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An eingeschlafener Beziehung festhalten oder ins kalte Wasser springen ?

Werniman

Mitglied
Hallo,
folgende Situation: ich war mein Leben lang eher der zurückgezogene Typ, der nie wirklich absichtlich Streit gesucht hat und auch in einer Beziehung eher immer der harmoniebedürftige Teil war. Nun, vor etwa 19 Jahren wohnte ich übergangsweise mal wieder im Hotel Mama (da war ich 27), hatte aber ständig Zoff mit meinem Vater, der sich damals in einer dicken Midlifecrisis befand. Im Internet lernte ich zu dieser Zeit eine junge Frau S. kennen, die gerade ihre Hauptbezugsperson in ihrem Leben (ihren Großvater) verloren hatte. Wir chatteten einige Monate regelmäßig und trafen uns auch mehrfach. Wir verstanden uns prima, aber ich würde das eher als kumpelhaftes Verhältnis bezeichnen. Im Grunde genommen ergänzten wir uns dahingehend, als dass wir beide jemanden brauchten, bei dem man sich mal den Frust von der Seele reden konnte, ohne verurteilt zu werden. Im Grunde bildeten wir eher eine Art WG, als wir einige Monate später zusammenzogen, aber sowas wie Liebe bildete sich erst im Laufe der Zeit. Und das, obwohl wir interessensmäßig nicht übermäßig viele Gemeinsamkeiten hatten. Sie eher künstlerisch talentiert, ich eher der Nerd, der sich mit allem Technischen befasste, was einen Stecker hatte.

Leider schlich sich sehr schnell Routine in die Beziehung ein,was noch schlimmer wurde, als sie ihren Job verlor und sich entschloss, sich selbstständig zu machen. Natürlich half ich ihr dabei (d.h. ich war quasi ihr Angestellter), aber nach Feierabend machte jeder sein eigenes Ding zur Entspannung. Es gab kaum noch Abwechslung und wir hätten in den Augen eines Außenstehenden genausogut Bruder und Schwester sein können, wenn wir nicht im gleichen Bett geschlafen hätten.

Irgendwann kündigte einer unserer Kunden an, S. ins Ausland holen zu wollen, d.h. sie sollte vom Lieferanten zum Angestellten werden. Dem stimmte sie zu unter der Bedingung, dass ich auch nachkommen könnte, sobald die rechtlichen Gegebenheiten erfüllt sind. Also heirateten wir noch kurz vorher. Das war vor nunmehr 5,5 Jahren, in denen wir räumlich getrennt leben. Zwar besuche ich sie 2x pro Jahr und wir skypen täglich, aber auch dann ist der Alltagstrott deutlich spürbar vorhanden. Gespräche sind meist belangloses Bla Bla: "Wie gehts der Katze ?","Wie hast du geschlafen?", "Hats bei euch auch geschneit?" usw. Auch wenn ich sie besuche, gliedere ich mich eigentlich nur in den normalen Alltagstrott ein, wirkliche gemeinsame Unternehmungen haben wir höchstens noch alle 3 Wochen mal. Im Grunde sind wir also wie ein altes Ehepaar (nach 18 Jahren Beziehung und 5 Jahren Ehe ist das ja gar nicht mal so daneben). Wir haben schon vor ihrem Umzug quasi meist nebeneinander her gelebt und tun es immer noch. Ich denke, was uns noch zusammenhält, ist eher die Furcht, allein zu sein, wenn wir uns trennen sollten.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich seit längerer Zeit wieder Kontakt mit einem Mädel (J.) habe, mit der ich vor Jahrzehnten zusammen die Schule besucht habe. Damals war sie so ein bißchen ein Schwarm für mich, auch wenn ich mir damals eine Beziehung niemals hätte vorstellen können. Mit 14 verschwendet man an sowas halt keine Zeit.
Nun, inzwischen ist auch bei J. viel Zeit ins Land gegangen,d.h. sie hat inzwischen 4 Kinder und lebt als Single und wir sind sowas wie sehr gute Freunde geworden.Wir chatten/telefonieren fast jeden Abend miteinander und tauschen uns über Sachen aus, die ich mit S. niemals so offen besprechen würde. Ich habe mich in J. verliebt, was sie auch weiß. Leider ist J aber in einer Phase, wo sie eigentlich keine Beziehung mehr haben will (generell nicht, nicht nur mit mir), sondern mich lieber als besten Freund behalten will. Tja, da kann man wohl nix machen.
Was mir wirklich zu denken gibt, sind ihre Analysen zum Zustand meiner Ehe mit S.. Beide kennen sich persönlich nur flüchtig, S weiß, dass J mal ein Schwarm von mir war, aber nicht wie meine aktuellen Gefühle sind. J hat messerscharf erkannt, dass S. und ich eigentlich nur noch aus Gewohnheit zusammen sind und weil wir beide nicht der Typ Mensch sind, der zum Alleinsein geschaffen ist. Schon irgendwie merkwürdig, wenn Leute 5,5 Jahre getrennt leben und trotzdem behaupten, sie seien nicht zum Alleinsein geschaffen, oder ?

