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    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Alltag, Akzeptanz, Freundschaft, Beziehung, Stigmatisierung mit Handicap: eure Meinung / Erfahrung?

Es ist erschütternd zu erleben wie in einem wohlhabenden Land Menschen abgelehnt werden können, um sich nicht mit ihnen auseinandersetzen zu müssen!
Und dazu ja auch immer noch ein 2-Klassen- Hilfesystem. Bei einer seelischen Behinderung kommt der Hortbegleiter kostenfrei, wenn er genau das Gleiche bei einem geistig behinderten Kind macht, wird ein Kostenbeitrag erhoben. Das eine wird nach sgb 8 geleistet, das andere nach sgb 9.

Und wer keine Hortbegleitung braucht wird dann an der Förderschule beschissen. Denn bestimmte Formen haben gar keinen Hort, da endet die Betreuung 14.45 Uhr. So ist das jetzt nämlich bei meinem Kind. Und in den Ferien kommen schulfremde Hilfskräfte, und diese Betreuung muss wieder extra beantragt werden.

Nein, man darf sich überhaupt nichts gefallen lassen, in keiner Form. Ich mach das ja für mein Kind, was soll ich denn sonst tun?
 
Hallo @Spinagirl, ich möchte deine Frage gerne hier beantworten da ich denke das es ein sehr gutes Beispiel für den Umgang mit gehandicapten Menschen generell ist!
... und was hat der so anders gemacht im Vergleich? (also wenn du das erzählen magst?)
Ich muss Erfahrungen vorausschicken die ich alltäglich machte:

Meine Tochter war zwar damals schon ein aufgewecktes smartes Kind, nur war sie eben sichtbar „anders“ und wurde dadurch abgestempelt.
Sie trug ihre Orthese und hinkte natürlich ein wenig, plus starke Brille und Hörgeräte. Außerdem mussten wir damals noch ihr Auge abkleben (Schielpflaster, 5 Tage pro Woche) und die Reaktionen waren immer von der Sorte „die arme Kleine!“

Die Mehrzahl der Menschen gingen uns eher aus dem Weg, selbst Nachbarn oder Eltern aus der KiTa - Gruppe! Auch ich galt immer als „die mit dem behinderten Kind“ und somit als andersartig!
Darum hat mich diese Begegnung mit einem bis dato Fremden derart von den Socken gehauen!

Natürlich hat es sich im Warteraum eines Arztes zugetragen, wo wir damals (sie war knapp vor der Einschulung) einen guten Teil der Zeit verbrachten.
Das Warten war langweilig, sie lief ein wenig auf und ab und wir guckten immer wieder in ihre Kinderbücher.

Der Mann saß neben mir und sie zeigte ihm immer etwas aus dem Buch, sodass ich schon fürchtete es fühlte sich belästigt!
Jedoch begann er ganz entspannt mit ihr zu plaudern, ohne Scheu oder geheucheltem Mitleid! Als ich fragte ob das okay wäre meinte er nur in meine Richtung dass das völlig in Ordnung ist und sie wäre ja eine ganz bezaubernde junge Dame!
Dann fragte er sie (!) ob sie ihm verraten würde weshalb sie ein zugeklebtes Auge hat?
„Das ist damit mein Anderes richtig sehen lernt!“ hat sie geantwortet und sich offensichtlich gefreut dass sich mal jemand mit ihr unterhält.

Das würde ja gut klappen meinte er da sie ihre Bücher schon so gut lesen kann! Nachdem sich die beiden so gut verstanden haben kam ich natürlich auch mit ihm ins Gespräch und er fragte mich nach ihrem Bein, ob sie sich verletzt hätte?
Da ich schon Vertrauen gefasst hatte sagte ich ihm den Hintergrund für ihre Handicaps und er meinte „alle Achtung, da habt ihr Einiges zu stemmen“ und dass sie dafür doch ganz toll unterwegs sei und ich stolz sein könnte dass sie so ein aufgewecktes Mädchen geworden ist!

Resümee der Begegnung: Wir bleiben in Kontakt, er ist seit über 8 Jahren mein Chef und wir pflegen seither ein freundschaftliches Verhältnis!
 
Darum hat mich diese Begegnung mit einem bis dato Fremden derart von den Socken gehauen!
Glaub ich dir!
So entspannt kenn ich das nur von Leuten mit denen ich vertraut bin!
Aber manchmal passieren noch Wunder! Schön zu hören dass es sowas auch gibt!👍🏼👍🏼
Die Mehrzahl der Menschen gingen uns eher aus dem Weg
Haha wie ich das kenne!
Fahr mal mit dem Rolli Richtung einer Menschenmenge und die teilt sich auseinander!!😊 sogar wenn du gar nicht durch willst!!😁
Wir bleiben in Kontakt, er ist seit über 8 Jahren mein Chef und wir pflegen seither ein freundschaftliches Verhältnis!
Und der hat dir dann gleich einen Job angeboten??
 
Zitat s.
Fahr mal mit dem Rolli Richtung einer Menschenmenge und die teilt sich auseinander!!😊 sogar wenn du gar nicht durch willst!!😁
Zitat Ende

Auf dem letzten Konzert wo ich war, war vorne so vor der Bühne ein Bereich für die Rollstuhlfahrer abgetrennt, mit eigener Rampe und Weg zum Klo bzw. Räumlichkeiten.
Man konnte aber auch über die Hallenseite da rein.

Als die Opener Band spielte, kamen noch Leute, auch Rollstuhlfahrer, die Leute ließen die aber nicht durch weil sie sie nicht mochten, sondern weil die nicht wollten das die Probleme kriegen, und die Leute halt auch wollten, das die was sehen können von der Bühne .

