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Angst vor dem Nichts zu stehen

G

Gast

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Hallo!

Ich bin so ein Dauersingle und ich weiß, dass ich wahrscheinlich wegen Depressionen, Verkomplizierung zwischenmenschlicher Beziehungen, Erwartungen, falschem Männergeschmack und so weiter dies eben bin, doch langsam macht es mir mehr als Angst, denn ich denke, ich glaube gar nicht mehr daran, dass sich irgendwann doch einer für mich interessieren könnte, dass man mich als Frau wahrnimmt. Ich würde auch noch jedem die Tür ins Gesicht schlagen, hab ich den Eindruck. Eigentlich möchte ich tief in mir drinnen auch eine Beziehung, aber ich fühle mich als Mensch so zu kaputt und vernachlässigt, um überhaupt zu sowas fähig zu sein. Deswegen denke ich immer häufiger über Abenteuer nach, um mal nen abgemilderten Namen dafür zu finden. Aber selbst hier weiß ich nicht, ob ich das hinbekommen würde.

Gut, verlieben kann ich mich schon irgendwie oder jemanden anziehend finden, aber es wurde bisher nie was draus und ich weiß nicht, wie ich das je schaffen soll auch nur das kleinste Mosaiksteinchen wie S** hinzukriegen. Ganz billig und platt kann ich nämlich auch nicht. Irgendwie muss da so eine Grundstimmung sein, aus der sich das dann ergibt, wenn es nach meiner Vorstellung geht...Tja, Fehlanzeige schon hier...

Da gibt es so Leute, die lernen unhgeimlich viele Männer kennen. Bei denen dauert es immer nur ein paar Monate bis der nächste vor der Tür steht. Das ist in meinem Fall so unrealistisch. Ich lerne nicht immer neue menschen kennen. Ich hab über Jahre meinen kleinen Kreis und ich feiere zur Zeit keine Partys, weil ich mir gedacht habe, erst die Lernerei und dann das Leben. Tja, bin ich ja weit mit meiner Philosophie gekommen, wenn ich bald 30 werd. Fühl mich echt schon als wären meine aktiven Jahre in Sachen S** echt vorbei und das lässt mich schon verzweifeln, weil ich bei den wenigen Malen, zu denen das mal kommen konnte, S** immer toll fand..wirklich immer...ja, und nun häng ich da rum und es wird nie was und ich komme mir vor wie jemand, der vermutlich immer sehr deutliche Zeichen setzen muss, dass sie alle fernbleiben...Ich hab schon meine inneren Gründe, aber selbst wenn die weg wären..würde es dann wirklich noch besser werden?
 

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digitus

Aktives Mitglied
Eigentlich möchte ich tief in mir drinnen auch eine Beziehung, aber ich fühle mich als Mensch so zu kaputt und vernachlässigt, um überhaupt zu sowas fähig zu sein. Deswegen denke ich immer häufiger über Abenteuer nach, um mal nen abgemilderten Namen dafür zu finden.
Dich vom Erwartungsdruck zu befreien ist jedenfalls schon mal ein guter Ansatz. Ist natürlich nur ein psychologischer Kniff, dann egal ob Beziehung oder Abenteuer: Du musst dafür exakt dasselbe tun denn beides ist ja erst im Nachinein voneinander zu unterscheiden.

Gut, verlieben kann ich mich schon irgendwie oder jemanden anziehend finden, aber es wurde bisher nie was draus und ich weiß nicht, wie ich das je schaffen soll auch nur das kleinste Mosaiksteinchen wie S** hinzukriegen. Ganz billig und platt kann ich nämlich auch nicht. Irgendwie muss da so eine Grundstimmung sein, aus der sich das dann ergibt, wenn es nach meiner Vorstellung geht...Tja, Fehlanzeige schon hier...
Dann hat der Kniff wohl nicht funktioniert. Letztendlich hast Du ein und derselben Blockade nur einen anderen Namen gegeben. Statt "ich glaube gar nicht mehr daran, dass sich irgendwann doch einer für mich interessieren könnte" ist es jetzt das Warten auf eine "Grundstimmung" die sich nicht einstellen will. Der Grund in beiden Fällen ist natürlich "ich fühle mich als Mensch so zu kaputt und vernachlässigt, um überhaupt zu sowas fähig zu sein".

