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Bachelor/Master weltweit: Warum gibt es so unterschiedliche Strukturen, Verläufe und Prüfungsformen? Warum dann dennoch weltweit anerkannt?

Juke

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
mich würde ja einmal interessieren, warum man im weltweiten Vergleich zwischen Bachelor- und Masterstudiengängen dennoch so unterschiedliche Systeme etabliert hat und diese aber scheinbar dennoch als gleichwertige akademische Abschlüsse anerkannt werden.

Nehmen wir als Beispiel einmal einen Online-Master der Universität of Edinburgh im Vergleich zu einem Master in Deutschland
-In UK gibt es Trimester statt Semester
-Wenn ich richtig informiert bin werden die Fächer meist in jedem Trimester in Kursen der Reihe nach abgearbeitet/durchgeführt inklusive der finalen Prüfungsform am Ende des Kurses (nicht unbedingt wie z.B in Deutschland erst am Ende des Semesters)
- Oft gibt es in UK viele verschiedene Prüfungsformen, z.B. Assignments (also z.b. Esseys über den Kuss anfertigen), Teilnahme an Forumsdiskussionen, Mitarbeit an Projekten, Klausuren sieht man dagegen ( zumindest bei den Masterstudiengängen) nicht so oft
Zum Vergleich dazu Deutschland:
- hier gibt es Semester statt Trimester
- Mehrere Kurse laufen parallel pro Semester
- meist folgt am Ende des Semesters als finale Prüfungsform eine Klausur und zwar zu jedem der parallel abgehaltenen Kurse, ab und gilt Hausarbeiten einzureichen als alternative Prüfungsform (eher in den Masterstudiengängen), andere Prüfungsformen sieht man dagegen kaum

Ich hab jetzt nur mal als Beispiel zum Vergleich UK und DE genommen. Sicher ist das aber auch bei anderen Ländern so mit solchen Unterschieden.

Aber warum können trotz solcher Unterschiede Bachelor und Masterabschlüsse als gleichwertig anerkannt werden? Man studiert doch auf völlig verschiedene Art und Weise.... Ich finde es ist eigentlich nicht vergleichbar. Um Mal beim Beispiel oben zu bleiben: Die Arbeitslast in UK scheint mir ausgewogener verteilt, da man nicht final zu jedem Kurs am Ende des Semesters eine Klausur ablegen muss, sondern das bereits spätestens nach Ende jedes einzelnen Kurses erledigt.
Warum wird es also dennoch oft als weltweit gleichwertig anerkannt? Das ist mir nicht klar....
 

Juke

Aktives Mitglied
weil die Art der Lehre je nach Kultur(Tradition) unterschiedlich ist und keiner Wertung unterliegen kann - nach welchem Maßstab sollte das denn sein?
Naja, ich bin halt der Meinung, dass wenn man schon sowas wie die Bologna-Reform hat, mit der man versucht,weltweit gleich anerkannte akademische Abschlüsse zu gewähren, dann müsste das System dahinter, wie man diese erlangt auch überall gleich sein...
 

dr.superman

Aktives Mitglied
ja, das ist aber nicht möglich.
ich habe an der Uni für Erasmus mal Auslandserfahrung angerechnet und die Art der Prüfung bzw. die Punkte waren mir egal;
Hauptkriterium war die investierte Zeit., für was auch immer.
In manchen Ländern wird das in Auswendiglernen investiert, in manchen Ländern für Gruppenarbeit, in manchen für Klausurvorbereitung.
Aber am Schluss bringen alle Leistung auf einem speziellen Gebiet. Der Rest kommt dann im Berufsleben - übrigens auch das Neu-Orientieren.
Auf anabin.de kann man die Anrechnung der Qualifikation überprüfen.
 
G

Gelöscht 50913

Gast
In Deutschland gibt es durch aus auch andere Prüfungsformen. Z.b. Präsentationen, Assignments, Essays und auch Projektarbeiten. Einige Prüngsformen hängen vom Fach und Hochschule/ Uni ab.

