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Bandscheibenvorfall mit 37 Jahren :o :/

katie83

Mitglied
Ja, mal was trauriges. Habe vor zwei Monaten einen Bandscheibenvorfall in der unteren Ledenwirbelsäule.
Ich hatte überhaupt keine Lust zum Arzt zu gehen, eine Bekannte hat mich dann doch überredet. Es hat schon ausgestrahlt.

Habe dann 2x Physiotherapie a la 6 Sitzungen jeweils und Übungen die ich machen kann zuhause und unterwegs.
Lindert es ein wenig. Aber jetzt kommts, seit 1 Woche ist die linke Seite meines Fußen und etwas nach oben taub,
je nachdem wie ich liege mal besser mal schlechter.

Kann jemand meine Erfahrung teilen? Op will ich nicht. :/ Gibt es noch Möglichkeiten? Die mir nicht einfallen im
Moment? Streckbank vielleicht :p

Danke für Eure Antworten.
 

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momo28

Moderator
Teammitglied
Wenn Teile deines Fußes tatsächlich taub sind, dann solltest du dringend zu einem Arzt und auch eine OP in Erwägung ziehen. Evtl. können vorerst auch weiter Physios wie Schlingentisch, dir Entlastung bringen. Aber du solltest da nichts abwarten.

Wenn die Nerven durch den Bandscheibenvorfall weiter geschädigt werden, kann es dir passieren, dass sie sich nicht mehr regenerieren können. Und die Taubheit kann sich weiter ausdehnen.
 

Blaumeise

Aktives Mitglied
Bei Bandscheiben-OPs ist man heutzutage sehr zurückhaltend, was ja durchaus eine positive Entwicklung ist. Bei deinen Beschwerden jedoch wirst du wohl um eine OP nicht herum kommen. Von daher suche möglichst zeitnah einen Arzt auf.
 

bird on the wire

Aktives Mitglied
Taubheitsgefühle sind ein Alarmzeichen und gehören untersucht. Deswegen gehe bitte zum Arzt. Kannst Du noch abwechselnd auf den Zehen und auf den Fersen gehen? Spätestens wenn Blasenprobleme dazu kommen ist höchste Eisenbahn.

Ich habe schon mehrere Bandscheibenvorwölbungen und Bandscheibenvorfälle gehabt. Mehrmals Lendenwirbel, einmal Halswirbel. Mit starken Schmerzen und auch fast ohne Schmerzen. Mit Taunbheitsgegühlen und ohne. Lange Jahre Dauerkrankengymnastik, viel psychosomatische Arbeit, 2 Ops mit vollständiger Ausheilung.

Bandscheibenvorfälle sind langwierig. Der Schmerz und die Einschränkungen entstehen durch Druck des vorgefallenen oder vorgewölbten Gewebes auf die Nerven. Es kann von selbst heilen, wenn eine Vorwölbung sich zurückbildet oder vorfällt ohne Nervenbeeinträchtigung oder wenn vorgefallenes Gewebe im Laufe der Zeit schrumpft oder aus anderen Gründen wieder mehr Platz entsteht und der Druck auf den Nerv nachläßt. Dazu können auch Übungen und Kräftigung der Muskulatur dienen. Aber das dauert meist lang.
Übungen können das ganze aber auch verschlimmern. Z.b. wenn sie unbemerkt nicht korrekt ausgeführt werden oder bei akuten Beschwerden in Schonhaltung durchgeführt werden oder weil sie einfach nicht mehr passend sind zur aktuellen körperlichen Situation.
Ich meine deshalb 12 x Physiotherapie ist zu wenig bei dem Krankheitsbild. Meiner Auffassung nach ist eine längere regelmäßige physiotherapeutischen Begleitung während der gesamten Krankheitsphase erforderlich. D.h. natürlich auch alle paar Wochen wieder Arzttermin.

Wichtig ist auch eine gute Diagnostik. Ist ein MRT gemacht worden? Da muß man manchmal hartnäckig sein. Es ist auch durchaus möglich, daß sich der Vorfall seit der letzten Diagnostik durch weiteres vorgefallenen Gewebe vergrößert hat und daher schlimmere Beschwerden als vorher verursacht. Oder die Nervenschädigung vorangeschritten ist. Das sollte untersucht werden.

Es gibt Indikationen, wo eine Op angezeigt ist. Bei mir waren es 2x sehr große Vorfälle mit entsprechend starken Auswirkungen.

Ich habe aber ansonsten mit der Kombi aus Physiotherapie, Entspannungsübungen und Akupunktur auch gute Erfahrungen gemacht. Kolleginnen von mir haben gezielte Spritzen statt op bekommen. Mit unterschiedlichen Erfahrungen.

Außerdem hat mir vor allem geholfen, insgesamt Druck in meinem Leben loszulassen und aus emotionaler Starre herauszufinden. Quasi innerlich weicher und biegsamer zu werden und liebevoller und achtsamer mit mir umzugehen.

