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Alte Eltern - wegen Arbeit weit weggezogen

H

Heimatlos

Gast
Ich kann mir vorstellen, das es etliche andere auch betrifft mit der Problematik, das man der Arbeit hinterherziehen mußte und die Eltern/Schwiegereltern am alten Wohnort geblieben sind und nun alt werden und Hilfe brauchen. "Arbeit hinterherziehen" heißt bei uns (und sicher etlichen anderen Fällen) nicht, das man seine Karriere pflegt und vorantreibt, sondern schlicht und einfach entweder Job, oder Dauer Hartz iv/Aufstocker/Niedriglohn, weil es im Heimatort keine Arbeit gibt für alle. Ich finde das ganze quasi die Quadratur des Kreises", da allen gerecht zu werden - wir als Familie müssen unseren Lebensunterhalt verdienen, aber die alten Eltern sind zwar nicht pflegebedürftig, aber bräuchten doch ab und an mal Hilfe. da wir über 500 km weit weg wohnen, ist "Heimfahren" auch nicht mit 1 2 Stunden Autofahrt gemacht - das WE ist da zu kurz, so dass man manchmal höchstens 3 4 mal im Jahr hinfährt. Eine Bekannte von mir abgesichert durch Partner, der das Glück hat, dauerhaft bis zur Rente einen gutbezahlten Job am Heimatort zu haben, redet mir permanent zusä. ein schlechtes Gewissen ein - "Ihr müsst zurückkommen und die Eltern später mal pflegen". Mein Mann der Hauptverdiener ist über 50 und findet sicher rasend schnell (Ironie) einen angemessenen Job in einer Niedriglohnwüste. Wie händeln andere das Problem? Ziehen die Eltern dann um, dahin wo die Kinder wohnen? Wohnt ihr ne zeitlang getrennt, das einer die Eltern betüddelt, vielleicht nen seeehr flexiblen Job hat, notfalls Home Office machen kann und einer seinen Job weiter nachgeht. Heimplatz, wenns gar nicht anders geht?
 

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Ondina

Sehr aktives Mitglied
Wenn es für die Senioren noch möglich ist, dann könnten sie ja umziehen zu euch in die Nähe so das ihr euch noch um sie kümmern könnt. Notfalls um Kosten zu sparen zieht ihr alle in eine Gemeinsame Wohnung.
Sollte das nicht mehr möglich sein, dann würde ich ab einen gewissen Grad der Beeinträchtigung darüber nachdenken sie in einen Heim unter zu bringen, wenn das Kostenmäßig zu stemmen ist.
Ich weis, das ist alles nicht so einfach.
 

Darknessgirl

Aktives Mitglied
Für nur "ab und zu mal Hilfe" kann man sicher auch nette Nachbarn, Bekannte oder Verwandte bitten, ansonsten müsste man eine Haushaltshilfe engagieren. Wenn es nicht geht, dann muss man über eine Pflegebetreuung nachdenken.

Es ist wichtig, sich rechtzeitig im Leben darüber Gedanken zu machen und sich vielleicht vorab schon mal etwas anzuschauen, damit man nicht mit leeren Händen dasteht, wenn es plötzlich soweit ist.

Ansonsten kann man als Eltern nicht erwarten, dass sich Kinder bis zur Aufopferung um sie kümmern im Alter, auch wenn sie sich damals um die Kinder gekümmert haben.

Das Leben ist ein Geschenk und an Geschenke sollten keine Bedingungen geknüpft werden.
 

Der_um_den_Baum_tanzt

Aktives Mitglied
Ich kann mir vorstellen, das es etliche andere auch betrifft mit der Problematik, das man der Arbeit hinterherziehen mußte und die Eltern/Schwiegereltern am alten Wohnort geblieben sind und nun alt werden und Hilfe brauchen.
Wie händeln andere das Problem? Ziehen die Eltern dann um, dahin wo die Kinder wohnen? Wohnt ihr ne zeitlang getrennt, das einer die Eltern betüddelt, vielleicht nen seeehr flexiblen Job hat, notfalls Home Office machen kann und einer seinen Job weiter nachgeht. Heimplatz, wenns gar nicht anders geht?
Das ist letztlich eine Frage der Prioritäten die ein Mensch sich setzt.

Wem Begrifflichkeiten wie "Heimat" und "Familie" und "Menschenwürde" in dieser Kombination etwas bedeuten, der orientiert sein Leben an den Bedürfnissen seiner Heimat und seiner Familie und setzt seine Lebensenergie zur Befriedigung dieser und seiner eigenen Bedürfnisse in möglichst menschenwürdiger Weise ein.

Heimat und Familie bedürfen der Pflege und die Würde des Menschen gilt als "unantastbar"

Wer es für würdig erachtet einen "ausgedienten" Menschen seiner Heimat zu berauben oder ihn in eine institutionelle Abstellkammer zu verfrachten wo er den Rest seiner Tage von fremden Menschen auf seinem Weg zum Lebensende hin begleitet wird, der ist mental genau dort angekommen, wo ihn die Regierenden offensichtlich haben möchten.

Unabhängig davon ist es aber doch auch eine Frage der persönlichen Beziehung zwischen Eltern und Kindern, in welchem Umfang sie ihren Verpflichtungen den Eltern gegenüber nachkommen.