Nun, steh ich quasi vor der Frage, wie ich verfahren sollte: Eine ansich "totgelaufene" Ehe am Leben halten, in der der Alltagstrott die Oberhand gewonnen hat ? Ich weiß, dass S. noch weit mehr Gefühle hat als andersrum, aber das ist wohl auch bei ihr eher eine Mischung aus Gewohnheit und der Furcht vor dem allein sein. Man klammert halt gerne an das, was man hat. Im Grunde habe ich nur folgende Möglichkeiten:
a) Alles so lassen wie es ist. Das ist für das Seelenheil nicht gerade toll, zumal mein Herz ja inzwischen einer anderen (die ich nicht haben kann) gehört.
b) Die Ehe beenden und S. vor den Kopf stoßen? Das widerstrebt mir eigentlich, weil ich genau weiß, wie man sich als verlassenen Person fühlt, da meine letzte Beziehung genau SO endete. Ich bin nicht der Typ, der eine Beziehung mal eben im Vorbeigehen mit "Ach übrigens...es ist aus!" beendet.
c) Die Ehe beenden und dann wieder als Single leben ? Dann hätte ich nicht nur S verletzt, sondern auch noch 2 Leute "produziert", die eigentlich nicht der Typ zum Alleinleben sind.
d) Die für mich einfachste Lösung wäre wohl, quasi von der Ehe mit S direkt in eine Beziehung mit J zu rutschen, aber letztere will ja keine Beziehung mehr. Dann hätte ich "nur" noch den Umstand auf dem Gewissen, S. verletzt zu haben, was allein schon schlimm genug wäre.

Wie würdet ihr vorgehen ?
 

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Q-cumber

Aktives Mitglied
Lieber TE,
es ist sicher keine leichte Situation, in der Du Dich befindest.
Du hast das Ganze ja selbst schon ausführlich analysiert. Erhoffst Du Dir einfach mal unterschiedliche Meinungen von Außenstehenden?
Dann gebe ich mal kurz meinen Senf dazu - entscheiden musst Du am Ende ohnehin alleine.

Dein Eingangspost ist teils ein wenig paradox, was Dir ja auch selbst aufgefallen ist.
Einerseits schreibst Du, dass Du nicht alleine sein kannst, andererseits leben sowohl Du, als auch Deine Ehefrau seit 5,5 Jahren in einer Fernbeziehung.
Einen Großteil Deiner Zeit verbringst Du also ohne Partnerin.
Ich glaube, es gibt einen großen Unterschied zwischen alleine sein und sich alleine fühlen.
Man kann sich auch wunderbar in einer Beziehung alleine fühlen, obwohl man jeden Abend zusammen auf dem Sofa hockt.
Ich glaube, Du hast irgendwie Angst vor dem Status: SINGLE. Weil Du in einem Alter (Mitte 40?) bist, in dem einem suggeriert wird, dass man nie wieder eine neue Partnerin finden wird (was übrigens Blödsinn ist). Ist Dir wichtig, was "die Gesellschaft" oder Dein Umfeld von Dir denken?