Aber in Deiner Situation ist aktuell genaue Diagnostik und Besprechung der Behandlungsmöglichkeiten mit Deinem Arzt angesagt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Andreas900

Sehr aktives Mitglied
Hallo Katie,

erstmal mein Beileid. Ich bin kaum älter als du, kenne aber auch schon Rückenprobleme - im Grunde seit meiner Kindheit,da ich eine Skoliose habe und seid ich ca. 30 bin regelmäßig Rückenschmerzen.

Meine größte Angst ist auch ein Bandscheibenvorfall und andere Probleme. Inzwischen trainiere ich seit mehreren Jahren zuhause mit einem Online Fittnessstudio und dem Erfolg, dass ich 99% des Jahres komplett beschwerdefrei bin.

Vor allem ist es wichtig Wirbelsäule in alle Richtungen beweglich zu halten und die Haltemuskulatur zu kräftigen. Ein Bandscheibenvorfall heißt ja im Grunde dass dir Polsterung zwischen Wirbelkörpern "rausquetscht". Das passiert vor allem bei einer unelastischen und vertrockneten Bandscheibe. Bewegung und viel trinken ist daher das A und O. (natürlich in Absprache mit dem Arzt)

Wenn dann doch was passiert, wäre eine Op für mich eine Option aber nicht die erste Wahl. Bei chronischen Schmerzen durch einen Bandscheibenvorfall, die sich auch nach 1-2 Monaten konservativer Therapie nicht bessern, kann man eine OP in Betracht ziehen. Das "Rausgequetschte" kann aber manchmal auch durch eine Krankengymnastik wieder reingequetscht werden.

Wo du von einer Streckbank sprichst: Es gibt Menschen die auf eine "Inversionsbank" schwören um die Bandscheibe zu entlasten.

Langfristig aber das allerwichtigste: Bewegung und Kräftigung!
Alles Gute!
 

Dahlie

Mitglied
Habe dann 2x Physiotherapie a la 6 Sitzungen jeweils und Übungen die ich machen kann zuhause und unterwegs.
Lindert es ein wenig. Aber jetzt kommts, seit 1 Woche ist die linke Seite meines Fußen und etwas nach oben taub,
je nachdem wie ich liege mal besser mal schlechter.

Kann jemand meine Erfahrung teilen? Op will ich nicht. :/ Gibt es noch Möglichkeiten? Die mir nicht einfallen im
Moment? Streckbank vielleicht :p
Führst Du die Übungen richtig aus?
Versuche so zu liegen, das keine Verschlechterung eintritt.
Sprich das mit der Streckbank bei einem Orthopäden an, wenn er es für sinnvoll hält, wird er Dir das verschreiben.
Mit etwas Geduld kann die Bandscheibe eintrocknen und den Nerv entlasten.
Das muss der Arzt aber beurteilen!
 

tonytomate

Aktives Mitglied
Außer Spazierengehen würde ich jetzt mal überhaupt keine Übungen machen. Nichts mehr heben, nicht mehr bücken. Es gibt einen Bandscheibenvorfall durch Vorwölbung und einen vollendeten, wenn die Kapsel geplatzt ist. Wahrscheinlich ist es bei dir nur die Vorwölbung und der Nerv wurde gereizt oder gequetscht. Dennoch ist es höchste Eisenbahn sich in eine Klinik zu begeben. So wie bei dir fing das bei mir an und dann war es plötzlich so schlimm als ob ich einen Unfall gehabt hätte. Die Schmerzen waren subjektiv schlimmer als nach einem Motorradunfall. Ich kannte mal jemand, der war zwei Jahre im Rollstuhl nach einem Bandscheibenvorfall. Im Krankenhaus sagen die dir, was gemacht werden muss. Es kann gut sein, dass die dich ein bis zwei Wochen da behalten. Kann sein, dass die Schmerzkatheter anbieten, OP oder nur konservative Behandlung.
 
G

Goast

Gast
Kaum ein Orthopäde würde sich an der Bandscheibe oder dem Rücken operieren lassen, warum wohl.
Nach Meinung von Experten muß jedoch nicht jeder Bandscheibenvorfall operiert werden.
Bei Lähmungserscheinungen sowie Blasen- und Mastdarmentleerungsstörungen ist eine Operation als erste Therapie-Maßnahme meist unumgänglich.
In 80 % aller Fälle hilft die Konservative Behandlung mit Muskelaufbau und Training.
Dauert aber 6 bis 8 Wochen bis Besserung eintritt.
Grundsätzlich besteht immer die Möglichkeit, daß sich die Beschwerden eines Bandscheibenvorfalls von selbst bessern oder verschwinden, weil der Gallertkern mit der Zeit eintrocknet und schrumpft.
Für die hohe Steigerung bei den Bandscheibenoperationen sind medizinische Ursachen selten verantwortlich, es spielt der wirtschaftliche Leistungsdruck in den Kliniken eine Rolle?
Deshalb wird die OP empfohlen, geht schneller und es wird mehrverdient.
Ob die Beschwerden aber damit vorbei sind entscheidet der Zufall.
 

tonytomate

Aktives Mitglied
Am besten hat bei mir Schwimmen geholfen und die Übung sich auf den Bauch zu legen und dann die Beine abwechselnd zu strecken, um die Wirbel in die richtige Position zu bringen. 2 Wochen war mein linkes Bein komplett taub. Jetzt ist die Taubheit auf Knie und Schienbein beschränkt, dabei wirds wohl bleiben, da irreparabel.
 

gigi2

Aktives Mitglied
ich habe jetzt alle Beiträge gelesen - und der letzte Beitrag von Goast stimmt mit meinen Erfahrungen überein.

