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Angst vor Männer

Unknow

Neues Mitglied
Hallo,

ich habe nun schon länger das Problem, dass ich nicht an Männer herankomme. Mit 15 Jahren habe ich das noch nicht wirklich ernst genommen. Jungs waren halt einfach blöd für mich. Ich hab sie lästern lassen und sie ignoriert.

Heute mit 23 Jahren sehne ich mich sehr oft nach Liebe und Nähe. Doch ich habe auch Angst. Bin ich alleine unterwegs und ein Mann kommt mir zu Nahe, bekomme ich Schweißausbrüche, mir wird heiß und ich fange an zu zittern. Wenn es zu viele Männer in meiner Nähe sind, wird mir teilweise schwarz vor Augen und ich muss einfach nur weg.

Bin ich mit einer Freundin unterwegs, fühle ich mich sicherer. Wenn wir in einem Cafe sitzen und sich Männer an den Nebentisch setzen, habe ich kein Angstgefühl. Es ist komisch, aber ich baue in dem Moment richtigen Hass auf. Ich fange an böse Spitzen zu werfen um sie zu verkraulen. Meist zerstöre ich dann aber nur die gute Stimmung zwischen meiner Freundin und mir. Genauso ist es auf Arbeit. Hauptsächlich sitzen Frauen an unserem Tisch in der Pause, aber setzt sich ein Mann dazu, steigt wieder dieser Hass. Da ich mich auf Arbeit zurück halten muss, reiße ich die Person in meinem Kopf auseinander. Bin ich deswegen krank? Irgendwas stimmt doch nicht.

Ich hatte bisher noch nie einen Freund, habe weder geküsst noch mehr. Wieso fällt das allen so leicht. Es kann doch nicht so schwer sein, einen Partner zu finden. Seit 2 Jahren könnte ich wegen dem ganzen Mist nur heulen. Was passiert, wenn ich nie jemanden an meiner Seite finde. Muss ich dann für immer allein Leben. Ich weiß nicht was ich machen soll.

Viele meiner Freunde haben mir schon Tipps gegeben, aber nichts hat geholfen. In Discos trau ich mich nicht, dort ist es mir zu eng und es gibt zu viele Menschen. Versuche ich mein Glück im Chat, bekomme ich nie ernst gemeinte Mails oder ich lösche meinen Account, weil vielleicht wirklich jemand Intresse hat.

Entschuldigt, dass der Text so lang geworden ist. Ich weiß nicht richtig, wie ich das alles in Worte fassen soll.

LG Unknow
 

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G

Gast

Gast
Hey Unknow,

hier spricht ein Mann. Was genau verursacht, deinen Hass gegenüber Männern ?

Hast du in der Vergangenheit mit deinem Vater oder Brüdern, schlechte Erfahrungen gehabt ? oder mit einem Jungen dne du damals mochtest er dich aber abgestoßen hat ?
du musst hier nicht darauf antworten, ich möchte nur, dass du diese sachen für dich selbst berücksichtigst und nachdenkst.

Du beschreibst dein Problem, dass du gerne einen Partner hättest, dich aber wenn auch nur ein Junge in der nähe kommt sofort einen (von mir aus gesehen) "unbekannten" hass ausübst.
Wie im Cafe z.b. niemand will von dir was böses, auch nicht bei der Arbeit.

Ich vermute, du tust etwas was du hinterher bereust... hast du denn darüber nachgedacht, was genau diese Emtoionen hervorruft und warum diese stattfinden ?
Wenn du genau in dem moment aufnimmt was genau aus der vergangenheit passiert ist und wieder hochkommt.

Du wirst schon diese hürde bestehen, glaub an dich !
 

Nigredo

Mitglied
Hallo Unknow,

gibt es denn in deiner Vergangenheit irgendwelche Ereignisse, die so eine Angst/Abneigung begründen könnten?

Schlechte Erfahrungen mit Vater, Bruder, Onkel, Opa, Freund,....,....
Fällt dir da was ein?

Liebe Grüße
Nig
 

Unknow

Neues Mitglied
Es gibt schon einige Sachen, die vielleicht nicht wirklich so schön in einer Familie sind.

Ich weiß seit klein auf, dass meine Mutter meinen Vater hasst, aber trotzdem mit ihm zusammen ist. Damals wurde sie von ihm missbraucht und wurde schwanger. Mein Vater hat abgestritten, dass er der Vater sei und meine Mutter musste das Kind abtreiben.

