch einfach mal: Du hast eine Lebenskrise und da willst du raus.
Wende dich an die P-I-A, an einen Doc, da gibt es sicher Wege.
Die können dir helfen, einen zu finden!
Liebe Grüße :)
 

Lilli333

Mitglied
Vielen Dank für die Antwort. Das ist genau was ich fühle. Ich fühle mich nicht krank, nur gerade etwas überfordert mit den vielen Dingen. Ich werde mich diesbezügl. mal informieren.

Tut aber schon mal gut, nicht als krank abgestempelt zu werden.
 

Suavi

Aktives Mitglied
Ich nehme an, dass du auf Lehramt studierst?

Zum Thema Verbeamtung: Der Staat schließt mit dir einen Vertrag auf Lebenszeit und will dementsprechend genau wissen, worauf er sich einlässt. Es wäre fahrlässig dir daher eine absolute Antwort zu geben, daher ist hier alles ohne Gewähr.

Zum Einen hast du bereits eine Therapie gemacht, d.h. sofern du diese nicht selbst bezahlt hast, kann der Staat das in deinen Krankenkassen Unterlagen nachlesen. Der Drops wäre also sowieso schon gelutscht. Solange du jedoch nicht wegen irgendwas Schwerwiegendem in Behandlung warst (Schizophrenie etc.), sind psychische Probleme bei Weitem nicht mehr so krass stigmatisiert wie früher. Wer also in der Studienzeit aufgrund von zu viel Stress und Depressionen zur Therapie geht, riskiert damit nicht automatisch die Verbeamtung. Eine Therapie zu machen bedeutet ja auch, dass man seine Probleme anpackt.

Wenn du dich also dazu entschließen solltest eine Therapie zu machen und evtl. auf Kur zu gehen, dann sollte das okay sein. Wenn du wirklich absolut panische Angst hast, damit deine Verbeamtung zu gefährden und dazu das nötige Kleingeld hast, kannst du die Therapie natürlich selbst bezahlen, d.h. dann taucht es in deinen Krankenkassen Unterlagen nicht auf. Günstiger ist jedoch einfach mit dem Therapeuten darüber zu sprechen bei Beginn der Therapie. Es gibt da auch verständnisvolle Therapeuten, die bei der Krankenkasse entsprechend "mildere" Diagnosen einreichen. Ansonsten können psychologische Beratungsstellen erst einmal eine Lösung sein.

Wichtig ist doch erst einmal deine (seelische) Gesundheit. Momentan fühlst du dich einfach überfordert und dein Körper signalisiert dir, dass du mal auf die Bremse treten solltest. Bevor du also wirklich ernsthafte psychologische oder physiologische Probleme bekommst, mach das, was dir gut tut. Und wenn das eben eine Kur und/oder Therapie ist, dann mach das. Gönn' dir die Auszeit. Sowas ist vollkommen nachvollziehbar - auch für den Staat. Allemal besser, als wenn du mit 'nem Nervenzusammenbruch irgendwann eingeliefert wirst.

so long...
 

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