Von Deinen Möglichkeiten a)-d) scheinen a) und d) die von Dir favorisierten zu sein.
Ich finde die beide suboptimal.
Aus Angst vor dem Alleinsein in einer Ehe zu verharren, in der die Liebe erloschen ist, ist wirklich trist. So würde ich die nächsten 30-40 Jahre meines Lebens nicht verbringen wollen.
Sich nicht zu trennen, weil es die Partnerin verletzen könnte, ist QUATSCH.
MITLEID ist KEINE Beziehungsgrundlage! Eine Trennung tut immer weh, das lässt sich nicht verhindern. Aber wenn ich Deine Partnerin wäre und herausfände, dass Du Dich eigentlich schon seit geraumer Zeit von mir trennen willst und nur aus Mitleid mit mir zusammen bleibst- da wäre ich massiv gekränkt und wütend auf Dich!
Option d) ist ne richtige Klatsche für die Partnerin. Trennung wegen einer anderen Frau.
Der sog. "warme Wechsel" wird von Männern gerne praktiziert, weil er bequem ist. Deshalb ist er auch ein Klassiker. Ich finde das... feige.

Aus meiner Sicht wäre Option c) die einzig sinnvolle Variante - die Option, die Dir am wenigsten behagt ;) .
Es wäre ehrlich und würde Dir Raum geben, Dich zu sortieren und evtl. auch weiter zu entwickeln.

Schwere Entscheidung - viel Glück!
 

Werniman

Mitglied
Du hast das Ganze ja selbst schon ausführlich analysiert. Erhoffst Du Dir einfach mal unterschiedliche Meinungen von Außenstehenden?
Gute Frage. Vielleicht eher ein paar Meinungen,wie andere Leute in meiner Situation verfahren würden und für welche "Lösung" sie sich entscheiden würden.

Einerseits schreibst Du, dass Du nicht alleine sein kannst, andererseits leben sowohl Du, als auch Deine Ehefrau seit 5,5 Jahren in einer Fernbeziehung.
Einen Großteil Deiner Zeit verbringst Du also ohne Partnerin.
Ich glaube, es gibt einen großen Unterschied zwischen alleine sein und sich alleine fühlen.
Ich würde es so beschreiben: Auch wenn man nach 5,5 Jahren Fernbeziehung wirtschaftlich und organisatorisch eher wie 2 Singles agiert, so ist der Gedanke, dass da noch jemand ist, dem man irgendwas bedeutet, doch irgendwie beruhigend.

Ich glaube, Du hast irgendwie Angst vor dem Status: SINGLE. Weil Du in einem Alter (Mitte 40?) bist, in dem einem suggeriert wird, dass man nie wieder eine neue Partnerin finden wird (was übrigens Blödsinn ist). Ist Dir wichtig, was "die Gesellschaft" oder Dein Umfeld von Dir denken?
Das hast du gut erkannt. Sowohl hinsichtlich des Status,als auch hinsichtlich des Alters. Auch die Sache, dass man glaubt, nie wieder eine Partnerin zu finden, kann ich nur bestätigen. Kenne ich ja noch aus der Zeit nach meiner letzten Beziehung: man entwickelt dann eine Art Tunnelblick und glaubt, nur noch glückliche Paare zu sehen und der einzige Topf zu sein, für den es keinen Deckel gibt.
Was die Gesellschaft oder das Umfeld von mir denken, ist mir -je nach Thema - mehr oder weniger egal. Wenn ich mir Gedanken drum mache, wie es S. geht, wenn ich mich von ihr trenne, kommt eher von mir selbst und rührt nicht so sehr von irgendwelchen Befürchtungen her, was das Umfeld von mir denkt, wenn ich das tue. Wie schon geschrieben, war ich auch schonmal in einer Beziehung, die regelrecht von "jetzt auf gleich" beendet wurde und da war ich derjenige, der aus allen Wolken gefallen hat. Und dieses Gefühl war echt mies, was ich niemandem wirklich wünsche.


