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Angst vor der Langzeitarbeitslosigkeit

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Gast

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Hallo!

ich studiere zur Zeit Physik im Master. Die größten Sorgen machen mir aber die Zukunftsperspektiven. Ich höre immer wieder, dass Physiker auf dem Arbeitsmarkt die zweite Wahl sind. Ich habe keine Lust als zweite Wahl mich auf Stellen zu bewerben. Leider bin ich auch noch ein relativ introvertierter Mensch, was die Jobsuche auch nicht einfacher machen wird.
Ich denke, dass ich direkt auf die Langzeitarbeitslosigkeit zusteuere, obwohl es nicht hätte sein müssen. Mein Abitur war gut genug, dass ich einen guten Ausbildungsplatz bekommen hätte, und auch ein Ingenieur- oder Informatikstudium hätte ich gut bewältigen können. Jetzt verende ich als ewige zweite Wahl auf einem Arbeitsmarkt, der sowieso schon viel zu viele Fachkräfte hat. Ich höre auch, dass Physikabsolventen als zweite Wahl häufig mit 50 % Stellen befristet abgespeist werden, wohingegen Ingenieure oder Informatiker 100 % Stellen unbefristet bekommen. Wenn es wirklich so endet, wie ich es vermute, dann bin ich weg von dieser Welt. Ich habe keine Lust mehr mich zum Affen zu machen. Mein ganzes Leben war bisher ziemlich von Misserfolgen geprägt, in meinem Zivildienst wurde ich auch nur wie scheiße behandelt. Wenn sich das jetzt im Berufsleben wiederholt als ewige zweite Wahl oder in der Langzeitarbeitslosigkeit bin ich weg von hier. Hab kein Bock mehr der Depp zu sein.
 

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Adria78

Aktives Mitglied
Also Du verzagst schon, bevor Du überhaupt angefangen hast. Damit verlierst Du doch schon jetzt.

Ersteinmal bewerben und wenn es dann nicht klappt, kannst Du immer noch meckern. Und nicht so viel darauf geben, was irgendwer vom Hören/Sagen von sich gibt.

Mache in den Semesterferien Praktikas, vielleicht kannst Du so bei einer Firma schon vorab punkten.

Und wenn es nicht klappt? Dann gehe ins Ausland? Warum nicht?

P.S. Zivildienst? Wie alt bist Du?
 
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Gast

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Hallo!

ich bin 25 Jahre alt. Das mit dem Ausland ist eine gute Idee. Allerdings sind meine sprachkenntnisse allgemein sehr bescheiden und ich wäre dort auch nicht gerne, denn dann wäre ich weit weg von allen meinen Bekannten. Wenn es in Deutschland ist ok, dann kann man eher noch zu alten Bekannten fahren, aber im Ausland stelle ich mir das erheblich schwieriger vor. Ich möchte auch nicht ins ausland. Andere Ingenieure oder Informatiker finden auch im Inland ihre Jobs, also möchte ich das auch. Wenn es nicht klappt werde ich mir eher die Kugel geben und dann ist gut, als dass ich ins Ausland fahre.
 

Kolya

Aktives Mitglied
Ich bin auch über Dein Post echt erschrocken.

Langzeitarbeitslosigkeit kann auch durch Unflexibilität zustandekommen und das sehe ich bei Dir. Außerdem, wer die Flinte schon vor Startschuß ins Korn wirft, ist für den Arbeitsmarkt unbrauchbar. Was will denn der Arbeitgeber? Jemand, der am Arbeitsplatz Probleme löst. Dazu gehört mehr als ein gutes Abitur. Mit Argumenten wie: Hätte, hätte (Fahrradkette) und würde...überwindet man auch keine Schwierigkeiten.

Was heißt denn für Dich zweite Wahl? Ein bißchen Respekt vor der arbeitenden Bevölkerung käme auch ganz gut rüber.

Und überhaupt? Wer behauptet denn "zweite Wahl"? Glaubst Du alles, was man Dir sagt? Arbeitgeber suchen sich immer nur das Beste aus? Warum sollten die sich mit zweiter oder dritter Wahl zufrieden geben, wenn es was besseres gibt?