Sie haben sich täglich Gestritten und verfallen heute noch oft in einen Streit. Meine Mutter wollte sich oft die Pulsader aufschneiden. Mein Vater hat das aber verhindert, weil er nicht ohne sie leben will.

Ich weiß noch, dass ich als Kind von einer Freundin nach Hause gehen wollte. Auf einem Parkplatz musste ich an einen weißen Transporter vorbei. Hinter dem kam ein Mann hervorgesprungen und zog mich an der Jacke. Ich konnte mich aber losreißen. Er schrie mir hinterher, dass ich zurück kommen soll. Ich hatte solche Angst, dass ich den ganzen Weg nach Hause gerannt bin. Ich habe es damals auch meiner Mutter erzählt, aber sie sagte nichts weiter dazu.

Die letzte Sache ist vielleicht die Schlimmste. Damals, wenn meine Eltern nicht da waren, war ich meist mit meinem ältesten Bruder alleine. Er wollte dann immer bestimmte Sachen von mir. Da ich noch ein Kind war, fand ich es nicht schlimm und dachte mir nichts böses. Aber er hat mich nicht vergewaltigt. Andere Sachen, die ihm zu seinen "Glück" verhelfen. Irgendwann kamen dann unsere Eltern mal früher zurück und haben uns erwischt. Zu der Zeit war ich vielleicht zwischen 5-7 Jahre alt. Ich muss aber sagen, dass wir heute wie normale Geschwister miteinander umgehen. Und das ich ihm nicht böse bin oder ähnliches. Mit der Sache, denke ich, habe ich abgeschlossen.

LG Unknow
 

Nigredo

Mitglied
Auch wenn man oberflächlich mit gewissen Dingen abgeschlossen hat, können die immernoch tief in einem sitzen und an einem nagen - ich spreche da leider auch aus Erfahrung.

Hast du denn schon versucht mit deiner besten Freundin oder jemand anderem, dem du vertraust über all das zu sprechen?

Bei der Vergangenheit ist die Angst und Vorsicht vor Männern meiner Meinung nach nur verständlich.

Ansonsten wäre vielleicht professionelle Hilfe für dich auch sehr hilfreich das alles zu verarbeiten.

Liebe Grüße
Nig
 

Unknow

Neues Mitglied
Ja, ich habe versucht mit meiner besten Freundin darüber zu sprechen. Sie sagte ich soll mir Zeit lassen und mich nicht unter Druck setzen. Irgendwann kommt der Richtige, der mich versteht und Rücksicht nimmt. Bei einer anderen Freundin habe ich es angedeutet, wie sie sich in so einem Fall verhalten würde. Aber da sie zu der Zeit frisch verliebt war, hat sie es nicht wirklich ernst genommen.

Mit meinen Eltern spreche ich über diese Vorkomnisse nicht. Ich gehe davon aus, dass meine Mutter denkt, ich hätte den Vorfall mit meinem Bruder vergessen. Konfrontiere ich sie damit, würde sie sich die Schuld geben und tagelang wieder nur weinen.

Über professionelle Hilfe habe ich auch schon nachgedacht. Aber jemand Fremden gegenüber zu sitzen und alles zu erzählen, ist mir zu peinlich. Meine Mutter würde genauso hinterfragen, wo ich war, da ich noch zu Hause wohne. Ich weiß, das klingt jetzt alles nach Ausrede. Aber ich will auch nicht, dass meine Mutter wieder wird wie damals.

LG Unknow
 

°°°abendtau°°°

Sehr aktives Mitglied
Hi Unkonw,

schwierig. Das Thema bei Dir: Angst vor Nähe.


Da du schon einiges versucht und auch von Freunden Ratschläg usw. bekommen hast, bleibt kaum was übrig.

Die Vermutung liegt nah, dass da mal was in Deiner Kindheit gewesen ist. Muß es aber nicht!
Bei mir war das so. Diese Angst vor Nähe ist mir nur zu gut bekannt. Ist aber bei Männern und Frauen so gewesen.