Von Deinen Möglichkeiten a)-d) scheinen a) und d) die von Dir favorisierten zu sein.
Ich finde die beide suboptimal.
Wirklich wohl fühle ich mich mit keiner dieser 4 Möglichkeiten. Das ist alles eher eine Frage der Abwägung des geringsten Übels.

Aus Angst vor dem Alleinsein in einer Ehe zu verharren, in der die Liebe erloschen ist, ist wirklich trist. So würde ich die nächsten 30-40 Jahre meines Lebens nicht verbringen wollen.
Sich nicht zu trennen, weil es die Partnerin verletzen könnte, ist QUATSCH.
Da kann ich durchaus nachvollziehen. Wenn eine Beziehung im Streit endet, wäre es mir wohl auch herzlichst egal, wie es der Ex dann dabei geht. Aber ohne große Vorankündigung (z.B. häufigen Streit)kalt erwischt zu werden, das ist ein blödes Gefühl, dass ich niemandem wirklich wünsche. Auch niemandem, für den ich nichts mehr empfinde.

Option d) ist ne richtige Klatsche für die Partnerin. Trennung wegen einer anderen Frau.
Der sog. "warme Wechsel" wird von Männern gerne praktiziert, weil er bequem ist. Deshalb ist er auch ein Klassiker. Ich finde das... feige.
Genau das ist mir in meiner letzten Beziehung selbst passiert. Ich weiß also nur zu gut, wie sich das anfühlt, quasi das Opfer eines "warmen Wechsels" zu werden. Und da habe ich es quasi live miterlebt, wie sich meine damalige Partnerin und mein "Nachfolger" annäherten, weil sie nicht mal versuchten, das irgendwie zu verbergen. Ich empfand das als zusätzlich Demütigung. Da ist "nichts mitkriegen und dann vor vollendete Tatsachen gestellt werden" ja fast noch die humanere "Methode".
 

HalliGalliSuperstar

Aktives Mitglied
Meine messerscharfe Analyse ergab folgendes:
1. Option b) und c) sind identisch.
2. Die Option "warmer Wechsel" steht dir momentan gar nicht offen.
3. Ich sehe eine weitere Option, die da heißt: Rede mit deiner Frau.

Reden mit deiner Frau könnte bedeuten: "Schatz, unsere Ehe ist eingeschlafen ..."

"... wollen wir uns nicht lieber trennen?"
"... lass uns doch beide nach einem neuen Partner suchen, und wer zuerst einen findet, trennt sich als Erster."
"... lass es uns noch einmal versuchen und unsere Beziehung intensivieren. Ich stelle mir das so vor ..."

Die Entscheidung ist die zwischen verschiedenen Art von Schmerz: Der Schmerz, eine kaum noch existierende, unbefriedigende Ehe zu führen, ein langfristiger Schmerz, oder lieber der Schmerz, alleine zu sein, verlassen zu werden oder eine lang andauernde Einsamkeitsphase zu befürchten. In der Regel ist im Leben die Devise "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" die richtige.

Es ist wahrscheinlich (bewusst oder unbewusst) aber auch eine Berechnung der Wahrscheinlichkeiten: Wirst du nochmal eine andere Frau finden? Oder behälst du lieber den Spatz in der Hand, statt auf die Taube auf dem Dach zu hoffen? Andere Frage: Wie wirst du denken / empfinden, wenn du es weiter so mau laufen lässt und am Ende deines Lebens zurückblickst? Wirst du im Rückblick zufrieden sein mit dem unteren Mittelmaß? Oft bereuen ja Menschen, dass sie sich nicht getraut haben, ihre Träume zu verwirklichen.