Deine Beschwerden sind ganz normal bei Beschwerden an L4/5.
Als erstes solltest abklären, ob die Irritationen von verspannten Muskeln kommen.
Du musst also den gereizten Ischias entlasten mit einer Engpassdehnung.

Übung für Faule.
Lege dich auf den Rücken - am Fußende sollte ein Schrank oder eine Wand sein.
Nun nimmst du das Bein, welches dir nicht weh tut und winkelst es im 90 Grad Winkel zum Schrank oder zur Wand ab. Das andere Bein legst du über das Knie des gesunden Beines und bildest mit ihm nach Möglichkeit auch einen 90 Grad Winkel. (sprich du legst es über dein Knie - ich hoffe du verstehst meine Ausführung) Nun drückst du das Knie etwas gegen den Schrank, so kommt immer mehr Dehnung in deine verengte Stellung und der Ischias hat wieder mehr Platz.

Diese Übung kann man auch im Sitzen machen - aber für Faule ist meine Variante genauso effektiv und bequemer.
Stuhl: Du sitzt auf dem Stuhl. Dein schmerzendes Bein wikelst du über deinem gesunden Bein ab. Aufrechte Sitzhaltung!!!!Rücken gerade. Nun beugst du deinen Rücken nach vorne - keinen Buckel machen.
Nun spürst du die Dehnung im Gesäß - also deine Engstelle.

Zudem solltest du deine verspannten Faszien der Pomuskeln und Rückenmuskeln mit einem Tennisball oder LNB Ball bearbeiten. Goggel mal bei Liebscher und Bracht im Netz - das sind Videos und Anleitungen zum Thema LWs Problem.

Nachdem ich von S1 bis L3 versteift wurde und L2 als logische Folge nun auch kaputt wird kenne ich dein Problem eines irritierten Ischias.
Ich verwende das Bomedus Rückenband von der Uni Bonn und Dr. Weigel seit 2016 mit sehr gutem Erfolg.
Bei mir hat sich die Anwendung bewährt, allerdings benütze ich das Band 8 mal 20 Minuten am Tag oder während der Nacht.

Ein Chirurg verdient sein Geld nicht mit beraten, sondern mit operieren.
Hätte ich dieses Wissen mit 20 Jahren auch schon gehabt, hätte ich mir viele Operationen am Bewegungsapparat erspart.
Im Laufe der Jahre hatte ich so viele Bandscheibenvorfälle, dass ich einen neuen Vorfall auch ohne MRT oder CT erkenne, die Geräte bestätigen dann nur noch meinen "eigenen Wahrnehmung"

Sei 10 Jahren lass ich nur noch operieren, wenn ich vorher für mich entschieden habe:
Selbst wenn die OP schief geht, schlechter wie vorher kann es mir auch im schlimmsten Fall nicht mehr gehen.

Die Erwartung der Patienten: kurz unters chirurgische Messer und wieder paletti, ist leider in den meisten Fällen ein Wunschtraum.
Oft wird der Patient auch schlecht aufgeklärt und die Enttäuschung ist umso größer.
Bandscheibengeplagte, egal ob mit oder ohne Operation, werden während ihres Lebens immer an sich arbeiten müssen, um vernünftig leben zu können. Sicher gibt es Ausnahmen - aber sie sind nicht die Regel.

Auch bei einem akuten Bandscheibenvorfall ist Bewegung das A und O.
Im schlimmsten Fall gibt man die ersten Tage etwas Cortison.
Es gibt die verschiedensten konservativen und operativen minimalinvasiven Maßnahmen. Aber das solltest du mit einem Orthopäden, Neurochirurgen oder Schmerztherapeuten besprechen.
Vor einer Operation würde ich auf jeden Fall einen Arzt einer anderen Fachrichtung zu Rate ziehen.
Deine Krankenkasse unterstützt dich beim Einholen einer Zweitmeinung.

Gute Besserung

Gerade an der LWS kannst du mit viel Disziplin und Eigeninitiative viele Übungen selbst machen.
Google mal nach Bandscheibenforum im Netz. Hier erhälst du viele wertvollen Tipps und Übungen.


Bandscheiben trocknen von selbst wieder ein - das dauert und je nach Vorfall kann es auch bis zu einem Jahr dauern bis alles wieder gut ist.
 

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