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Alkoholismus in der Familie

Bibile

Neues Mitglied
In meiner Familie sind schon mehre Fälle von Alkoholismus aufgetreten und langsam weiß ich auch nicht mehr weiter...Mein Opa hatte wohl schon Probleme mit Alkohol, aber da ich noch sehr jung war als er verstorben ist kann ich mich daran nicht wirklich erinnern. Meine Mutter hat mein ganzes Leben getrunken und ist letztes Jahr sogar an den Folgen verstorben. Und meine Tante hat 1999 damit angefangen täglich zu trinken als ihre Mutter also meine Oma verstorben ist. Meine Tante hatte 2010 eine schwere Op an der Zunge, Zungenkrebs könnte auch vom Alkohol kommen, und wäre fast daran gestorben, weil sie nach der Op auf der Intensievstation einen Herzinfakt hatte, durch den Entzug daher wurde ihr Alkohol zugführt. Der Arzt hatte ihr auch nahegelegt nicht mehr zu trinken und zu rauchen. Aber da sie auch keine psyschologische Hilfe in Anspruch genommen hat, hat sie mit beidem wieder angefangen. Nachdem dann meine Mutter verstorben ist habe ich sie auch damit konfrontiert das ich weiß das sie wieder trinkt. Sie sieht aber nicht ein das sie ein Problem hat und möchte keine Therapie machen. Das macht mich fertig und gehe jetzt auf Abstand, weil ich mir es nicht mit ansehen möchte wie sie sich auch tot säuft :confused::wein::confused:
 

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Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Hallo, Bibile,

es stimmt mich traurig, wenn ich Deinen Bericht lese. Die Menschen, von denen Du schreibst, stehen für so viele Menschen, die anscheinend keinen Sinn in ihrem Leben sehen und die mit ihren Problemen nicht fertig werden.

Ich habe schon öfter erlebt, dass Menschen in diesen Situationen sinngemäß sagen: „Lass mich doch. Ich habe doch sonst nichts mehr!“

Weißt Du, Bibile, sicher ist es schlimm, wenn Menschen angesichts ihrer Kraftlosigkeit und ihrer Probleme ihren Kummer ertränken. Aber die Ursache liegt nicht im Alkohol, sondern in den Problemen, mit denen Menschen nicht fertig werden. Gib den Menschen Hoffnung, dass die Probleme überwindbar sind und das Leben schön werden kann. Und dann – so denke ich – werden auch die Chancen steigen, dass sie sich ggf. Hilfe holen und von ihrer Alkoholsucht loskommen. Wenn Menschen jeden Rat und jede Hilfe ablehnen, dann muß man sich auch schonmal zurückziehen. Selbstschutz, auftanken. Alkoholiker kosten Kraft.


Wenn Du selbst aber keine Hoffnung hast, dann kannst Du auch keine Hoffnung vermitteln.
Ich wünsche Dir, dass Du immer eine gute Hoffnung hast und diese sich auch für Dich realisiert.

LG, Nordrheiner

 
D

Dr. Rock

Gast
In meiner Familie sind schon mehre Fälle von Alkoholismus aufgetreten und langsam weiß ich auch nicht mehr weiter...Mein Opa hatte wohl schon Probleme mit Alkohol, aber da ich noch sehr jung war als er verstorben ist kann ich mich daran nicht wirklich erinnern. Meine Mutter hat mein ganzes Leben getrunken und ist letztes Jahr sogar an den Folgen verstorben. Und meine Tante hat 1999 damit angefangen täglich zu trinken als ihre Mutter also meine Oma verstorben ist. Meine Tante hatte 2010 eine schwere Op an der Zunge, Zungenkrebs könnte auch vom Alkohol kommen, und wäre fast daran gestorben, weil sie nach der Op auf der Intensievstation einen Herzinfakt hatte, durch den Entzug daher wurde ihr Alkohol zugführt. Der Arzt hatte ihr auch nahegelegt nicht mehr zu trinken und zu rauchen. Aber da sie auch keine psyschologische Hilfe in Anspruch genommen hat, hat sie mit beidem wieder angefangen. Nachdem dann meine Mutter verstorben ist habe ich sie auch damit konfrontiert das ich weiß das sie wieder trinkt. Sie sieht aber nicht ein das sie ein Problem hat und möchte keine Therapie machen. Das macht mich fertig und gehe jetzt auf Abstand, weil ich mir es nicht mit ansehen möchte wie sie sich auch tot säuft :confused::wein::confused:
Das ist wirklich schlimm...was du dir bisher ansehen und mitmachen musstest und auch, das du dich wahrscheinlich ziemlich hilflos fühlst wenn deine Tante nicht einsehen will (kann) dass sie eigentlich dringend Hilfe in Anspruch nehmen sollte. Stattdessen musst du quasi zuschauen, wie sie als der nächste Dominostein wahrscheinlich das nächste Opfer des Alkohols sein wird.

