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Aus dem Teufelskreis ausbrechen?

Ich weiß nicht mehr was ich noch tun soll... Mein Leben ist eine einzige Qual. Ich bin 17,m. Meine Eltern sind geschieden, Freunde habe ich schon lange keine mehr, Freundin hatte ich noch nie eine. Es ist einfach schrecklich, wie soll ich Freunde finden? Ich arbeite 40 Std die Woche und am Wochenende sitze ich dumm zuhause. Es ist keiner da, der sich etwas schert um mich, keiner der anruft und etwas unternehmen will, niemand den ich anrufen könnte, um etwas zu unternehmen. Es ist keiner da mit dem ich im Sommer in den Urlaub fahren könnte, es ist keiner da der meinen 18. Geburtstag mit mir feiert (außer meiner (engsten) Familie). Psychisch bin ich total zerstreut, ich leide an sozialer Phobie und einer Depression. In der Arbeit setze ich mich während der Mittagspause nicht zu anderen Kollegen, ich führe auch keinen Smalltalk (ich wüsste garnicht über was ich reden sollte in meinem langweiligen Leben). Und wenn ich dann doch mehr oder wenig mal gezwungen bin, bei einer Betriebsfeier oder so, zittern meine Hände extrem. Das ist immer in unangenehmen Situationen dass ich zu zittern beginne. Die 10mg Fluoxetin helfen eigentlich nicht dagegen und auch nicht gegen meine Probleme. Ich kann einfach nicht mehr, dieses Leben macht doch keinen Spaß, ich hab keine Freude daran, keine Action, kein garnichts... Ich komm mir zurückgeblieben vor, zurückgelassen und abgestoßen von der Gesellschaft/der Jugend. Das Lachen hab ich auch verlernt. Ich denke oft über Selbstmord nach, weil mit dieser Einsamkeit zu leben, ist unerträglich.
 

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Sisandra

Moderator
Teammitglied
Hallo destinoremoto,

dein Beitrag liest sich sehr widersprüchlich. Auf der einen Seite beklagst du dich bitterlich darüber, dass du niemanden hast, auf der anderen Seite vermeidest du jeglichen möglichen Kontakt. Das sind zwei Dinge, die sich schlecht miteinander vereinbaren lassen.

Du schreibst, du bekommst ein Medikament gegen deine soziale Phobie. Machst du auch eine Therapie? Ich denke, ohne wirst du aus diesem Teufelskreis nicht ausbrechen können.

Liebe Grüße
Sisandra
 
Hallo destinoremoto,

dein Beitrag liest sich sehr widersprüchlich. Auf der einen Seite beklagst du dich bitterlich darüber, dass du niemanden hast, auf der anderen Seite vermeidest du jeglichen möglichen Kontakt. Das sind zwei Dinge, die sich schlecht miteinander vereinbaren lassen.

Du schreibst, du bekommst ein Medikament gegen deine soziale Phobie. Machst du auch eine Therapie? Ich denke, ohne wirst du aus diesem Teufelskreis nicht ausbrechen können.

Liebe Grüße
Sisandra
Ja was soll ich denn machen? Ich hab extreme Angst vor Ablehnung, weil ich in meinem jungen Leben eben schon genug Kritik einstecken musste. Auch mein familiäres Umfeld war katastrophal. Meine Kindheit hat mich geprägt. Du hast schon recht es hört sich widersprüchlich an, aber es ist so. Eine Therapie werde ich demnächst beginnen. Bis jetzt war ich auf der Suche nach einem Kassenplatz, aber die Wartezeiten sind bis zu 6 Monate in österreich und ich hab nicht mehr die kraft solange zu warten, deswegen werd ich wohl selbst dafür aufkommen müssen. ich möchte es versuchen, auch wenn ich bezweifle dass ne therapie meine probleme löst
 

Tyra

Sehr aktives Mitglied
Hallo,

mit 17 Jahren bist du noch sehr jung und am Anfang deiner Entwicklung. Habe mehr Geduld mit dir und behandle dich selbst besser! Gieb dir neue Chancen und wirf dich nicht ungeduldig direkt weg wenn es (noch!) nicht so läuft, dass du dich wohl und zufrieden fühlst.

Niemandem wird etwas geschenkt und es ist oft harte Arbeit ein solides Selbstbewusstsein auf zu bauen. Phobien sind Ängste und an sich relativ simpel zu behandeln....vermutlich hast du bereits mit Fachleuten darüber gesprochen und Therapien gemacht? Falls noch nicht wird es Zeit.

Neben psychiatrischer Behandlung ist auch Psychotherapie sehr wichtig. Mach eine Gesprächstherapie und Verhaltenstherapie und gehe dabei auf aktuelle Lebensprobleme ein. Trainier es dich schrittweise mehr zu öffnen und über deine Gefühle und Gedanken zu reden mit Menschen denen du vertraust. Der Schritt hier ins Forum ist ein guter Anfang aber reicht noch nicht...geh weiter und übe dich darin vor Ort in deinem Leben und ganz bewusst in Lebenssituationen.

Selbstmord ist wegrennen und bringt wenig. Betrachte das Leben nicht als Silbertablett auf dem dir alles frei Haus geliefert wird sondern wie ein PC-Spiel in dem du von Level zu Level mit jeweiligen Aufgabenstellungen und Herausforderungen konfrontiert bist...entwickle ein wenig Spass an diesem Spiel und gehe lockerer und mit mehr Spass an diese Aufgaben heran. Krieg deine Ängste und Komplexe in den Griff....wie das kannst du in einer Verhaltenstherapie od.ä lernen.