Natürlich musst Du primär an Deinem Leben und Deinem Selbstwert arbeiten, aber grade für letzters wäre ein "Erfolg" beim anderen Geschlecht natürlich sehr hilfreich, denn nichts beseitigt Selbstzweifel effizienter als das zu tun von dem man geglaubt hat, man könnte es nicht.

Fühl mich echt schon als wären meine aktiven Jahre in Sachen S** echt vorbei und das lässt mich schon verzweifeln, weil ich bei den wenigen Malen, zu denen das mal kommen konnte, S** immer toll fand..wirklich immer...
Wenn das bei Dir noch möglich ist, wenn Du in der Lage bist, Sex einfach so zu genießen, dann ist Dein Problem jedenfalls längst nicht so schlimm wie bei vielen anderen, die hier in der gleichen Angelegenheit Hilfe suchen. Und die Lösung ist viel einfacher:

Wenn Du Dir "billig und platt" vorkommst, auf diesbezügliche Angebote einzugehn, dann dreh den Spieß doch einfach um und ergreif selber die Initiative. Auch wenn der objektive Unterschied zwischen beiden Varianten womöglich nur darin besteht wer zuerst gelächelt hat, wird es subjektiv doch einen erheblichen Unterschied für Dich machen - und ich könnte mir denken, dass sich die richtige "Grundstimmung" dann viel leichter einstellt.

digitus
 
G

Gast

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Hallo digitus

Zum Thema platt: Nein, es ist mir nicht zu platt, auf so ein Angebot einzugehen. Ich finde es zu platt, mich vor jemanden zu stellen und dem mich anzubieten. Das würde ich nicht bringen, weil ich ja nicht unbedingt als ständig verfügbare Frau gelten möchte. Zudem würden sich dann wohl auch seichte Angebote mehren und ich käme da nicht mehr so leicht von weg. Ich träume ja davon, dass es sich mal ergibt und beide irgendwie dynamisch draufhin steuern können. Je älter ich werde, desto nüchterer beginne ich das zu sehen, denn mir war bisher nicht klar, dass man für ein Abenteuer oder eine Beziehung ein- und dasselbe tun muss. Wenn ich Angebote von Männern hatte, liefen die zumeist auf eine Beziehung hinaus. Es hat keiner versucht, mir die große Liebe vorzuspielen, um an das Eingemachte zu gelangen. Mir wurde offen heraus der betreffende Wunsch geäußert. Dass bestimmte Männer ernstgemeinte Beziehungswünsche hegten weiß ich, weil ich sie zu lange schon kannte und ich noch mit mehr Personen in Verbindung stand, die ihnen so kleine Abenteuer mit mir schon wirklich krumm genommen hätten.

Ich hätte gern mehr Selbstwert..das ist ein ständiges Problem, weil ich so viel noch tun muss, um mich einigermaßen wohl in meiner Haut zu fühlen. Für mich ist momentan jede Begegnung mit einem Menschen noch ein schmerzhaftes Erlebnis. Nein, die Bekanntschaften tun mir nichts, sind nicht gemein, aber ich gehe nur mit großer Angst auf sie zu, da ich ein hohes Maß Ablehnung mit mir rumschleppe. Ich weiß, es ist Schnee von vorgestern, aber ich war Mobbingopfer während einer ziemlich langen Zeit in der Schule und ich wurde von meiner Familie gerne niedergemacht. Ich hatte die Familienmitglieder aufgrund ihres Alters zu ehren und ihre Ansagen als Gesetz zu betrachten, jegliche Meinungsäußerung von mir wurde belächelt. Bei den ersten Begenungen mit Männern hatte ich auch kein großes Glück. Einige Menschen starten ja in ihr Leben mit einer ersten großen Liebe, die etwas länger dauert. Das war bei mir nicht der Fall. Ich wurde nicht gut behandelt und konte diese Jungen nicht gut einschätzen. ich weiß zwar jetzt, dass sie sich besser fühlen wollten auf meine Kosten und einfach kindlich waren, aber die Summe meier "Peiniger" hat mich einfach nur geschwächt. Ich mache Schritte auf andere zu, aber sie sind noch zu wenige und zu wenig von Gutem geprägte, um Erinnerungen etwas auszuhebeln...