Es gibt schon Menschen, die sich wirklich um Behinderte kümmern und diese auch nicht ausschließen oder abwerten.
Leider sind die aber in der Minderheit.
 
Es gibt schon Menschen, die sich wirklich um Behinderte kümmern und diese auch nicht ausschließen oder abwerten.
Ja manche sind echt auch voll nett!
Ne Lehrerin von mir hat damals extra groß und fett an der Tafel geschrieben damit ich auch sicher Alles lesen konnte mit meinem Schielauge (als ich noch Augenpflaster tragen musste) , und sie hat es den Anderen gar nicht gesagt warum, damit sie sich nicht lustig machen!😍
 
Es gibt schon Menschen, die sich wirklich um Behinderte kümmern und diese auch nicht ausschließen oder abwerten.
Leider sind die aber in der Minderheit.
Kann ich bestätigen!🙂
Und bei den anderen muss man halt laut schreien 😱
Aber im Ernst: ich hab mir angewöhnt (peinlich ist mir ja nix mehr) einfach was zu sagen!
„Können Sie mir bitte die Tür aufhalten/ mir über die Stufe helfen/ mich das steile Stück hochschieben…“
Das funktioniert!!😁
 
Und der hat dir dann gleich einen Job angeboten??
Nicht vom Fleck weg aber nahezu!
Das Gespräch entwickelte sich weiter und als das Thema Arbeit aufkam musste ich zugeben dass ich arbeitslos war!
Ich hatte nur erwähnt dass es sehr schwierig ist einen Job zu finden der mir ermöglicht mich intensiv genug um meine Tochter kümmern zu können inklusive Arztbesuche, Therapietermine etc.
Ich habe auch klargestellt dass ich diesbezüglich auch nicht bereit bin große Kompromisse zu machen.
Daraufhin lud er mich in seine Firma ein um mal zu sehen ob man eine Lösung findet.
Im Endeffekt einigten wir uns auf einen Job ohne feste Arbeitszeiten und seitdem bin ich für Büro / Organisation verantwortlich.
ich hab mir angewöhnt … einfach was zu sagen!

Das funktioniert!!😁
Sehr vernünftig / richtig!
Kommutatives Verhalten ist von beiden Seiten wichtig!

Ich habe folgende Theorie:
20% sind von Haus aus offen und hilfsbereit
60% sind überfordert / halten Abstand
20% sind ignorant

Die 60% kann man ansprechen und die Unsicherheit nehmen in dem man ihnen sagt wie sie helfen können!
 
In anderen Ländern, z.B. Dänemark, werden Kinder bis zum 16. Lebensjahr komplett inklusiv gemeinsam unterrichtet, auch wenn sie stark eingeschränkt sind. Helfer etc. sind dann mit in der Klasse.
Auch so fiel mir in Dänemark oft auf, wie barrierefrei es überall ist. Am Strand führen z.B. Rampen ins Wasser, so dass man auch mit Rolli ins Wasser kann.
In DE führt die zeitige Separierung dazu, dass es kaum Berührungspunkte gibt und Menschen mit Behinderung dann fremd und anders empfunden werden, einfach weil man zu wenig kennt und weiß. Mein jüngerer Sohn ging in eine inklusive Kita und hatte dadurch einen ganz natürlichen Umgang mit Kindern mit Handicap. Alle kümmerten sich ganz rührend um die Kinder, die irgendetwas schlecht konnten, laufen oder etwas schneiden oder oder. Da auch der kleine Bruder seines besten Freundes eine Behinderung hat, gibt es für ihn bis heute Berührungen mit dem Thema und der Umgang bleibt natürlich.
Wenn man keinen weiteren Kontakt hätte, würde diese Natürlichkeit vielleicht wieder verkümmern, da die eingeschränkten Kinder ja an spezielle Schulen gehen und das dann einfach zwei Welten für sich sind.
 
In DE führt die zeitige Separierung dazu, dass es kaum Berührungspunkte gibt und Menschen mit Behinderung dann fremd und anders empfunden werden, einfach weil man zu wenig kennt und weiß.
Genau diese Methodik ist es, was ich kritisieren muss! Ich musste teilweise kämpfen um meine Tochter an „normale“ Schulen zu bekommen damit sie somit die Chance hat „Teil der Gesellschaft“ zu werden!
z.B. Dänemark, werden Kinder bis zum 16. Lebensjahr komplett inklusiv gemeinsam unterrichtet, auch wenn sie stark eingeschränkt sind. Helfer etc. sind dann mit in der Klasse.
Das wäre schlichtweg der Idealfall! Alle könnten voneinander lernen und profitieren!
Menschen mit Behinderung dann fremd und anders empfunden werden
In etwa so haben wir das gerade eben im Urlaub in Südfrankreich erlebt!
Meine Tochter hatte sich in bestimmte Sneakers verliebt und wir wollten sie ihr gerne kaufen, nun ist Schuhe einkaufen bei ihr nicht so einfach weil wegen ihrer Orthese müssen wir verschiedene Größen anprobieren und sehen ob und in welcher Größe der Schuh für sie geeignet ist!
Die Verkäuferin hat uns schon so fragend angeguckt und nach der Größe gefragt, ich sagte wir müssten 38,39,40 mal anprobieren und haben (aufgrund der Sprachbarriere, mein Partner hat übersetzt) ihr auch die Orthese gezeigt (zum Verständnis).
Daraufhin hat sie brüsk erklärt dass sie uns nicht helfen kann, solche Schuhe habe sie nicht!
Sie ließ sich auch nicht umstimmen als wir sagten wir hätten nur gerne die gewünschten Größen und würden selbst probieren.
Anscheinend waren wir auch nicht genügend cool oder stylish für den Laden!
 

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