Meist ist es leider so dass Menschen leben, was man ihnen zuvor in Kindheit und Jugend vorgelebt hat, vielleicht war es bei deinen Verwandten genauso - umso mehr denke ich kannst du dir auf die Schulter klopfen dass du diesen Teufelskreis erkannt hast und durchbrechen willst. Abstand einnehmen, sich selbst zu schützen sind das Recht eines jeden Menschen, davon kannst - solltest! - du wirklich Gebrauch machen!

Es gibt bessere, konstruktivere Mittel und Wege, mit Krisen im Leben und belastenden Situationen im Leben umzugehen und diese zu überstehen, als sein Heil in der Flucht zu Drogen zu suchen - damit schafft man sich selbst nur ein weiteres Problem auf und die Droge fordert dann wahrscheinlich irgendwann seinen Tribut.

Du hast sehr viel Leid in deiner Familie mitansehen müssen und hast, wie gesagt, das Recht, dich selbst zu schützen. Deine Tante muss selbst erkennen dass sie Hilfe nötig hat und diese auch zulassen, manchmal erkennen Menschen das erst, wenn sie wirklich hart am Boden angekommen sind, aber bis dahin musst du nicht bei ihr stehen bleiben - so hart das jetzt klingen mag - denn dich zieht diese Spirale dann womöglich doch auch noch mit runter und das darf nicht der Fall sein.

Womöglich bist du deiner Tante sogar die beste Hilfe wenn sie sieht und erkennt dass du auf dich aufpasst und dich gesund distanzierst? Wer weiß? Das liegt aber bei deiner Tante, nicht bei dir - also gib gut auf dich acht und achte auf deine Belastungsgrenze, mute dir nichts zu was dich überfordert und verlier dich und dein Leben nicht aus den Augen - das würde auch deine Tante sicher nicht wollen.
 
Zuletzt bearbeitet:
E

Edy

Gast
Aber da sie auch keine psyschologische Hilfe in Anspruch genommen hat, hat sie mit beidem wieder angefangen.
Natürlich hast du das Recht dich zu schützen, sehe ich genauso wie Dr. Rock, nur was du hier schreibst, ist über mehr als 50 % Rückfallquote, trotz psychologischer Hilfe, Langzeittherapien und Folgebegleitung wie SHG.

Das somit ultimativ "als Eigenverschulden" hinzustellen, halte ich ein wenig für übertrieben, könnte also gut und gerne ganz genauso sein wie der Realzustand.

Was Nordrheiner da geschrieben hat, gefällt mir sehr und glaube ich auch, dass daran primär gearbeitet werden sollte, was deine Tante betrifft.

Ob Druck hilft? - Wage ich zu bezweifeln...
 

Medizinmann

Aktives Mitglied
Hmmm es gibt ein Buch von Dr. Ameisen "Das Ende meiner Sucht" über eine Substanz namens Baclofen, die möglicherweise den Suchtzyklus unterbrechen kann, siehe
Das Ende meiner Sucht: Amazon.de: Olivier Ameisen, Ursel Schäfer: Bücher

Wenn ich Alkoholiker wäre, würde ich mir das Zeug in Höchstdosen reinknallen, denn im Vergleich zu Alkohol, das den Körper recht schnell zerstört, ist diese Substanz relativ harmlos und man hat immerhin eine theoretische Chance, dass die den Suchtzyklus unterbricht und man vom Alkohol wegkommt.