Für Naturwissenschaftler sieht es wirklich nicht gut aus.

Ich bin Dipl. Biologin und habe auch suchen müssen bis ich dann endlich was bekommen habe. Aber als zweite Wahl betrachte ich mich sicherlich nicht. Es gibt doch keine Institution, die Plätze für Beschäftigungstherapien offen haben und die auch noch bezahlen.

Hast Du eigentlich überhaupt eine Vorstellung über das Berufsleben? Hast Du schon mal beruflich gesehen Verantwortung übernehmen müssen?

Was stellst Du Dir denn vor?

Deine Angst verstehe ich - Deine Einstellung "zweite Wahl" finde ich schlimm. Und das dies schlimm ist, zeigt ja auch Deine Einstellung zum LEben. Man geht doch nicht gleich von dieser Welt nur weil man nicht gleich das bekommt, was man sich wünscht. Man muß immer Abstriche machen bzw. das Beste machen aus dem, was man hat.

Gucke Dich mal in der Welt um. Manche Kriegskinder wären froh, nur die Grundschule besuchen zu dürfen. Manch einer ist überhaupt froh über Arbeit mit dem man sich ernähren kann.

Liebe Grüße

Kolya
 
W

Westfale

Gast
Hallo,

ich kann die Ansicht teils nachvollziehen. Habe vor ein paar Jahren in einem mittelständischen Betrieb gearbeitet und dort einen Physiker kennen gelernt. Wir sind natürlich hin und wieder ins Gespräch gekommen. Er hat sein Studium und sogar seine Doktorarbeit mit super Ergebnissen abgeschlossen, war ein unkomplizierter Mensch mit guten Social Skills. Hat aber nach dem Studium trotz massig Bewerbungen auch keine adäquate Stelle bekommen, und daher fachfremd für viele Jahre seine Brötchen verdient bevor eine langjährige Arbeitslosigkeit drohen könnte. Solche Geschichten machen betroffen und gleichzeitig wütend.

Ich kann auch verstehen das man nach der mühsamen Investition eines Studiums nicht auf dem Abstellgleis landen möchte, in Deutschland gibt es die letzten Jahre jedoch zunehmend mehr Studienabsolventen, auch in Mint Fächern, das trägt zum Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt bei. Sowas wie "zweite Wahl" gibt es nicht. Es gibt Jobs die zu Dir passen, und solche die nicht zu Dir passen. Dafür aber zu jemand anderem, der sich aber dann nicht unbedingt als zweite Wahl sieht, so wie Du.

Im Übrigen sollten Misserfolge Dich stärken durchs Leben zu kommen, und nicht hoffnungslos machen. Arbeitslosigkeit ist kein Grund nicht weiter zu machen, es sollte nicht Deinen Selbstwert ändern.
Es gibt bekanntlich Menschen denen Gliedmaße fehlen, und die nicht verzweifeln und zu erstaunlichen Ideen kommen um ihr Leben zu gestalten. Manchmal läuft es sogar viele Jahre sehr schlecht, bevor es sich endlich zum Guten wendet. Das erreicht man aber nicht, wenn man sofort einknickt. Ansonsten bleiben noch ein paar Praktika die Du machen könntest, die man evtl. als Sprungbrett ins Ausland nutzen kann.
 

Nichts123

Aktives Mitglied
Wenn es wirklich so endet, wie ich es vermute, dann bin ich weg von dieser Welt. Ich habe keine Lust mehr mich zum Affen zu machen. Mein ganzes Leben war bisher ziemlich von Misserfolgen geprägt, in meinem Zivildienst wurde ich auch nur wie scheiße behandelt. Wenn sich das jetzt im Berufsleben wiederholt als ewige zweite Wahl oder in der Langzeitarbeitslosigkeit bin ich weg von hier. Hab kein Bock mehr der Depp zu sein.
Wenn du nichts oder nichts ordentliches findest, dann musst du nicht zwangsläufig Schuld tragen. Rede dir das nicht ein! Das System ist so aufgebaut, dass es nie und nimmer für alle Arbeitsplätze geben kann und erst recht nicht von denen man noch gut leben kann. Das widerspricht einfach der wirtschaftlichen Logik. Wirtschaft ist mehr oder weniger immer auf ein Ungleichgewicht angelegt, Profit braucht Verlust - selbst in humaneren Varianten sozialistischer Systeme. Deshalb muss es Einsparungen geben, Arbeitslose sind in der BRD also für den Erfolg nötig.
 
