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Ab wann reich und wieviel sparen?

Meine Frau und ich wundern uns ebenfalls, was immer als reich angesehen wird, oder was dann zu den oberen 10% gehört, wenn man dies am Nettovermögen misst. Ein Ehepaar, beide angestellt im gehobenen Dienst stecken da auch schon drin. Und reich sind die sicher nicht. Insbesondere, wenn so Leute ihre Gasrechnung auch noch selbst bezahlen müssen und nicht vom Staat bezahlt bekommen.
 
Meine Frau und ich wundern uns ebenfalls, was immer als reich angesehen wird, oder was dann zu den oberen 10% gehört, wenn man dies am Nettovermögen misst. Ein Ehepaar, beide angestellt im gehobenen Dienst stecken da auch schon drin. Und reich sind die sicher nicht. Insbesondere, wenn so Leute ihre Gasrechnung auch noch selbst bezahlen müssen und nicht vom Staat bezahlt bekommen.
Ich denke dies liegt auch daran, dass die Deutschen im internationalem Vergleich nicht so reich sind wie wir immer gesagt bekommen. Wir bekommen immer vermittelt, wir seien die große wohlhabende Volksnation Europas.
Faktisch haben wir ein Vermögen von im Mittel 232.000 € und im median von 70.000 €.
Damit liegen wir im Mittel gerade mal im Durchschnitt Europas (229.000 €) und im Median sogar unter Europa (99.000 €).

"Statistisch Reich" ist man also manchmal schneller als man denkt. Ob das wirklich "reich" im allgemeinem Sinne ist, ist eine andere Frage. Jemand, der ein Haus besitzt, das 500.000 € ist vielleicht statistisch reich aber wenn wir an Reichtum denken, dann vermutlich an mehr als nur ein eigenes Haus.
 
Kurz und knapp:

Die Beträge variieren teilweise, grob gesagt gehört man anscheinend als Single bei einem Netto-Einkommen ab ca. 3300 EUR, teilweise werden auch 3.700 EUR netto genannt, zu den reichsten 10% der Bevölkerung. 90% der Bevölkerung haben demnach ein geringes Einkommen.

Das kommt hin... kenne auch beide Zahlen. Checke unbedingt das Jahr / Datum. die meisten Erhebungen dieser Art sind aus 2018 / 2017.

Für Paare werden sogar Werte ab 5.000 EUR Haushaltseinkommen, teilweise allerdings auch ab ca. 7.300 EUR netto als reich angenommen.

Jub.

Hinsichtlich Sparen finden sich Statistiken wonach nur 3% der Bevölkerung monatlich zwischen 700-999 EUR spart und sogar nur 1% über 1.000 EUR.

Hier musst du stark differenzieren. Es gibt Menschen, die tatsächlich ne vierstellige Summe pro Momant im klassischen Sinne anlegen oder als Festgeld oder Bargeld (unterm Kopfkissen) sparen. Das sind die 1-3% von dir genannten.
Dann gibt es noch welche, eine deutliche Mehrheit, die sich stattdessen Eigentum angeschafft haben und einen monatlichen Kredit in etwa gleicher Höhe (oder sogar mehr) auf ihr eigenes Häuschen abbezahlen. Diese sind in dieser Statistik nicht berücksichtigt obwohl sie auch Eigentum, sprich Wertsachen (ihr Haus) akkumulieren.

Ich kenne mehrere Personen, die nach dieser Definition zu den 10% reichsten und beim Sparen zu den 1% gehören.

Das kommt daher, dass man sich in der Regel mit ähnlich denkenden Menschen umgibt. Und nicht nur man selber, sondern auch schon die Generationen vor einem so getickt haben.
Zu meinem engeren Freundes - und Bekanntenkreis gehören auch nahezu nur Menschen, die etweder ordentlich was auf die hohe Kante legen oder eben Eigentum abbezahlen.
Auf der Arbeit und im Verein siehts dann ähnlich aus.
Im Gegenzug kenne ich kaum Menschen ohne nennenswertes Vermögen persönlich, immerhin, je nach Statistik gut 30-40% der Bevölkerung welche über keine Reserven verfügen. Die wenigen Kontakte, die es hier mal gab, verlaufen sich schnell aufgrund völlig unterschiedlicher Interessen und Lebensansichten. Im etwas gesetzteren Alter wird dann auch die blosse Kontaktaufnahme schwierig.