Soziale Phobie ist Angst vor sich selbst...denn alle anderen Menschen sind auch nicht anders als du...jeder kennt Ängste und andere Gefühle der ganzen Gefühlspalette nach.

Früher ging es mir ähnlich wie dir und mir war es zunächst unangenehm in einigen Situationen aber ich habe mich dann immer wieder mobilisiert gerade unangenehme Dinge öfters zu tun um meine inneren Ängste zu überwinden. Nennt sich Konfrontationstherapie und funktioniert an sich immer....sofern man an den Erfolg glaubt.

Entspannungstechniken solltest du erlernen...Vier-Achter-Atmung und ggf zum Kampfsport um mehr Disziplin und gleichzeitig Lockerheit rein zu kriegen in Körper und Geist.

Depressionen basieren oft auf ungünstiger Denkhaltung und Lebenshaltung....in Verhaltenstherapie lernst du einiges um zu denken und um zu bewerten, was oft wichtig und entscheidend ist. Ergänzend dazu sind östliche Meditationstechniken und Sportarten gut.

Du betrachtest z.B dein Leben derzeit wie ein bereits geleertes Glas..dabei ist es halb voll und du kannst es mit weiteren Übungen weiter füllen.

Freunde kannst du finden indem du z.b ein einen Sportverein gehst...damit auch deine Sozialphobie ein wenig in den Griff kriegst...generell viel Sport machen ist eh ganz gut zur Stabilisierung der Psyche. Von der Arbeit her wirst du ggf auch den einen oder anderen Kollegen ganz nett finden und kannst dich mal einladen lassen oder jemanden einladen ins Kino oder sowas in der Art. Und du kannst ja an sich auch ne Geburtstagsfeier machen und einige einladen. Oder es auch mal genießen allein in den Urlaub zu fahren oder setz ein Inserat ins Netz oder Zeitung und suche dir Urlaubsbegleitung oder sowas.

Wenn dir dein Leben zu langweilig ist liegt es an dir es abwechslungsreicher zu gestalten..wenn du arbeitest hast du Geld und Möglichkeiten dazu...kannst viel Kulturelles machen, viel reisen und dabei auch Menschen kennen lernen.

Mit zu starken Komplexen und zu stark negativ eingefärbten Ansichten über dich selbst verhinderst du allerdings dass dich menschen kennenlernen wollen, da du Abwehrhaltung signalisierst. Der erste Schritt wäre also deine Vorbehalte ggü dir selbst ab zu bauen und mehr Selbstbewusstsein aufbauen damit du lernst auf deine Mitmenschen angstfreier zu zu gehen...es gibt sehr gute Übungen dazu....frag dazu mal einen Verhaltenstherapeuten. Gut sind auch z.B Managerseminare oder Rhetorikkurse oder sowas. Oder Trainingskurse für Bewerbungsgespräche in denen man auch sowas sie Smalltalk übt....das kann an sich jeder und lernt jeder sehr leicht sofern man sich die Zeit dazu nimmt und Raum dazu gibt.

Du bist ein vollständiger Mensch und hast alles was du zu einem erfolgreichen Leben brauchst in dir und hast wie jeder die Aufgabe deine inneren Fähigkeiten voll zu entfalten. Depressionen entstehen in der Regel dann wenn man sich zu stark selbst im Wege dabei steht.

Zum abbau solcher Blockaden kannst du viel tun. Phobien /Ängste sind dazu da sie in den Griff zu kriegen...Tus und es wird weiter gehen....auch mit einer Freundin. Mach keinen Leistungszwang daraus. Ich hatte meine erste feste Beziehung erst mit 25 Jahren oder sowas um den Dreh....Jeder hat da sein eigenes Tempo und das ist in Ordnung so.

Sprich umgehend (= morgen oder innerhalb der nächsten Woche) mit deinem Psychiater über die Selbstmordgedanken und suche dir einen guten Psychotherapeuten mit dem zu regelmäßig einmal die Woche Psychohygiene machst, sprich offen über alles was du so denkst sprichst.
Kann sein, dass du ggf auf einen Therapieplatz warten musst, dann kannst du dich vorher an eine Lebensberatung von Caritas oder Diakonie wenden.
Jede Therapie ist immer nur so gut wie du mit arbeitest und vor allem umsetzt was du dort erarbeitest. Erwarte keinen Paradiesgarten aber gieb dich auch nicht mit Brennesselbüschen zufrieden...such dir die Mitte und dann ab durch die Mitte!

Gruß
Tyra
 
Danke für die ausführliche Antwort, es ist alles nicht so einfach. Die Kollegen sind alle um einiges älter als ich und es gibt niemandem der in meinem Alter wäre. Ich habe bereits überlegt einen Selbstverteidigungskurs zu besuchen, aber dazu fehlt mir einfach der Antrieb. Außerdem ist da wieder die Soziale Phobie, die mich davon abhält. Eine Psychotherpie werde ich demnächst beginnen, bis jetzt nahm ich nur Medikamente, die jedoch relativ wenig bringen. Reisebegleitung in meinem Alter? Wird ebenfalls schwer zu finden sein...

Gruß
destinoremoto
 

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