Im Bachelor hatte ich folgende Prüfungsformen:
- Klausuren
- Hausarbeiten
- Klausur + Hausarbeit (jedes Semester 1x)
- Hausarbeit + Präsentation

Im Master habe ich
- Klausuren
- Klausur + Hausarbeit
- Hausarbeit + Präsentation
- Projektarbeiten
- Transferberichte

Ein Kollege studiert Wirtschaftsinformatik und muss regelmäßig Assignments und Essays schreiben, neben Klausuren und Hausarbeiten


Du hast leider zu hohe Erwartungen. Es scheitert bereits auf nationaler Ebene. Abi in Bayern ist nicht mit dem Abi in Berlin vergleichbar... wieso sollte die Reform dann auf globaler Ebene funktionieren?
Zumal ein Diplom immer noch angesehener ist als ein Bachelor + Master.
 

Juke

Aktives Mitglied
In Deutschland gibt es durch aus auch andere Prüfungsformen. Z.b. Präsentationen, Assignments, Essays und auch Projektarbeiten. Einige Prüngsformen hängen vom Fach und Hochschule/ Uni ab.

Im Bachelor hatte ich folgende Prüfungsformen:
- Klausuren
- Hausarbeiten
- Klausur + Hausarbeit (jedes Semester 1x)
- Hausarbeit + Präsentation

Im Master habe ich
- Klausuren
- Klausur + Hausarbeit
- Hausarbeit + Präsentation
- Projektarbeiten
- Transferberichte

Ein Kollege studiert Wirtschaftsinformatik und muss regelmäßig Assignments und Essays schreiben, neben Klausuren und Hausarbeiten


Du hast leider zu hohe Erwartungen. Es scheitert bereits auf nationaler Ebene. Abi in Bayern ist nicht mit dem Abi in Berlin vergleichbar... wieso sollte die Reform dann auf globaler Ebene funktionieren?
Zumal ein Diplom immer noch angesehener ist als ein Bachelor + Master.
Das ist interessant. Darf ich fragen, welche Studiengängen an welchen Hochschulen/Uni's das sind? Ich kenn das tatsächlich eher so, das es zumindest beim Bachelor eher Standard ist am Ende vom Semester in jedem Fach, das man übers Semester hatte, eine Klausur zu schreiben. Das war dann oft auch die einzige oder zumindest der Prüfungsnachweis die Prüfungsnachweise, die anteilig am meisten mit reingeflossen ist in die Endnote. Und wenn man sich dann halt z.B. UK anschaut, da werden eher weniger Klausuren geschrieben und halt eher so wie oben beschrieben nach Abschluss eines Kurses (nicht unbedingt zum Ende des Trimesters).

Aber ja, wenn das noch nichtmals auf nationaler Ebene funktioniert mit den 'gleichbedeutenden Bachelor/Masterabschlüssen' (wobei man das ja überall suggeriert bekommt, weil durch Zertifikatsstellen geprüft usw.) - was ist dann überhaupt diese Bologna-Reform bisher wert gewesen? Wobei, du hattest ja jetzt nur vom Abi gesprochen und nicht von den akademischen Ausbildungen ...
 
G

Gelöscht 50913

Gast
Das ist interessant. Darf ich fragen, welche Studiengängen an welchen Hochschulen/Uni's das sind?
Ich habe meinen Bachelor berufsbegleitend (Abendstudium) an der Hochschule für Oekonomie und Management gemacht. Es ist eine private aber staatlich anerkannte Hochschule mit deutschlandweit 35 Standorten, die auch in der Wirtschaft sehr bekannt ist. Viele Großkonzerne wie Siemens, Thyssenkrupp, BMW und Co. kooperieren mit der Hochschule. In einigen Foren wird die Hochschule zerissen, weil man sich den Abschluss "erkaufen" würde...aber alles Quatsch :D wäre es so, würden die Großkonzerne und die größten Wirtschadtsprüfergesellschaften (McKinsey, BCG) ihre Leute nicht auf die Hochschule schicken. Heißt die Konzerne bezahlen die Studiengebühren... Ein Kollege ist nachdem Abschluss vom Mittelstand in ein DAX Konzern gewechselt...