Wenn du dich weiter einrichtest in der Situation, wer gibt dir Garantie, dass nicht SIE den Schritt in ein paar Jahren geht, z.B. wenn SIE jemand anders kennenlernt? Oder dass du sie in ein paar Jahren sowieso verlässt, weil du irgendwann nur noch frustriert bist? Sollst du das lahme Pferd totreiten?
Ist es nicht besser, jetzt, im halbwegs jungen Alter einen Neustart zu wagen, und zwar für beide Seiten?

Du könntest natürlich, um die Einsamkeitsphase und den Single-Status (was ist überhaupt das Problem am Single-Status, das hab ich nicht verstanden) zu vermeiden, heimlich eine neue Partnerin suchen, und erst dann, wenn du diese gefunden hast, Schluss machen (mit Angabe des wahren Grunds oder eines falschen). Aber fair wäre das nicht.

Wie du es auch drehst und wendest, ich denke, du musst mit deiner Frau reden und ihr deine Gedanken und Gefühle mitteilen. Und sie soll sich natürlich auch äußern, was sie noch für dich empfindet. Daraus wird sich eine neue Dynamik ergeben, wie auch immer die aussieht. Alternativ Trennung oder Trennung "auf Probe". Vermutlich sind Aussprachen und Trennung auf Probe nur Verzögerungstechniken, die den Schlag etwas abfedern, weil man sich an den Gedanken gewöhnen kann. Weitere Verzögerungstaktiken wären Eheberatung, Polyamorie, Dreiecksbeziehung und offene Ehe. Aber wenn irgendetwas davon für euch passend erscheint, probiert es aus, und ich sehe auch nichts Falsches darin, "den Schlag abzufedern". Es ist ja nicht falsch, sich und dem anderen Menschen keine vermeidbaren Schmerzen zuzufügen.

Ich wünsche euch beiden viel Glück auf eurem Weg.

Edit:
Ich stimme Q-cumber in allem zu, außer dass ich nicht sicher bin, ob "Trennung wegen einer Anderen" eine "Klatsche" für die Frau sein muss, wenn sie weiß bzw. wenn du ihr sagst, dass die Andere nicht die eigentliche Ursache ist, sondern die Folge einer schon lange unbefriedigenden Ehe. Dass eure Ehe nicht so der Bringer ist, muss deine Frau ja selber schon gemerkt haben.
 
Zuletzt bearbeitet:

Schroti

Sehr aktives Mitglied
Irgendwann kündigte einer unserer Kunden an, S. ins Ausland holen zu wollen, d.h. sie sollte vom Lieferanten zum Angestellten werden. Dem stimmte sie zu unter der Bedingung, dass ich auch nachkommen könnte, sobald die rechtlichen Gegebenheiten erfüllt sind. Also heirateten wir noch kurz vorher. Das war vor nunmehr 5,5 Jahren, in denen wir räumlich getrennt leben. Zwar besuche ich sie 2x pro Jahr
Ihr HEIRATET extra noch, damit du mit ins Ausland ziehen kannst und dann...tust du das nicht? Sinn?
Das ist keine Ehe. Da sehe ich ja meine Omma öfter.
Nimm ruhig die Neue mit den vier Kindern - dann hast du immer Leben in der Bude.
 

Binchy

Aktives Mitglied
Hallo,

Du bist eine Beziehung eingegangen, die sich so anhört wie eine Freundschaft Plus, jedoch ohne wirkliche Leidenschaft und tiefe Gefühle.

aber sowas wie Liebe bildete sich erst im Laufe der Zeit
"So etwas wie Liebe" ist nicht Liebe. Wenn man jemanden wirklich liebt, dann fühlt man das innerlich.