Ich muss schon meine ganze Kraft zusammennehmen, um mich auf ein Abenteuer einzulassen und drohende Enttäuschung wegzudrücken...
 
F

freshmanwb

Gast
ich glaube ich kenne deine ausgangslage, vlt aber nicht in den Maßen.

jedoch weiß ich nicht was dein wirkliches problem ist deswegen sag ich einfach mal zwei meiner ansichten, ich hoffe ich habe dich auch oft verstanden


1. die weit verbreitete Beziehungsangst
weil du in der pubertät sehr oft fertig gemacht wurdest, hast du dein selbstbewusstsein verloren, die Jungen haben dich sehr oft verletzt und assoziierst mit dem männlichen Geschlecht viel Schmerz, es haben sich richtige wurzeln in deinem kopf geschlagen, sodass du jez im sozialen leben die männerwelt meidest

dir haben einige Männer ihre Beziehungswünsche geäußert, jedoch hast du diese offenbar abgelehnt weil du auf der großen liebe aus warst

In dieser ansicht denke ich einfach, dass du eine starke beziehungsangst hast (und wie man oft davon gehört hat) stellst du zu hohe erwartungen, du willst den perfekten mann haben er darf keine macken haben und du musst dir sicher sein dass er dich NIEMALS verletzen wird, aber in meinen augen sind das ausreden nur um deine angst spielraum zu bieten, weil es unmögliche anforderungen sind

wenn du dir selber helfen möchtest solltest du auf die männer (den mann) mehr eingehen sie(ihn) besser kennenlernen, nach und nach lernst du mit ihnen wieder umzugehen und vlt erregt es auch mal Anziehung, sonst mussen jemand professionelles die wurzeln dieser angst aushebeln


2. Karriere geht über mein soziales Leben (was auch von der beziehungsangst stammen könnte)
Du bist zu sehr auf die Bildung konzentriert, du hast angst, dass eine beziehung deine karriere gefährden könnte - hier ist ein "kleines" umdenken nötig

such dir vielleicht einen mann in deiner umgebung den du wirklich toll findest, versuch ihn öfter zu beachten evt. auch mit ihm in kontakt zu treten, du musst nicht wirklich was erzwingen du sollst einfach nur versuchen öfter ein auge auf die männer zu werfen, denk an schöne momente die du mal mit denen hattest

so schaffst du es, eine neue priorität in deinem kopf zu schaffen und dein beziehungswunsch könnte zunehmen


Es sind für mich die wahrscheinlichsten möglichkeiten, die auf dich zu treffen könnten vlt hast du auch was anderes im kopf ich kenn dich ja nicht ;-)

gruß
freshman
 
G

Gast

Gast
Hi freshman!