Es gibt bei solchen Fällen allerdings oft auch ich sag mal "spirituellen Hintergrund". Rosenkranzbeten z. Bsp. würde meiner MEinung nach insoferne auch nicht schaden. Es ist ja beides gleichzeitig möglich ;-)
 

Bibile

Neues Mitglied
Die Hoffnung will ich nicht aufgeben aber die Kraft hat irgendwann auch ein Ende. Komme mir einfach so vor als rede ich gegen eine Wand. Die Situation ist auch daher so schlimm weil wir zusammen in einem Haus wohnen zwar in getrennten Wohnungen aber unsere Wohnungen sind mit einander verbunden. Dadurch höre ich immer wenn sie an ihren Schrank geht wo sie den Alkohol versteckt und sich einen trinkt. Ist schon wieder soweit das wenn ich arbeiten bin sie sich an meinem Kühlschrank bedient daher hab ich auch sämtlichen Alkohol entfernt. Spiele echt schon mit dem Gedanken ausziehen da ich auch mal gerne wieder ein normales Leben führen würde. Das klingt vielleicht für einige hart aber ich weiß selbst schon nicht mehr was richtig und falsch ist.
 
E

Edy

Gast
Die Hoffnung will ich nicht aufgeben aber die Kraft hat irgendwann auch ein Ende. Komme mir einfach so vor als rede ich gegen eine Wand. Die Situation ist auch daher so schlimm weil wir zusammen in einem Haus wohnen zwar in getrennten Wohnungen aber unsere Wohnungen sind mit einander verbunden. Dadurch höre ich immer wenn sie an ihren Schrank geht wo sie den Alkohol versteckt und sich einen trinkt. Ist schon wieder soweit das wenn ich arbeiten bin sie sich an meinem Kühlschrank bedient daher hab ich auch sämtlichen Alkohol entfernt. Spiele echt schon mit dem Gedanken ausziehen da ich auch mal gerne wieder ein normales Leben führen würde. Das klingt vielleicht für einige hart aber ich weiß selbst schon nicht mehr was richtig und falsch ist.
Das ist ja so ähnlich, wie wenn du vor dem Diabetes-Kranken das Insulin versteckst...

Deine Sache, aber Ausziehen wäre vielleicht nicht so verkehrt, um den Kopf frei zu kriegen - zuvor könntest du ja noch mal Gespräch mit deiner Tante führen bzw. mit der Suchtberatung, um sie nicht gänzlich alleine zu lassen.

Und am Ende der Ansprache würde ich dir und so Vielen wünschen, Suchtkrankheiten besser verstehen zu lernen, gerade und auch wegen der genetischen Disposition, die womöglich gegeben sein könnte.
 

Bibile

Neues Mitglied
Da meine Tante die Einstellung hat das sie kein Problem hat helfen da auch keine Gespräche. Sie ist schon die Treppe herrunter gefallen und haben dann den Rettungswagen gerufen. Aber dann hat sie sich auch geweigert mit zu fahren.
 

weidebirke

Sehr aktives Mitglied
Hunde kann man nicht zum Jagen tragen.

Wenn Deine Tante ihr Leben nicht ändern will, ist das ihr gutes Recht.

Du jedoch solltest Dich um Dein eigenes Leben kümmern. Du hast geschrieben, Du möchtest endlich wieder anfangen zu leben. Was hindert Dich daran?
 
D

Dr. Rock

Gast
Da meine Tante die Einstellung hat das sie kein Problem hat helfen da auch keine Gespräche. Sie ist schon die Treppe herrunter gefallen und haben dann den Rettungswagen gerufen. Aber dann hat sie sich auch geweigert mit zu fahren.
Es wird vermutlich auch weiterhin nichts nützen auf sie einzureden, sei es mit Engelszungen oder mit härteren Worten - sie ist für sich selbst verantwortlich und vermutlich wird niemand die passende Worte für sie finden solange sie nicht einsichtig ist - bzw. einsichtig sein kann, denn wie Edy schon richtig andeutet, so richtig freiwillig macht sie das ja nicht, sie kann eben nicht anders, aus wahrscheinlich vielerlei Gründen.

Das bedeutet aber eben nicht dass du alles mitmachen und dein eigenes Leben selbst aufgeben musst. Wenn du die Möglichkeit hast, auszuziehen, dann wäre das eine Option.
 

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