Ich habe meinen Bachelor in Business Administration mit dem Schwerpunkt in Finanzen angeschlossen. Im zweiten Semester hatte ich das Modul wissenschaftliches Arbeiten. Ab da musste ich pro Semester eine Hausarbeit schreiben + eben eine Klausur. Das war in den folgenden Modulen:
- wissenschaftliches Arbeiten (erste einfache Umfragen erstellen, auswerten und interpretieren, Vergleich der Ergebnisse mit der Theorie...)
- Finanzierung & Investion
- Statistik (u.a. vorgegebenen Datensatz mit einem Programm aufbereiten, analysieren und interpretieren..)
- Internationale Rechnungslegung (Hausarbeit über einen Finanzrechnungslegungsstandard + Übertragung auf ein DAX Konzern)
- wissenschaftliche Methoden - qualitativ (Umfrage erstellen, Interviews führen, transkribieren, auswerten, Vergleich der Ergebnisse mit der Theorie etc.)

Sei froh, dass du bisher keine Hausarbeiten musstest. Der Aufwand ist seeeehr hoch und am Ende gibt es dann nur lächerliche 2 CP dafür. Da ist eine Klausurvorbeitung nur ein Witz.

Klausur + Präsentation in Konzernabschluss (Darstellung der Chancen und Risiken im Prognosebericht am Beispiels eines DAX Konzerns + kritische Würdigung)

Den Master mache ich in Finance an der gleichen Hochschule nur an einem anderen Standort.
- Finanzen (Hausarbeit + Präsentation)
- Führung & Nachhaltigkeit (Klausur + Präsentation)
- Transferberichte ab dem 2. Semester
Im 3. Semester + 4. Semester neben Klausuren auch Projektarbeiten

Mein Kollege studiert Vollzeit an einer normalen staatlichen Hochschule in Hamm.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

dr.superman

Aktives Mitglied
t. Darf ich fragen, welche Studiengängen an welchen Hochschulen/Uni's das sind? Ich kenn das tatsächlich eher so, das es zumindest beim Bachelor eher Standard ist am Ende vom Semester in jedem Fach, das man übers Semester hatte, eine Klausur zu schreiben.
also die Klasuurform wird festgelegt, wenn das Modul durch den Modulbeauftragten eingerichtet wird;
die Tendenz ist:
Klausuren in eher unteren Semestern (viele Studierende!)
und eher in Nawis,
da es da auf Quellenarbeit nicht so ankommt (Wasser ist nass, Quelle: Gott/Urknall).

man kann als Dpzent auch kreativ sein,
beispielsweise dürfen meine Studierenden statt der in der Modulbeschreibung vorgegebenen Hausarbeit auch eine sog. "digitale HA" abliefern - indem sie eine HP erstellen.
 

dr.superman

Aktives Mitglied
Sei froh, dass du bisher keine Hausarbeiten musstest. Der Aufwand ist seeeehr hoch und am Ende gibt es dann nur lächerliche 2 CP dafür.
das ist komisch.
Normalerweise wird der Workload für die betreffende Prüfungsleistung ausgerechnet und dann die CPs bestimmt.
Oder,
wenn Modul schon etabliert, die Prüfungsform dem ausgerechneten Workload , vorgegeben durch die ECTS, bestimmt
(1 ECTS circa 25 - 30 Stunden Arbeit, in die Gesamt-ECTS-zeit wird Seminarzeit und Prüfungsvorbereitung + Prüfung selbst mit eingerechnet.... ).
 
G

Gelöscht 50913

Gast
das ist komisch.
Normalerweise wird der Workload für die betreffende Prüfungsleistung ausgerechnet und dann die CPs bestimmt.
Oder,
wenn Modul schon etabliert, die Prüfungsform dem ausgerechneten Workload , vorgegeben durch die ECTS, bestimmt
(1 ECTS circa 25 - 30 Stunden Arbeit, in die Gesamt-ECTS-zeit wird Seminarzeit und Prüfungsvorbereitung + Prüfung selbst mit eingerechnet.... ).
Richtig. Jeder Student beklagt, dass die Aufteilung nicht gerecht ist.
Natürlich kann man Hausarbeit len hinrotzen aber wenn man es ordentlich macht: Literatur sucht, sich einließt, sichtet etc. Ist der Aufwand höher als bei einer Klausurvorbereitung.
 

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