G

Gast

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Hallo!

ich studiere zur Zeit Physik im Master. Die größten Sorgen machen mir aber die Zukunftsperspektiven. Ich höre immer wieder, dass Physiker auf dem Arbeitsmarkt die zweite Wahl sind. Ich habe keine Lust als zweite Wahl mich auf Stellen zu bewerben. Leider bin ich auch noch ein relativ introvertierter Mensch, was die Jobsuche auch nicht einfacher machen wird.
Ich denke, dass ich direkt auf die Langzeitarbeitslosigkeit zusteuere, obwohl es nicht hätte sein müssen. Mein Abitur war gut genug, dass ich einen guten Ausbildungsplatz bekommen hätte, und auch ein Ingenieur- oder Informatikstudium hätte ich gut bewältigen können. Jetzt verende ich als ewige zweite Wahl auf einem Arbeitsmarkt, der sowieso schon viel zu viele Fachkräfte hat. Ich höre auch, dass Physikabsolventen als zweite Wahl häufig mit 50 % Stellen befristet abgespeist werden, wohingegen Ingenieure oder Informatiker 100 % Stellen unbefristet bekommen. Wenn es wirklich so endet, wie ich es vermute, dann bin ich weg von dieser Welt. Ich habe keine Lust mehr mich zum Affen zu machen. Mein ganzes Leben war bisher ziemlich von Misserfolgen geprägt, in meinem Zivildienst wurde ich auch nur wie scheiße behandelt. Wenn sich das jetzt im Berufsleben wiederholt als ewige zweite Wahl oder in der Langzeitarbeitslosigkeit bin ich weg von hier. Hab kein Bock mehr der Depp zu sein.
Welchen Lebensstandard muss für dich gewährleistet sein? Wo ist deine absolute Untergrenze bezogen auf das monatliche Bruttogehalt?
 
G

Gast

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Hallo!

ich studiere zur Zeit Physik im Master. Die größten Sorgen machen mir aber die Zukunftsperspektiven.
Die Reflexion über Zukunfstperspektiven ist schon mal ein guter Ansatz. Ganz so schlimm sind die Aussichten aber nicht. Du hast noch viele Möglichkeiten. Wirklich langzeitarbeitslos wird man eigentlich nicht. Es gibt diverse Studenten, die haben weder vor noch während des Studiums eine Idee, welchen Nutzen ein Studium hat. Man hat halt ein Abitur und da Harz IV. im Lebenslauf nicht so sexy ist, schreibt man sich für das Studium ein, bei dem die Professoren die beste Marketingsshow am Tag der offenden Tür abgezogen haben. Nachdem man die Abschlussarbeit im Studium geschrieben hat, merkt man dann plötzlich, dass die Unizeit zu Ende ist. Dann beginnt man sich zu fragen, für welchen Beruf qualifiziert mich ein Studium und was kann ich damit machen. Der direkte Weg wird dann sehr schwierig, man kann dann aber erfahrungsgemäß mit der Agentur für Arbeit ganz gut kooperieren. Der gängige Weg ist dann, dass man sich wg. der Krankenversicherung arbeitssuchend meldet und man sucht sich über die Agentur für Arbeit eine Weiterbildung aus, die in der Regel auch genehmigt wird. Es gibt ein riesigen Markt für Anpassungsqaulifizierungen speziell für Akademiker, die sich bei der Agentur für Arbeit größter Beliebtheit erfreuen.
Weiterbildung werden gerade bei Hochschulabsolventen ganz gerne genehmigt, da jemand, der ein Hochschulstudium durchgezogen hat, eigentlich etwas auf den Kasten hat und mit den nötigen Feinschlief leicht vermittelt werden kann. Das Budget für Bildungsmaßnahmen muss ja auch ausgegeben werden.
Überlege dir mal, dass du Fallmanager bist und Summe X für Bildungsmaßnahmen ausgeben kannst. Du hast die Zielvorgabe Vermittlungserfolge zu erzielen. Du hast einen motivierten und entwicklungsfähigen Hochschulabsolventen, der noch keine Lücke im Lebensauf hat und dem nur ein paar fachliche Skills fehlen, die nicht im Lehrplan der Uni stehen. Mit etwas mehr Background kommt der Kandidat locker unter und du hast deine Vermittlungsquote erfüllt. Da ist doch relativ naheliegend so eine Weiterbildung zu genehmigen? Für Hochschulabsolventen gibt es spezielle Weiterbildungen, deren Kosten zu 100 % von der Agentur für Arbeit übernommen werden man kann sich z.B. zum Buchhalter, Produktionsplaner, Qualitätsmanager oder Proektmanager weiterbilden. (Es gibt diverse Optionen für Anpassungsqualifizerungen. Darüber kannst du dich dann immer noch informieren, falls es soweit kommen sollte.). Mit der entsprechenden Maßnahme kann man dann schon etwas auf den Arbeitsmarkt anfangen und man muss nicht verhungern oder wird langzeitsarbeitslos.
Da du noch im Studium bist, kannst du aber auch noch auf den direkten Weg etwas erreichen ohne den Umweg über eine Anpassungsqualifizierung. Wichtig ist aber, dass du (falls noch nicht geschehen) auf jeden Fall raus aus dem Dunstkreis/Elfenbeinturm der Universität kommst. Du solltest zusehen, dass du ein längeres Praktikum oder eine Werkstudententätigkeit aufnimmst. Hierfür ist es nach gängiger Personalermeingung auch möglich ein Urlaubssemester einzulegen. Wichtig ist, dass du noch während des Studiums weg von der Uni kommst und dir mal anschauen kannst, wie man in Betrieben arbeitet und worauf es ankommt. Im Betrieb kannst du sehr viel lernen.
 