Es ist eine Mischung aus beidem würde ich sagen. Aber ich würde den Gedanken mit der Beziehungsangst und den zu hohen Erwartungen nicht ganz zuende mitdenken wollen, denn ich akzeptiere Schwächen. Ich habe gegenüber den Schwächen der Männer keinerlei Berührungsängste. Nur mache ich mich grundsätzlich kleiner. Der Mann ist mit all seinen Schwächen grundsätzlich perfekt, nur ich leider viel zu gering für ihn, denn ich habe DIE Schwächen überhaupt. Selbst mit vernünftigen Argumenten und vielerlei Vorstellungen und Vorsätzen, wie ich genügen könnte, kann ich niemals genügen. Ich denke immer daran, wie schlank ich sein muss, wie zurechtgemacht ich sein muss. Ich muss für ihn perfekt sein und davon bin ich meilenweit entfernt. Ich strecke immer meine Fühler nach Menschen aus, ich erlebe auch mittlerweile nach ich weiß nicht wie vielen Jahren, dass mich wirklich einige Menschen mögen. Ich hab schon Angst das zu schreiben, dass sie mich mögen. Manchmal möchte ich weinen, weil ich es nicht begreife. Ich habe dabei ein zwiegespaltenes Verhältnis zu mir. Ich finde, ich habe ein hübsches Gesicht. Ich mag einige charakterliche Seiten an mir, aber es sind auch viele Sachen da, die mich geradezu zur Verzweiflung treiben.

Eine Sache ist meine Biographie. Ich möchte sie am liebsten niemandem mehr auf die Nase binden, weil ich Angst habe, dass die Leute sich wegen dieser Biographie von mir abwenden. Natürlich kann ich meinen Mund nicht halten und spätestens nach ein paar Tagen kommt alles raus. Ich erzähle. Es ist wie ein Zwang und ich bekomme so manches Mal die Quittung dafür, was mich einfach nur runterzieht. Ich sage mir immer, ich muss die Klappe halten, dann denken die anderen so gut von mir, aber allein der Gedanke, dass meine Geschichte keinen Platz haben dürfte in einer Beziehung, macht mich wahnsinnig.

Ich hab Beziehungsangebote bekommen, aber meist von Männern, von denen ich nichts wollte. Dann hatte ich Männer, von denen ich was wollte, aber sie erschienen mir immer irgendwie so weit weg. Wenn ich mal das Gefühl hatte, es gab ne Chance, so löste sie sich irgendwie dann doch in Luft auf. Ich hatte den Mann gekränkt, zu lange warten lassen etc. Ich hab schon einigen Frauen von den Männern erzählt, die ich wollte und sie fanden es allesamt besser, dass ich die Finger von ihnen lassen musste, denn sie fanden diese Männer einfach nur schaurig. Ich habe keine Lügengebäude erfunden und so mancher Mann hat mir auch gesagt: Wie? Du willst DEN? Tu das nicht, das ist ein A!!

Da ich unter Depressionen leide, hab ich das Gefühl, ich ziehe auch keine tollen Männer an. Es hat sich schon gebessert mit mir ein wenig, aber ich bin in meinem alten Bekanntenkreis und irgendwie denke ich auch immer, ich strahle eh schon etwas Suchendes aus und bin immer wieder voller Angst. Ich möchte so gern, dass man mich nicht verletzt und dabei hab ich Sehnsucht nach Nähe. Ich hab daher in letzter Zeit angefangen, Leuten durch körperliche Annäherung, also mal einen Stupser geben, umarmen oder übers Haar streichen, näherzukommen. Ich freue mich jedes Mal, wenn mir das vergönnt ist, diese kleine Nähe. Es wird bisher auch ganz gut angenommen. Ich würde vermutlich sonst einfach zusammenbrechen, wenn ich das nicht täte. Ich war schon immer ein empathischer Mensch, was meine Therapeutin aus meinen Beschreibungen anderer heraus mir auch bestätigt hat. Daher kommen mir in letzter Zeit auch so spontane Ideen, wie ich einigen Leuten helfen kann. Ich will irgendwie lieb sein aus dem Bedürfnis heraus zu lieben. Ich weiß auch nicht....Manchmal macht es mich sehr traurig, wenn ich nicht die richtigen Worte gefunden habe, denn ich kann trösten und es ist immer so schön zu sehen, wenn die anderen lächeln. Ich bin auf diese Fähigkeit irgendwie stolz. Das ist eine der wenigen, die ich mir ernsthaft zugestehe irgendwie.

