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Arbeitgeber scheint mich nur aus Mitleid noch zu beschäftigen :-(

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Gast

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Hallo liebes Forum,

ich (fast 40) putze 8 Stunden pro Woche in einem Bürogebäude. Der Job läuft nicht über eine Reinigungsfirma sondern ich bin bei dem Geschäftsführer angestellt.
Ich arbeite seit August 2016 dort und am Anfang hatte ich das Gefühl das es gut lief und man mit mir zufrieden war. Der Chef ist 71 Jahre alt, ein bisschen verschroben, aber auch nett und humorvoll. Ich fand ihn ganz sympathisch und wir redeten immer mal mal wieder über belangsloses oder auch privates.
Bis auf Kleinigkeiten schien er nie etwas zu beanstanden zu haben.
Das änderte sich gegen Ende des Jahres. Da kamen dann schon mal ein paar Respektlosigkeiten und er gab mir zu verstehen das er von einer Frau in meinem Alter mehr erwartet. Daraufhin gab ich mir noch mehr Mühe, doch es kam öfter mal recht unsachliche Kritik. Noch hielt es sich aber in Grenzen.
Anfang Februar wurde er mir im Gespräch mal zu privat. Er wollte mehr über meine Lebensumstände wissen und hackte darauf herum, warum ich nur putzen gehe und keinen "vernünftigen" Job habe. Er wollte mich sogar über meine finanzielle Situation aushorchen und da wies ich ihn deutlich in die Schranken. Er war erst mal beleidigt. Damit kam dann die endgültige Wende.
Seitdem kann ich ihm fast nichts mehr recht machen. Fast jeden 2. TAg hat er was zu bemängeln. Manchmal sehr vorwurfsvoll, dann auch mal auf die humorvolle Art. In solchen Momenten habe ich den Eindruck das er ein kleines hilfloses Mädchen vor sich sieht! Wenn er in guter Stimmung ist, versucht er mir mit Nachsicht zu begegnen. Das spüre ich ganz deutlich. Vielleicht denkt er das ich ein bisschen doof bin und nichts dafür kann. Jedenfalls sagt er mir dann das ich es schon schaffen werde, wir das schon hinbekommen oder er versteht wenn ich mir etwas nicht zutraue. Er sagte mir allerdings auch das er manchmal nicht zufrieden ist mit dem, was ich dort mache. Ich schäme mich dann jedes Mal so sehr und bin wütend auf mich selbst, weil es doch am Anfang ganz gut lief. Ich rechne fast jeden Tag mit einer Kündigung.
Gestern war es besonders schlimm. Als ich kam, meinte er direkt das das Sonnenlicht einiges zutage gefördert hätte. Da sah ich erst die verschmierten Fenster (ich habe sie schlecht geputzt) und er zeigte mir seine verstaubten Aktentaschen in einer Ecke, die ich gar nicht beachtet hatte. Er entschuldigte sich sogar noch für seine Kritik und begründete das damit das er nur mal bei einer sehr pingeligen Mutter aufgewachsen wäre. Er hätte das wohl von ihr geerbt. Kurze Zeit später kam er zu mir, strich mir so väterlich über den Arm und sagte, ich solle auch noch kurz störendes Unkraut am Eingang entfernen. Als er dann nach Hause ging meinte er noch lachend das ich ihn, den Quälgeist nun endlich los bin.
Ich glaube eigentlich das es das Beste für mich wäre, mir einen anderen Job zu suchen. Doch es täte mir leid, weil ich nach der Zeit jeden Handgriff kenne und nicht weit bis zu dem Büro fahren muss.

Was meint ihr?
Kommt es euch auch so vor das mich der Chef nur aus Mitleid heraus noch beschäftigt?
 
Mach dir bitte keine Gedanken um die Motivation deines Chefs, mach dir bitte lieber Gedanken darüber, warum du dir das alles so bieten lässt und nicht längst das Weite gesucht hast!

Mir wurde ja schon beim Lesen seines Verhaltens unheimlich, wie muss es dir erst im direkten Kontakt gehen.

Ich wünsche dir viel Glück beim neue Stelle finden!
 
Seine Belehrungen à la "wieso du nichts anständiges gelernt hättest und nur putzen gehst" sind wirklich fehl. Da hätte ich mir ja eine passende Antwort verkneifen müssen. Schließlich hat er dich ja angestellt, weil er Personal zur Reinigung braucht.

Dann soll er seinen Mist doch selbst reinigen und keine Reinigungskraft suchen.

Es gibt absolut nichts zu schämen, dass man Putzen geht, warum und weshalb auch immer.

Mir kommt er etwas vor, als ob er es irgendwie doch noch gut meint, so väterlich aber eben seine Grenzen überschreitet mit seiner Art und Wortwahl. Es ist letztendlich ein älterer Herr mit 71 und sicher nicht ganz so einfach im Umgang. Das erinnert mich an eine Freundin, die Altenpflegerin ist und ebenso mit unsachlichen Äußerungen umgehen muss. Es ist jedenfalls nicht unüblich, dass gerade ältere Menschen etwas schwierig sind. Damit muss man auch umgehen können und dafür geeignet sein.

Wenn du unbedingt noch dort bleiben möchtest, dann musst du irgendwie den richtigen Umgang, Mittelweg mit ihm finden. Vor allem indem du deine Grenzen sichtbar machst und ihn deutlich und klar darauf hinweist. Wenn er dich kündigt, weil er mit deiner Arbeit nicht zufrieden ist, dann seh es als Chance dich von diesem anstrengenden Verhältnis zu lösen. Du wirst dann sicher auch was Besseres finden und dich wo anders wohler fühlen.
 
Was meint ihr?
Kommt es euch auch so vor das mich der Chef nur aus Mitleid heraus noch beschäftigt?

Nein, den Eindruck hab ich nicht. Ich kann mir vorstellen, dass Du ihn freundlich und konsequent auf Deine Grenzen aufmerksam machen darfst und sollst.... falls er wieder mal zu persönlich wird und dann klappt es auch mit einem netten und positiven Arbeitsverhältnis.

Immerhin - er hat sich erklärt und Gründe für seine Pingeligkeit erläutert. Ich denke, das ist ein Zeichen des Entgegenkommens.

Von daher würde ich die nächsten Wochen abwarten und schauen, wie sich alles entwickelt. Kündigen kannst Du immer noch, falls er Deine Grenzen nicht respektiert. Im Moment erscheint mir der Gedanke an Kündigung verfrüht, es sei denn, Du bist auf den Job nicht angewiesen.

LG, Nordrheiner
 
Ich sehe das pragmatisch:
Offensichtlich putzt Du objektiv nicht gut und er beschäftigt Dich dennoch. Das ist doch toll.

Ich denke er mag Dich und ist insgesamt trotz Fehler ganz zufrieden mit Dir.
 

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