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Hallo,

ich kann die Ansicht teils nachvollziehen. Habe vor ein paar Jahren in einem mittelständischen Betrieb gearbeitet und dort einen Physiker kennen gelernt. Wir sind natürlich hin und wieder ins Gespräch gekommen. Er hat sein Studium und sogar seine Doktorarbeit mit super Ergebnissen abgeschlossen, war ein unkomplizierter Mensch mit guten Social Skills. Hat aber nach dem Studium trotz massig Bewerbungen auch keine adäquate Stelle bekommen, und daher fachfremd für viele Jahre seine Brötchen verdient bevor eine langjährige Arbeitslosigkeit drohen könnte. Solche Geschichten machen betroffen und gleichzeitig wütend.

Ich kann auch verstehen das man nach der mühsamen Investition eines Studiums nicht auf dem Abstellgleis landen möchte, in Deutschland gibt es die letzten Jahre jedoch zunehmend mehr Studienabsolventen, auch in Mint Fächern, das trägt zum Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt bei. Sowas wie "zweite Wahl" gibt es nicht. Es gibt Jobs die zu Dir passen, und solche die nicht zu Dir passen. Dafür aber zu jemand anderem, der sich aber dann nicht unbedingt als zweite Wahl sieht, so wie Du.

Im Übrigen sollten Misserfolge Dich stärken durchs Leben zu kommen, und nicht hoffnungslos machen. Arbeitslosigkeit ist kein Grund nicht weiter zu machen, es sollte nicht Deinen Selbstwert ändern.
Es gibt bekanntlich Menschen denen Gliedmaße fehlen, und die nicht verzweifeln und zu erstaunlichen Ideen kommen um ihr Leben zu gestalten. Manchmal läuft es sogar viele Jahre sehr schlecht, bevor es sich endlich zum Guten wendet. Das erreicht man aber nicht, wenn man sofort einknickt. Ansonsten bleiben noch ein paar Praktika die Du machen könntest, die man evtl. als Sprungbrett ins Ausland nutzen kann.
Hallo, mich würde interessieren, wie du fachfremd definierst. Was hat dieser Physiker gemacht? War er Telefonist im Callcenter? Hat er als Kellner in einen Restaurant gearbeitet?
 

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