Ich hab das dann auf therapeutischen Wege in einer Klinik in den Griff bekommen. Es ging zwar vorher auch schon, aber da bin ich "einfach" ins "kalte Wasser" gesprungen. Was den Effekt hatte, dass ich zwar Nähe ertragen konnte, aber nie wirklich genießen. Ursprünglich ging es mir so wie Dir.
Private Gespräche mit Männern kann ich (männlich) bis heute nur selten zulassen.

In der Klinik hat man mir dann einen Tanztherapie vorgeschlagen (bin da wiederwärtig hin). (Dabei geht es nicht um das Tanzen, sondern um Gefühle auszudrücken und um Nähe zu erspüren.)
Nach ca. 5 Sekunden hatte sich das für mich erledigt und ich bin rausgerannt.
Mit viel Überzeugungskraft hat man mich dann überredet es nochmals zu versuchen. Dann ging es ca. 10 Sekunden, den Rest der Stunde stand ich an der Wand und hab zugeschaut. Das Zuschauen war auch der Deal den ich eingegangen war. Ober peinlich sowas.

Diese 10 Sekunden, und das mußte man mir erstmal verdeutlichen, sind so viel, dass mir das selber nicht bewußt wurde. Eine Umarmung bei einer Begrüßung dauert weniger! Damit fing es an.
Es klingt sicher seltsam, wenn man als Erwachsener anfängt Umarmungen zu üben. Aber genau das habe ich in diesem geschützen Rahmen der Klinik mit den Mitpatienten getan. So wurden diese 10 Sekunden mehr und mehr, bis es ging. Zusätzlich gab es natürlich Einzelgespräche über das Thema.

Heute gehts. Aber es noch immer ein Hauch dieser Angst da. Doch das hat andere Gründe.
Ein One... wäre für mich unmöglich, da ich ein gewisses Vertrauen und Zuneigung brauche. Wahrscheinlich würde ich ohne das schreiend wegrennen. :D

Heißt:
Versuche es auf dem Therapieweg! Es lohnt sich sehr!
 

-censored-

Mitglied
Hallo Unknown,

bei deiner Vorgeschichte ist es nicht verwunderlich, dass du eine innere Angst vor Männern aufgebaut hast.
Traumatische Erlebnisse können sehr prägen, auch ohne dass man es selbst wirklich bewusst wahrnimmt.

Hinzu kommt, dass du noch keine Erfahrungen mit Männern gemacht hast, will heißen positive Erfahrungen. Dadurch wird die Angst/Abneigung noch größer, weil du dich nicht mit ihnen vertraut machen willst, und die größte Angst hat man immer vor dem Unbekannten, Ungewissen.

Ich wette aber, wenn du mit kleinen Schritten anfangen würdest, mal ein Gespräch mit einem netten Kerl, dass sich diese Abneigung vielleicht langsam legen könnte.

Ich würde aber ebenso für dich eine Therapie in Erwägung ziehen, um gewisse Dinge aufzuarbeiten, auch vielleicht in Bezug auf deine Mutter, von der einiges kommen kann.
Damit könntest du immerhin deiner Angst vor Nähe auf den Grund gehen.
Am Anfang ist es sicher komisch, mit einer fremden Person zu reden, aber das geht ja nicht alles von heute auf morgen. Und es ist manchmal ganz gut, mit einer neutralen Person reden zu können, der man vertrauen kann und die einem im besten Falle auch wirklich helfen kann!

Du wohnst vielleicht noch zu Hause, aber du bist erwachsen. Wo du warst und was du machst ist vorrangig deine Sache und nicht Sache deiner Mutter!
Es ist verständlich, dass du sie schützen willst, aber es ist deine Entscheidung, ob du etwas für dich machst (Therapie) und ob du ihr dann davon erzählst oder nicht.
 

das Gefühl

Aktives Mitglied
Hallo unknown,

ich denke, dass @censored und @abendtau da schon sehr recht haben. Du solltest es mit einer Therapie versuchen. Ich bin zwar ein Mann, aber als schwuler Mann habe/hatte ich exakt die gleichen Probleme mit Männern (Schweissausbrüche, Zittern, schwarz vor Augen,...besser kann ich es auch nicht beschreiben).
Du hast da ein paar Erlebnisse gehabt, die Du allein vermutlich nicht lösen wirst.
Männer triggern (berühren) da etwas in Dir, was zu solchen Reaktionen führt.
Ich wünsche Dir alles Liebe!
 

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