Meine bereits erwähnte Sehnsucht nach Nähe nimmt auch gerade abnorme Formen an. Ich kenne einen Mann seit Jahren..uns verbindet eigentlich nicht so viel, aber irgendwiehab ich ihm an einem Abend mal Nähe gegeben..so zum Trost und er hat sich dann auch mit Annäherung bedankt. Das hat mich irgendwie umgehauen, wie sehr er meinen Trost zu schätzen wusste und irgendwie denke ich seitdem oft an ihn. Er ist in sich gekehrt, nicht offen und sowas von gar nicht mein Typ, aber irgendwie möchte ich das einfach noch einmal tun..ihm nah sein. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass das nur daher kommt, weil ich wirklich Sehnsucht nach nem Mann hab und eben nicht nach ihm an sich..ich bin einfach verwirrt.
 
F

freshmanwb

Gast
das bei dir ist ja mal wirklich kompliziert, es ist wirklich gut dass du versuchst dich anderen anzunähern, muss jetzt nicht unbedingt körperlich sein. die reaktionen deines freundes tun dir doch gut, da sie dir dankbarkeit zeigen, also solltest du doch weitermachen, wenn es dich so "umhaut". Es hilft dir bestimmt deine Angst abzubauen!
vlt könntest du dich hier auch im Forum mehr beteiligen, da du offener reden kannst, erfahrungen sammeln kannst usw

vlt hat er dein interesse geweckt, weil er wahrscheinlich auch so eine geschichte hatte wie du, du konntest dich in ihn hineinversetzen, egal ob er nicht dein typ ist oder nicht lass einfach mal deine emotionen laufen, tu mit ihm was dir gerade einfällt und versuch deine ängste ein wenig zu ignorieren

zudem solltest du auch mit einer guten freundin über deine geschichte reden, ich habe gehört wenn man seine Gefühle immer versperrt soll es nicht gesund für dein bewusstsein sein, weil du zu viel blockierst. es kommt so rüber als möchtest du deine emotionen blockieren weil sie andere abschrecken könnten, gute freunde sind da um mit ihnen auch mal tiefgründiger zu werden oder nicht ?
Es ist auch egal wenn ihr zu zweit seid und du dabei tränen dabei bekommst, du musst halt manchmal zeigen wie schwer dich etwas betrifft,
(wenn es dir zu schwer fällt dich zu öffnen, solltest du deine freundin mal zu dir einladen, um zu reden, und einen trinken vlt bist du dann lockerer, aber das ist auch schon wieder was worauf man aufpassen sollte)

du solltest ehrlich versuchen mehr über deine erfahrungen zu reden, wenn sie dir zu zentral in deinem leben sind versuch sport zumachen oder yoga, halt damit du dich von den ängsten mal distanzieren könntest ohne menschen zu meiden, hilft bestimmt auch dich vom zwang zu reden abzuhalten

gruß
freshman
 

digitus

Aktives Mitglied
Zum Thema platt: Nein, es ist mir nicht zu platt, auf so ein Angebot einzugehen. Ich finde es zu platt, mich vor jemanden zu stellen und dem mich anzubieten. Das würde ich nicht bringen, weil ich ja nicht unbedingt als ständig verfügbare Frau gelten möchte. Zudem würden sich dann wohl auch seichte Angebote mehren und ich käme da nicht mehr so leicht von weg.
Nun, natürlich kannst Du Dir auch selber das Recht absprechen, die Initiative zu ergreifen - und Dir das auch noch schönreden und zu einem hochmoralischen Verzicht stilisieren, was in Wahrheit wohl eher Angst ist, Verantwortung zu übernehmen oder womöglich eine Abfuhr zu kassieren. Es wird nur kein einziges Deiner Probleme lösen, denn Du leidest ja darunter - und Deine vorgeschobenen Gründe sind in dem Lichte echte "Luxussorgen". Aber wenn Du schon meinst, Dir was zu vergeben, wenn Du jemanden aussuchst und ihn auch nur aktiv ermutigst, dann wirst Du, wenn derselbe Kerl "uneingeladen" auf Dich zugeht, wohl noch weniger in der Lage sein, darauf einzugehn. Die Idee meines Vorschlags war ja, dass er Dir leichter fällt, Dich auf jemanden einzulassen wenn Du die Wahl triffst und zumindest symbolisch aktiv wirst - wenn Dus nämlich geschickt anstellt, wird er nie mitkriegen, dass Du das überhaupt getan hast. Es geht letztendlich nur drum, Deine Einstellung zu ändern um Deine Hemmungen zu umschiffen - sie aufzuheben wird erst gelingen, wenn Du Dein Selbstwertproblem in den Griff gekriegt hast.