Eine ansich "totgelaufene" Ehe am Leben halten, in der der Alltagstrott die Oberhand gewonnen hat ?
Die Ehe war - so wirkt es auf mich - von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil Ihr da reingerutscht seid und es so einfach bequemer war, auch mit der Option, dass Du nachziehen könntest, was Du nie getan hast.

Glücklich bist Du nicht, sonst würdest Du Dich nicht anderweitig umgucken.

Ich würde reinen Tisch machen, das ist Deiner Frau und Dir gegenüber einfach ehrlicher, unabhängig ob die Dame mit Kindern Dich langfristig nun doch will oder nicht. Aber das ist unerheblich.
Sprich mit Deiner Frau und trennt Euch. Das gibt ihr auch die Möglichkeit, dort vor Ort sich neu zu binden. Alles Weitere wäre Deiner Frau, die Du ja belügst und im Unklaren lässt über Deine Gefühle der anderen Frau gegenüber, unfair.
 
Zuletzt bearbeitet:

Werniman

Mitglied
Ihr HEIRATET extra noch, damit du mit ins Ausland ziehen kannst und dann...tust du das nicht? Sinn?
Das ist keine Ehe. Da sehe ich ja meine Omma öfter.
Nimm ruhig die Neue mit den vier Kindern - dann hast du immer Leben in der Bude.
Das liegt weniger an mir, sondern ganz einfach an den rechtlichen Gegebenheiten des Landes, in dem sie lebt. Ich besitze aktuell ein Visum, welches mich berechtigt, dort zu wohnen, aber nicht, um dort auch zu arbeiten. Und von daher ist es eine rein wirtschaftliche Entscheidung, warum ich noch in D lebe. Mit anderen Worten: Mit einem Einkommen kann man dort keine 2 Leute über die Runden bringen, sondern da müssen schon beide arbeiten...und das DARF ich momentan ganz einfach noch nicht. Der Schritt, dass wir beide dort arbeiten dürfen, ist zwar gemacht, aber was Bearbeitungszeiten angeht, ist die dortige Einwanderungsbehörde *extrem* langsam.
 

Q-cumber

Aktives Mitglied
Lieber @Werniman:

Bist Du Dir sicher, dass Deine Partnerin so gar nichts von Deinen Unzufriedenheit ahnt? Hat sie wirklich den Eindruck, dass alles gut mit Euch beiden läuft?
Wie oft seht ihr Euch denn im Moment? Gibt es die Möglichkeit, wirklich mal "live" miteinander zu sprechen, sodass Du sie "schonend" darauf vorbereiten könntest, dass Du in der Beziehung nicht mehr wirklich glücklich bist?

Gibt es aus Deiner Sicht noch irgendeinen Weg zurück? Irgendetwas, dass sich ändern müsste, damit Du Dich in der Beziehung wieder wohler fühlst?

Wenn Du sicher bist, dass Deine Gefühle erloschen sind und auch nicht mehr zurückkommen werden, wird Dir glaube ich nichts anderes übrigbleiben, als Dich früher oder später zu trennen.
Wäre es nicht schlimm, in 20 Jahren das Gefühl zu haben, in Deinem Leben das Wichtigste verpasst zu haben?

Das ist eben das blöde am Leben - es gibt für nichts eine Garantie. Niemand kann Dir sagen, ob und wann Du eine tolle, neue Frau kennenlernen wirst.
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es passieren wird. Das Leben ist mit Mitte 40 ja nun noch lange nicht vorbei.
Im Gegenteil: die ersten frisch Geschiedenen sind wieder auf dem Markt ...!

Ich bin geschieden und kann Dir sagen, dass ich nach der Trennung gedacht habe: "Das wars jetzt."
Was aber zu 99% daran lag, dass ich die Trennung erstmal verarbeiten musste (15 Jahre Beziehung) und eine neue Partnerschaft außerhalb jeglicher Vorstellungskraft lag.
1,5 Jahre, nachdem eine Partnerschaft für mich wieder denkbar wurde, hat sich dann auch der richtige Partner gefunden. Davor musste ich noch kurz nen Frosch küssen, der kein Prinz war - aber auch das war eine Erfahrung.

