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An andere Zeiten anknüpfen

J

JacarNar

Gast
Hallo..

ich frage mich, ob man an andere Zeiten anknüpfen kann..?

Für mich ist es momentan so, dass ich so wie es ist nicht weiter machen möchte oder das Gefühl habe, nicht weiter zu kommen.
In den letzten Jahren habe ich viel aus meiner Vergangenheit aufgelöst und habe mich sehr intensiv mit mir selbst beschäftigt.
Reflektiert usw.. Zusammenhänge erkannt, aus denen heraus ich mich "falsch" entwickelt habe.

Ich komme aus einem narzisstischen Haushalt und war als Kind immer darauf bedacht es allen anderen recht zu machen.
Dabei entsprach den Erwartungen anderer.. erfüllte deren Bedürfnisse und überging meine eigenen Bedürfnisse.. so lange bis ich nicht mal mehr wusste, was meine eigenen Bedürfnisse eigentlich waren../ sind.
Ich musste mich sogar erst mal schlau machen, was Bedürfnisse sind^^

Wenn ich so zurückdenke, da gibt es eine Zeit in der ich eigentlich so ganz zufrieden war.
Damals, so sehe ich mich nun heute, war ich noch "ganz"..
Bevor ich all die erfahrungen gemacht habe, die mich so sehr geprägt haben..

Damals war ich offen, neugierig und lebensfroh.
Ich war mir selbst damals so nah.. auch wenn ich auch zu diesem Zeitpunkt schon nach außen "verzogen" war.. eben durch den Narzissmus.

Mein Gedanke ist nun der.. kann ich da irgendwie wieder anknüpfen?
Mit dem Wissen von heute natürlich..
Wenn ich damals schon gewusst hätte, was ich heute weiß, hätte ich vieles anders gemacht.
Anknüpfen an das innere Gefühl.. an diese innere Balance.. aus dem Innen nach Außen sein und nicht umgekehrt.

Aber diesmal eben mit dem Wissen das ich mir all die Jahre angeeignet habe. Also nicht so naiv und gutgläubig.
Nicht nur für andere und ihre Erwartungen..
Dort und damals anknüpfen mit meinen eigenen Bedürfnissen, Gefühle und Wünsche.

Ich möchte einfach wieder Ich sein.. und damals, bevor ich so falsch abgebogen bin, war ich Ich.

Meint ihr das ist möglich?
 

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Binchy

Aktives Mitglied
Damals war ich offen, neugierig und lebensfroh.
Ich war mir selbst damals so nah.. auch wenn ich auch zu diesem Zeitpunkt schon nach außen "verzogen" war.. eben durch den Narzissmus.

Mein Gedanke ist nun der.. kann ich da irgendwie wieder anknüpfen?

Nicht nur für andere und ihre Erwartungen..
Dort und damals anknüpfen mit meinen eigenen Bedürfnissen, Gefühle und Wünsche.

Ich möchte einfach wieder Ich sein.. und damals, bevor ich so falsch abgebogen bin, war ich Ich.
Hallo, willkommen. Ein interessanter Gedanke.

Wenn Du damals so warst, so ist dieser Anteil ja noch in Dir, vermutlich ist dies Deine "wahre" Persönlichkeit, Dein Naturell. Natürlich wird das jetzt nun überlagert durch negative Erfahrungen. Es ist vielleicht wie eine kleine Flamme, die noch glimmt, bloss darauf haben negative Menschen zuviel Ballast geschüttet, so dass die Flamme klein und schwach geworden ist. Aber sie ist noch da.

Also ist es jetzt für Dich wichtig, den Ballast, das Alte, Falsche wegzuräumen. Du bist auf dem Weg, erforscht Deine Vergangenheit und Dich und ich denke, dass Du nun auf einer guten Reise wieder bist zu Deinem "Ich". Sicherlich ist diese Unbeschwertheit nicht mehr so da, Menschen haben Dir unschöne Dinge aufgebürdet.

Aber Du kannst trotzdem wieder anknüpfen an der Person, die Du früher warst und ja noch bist. Wann genau warst Du so neugierig und offen? Gibt es bestimmte Situationen jetzt, wo Du das auch bist? Wie genau bist Du jetzt? Was hindert Dich, Lebensfreude zu empfinden?
Was macht dir Freude, was kannst Du Neues entdecken, um Dich lebendiger zu fühlen?

Man ist als Kind oder junger Mensch oft argloser, nativer, unschuldiger als man es als Erwachsener ist. Dieses Vertrauen, diese Unschuld wird nicht mehr so wiederkommen, denke ich. Aber jetzt kannst Du Sachen anders genießen, vielleicht bewusster, vielleicht tiefer. Es ist möglich.