Ich träume ja davon, dass es sich mal ergibt und beide irgendwie dynamisch draufhin steuern können.
Da es wohl weder an Angeboten noch an Gelegenheiten mangelt ist wohl nicht davon auszugehen, dass sich das einfach "mal ergibt" - ganz einfach, weil Du es nicht zulassen wirst. Du wirst immer das Gefühl haben, dass es aus irgendeinem Grund nicht passt. Und das wird nicht besser werden, wenn Du nichts unternimmst. Solche Blockaden verschwinden nicht von selber sondern werden im Gegenteil immer schlimmer.

Je älter ich werde, desto nüchterer beginne ich das zu sehen, denn mir war bisher nicht klar, dass man für ein Abenteuer oder eine Beziehung ein- und dasselbe tun muss.
Beim Tun ist kein Unterschied - ein Dektektiv der Euch die ganze Zeit beobachtet, könnte auch nach Wochen nicht feststellen ob es das eine oder das andere ist - er liegt auch nicht in den Absichten, denn seine Gefühle hat man sowieso nicht in der Hand - der wesentliche Unterschied liegt in den gegenseitigen Erwartungen. Und dafür gilt wie überall: Zufriedenheit = Erreichtes / Erwartetes.

Wenn ich Angebote von Männern hatte, liefen die zumeist auf eine Beziehung hinaus. Es hat keiner versucht, mir die große Liebe vorzuspielen, um an das Eingemachte zu gelangen. Mir wurde offen heraus der betreffende Wunsch geäußert. Dass bestimmte Männer ernstgemeinte Beziehungswünsche hegten weiß ich,
Na umso besser. Warum hast Du da nicht einfach zugegriffen? Stell klar, dass Du nichts versprechen kannst oder willst, weil Dich das zu sehr belastet, lass Dich drauf ein und sieh wo die Reise hinführt - aber versuch, die Reise zu genießen anstatt nur ängstlich auf ein Ziel zu hoffen. Beziehungen, egal welcher Machart, haben kein Ziel, sie sind das Ziel - und jeder schöne gemeinsam verlebte Tag ist ein Gewinn, den Dir niemand mehr wegnehmen kann.

weil ich sie zu lange schon kannte und ich noch mit mehr Personen in Verbindung stand, die ihnen so kleine Abenteuer mit mir schon wirklich krumm genommen hätten.
??? Umgibst Du Dich mit einer Entournage aus Sittenwächtern und Gouvernanten?

Ich hätte gern mehr Selbstwert..das ist ein ständiges Problem, weil ich so viel noch tun muss, um mich einigermaßen wohl in meiner Haut zu fühlen. Für mich ist momentan jede Begegnung mit einem Menschen noch ein schmerzhaftes Erlebnis.
Du wirst Deine Beziehungsstörung nicht über Nacht loswerden, aber besser kann es nur werden, wenn Du Dich deiner Angst stellst und Dich bewußt dem aussetzt wovor Du Dich fürchtest.