Frag dich in dem Zusammenhang auch mal, welchen Bildungsweg deine Bekannten und Freunde haben und woher ihr euch so kennt... dann erklärt sich das recht schnell.

Übrgigens... natürlich macht es Sinn, sich von Zeit zu Zeit mal finanziell einzuordnen auch im Hinblick aufZ Zukunftsplanung, Altersvorsorge und Absicherungen / zu vererbendes Vermögen. Unabhängig davon ob man sich in einem Hilfe Forum befindet oder nicht.

Das hat nichts mit irgendwelchen Hungerleidern im Rest der Welt zu tun, sondern schlicht mit einem gesunden Hinterfragen der eigenen Situation.

Falls dich gute Statistiken zu Einkommen und Vermögen interessieren, emfpehle ich folgende, teils interaktive Graphiken:

Einkommen:

Verdienste und Verdienstunterschiede - Statistisches Bundesamt (destatis.de)

Gehaltsplaner – Wunschgehalt planen | StepStone

Gehaltsrechner: Gehören Sie zu den oberen zehn Prozent? - DER SPIEGEL

Lohnspiegel.de - Ihr Lohn- und Gehaltscheck für über 500 Berufe - Lohnspiegel - Ihr Gehaltsrechner für über 500 Berufe (<- sehr gute Seite nach Alter, Abschluss, Beruf, Branche, Erfahrung und Region, sehr zu empfehlen)

Vermögen:

Wieviel Geld sollte man mit 30, 40, 50 Jahren gespart haben? - Finanzfluss
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber wofür spart man, was ist das Ziel?
Da wird jeder, der sich sparen überhaupt leisten kann, andere bzw. mehrere Ziele haben.

Ich spare einmal langfristig für die Rente, bzw. um nicht bis zum Rentenbeginn arbeiten zu müssen.
Dann führ mittelfristige größer Anschaffung, also Auto, Motorrad oder sonst was.
Und zum drittens für spontane Ideen.
 
Also ich spare für eine finanzielle Unabhängigkeit. Das mag jetzt blöd klingen, aber wenn man genügend Geld auf der hohen Kante hat, um auch mal ein paar Monate oder gar Jahre ohne Arbeit über die Runden zu kommen, dann hat man auf der Arbeit bessere Bedingungen.

Das habe ich bei meiner alten Firma deutlich gemerkt. Mein Chef wusste, dass ich finanziell durch Ersparnisse (und zugegebenermaßen auch Freund/Familie) gut abgesichert bin und es durchaus das Risiko gab, dass ich ihm kurzerhand auch ohne neuen Job die Kündigung serviere, wenn er mir blöd kommt (schlechte Laune rauslassen oder dauerhaft blöde Aufgaben oder zu viele Aufgaben). Mein Kollege, der mit ach und krach seine Kredite abzahlen konnte und auf diesen Job schlicht angewiesen war, hatte dann alles abgekriegt, was Cheffe sich bei mir (und anderen gut abgesicherten Kollegen) nicht getraut hatte.

Klar, in Notfällen gibt es Arbeitslosengeld. Aber das muss erst mal reichen und dann kann man seine freie Zeit auch nicht genießen, weil einem (im Grunde genommen zurecht) das Jobcenter ständig auf die Füße tritt von wegen man solle gefälligst irgendeinem Job nachgehen (der womöglich noch blöder ist als jener, von dem man erst geflohen ist).

Zudem muss ich sagen, dass ich auch gar nicht weiß, was ich mit dem "überschüssigen" Geld sonst machen soll. Ich habe alles, was ich für ein mittelständiges Leben brauche. Für das Leben eines richtig Reichen reicht mein Einkommen ohnehin nicht. Und ich sehe jetzt auch keinen Sinn darin, z.B. im Feinkostladen einkaufen zu gehen, nur weil ich es könnte, oder mein Geld für sonstiges nutzloses Zeug zum Fenster rauszuwerfen. Deshalb gönne ich mir zwar schon Dinge, die mir wichtig sind, aber was übrig ist verprasse ich nicht, sondern lege es eben erst mal zur Seite. Vielleicht brauche ich es ja später mal und falls nicht, können schon meine Kinder (bzw. Nichten und Neffen, falls keine eigenen Kinder kommen) mal was erben.
 

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