Selbst, wenn ich weiter Single geblieben wäre: Rückblickend kann ich sagen, dass die Trennung der absolut richtige Schritt war. Wenn ich eines bereue, dann, dass ich mich nicht schon 2,3 Jahre eher getrennt habe.
 

Youshri

Aktives Mitglied
hatte aber ständig Zoff mit meinem Vater, der sich damals in einer dicken Midlifecrisis befand.
Könnte es sein, dass es Dir gerade genauso ergeht?


Auch wenn ich sie besuche, gliedere ich mich eigentlich nur in den normalen Alltagstrott ein, wirkliche gemeinsame Unternehmungen haben wir höchstens noch alle 3 Wochen mal. Im Grunde sind wir also wie ein altes Ehepaar (nach 18 Jahren Beziehung und 5 Jahren Ehe ist das ja gar nicht mal so daneben).
Also eine ganz realistische Beziehung unter den Bedingungen, in denen Ihr lebt.
Um da ein bisschen mehr Abweschlung hineinzubringen, könntest Du aktiver werden und versuchen, neues Leben in Deine Beziehung zu bringen. Ist ja nicht verboten, auch mal als Mann die Initiative zu ergreifen.;)
Aber Du schwebst ja gerade in der Illusion von grosser Höhe und tiefer Tiefe - sehr aufregend, ja.

Davon abgesehen, warum solltest Du Deine Freundschaft von Deinem früheren Schwarm nicht auch weiter als Freundschaft pflegen können? Selbst zur Freundschaft gehört ein gewisses Quantum von Liebe, meine ich.
Eine Ehe ist ja eigentlich nicht dazu da, dass man ständig nur Heiterkeit und lauter aufregende und aussergewöhnliche Sachen erleben soll. Um die Partnerschaft lebendig zu halten, sollte man sich gegenseitig mehr entwickeln, um Reife zu erlangen. Ja, es ist ein Reifeprozess, der dem Individum und dem Paar zugute kommt. Am besten wäre es, dies gemeinsam zu bewältigen. Vielleicht kommst Du ja bei dieser Arbeitsbewältigung auf ein interessantes Neuland?
 

bird on the wire

Aktives Mitglied
Es gäbe noch eine Möglichkeit:
Du könntest Dich von Deinem inneren Singlestatus verabschieden und Dich einmal ganz und gar einem Menschen öffnen und Dich einlassen.

Bisher hast Du doch andere auf Abstand gehalten, indem Du Dich nur auf die freundschaftliche Ebene einläßt oder Dir gleich unerreichbare Schwärmereien erwählst.

Wie wäre denn der Gedanke und Dein Gefühl dazu, Dich Deiner Frau vollkommen zu widmen? Dich ihr als Mann und nicht als Freund absolut zuzuwenden? Neugierig und offen zu sein für sie? Sie zu überraschen und zu begeistern? Aktiv gegen den Alltagstrott zu arbeiten? Deine Liebe zu Deinem Projekt zu machen? Es gibt den Spruch "Was kann ich heute für Dich tun, um Dein Leben besser zu machen?" Das kann ein Weg sein.

Ich habe das Gefühl, daß Du in Deiner Beziehung und Ehe bisher an der Oberfläche geblieben bist. Dafür wird es Gründe in Deinem Leben geben. Schau doch mal, wo das herkommt bei Dir. Und ob es vielleicht eine schöne Option wäre quasi Neuland zu betreten und wirklich in die Tiefe zu gehen.

Und auch wenn Du Dich entschließt, daß Du Dich Deiner Frau in dieser Tiefe nicht zuwenden möchtest und sie verläßt, steht die Frage bei der nächsten Beziehung wieder im Raum. Willst Du an der Oberfläche und der Alltagsroutine bleiben oder bist Du bereit wirklich tief zu lieben?
 

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