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Auch wenn es keiner versteht

dauni

Aktives Mitglied
Hallo,

ich war lange nicht mehr hier... Doch geändert hat sich im Bezug auf meine Trauer nichts... Na gut, doch... Ich erlaube es mir heute... Ich darf traurig sein weil ich meine Mama verloren habe. Meinen Fels in der brandung.. Mein ein und alles. Sie ist viel zu früh gegangen. Sie war meine Mama... Und leider zu psychisch krank... Heute versteh ich einiges mehr doch immer nicht genug damit ich ihren tot begreifen kann... Noch immer denke ich, es hätte nicht sein müssen..Ich hätte doch mehr machen müssen :-( Es ist schwer..

Ich habe seitdem sie nicht mehr ist, schon zweimal gehört: win and win. so quasi, ich habe den Kampf gewonnen und sie auch... Unglaublich, oder

SIE HAT IHR LEBEN VERLOREN UND ICH AUCH MEINES
 

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grübelienchen

Aktives Mitglied
Ich kenne die näheren Umstände nicht, aber das hört sich echt bescheiden an von.wegen.win and win :-(
Da hatte ja jemand ne Menge Einfühlungsvermögen.
Wie lange ist deine Mutter denn schon tot?
 

Pechvögelchen

Mitglied
Hallo Dauni,
ich kann dich so gut verstehen! Habe auch ich meine Mama verloren und niemand und nichts kann sie ersetzen. Ich kenn zwar deine Vorgeschichte nicht, aber lass dir von niemanden so einen Blödsinn einreden. Egal was war, du hast ein Recht traurig und auch wütend zu sein!
Ich drück dich ganz fest und positiv sein. Ich versuche das auch mit ganzer Kraft!
 
T

tuny

Gast
Hallo Dauni,

ich kann deine Verzweifelung gut nachvollziehen. Natürlich ist der Tod nicht zu begreifen. Was für eine Art des Begreifens soll dass auch sein? Es klingt so, als meinst du damit ein Verständnis der psychodynamischen Kausalzusammenhänge, bei deren genauerer Kenntnis du zum rechten Zeitpunkt noch hättest eingreifen können. Natürlich besteht diese Hoffnung, in einem rationalen, fast technischen Verstehen der Situation irgendwo einen Hebel finden zu können, mit dem sich der Zug des Schicksals doch noch auf ein anderes Gleis lenken lässt.
Aber der Preis für diese Art des "Begreifens" liegt darin, dass einem die Unsinnigkeit des Schicksals nur noch krasser vor Augen tritt. Dann kommt vielleicht zum Vorschein, dass irgendein nichtiges Ereignis in der Kindheit oder was auch immer zum Auslöser der Erkrankung deiner Mama war und dir wird nur umso klarer, dass ein winziger Zufall absolut gnadenlos über das Leben entscheidet. In dieser Art der Betrachtung liegt absolut kein Trost und es ist kein Platz für Trauer! Fragen nach dem Sinn, die man zwangsläufig stellt, werden niemals durch Kausalzusammenhänge, seien sie psychologischer, chemischer oder sonstiger Natur, beantwortet.
Alles was man dadurch "gewinnt" ist die Illusion der Macht für einen kurzen Augebnlick: Wenn ich alle Zusammenhänge begreife, dann kann ich den Weltenlauf ändern! Manchmal mag das sogar funktionieren. Aber wenn man es nicht konnte, dann kommt all die Hoffnung wie eine Flutwelle aus Schuldgefühlen zurück. Hätte man es nicht wissen können? Hätte man es nicht verhindern können und müssen? Wäre man doch damals nur ein bisschen schlauer gewesen... Nein, man konnte es nicht! Und diese Art des Denkens ist absolut schädlich, denn sie führt zu nichts als Schuldgefühlen und weiterer Sinnentleerung! Diesen Preis sind ein paar "Beeinflussungschancen" des Weltenlaufs nicht wert, denn die Welt wird in dieser Betrachtung zur blinden Maschine und es kann nurnoch darum gehen, sich selbst und seine liebsten zu schützen vor einer erbarmunglosen Mechanik des Zufalls. Das kann und darf nicht alles sein! Halte nicht weiter an der Illusion fest, du hättest irgendetwas ändern können müssen!

Stattdessen: Lasse deine Trauer zu, denn in ihr werden genau die Fragen verborgen liegen, die du dir stellen und beantworten musst. Es werden Fragen außerhalb solcher Kausalzusammenhänge sein, Fragen nach dem Sinn und Wesen der Existenz und des Lebens. Möglicherweise werden es viele Fragen nach deinem Platz im Leben sein und wie du nun zu der Stärke gelangen kannst, dein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ich bin mir sicher, dass deine Mama genau das für dich gewollt hätte. Sie hätte gewollt, dass du dich aufrichten und in dein Leben treten kannst als Person, welche die Stärke der Mutter verinnerlicht hat und auf diese Weise mit ihr verschmolzen ist. Trage deine Mutter zurück in die Welt, indem du dein Leben in die Hand nimmst. Drücke deine Trauer aus, in ihr steckt eine riesige Energie. Dass du das mittlerweile kannst finde ich super und ich wünsche dir, dass du zu immer mehr Stärke in diesem Punkt gelangen kannst.
 