Rein rechtlich kommt ohnehin Niemand darum herum im Falle der Hilfebedürftigkeit seiner Eltern seinen Möglichkeiten entsprechend für die Versorgung seiner Eltern einzustehen, wenn deren eigene Mittel dazu nicht ausreichen.

Grundsätzlich ist es sinnvoll sich relativ frühzeitig Gedanken darüber zu machen wie es weitergehen soll, wenn die Eltern einmal auf wackligen Knien und mit Honig im Kopf durch den Alltag schlappen, denn die Konsequenzen einer Vernachlässigung der Klärung der Verhältnisse können für alle Beteiligten mehr als unangenehm bis ruinös sein.

Wenn auch oftmals akut noch keine großartigen Umwälzungen im Raum zu stehen scheinen, so sollte man sich doch bei Gelegenheit mal im Kreise der Familie zusammen setzen um solche Fragen zu diskutieren die sich um die Bereiche Vorsorgevollmacht, Betreuungsvollmacht, Patientenverfügung, Kontovollmacht etc. drehen.

Denn wenn es einmal, was von heute auf morgen der Fall sein kann und mit steigendem Alter wahrscheinlicher wird, tatsächlich akut wird mit der Hilfebedürftigkeit oder gar Pflegebedürftigkeit der Eltern, dann wird die Situation plötzlich sehr schwierig wenn keine offiziell anerkannten Dokumente vorliegen, welche die Vertretung der Eltern gegenüber Ärzten, Ämtern, Banken, Versicherungen, Gemeinden etc. eindeutig regeln.

Und dann kann es sehr leicht sein, dass offizielle Stellen per Gerichtsbeschluss die vermeintlichen Interessen der Eltern vertreten .... auch gegenüber den Kindern, denn wenn erst einmal die Vermögenssubstanz der Eltern verbraten wurde, dann geht es ans Vermögen der Kinder, egal wie weit die weg wohnen und ob das irgendwie ins aktuelle Lebenskonzept passt.
 

Landkaffee

Urgestein
Einfach wieder in die alte Heimat ziehen, das ist leichter gesagt als getan.


Tut Deine Bekannte denn etwas dafür, dass Ihr wieder zurück könnt?



Wenn Deine Eltern jetzt noch einigermassen fit sind, okay. Aber wenn sie wirklich leidend sind, Du das spürst, mitfühlst und merkst, Du möchtest oder musst mehr für sie tun... . Wenn sie nach Dir rufen, dann wird es so richtig hart.

Die, die dann so "schlaue" :(Sprüche haben, die sollten sich doch dann mal zusammensetzen und Euch bei Job- und Wohnungssuche helfen, so Du und Dein Mann, Ihr wirklich zurück wollt.


Eltern zu pflegen, das ist noch einmal eine andere "Nummer". Das kann nicht jede/r und da müssen dann Lösungen her.
Da kann es insofern egal sein, wo Du wohnst, wenn dann z.B. eines Tages ein Pflegeheim Muss ist. Bis auf: Nun, die Erreichbarkeit. Da sein können, wenn man gebraucht wird, am Bett sitzen, zuhören, die Hand halten, einander etwas erzählen, sich in den Arm nehmen.... . Damit sieht es gaaanz übel aus, wenn man so weit voneinander entfernt ist.

Umzug alter Eltern in den Ort oder die Stadt wo die Kinder wohnen? Für manche ist es eine Lösung, wenn es frühzeitig geschieht. Denn: "Einen alten Baum verpflanzt man nicht." Wie und wo soll er denn auch wieder wurzeln?


Nachdenklich traurige Grüsse!
Landkaffee
 
Zuletzt bearbeitet:

Bierdeckel111

Aktives Mitglied
Bei meinen Vater seh ich kein Problem darin. Von mir aus kann er unter der Brücke in seiner Scheisse schlafen. Ist zwar hart zu lesen aber ich habe meine Gründe das zu schreiben. Er war für mich nie da in meinem Leben. Weder emotional, noch finanziell. Das einzige was ich von ihm hatte war sein Unterhalt dem er immer pünktlich überwiesen hatte, da er Beamter war. Aber selbst wenn er diesen nicht zahlen müsste, so müsste er trotzdem 100 anderen Gläubigern die Schulden zahlen also habe ich sogesehen keinen Vorteil durch ihn. Sonst hat er Schulden ohne Ende, hat sonst nichts erreicht obwohl er Akademiker ist und ist Alkoholiker. Bei so einem Vater kann man als Sohn nicht hinaufschauen, sondern muss eher hinabschauen. Doch das alles wäre mir noch egal wenn er wenigstens gefühlsmäßig für mich da gewesen wäre sprich emotional. Wenn er zu jedem Geburtstag bzw. Weihnachten wenigstens angerufen hätte und gefragt hätte wies mir geht und wenigstens 50 Euro für Weihnachten gegeben hätte. 50 Euro hat jeder finde ich, Schulden hin Schulden her. Deswegen lässt mich mein Vater heutzutage kalt außer er würde mir als Entschädigung mind. 20k Euro sofort bar in die Hand oder aufs Konto geben, dann wäre ich noch bereit ihm zu verzeihen.

Auf meine Mutter hingegen würde ich schon bis zu ihrem Tod aufpassen. Ich werde wahrscheinlich auch nie weit weg arbeiten, denn ich habe sowohl Großstädte in der nähe als auch ländliche Kaffs.
 

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