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Alles kann, nichts muss.

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Gast

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Wie soll man damit umgehen, wenn die eigenen Ziele und das, worauf man hinarbeitet hat, einen nicht mehr glücklich machen? Zu zerbrechen drohen? Ich weiß nicht, wie ich an diesen Punkt gekommen bin... Ich glaube das Problem ist, dass man heutzutage fast zu viele Wege und Möglichkeiten offen hat.
Mir zumindest, standen alle Wege offen und das ist wahrscheinlich der Punkt, an dem diese Geschichte begann….
Ich war keine 18 Jahre alt, hatte einen Partner und mich entschieden, mein Abitur zu machen. Schon damals wusste ich nach der Realschule nicht, was genau ich machen soll, mit einem Abschluss von 1,7 entschloss ich mich also meine Möglichkeiten noch zu erweitern. Während meine Freunde oft schon wussten, was genau sie danach machen wollen (oder es zumindest in der 13ten Klasse wussten), war ich bis zuletzt unschlüssig. Ja. Deutsch war mein Lieblingsfach. Ich liebe die Sprache und was man mit ihr alles ausdrücken kann, Geschichten zu erzählen. Ich mag auch Musik, aber Musik gab es an dem technischen Gymnasium nicht mehr und so ließ ich das schleifen. Ich wusste und weiß immer noch nicht was ich mit diesem Leben machen soll. Meine Beziehung habe ich beendet, aber dachte ich werde schon wieder glücklich. Ich dachte an die journalistische Richtung und entschloss mich, mich für Studiengänge in diese Richtung zu bewerben – Irgendwas mit Medien zu machen. Mit mehr Glück als Verstand bekam ich per Nachrückverfahren einen Platz, an einer Uni. Wenn ich jetzt zurück schaue, sind diese 3 Jahre bzw. drei ein halb Jahre wie im Flug vergangen…. Ich dachte ich würde mir so Zeit verschaffen. Doch in dieser Zeit selbst, verlief oft alles schleppend.
Praktika sollten mir helfen herauszufinden, dass die Richtung, die ich eigentlich für die richtige erachtet hatte, nicht das wahre war. Printjournalismus, egal ob Tageszeitungstechnisch oder auch Jugendmagazin, haben mich nicht überzeugt. Und ich glaube ich habe sie auch nicht überzeugt. Das Studium war vor allem theoretisch. Alles was darüber hinausgeht, war in meiner Freizeit und musste man sich selbstständig besorgen. Schon an der Uni habe ich dann angefangen Radio zu machen. Ja, das hat mir Spaß gemacht. Und so habe ich noch ein halbes Jahr drangehängt um ein Praktikum und freie Mitarbeit beim Radio zu machen. Ich dachte, ich habe das gefunden, was mich glücklich machen könnte. Ich weiß, es ist total naiv. Aber ich wurde gelobt, habe das Gefühl vermittelt bekommen, ich mache das gut, ich kann das und noch dazu macht es mir Spaß.
Ich suche jedoch auch Sicherheit und die Hörfunkbranche kann einem diese sicherlich nicht bieten. Abgesehen davon, habe ich jetzt das Gefühl, dass man ein ziemliches Egoarschloch sein muss, um da weiterzukommen. Eigentlich muss jeder auf sich bedacht sein und auch die Redaktionschefs und ähnliches sind das. Sie möchten dich ausbeuten, machen dir Hoffnungen und lassen dich doch fallen wie eine heiße Kartoffel. Und wenn man runterfällt und die Haut aufplatzt, das tut weh. Das Herz blutet.
Zuerst habe ich nach dem halben Jahr beim Sender gedacht, ich könnte das alleine schaffen- meinen Wunsch und Traum zu erfüllen - Radiomoderatorin/Redakteurin werden. Unzählige Bewerbungen und Probearbeiten später bin ich ziemlich enttäuscht und ernüchtert. Ich habe zwar etwas zur Auswahl, aber nichts, das mich wirklich überzeugen würde. Ein Volontariat zu machen, das mich danach wirklich für diesen Alltag wappnet. Ich habe das Gefühl, dass können nur die größeren Sender (bei den privaten). Und jene, die jetzt zur Auswahl stehen sind kleinere, regionale Sender. Zahlen nicht einmal Mindestlohn, weil das Volontariat schließlich eine Grauzone ist. Ausbildung oder nicht? Das ist hier die Frage. Jetzt stehe ich hier und Frage mich, ob das überhaupt das Richtige ist? Ich stehe vor dem Abgrund. Wenn nicht das, was dann?