Also finde heraus, was Du hindert und was Deine ersten Schritte hin zu Neugierde und Lebensfreude sein könnten. Ich denke, dass du hier geschrieben hast, ist ein erster sehr guter Schritt.
 

trigital

Aktives Mitglied
Hallo J.,

ich finde es sehr gesund, dass du dich selbst erkennen konntest.
Ich selber habe ähnliche Entwicklungen hinter mir. Und ich habe mir die ähnlichen Fragen gestellt wie du. Aber ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich nunmal so bin, wie ich bin. Ich bin nunmal jemand, der durch solche Menschen geprägt wurde und hab mich zu dem entwickelt, was ich bin. Sicherlich erscheint es irgendwo sehr richtig, dass man sich um seine eigenen Bedürfnisse kümmern muss. Und wenn man diese Erfahrung nicht gemacht hat in seinem Leben, dann besteht da bestimmt ein Bedarf und auch die Wahrnehmung dafür, dass man seine eigenen Bedürfnisse erkennen können muss.
Aber dennoch bin ich immer der Mensch geblieben, der ich geworden bin. Ich achte immer noch mehr auf die Bedürfnisse von anderen Menschen. Und ich habe auch gelernt daraus eine Fähigkeit zu entwickeln. Dennoch musste ich mich dazu bekommen auf meine eigenen Bedürfnisse zu achten. Wobei mich das Leben gelehrt hat, dass ich die Menschen nicht mag, die zu sehr auf ihren eigenen Bedürfnisse achten und zu wenig auf die der anderen. So ist es für mich das Beste auf beides achten zu können und abzuwägen, wann ich auf die von anderen Menschen höre und wann auf meine eigenen.
Was ich sagen möchte ist, dass du meiner Einschätzung nach immer besser und leichter auf die Bedürfnisse von anderen Menschen reagieren wirst, sie wahrnehmen kannst, wie egoistisch zu sein. Es ist keine Schwäche. Es ist eine persönliche Eigenschaft. Du kapierst es einfach besser, wie egostisch zu sein.
Aber ich finde, dass jede gesunde und menschliche Partnerschaft darin besteht, dass man die Bedürfnisse von seinem Partner erkennt und drauf eingeht. Das kannst du mit Sicherheit. Du musst dich nur darin üben diese Eigenschaften auch in anderen Menschen erkennen zu können und dich dann noch verlieben und so. Aber das war ja gerade in dem Threat nicht gefragt!
Ich finde es einfach eine sehr gute Menscheigenschaft, wenn man das kann. Und ich finde nicht, dass du daraus ein Problem machen solltest. Ich finde es aber dennoch wichtig, dass man selber seine Bedürfnisse erkennt und den Weg versteht, wie man sie realisieren kann ohne als Narzisst da zu stehen.
lg t
 

Bodenschatz

Aktives Mitglied
In meinem Leben gab es eine schlechte Zeit.
Als ich darüber nachgedacht habe, was ich tun könnte, war ich der Ansicht, dass ich (bestmöglich) den Zustand des "davor" wieder herstellen solle.
Zwingend hatte ich mir selbst dazu die Bedingung gestellt, dass es mir ganz genau so zu ergehen hätte wie zuvor.
Es war ein Anspruch an mich selber, nicht an die Umgebung, die hier und da Wechsel erfahren hatte.

Ein vergleichbarer Gedanke spielt sich jährlich tausendfach ab, wenn jemand mit seinem Auto im Schnee stecken bleibt und auf die Fahrbahn zurück gezogen wird, damit er weiter fahren kann.
Oder noch einfacher: nach einer Reparatur.
Jedes Mal soll der vorherige Zustand wieder her gestellt werden.

Ich bin daher der Überzeugung, dass ich, wenn ich mich zu weit vorgewagt habe und Grenzen gesetzt bekomme, einen Schritt zurück machen muss, um neuen Anlauf zu nehmen.
So kommt allmählich Erfahrung zusammen, welches "unbekannte Terrain" ich vermutlich schadlos durchqueren könnte, und welche Umgebungen ich nicht beherrsche, also meiden soll.
 

LW84

Aktives Mitglied
Hallo,

ob das möglich ist, weiß ich nicht. Der Gedanke ist natürlich reizvoll...

Zwar hatte ich schon seit der frühen Jugend vor allem mit einer toxischen Familiensituation zu tun, aber ich war damals trotz der Umstände durchaus lebenshungrig, offen und irgendwie heiter - wenn auch schon früh mit dem Hang zur Melancholie. Vor allem hat sich meine bis heute mehr oder weniger präsente Angststörung zwar in dieser Zeit sicher entwickelt, wurde aber seltsamerweise erst mit einer Verzögerung von einigen Jahren nach der Schulzeit dann präsent.