Ich muss schon meine ganze Kraft zusammennehmen, um mich auf ein Abenteuer einzulassen und drohende Enttäuschung wegzudrücken.
Um ent-täuscht zu werden musst Du Dich vorher erst einmal täuschen. Tu das einfach nicht, sondern geh ganz erwartungsfrei an die Sache heran. Sieh es als Therapie, sieh es als etwas, was Du tun musst um Deine Bindungsangst zu überwinden, sieh es als "Probelauf" - egal was, Hauptsache, Du wirst diesen "Erfolgsdruck" los. Und hey, es könnte sogar passieren, dass Du Spass dabei hast...

digitus
 
G

Gast

Gast
Hallo ihr beiden!

Ja, mit vielen Menschen habe ich schon drüber geredet. Eben auch die gesamte Geschichte erzählt, sozusagen...Mich werfen bestimmte Dinge im zwischen menschlichen Kontakt aber immer wieder aus der Bahn. Einige Menschen haben mir auch schon mehr oder weniger zu verstehen gegeben, dass es ihnen entweder schnurz ist oder sie total nervt, wenn ich es erzählt habe. Es ist nicht so, dass ich dann aufgeben würde, aber ich bin schon ziemlich fertig und es kann sein, dass ich mich dann wieder zu kaputt fühle, um an etwas Gutes zu glauben.

Ich find es z.B. immer ziemlich blöd, wenn man sich in alle Richtungen bemüht, Kontakt aufzunehmen und niemand auf einen reagiert. Man sitzt dann da und es kommt noch nicht mal ne Antwort, dass derjenige keine Zeit hätte oder so. Man wird einfach ignoriert. Wenn ich mich dann nach Kontakt sehne und so gar keiner Zeit findet, kommt es schon vor, dass ich das wieder auf mich schiebe, weil ich die schlechten Reaktionen der anderen teilweise noch sehr gut in Erinnerung hab.

Ich komme mir bei einer großen zahl von alltäglichen Dingen vor wie der letzte Vollidiot, so dass ich niemanden ernsthaft zu mir einlade. Ich bin meist bei anderen oder treffe Leute in der Stadt. Das hat seine Begründung darin, dass mir nie irgendwie Haushaltsführung beigebracht wurde, weder Ordnungssysteme noch die kleinsten Dinge. Deswegen ist es immer sehr mühsam, auch die leichtesten Sachen hinzubekommen und die Angst vor Blamage ist sehr groß. Jemanden einzuladen scheitert schon daran, dass ich es nicht schaffe, Ordnung zu halten. Ich steige in meinem eigenen Zimmer seit ich denken kann über sämtliche am Boden liegende Dinge. Ich raffe mich immer wieder auf doch wenigstens einen kleinen Teil zu tun, doch es war nie ordentlich. Es gab nur mal ne Übergangszeit, in der mir das ganz gut gelungen ist, weil ich zum ersten Mal ein Zuhause hatte, das mir gefiel. Da hab ich auch mal eine Freundin eingeladen, aber die hat sich gleich beschwert. Sie guckte in jede Ecke und meinte mir offenbaren zu müssen, wie kalt sie mein Zimmer findet, da sie an noch mehr Dekosachen gedacht hat. Sie hat auch ziemlich wenig Deko, aber das nur mal so. Ich war so stolz auf alles. ich fühlte mich mit dem Zuhause doch gut und sie machte mir meinen Strohhalm regelmäßig kaputt. Es kostete mich darüber hinaus unheimlich viel, überhaupt meinen täglichen Pflichten nachzukommen, da ich ständig müde war...

Durch meine Biographie gab es keine Zeit mal für MICH. Ich weiß, wenn ich mal endlich aus diesem ständigen Tal rauskommen würde, das wegen immer wieder neuer krasser Ereignisse entsteht, dann würde es mir bedeutend besser gehen. Heute ist es ganz o.k., weil einige Menschen heute schon ganz lieb zu mir waren. Aber ich brauche diese lieben Gesten so, um genug Antrieb für alles zu haben.
 

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