Und ich habe das Gefühl, dass keiner mich wirklich versteht und mir zuhört. Jeder ist mit seinem eigenen Leben zu sehr beschäftigt…. Nur meine Mutter versucht es, ist aber selbst überfordert damit. Sie ist auch optimistischer als ich. „Das wird schon wieder“, „Du machst das schon“, „Lass es auf dich zukommen“, „Schau doch mal, was du jetzt schon erreichst hast“ usw. usf. - ich kann das alles nicht mehr hören. Die Liebe blieb auch komplett auf der Strecke, ich bin und war darauf fixiert, irgendwie mein Leben zu meistern und für mich selbst sorgen zu können, wo soll hier Platz sein für einen Mann? Dabei wünsche ich mir geliebt zu werden….
Aber was mache ich eigentlich jetzt? Ich habe einen Masterstudienplatz bekommen. Einen, auf den sich hunderte beworben haben, und ich bin eine von 40, die ihn hat. Aber es macht mich nicht glücklich. Ich habe eine Hiwi- Stelle in der Hochschulkommunikation, nächste Woche geht es los. Aber es macht mich nicht glücklich. Ich habe nächste Woche Geburtstag und auch das lässt mich kalt. Was stimmt nur nicht mit mir?
Ich möchte doch zufrieden sein und mich auf etwas freuen. Das sind doch tatsächlich Dinge, die nicht jeder von sich behaupten kann. Aber ich sehe meinen Traum und mein Leben in Scherben vor mir. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich weiß schon gar nicht mehr, was ich will. Dieser ganze Prozess mit Bewerbungen und dem Leistungsdruck hat mir die Freude an dem Ganzen genommen. Radiomachen? Hmm, weiß nicht. Masterstudium und Horizont erweitern? Also weg vom Radio hin zu PR oder etwas vergleichbaren? Dann stehe ich wahrscheinlich in zwei Jahren wieder an diesem Punkt, nur mit anderem Inhalt/Grund. Volo bei einem regionalen Sender machen? Und dann? Unsicheres Leben, kann ich für mich sorgen? Andere Stadt, noch einsamer, als ich eh schon bin. Schließlich gaukeln mir meine „Freunde“ nicht gut genug vor, dass sie sich tatsächlich für mich interessieren. Sie führen ihr Leben, mit Partner und haben keine Lust auf mich und meine Probleme. Kann ich irgendwie auch verstehen…. Schließlich habe ich selbst keine Lust auf sie.
Ich habe das Gefühl, es ist ein Nachteil, dass ich intelligent bin und vieles offen habe. Ich habe keinen Rahmen. Das machen, was einem Spaß macht, scheint nicht das Patentrezept zu sein, nicht das, was in dieser Gesellschaft gefordert wird. Ich weiß nicht mehr was ich will und wer ich bin. Und das schlimmste ist, ich weiß nicht mehr wie ich das herausfinden kann. Ich werde 24 und mein Leben ist eigentlich nur ein Trümmerhaufen. Ich habe nichts. Dieses dumme Studium ist nur ein Wisch, ich habe nicht das Gefühl, dass es mich nicht wirklich weiter gebracht hat. Es bereitet einen nicht ansatzweise auf das harte, reale Leben vor. Auf das Arbeitsleben und den Markt. Ich weiß nicht mehr weiter…. Ich lebe vor mich hin mit so einer inneren Unruhe und Bedrückung. Ich bin nicht mehr glücklich. Das einzige, das mich für einen Bruchteil vergessen lässt ist Alkohol und gutes Essen. Dieses Jahr ist ein mieses Jahr. Neben meinem Geburtstag muss ich noch Weihnachten und Silvester überstehen…Wie soll es nur weiter gehen? Kann mir das jemand sagen? Ich bin kraftlos und Leer und wünschte mir manchmal es wäre endlich zu Ende. Aber das ist es nicht, ich habe noch mein ganzes Leben vor mir. Nur was soll ich daraus machen?!
 

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Werner

Sehr aktives Mitglied
Hallo Gast,
wann warst du denn zum letzten Mal in einer
Weise glücklich, wie du es wieder gerne hättest?

Vielleicht hast du einfach irgendwo eine "falsche"
Abzweigung genommen und findest wieder den
zu dir passenden Weg, wenn du dorthin zurück
gehst (also gedanklich)?

Gruß, Werner
 

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