Ich weiß nicht, ob man den Ballast der (negativen) Erfahrungen, Ereignisse und Verhaltensmuster einfach so abwerfen kann. Vielleicht mit einer Hypnosetherapie? Habe darüber schon dies und das gelesen, aber kenne mich damit zu wenig aus. Wenn es damit möglich wäre, ein bisschen an im Bewusstsein als positiv abgespeicherte Zeiten "anzuknüpfen", würde ich das wohl auch mal in Erwägung ziehen...
 
J

JacarNar

Gast
Hey..

Danke für die Antworten.

Die Zeit an die ich gerne anknüpfen würde ist eine Zeit in der ich noch viel bei mir selbst war. Quasi mit mir selbst in Balance.

AUch wenn ich zu dieser Zeit schon der Manipulationen mancher Menschen in meinem Umfeld erlegen war.. eben das was man so im Laufe seiner Kindheit so antrainiert bekommt und es als "normal" empfindet.

Doch in dieser Zeit hatte ich einen Rückzugsort den ich jeden Tag für mehrere Stunden aufsuchte.
Dort tankte ich auf und lies meine Gedanken schweifen.

Mir geht es nicht darum genau da wieder anzukommen, sondern eher darum dort rein so von den Gefühlen her wieder anzuknüpfen.. denn damals war ich noch offen, kontaktfreudig und neugierig auf das Leben. Ich war lebensfroh und ein glücklicher Mensch.

Jetzt.. mit meinen ganzen Erfahrungen im Gepäck und dem Gefühl all das irgendwie verloren zu haben.. oder wie schon beschrieben überlagert mit schlechten Erfahrungen.. sehne ich mich danach wieder dieser Mensch zu sein.

Ein Mensch der aus dem Herzen heraus handelt und nicht abwiegt.
Ein Mensch der seinem ersten Impuls folgt.. der offen ist.. der in Balance ist.. der seiner Intuition vertraut.. und nicht drüber grübelt wie ich mich am besten verhalten sollte.. was zwischend en Zeilen steht.. ohne diesen angestauten Ärger und Groll..
Sondern ein Mensch der sich dem Fluss des Lebens ganz selbstverständlich hingibt.
Letztlich, was kann schon passieren?

Damals dachte ich nicht drüber nach, was andere über mich denken könnten. Es war mir egal.
Ich liebte mich so, wie ich war..
Doch irgendwann wurde das im Außen zerstört.. und es legten sich immer weiter negative Erfahrungen darüber.. ohne dass ich es merkte.
Ich veränderte mich zu einem Menschen, der selbst schlecht dachte.. der nicht mehr vertraut, der eben nciht mehr das Gute in den Menschen sieht.. der hinter allem etwas vermutet..

Natürlich würde ich meine Erfahrungen mitnehmen dorthin, an diesen Punkt an dieses Bild von mir selbst.. denn dafür sind sie ja gut.. sie gehören zu mir.
Aber ich würde die Dinge nun anders händeln, ich wüsste dass es solche und solche Menschen gibt.

Sicher kennen einige diese Gedanken: Wenn ich das vorher gewusst hätte dann hätte ich nicht so oder so gehandelt.

Dinge die in der Vergangenheit passiert sind, lassen sich nicht ändern.. aber die Einstellung dazu schon.
Damals wusste ich noch nichts über diese Dinge, aber ich kann sie heute ändern in dem ich mich anders verhalte.. und das tue ich auch schon..

Mir geht es zB auch darum, dass ich früher nie so nachgegrübelt habe.. nie die Dinge so "zerlegt" habe.. wer was wie gemeint haben könnte. Diese Zwischentöne.. ( habe ich ja gelernt)
Mittlerweile überhöre ich vieles und gehe weder drauf ein, noch grübel ich drüber nach.. das macht das Leben um einiges angenehmer.
Manche Themen sind dann auch einfach weg. Nicht wichtig.
Dann denke ich aber auch nicht mehr drüber nach, welche Bedürfnisse die andere Personen haben und was sie eigentlich zwischen den Zeilen damit uasdrücken wollten.

Bei den Narzissten in meinem Umfeld fahre ich damit ganz gut.. quasi auf meinen Ohren zu sitzen.
Aber so war ich früher halt.. und das hat mich damals leuchten lassen.
Ja, mein Licht wurde gedimmt und ich möchte nun einfach wieder leuchten.
 

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