Passiondancer

Mitglied
hey
zu aller erst einmal möchte ich dich gerne sanft in den Arm nehmen...
Du hast dein Thema "auch wenn es keiner versteht genannt"... möchte dir mal sagen, dass ich dich UNHEIMLICH gut verstehen kann, auch wenn ich nichts weiteres von deiner Mutter weiß.
Meine Mutter war auch sehr krank, hatte über 3 Jahre Depressionen. Letztes Jahr hat sie sich das Leben genommen.
Was sie zurückgelassen hat ist eine nun 17 jährige Tochter...
Es ist wichtig, dass du deine Trauer auslebst ja dir vielleicht auch psychologische hilfe suchst, wenn du merkst, dass du damit nicht klar kommst.
Würde gerne mehr über dich und die Umstände erfahren... wenn du magst, kannst mir auch privat schreiben.

Ganz liebe Grüße

Vanessa
 

dauni

Aktives Mitglied
Hallo,


ich danke Euch für Eure Antworten.


Meine Mama ist schon seit 4 Jahren weg...


Ich habe damals auch einen Theard eröffnet: ich darf nicht traurig sein. Wer möchte kann gerne nachlesen.


Ich bin schon weiter wie damals, ich weine für mich alleine, dass geht. Doch vor anderen nicht. Weil es eben fast niemand versteht, meine Meinung ist, dass es nur jemand verstehen und nachempfinden kann, der so etwas ähnliches erlebt hat.


Es ist einfach immer noch schwer für mich. Ich kann es nicht begreifen und wenn ich genau darüber nachdenke, dass meine Mama nicht mehr bei mir ist wird mir schlecht... Ich verdränge ziemlich viel weil ich auch eine kleine Tochter habe. Sie soll nicht leiden müssen...


LG Dauni
 

Andreas900

Sehr aktives Mitglied
Der Verlust der eigenen Mutter ist für viele vielleicht der schmerzlichste Verlust. Man verliert den Halt, den Boden unter den Füßen. Es tut so verdammt weh und es hört nicht auf. Man kann sich ablenken aber nicht auf Dauer.

Ich sage mir immer, dass eine Mutter sich wünscht das ihr Kind glücklich wird. Das beste, das man für seine Mutter tun kann, ist leben. Der Verlust darf weh tun, es zeigt nur, dass wir alle Menschen sind....

alles Gute!
 

dauni

Aktives Mitglied
Meine Gedanken heute,

nach so vielen Jahren muss es doch mal besser sein? Nicht wahr? Ich habe alles was sich ein Mensch wünscht, ein tolles Kind, einen lieben Mann und seit einem halben Jahr endlich meinen lang ersehnten Hund. Was will man mehr?
Ich hab ein Dach über dem Kopf, genug zu essen... Es gibt wahrscheinlich viele die gerne mit mir tauschen würden, denn ich weiß, einen Mann zu haben, der trotz all der scheiße zu mir hält ist einzigartig. Ich habe so gesehen echt viel Glück. Und trotzdem bin ich so undankbar. Ich weiß, ich sollte alles mehr schätzen, weil eben alles so schnell vorbei sein kann. Aber, ich kann nicht, außer funktionieren.

Meine Mama fehlt mir so. Es tut immer noch so weh. Warum? Weil ich nicht gehandelt habe. Es quält mich!
 

Eisherz

Sehr aktives Mitglied
Meine Gedanken heute,

nach so vielen Jahren muss es doch mal besser sein? Nicht wahr? Ich habe alles was sich ein Mensch wünscht, ein tolles Kind, einen lieben Mann und seit einem halben Jahr endlich meinen lang ersehnten Hund. Was will man mehr?
Ich hab ein Dach über dem Kopf, genug zu essen... Es gibt wahrscheinlich viele die gerne mit mir tauschen würden, denn ich weiß, einen Mann zu haben, der trotz all der scheiße zu mir hält ist einzigartig. Ich habe so gesehen echt viel Glück. Und trotzdem bin ich so undankbar. Ich weiß, ich sollte alles mehr schätzen, weil eben alles so schnell vorbei sein kann. Aber, ich kann nicht, außer funktionieren.

Meine Mama fehlt mir so. Es tut immer noch so weh. Warum? Weil ich nicht gehandelt habe. Es quält mich!
Ach Dauni, warum nimmst Du Dich denn so hart ins Gebet? Du konntest Deiner Mutter damals nicht helfen, das haben Dir bestimmt viele Menschen gesagt. Auch wenn Du glaubst, Du hättest etwas ändern können ...
Es ist schön zu lesen, dass Du Deine eigenen kleine Familie hast. Halt sie fest und lass die schwere Last aus der Vergangenheit nicht zu, dass sie Dich erdrückt.
Deine Mama wird Dir immer fehlen ... darf sie auch, aber es sollte nicht wie ein langer schwarzer Schatten über Dich fallen, Du lebst und Deine Mama wäre glücklich, wenn sie sehen könnte, wie gut Du Dein Leben meisterst. Ich weiß, dass das jetzt vielleicht ein wenig komisch anmuten könnte, aber mein Vater ist seit vielen Jahren tot, er ist auch relativ jung verstorben, manchmal habe ich das Gefühl, er beschützt mich von irgendwo ... auf jeden Fall lebt er durch mich weiter. Und das sollte Deine Mama auch für Dich sein, sie lebt in Dir weiter, sie ist nicht vergessen.
Quäle Dich nicht mit den Schatten der Vergangenheit, Du kannst nicht in sie zurück, Du lebst jetzt und hier und hast Deine Familie, mit der Du eine glückliche Zukunft haben kannst.

Alles Gute
 

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SarahLizzie 03. 12.2015... „Wenn das eigene Leben dich vergisst. Aber, du niemals mich.“ Trauer 1

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