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16 und schwanger und ich kanns irgendwie niemand sagen

hallo, gast!
zuerst einmal danke für deinen mut, hier "öffentlich" zu sprechen, und danke für dein vertrauen, welches du in uns alle setzt.
ein schwangerschaftsabbruch ist heute "nicht mehr die welt",vom medizinischen aspekt her, aber du musst dir natürlich sicher sein, welchen weg du nun einschlagen willst.
ich fände es schön und wichtig,wenn du dich hier anmeldest, du kannst so auch private nachrichten weiterleiten und empfangen, die nicht für alle zugänglich sein sollen.
liebe grüße, frara



 
Guten Tag,
auch ich kann sehr gut nachvollziehen wie es Dir momentan geht. Ich war auch 16 und habe meinen mittlerweile erwachsenen Sohn dann mit 17 Jahren bekommen. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, es war die falsche Entscheidung. Unser Verhältnis ist gut, d.h. heißt heute eher Kumpel als Sohn, aber so richtig realisiert habe ich damals nicht was es wirklich heisst, ein Kind zu haben. Ich kann mich z.B. daran erinnern, dass bei der Anmeldung im Kindergarten die Leiterin zu mir sagte: "Es ist eigentlich üblich, dass Eltern und nicht Geschwister die Kinder anmelden, beim nächsten mal bringen Sie bitte die Mutter mit". Solche oder ähnliche Bemerkungen musste ich oft hören und zum damaligen Zeitpunkt haben diese mich sehr verletzt.

Heute ist es eher so, dass uns niemand glaubt, dass wir Mutter und Sohn sind 🙂)

Ich hatte relativ viel Unterstützung (meine Mutter), der Vater hat zu dem Zeitpunkt noch studiert und wir waren uns einig, nicht sofort heiraten zu müssen (wir haben es dann getan, als mein Sohn 4 Jahre alt war), ich konnte meine Ausbildung zu Ende bringen usw.

Das Gegenteil habe ich dann 13 Jahre später erfahren, mit 30 habe ich meine Tochter bekommen. Ich unterstelle Dir auf keinen Fall unreif zu sein, zumindest nicht mehr oder weniger wie es eben dem Alter entspricht. Aber man kann sicherlich noch nicht abschätzen, was wirklich auf einen zukommt. Versteh mich nicht falsch, mein Sohn an sich war sicherlich keine "Fehlentscheidung", aber es war und ist nicht so einfach, es sei denn, Deine Eltern und Dein Freund stehen hinter Dir.

Ich wünsch Dir auf jeden Fall, egal welche Entscheidung Du triffst, alles Gute
 
Du arme, das ist ja eine ganz schön schwierige Situation, in der Du da bist...

Wie ist denn Dein Verhältnis zu Deinen Eltern? Ich finde es sehr lieb, daß Du schreibst, Du möchtest sie nicht belasten. Aber meinst Du nicht, daß sie Dir auch helfen wollen würden, wenn Ihr sonst ein gutes Verhältnis habt?

Die Entscheidung für oder gegen ein Kind stelle ich mir sehr schwer vor. Ich war zum Glück noch nie in der Situation. Die Entscheidung KANNST nur Du treffen.

Bedenke vorher, ob und wie es mit dem Kind oder mit einem Schwangerschaftsabbruch laufen könnte, so gut wie möglich. Du kannst eigentlich nur "aus dem Bauch heraus" entscheiden, da man in dieser Situation nichts "wissen" kann.

Gibt es einen Erwachsenen in Deinem Umfeld, dem Du vertraust, und der neutral wäre? Der könnte Dir vielleicht zuhören, und bei einem Gespräch mit Deinen Eltern dabei sein.
 
Hallo Thread-Eröffnerin.

Ich würde Dir gern meine Erfahrungen als Mutter eines jungen Mädchens schreiben, welches mit 17 schwanger wurde.

Meine Tochter hatte ihren 17. Geburtstag, als sie mir und meiner Partnerin (ich bin les.) verkündete, dass sie schwanger ist. Für mich brach eine Welt zusammen. Hatte ich nicht vor genau so einer Situation die größte Angst? War das nicht immer mein größter Albtraum? Hatte ich nicht geredet, gepredigt, was die Verhütungsthematik angeht? Ich sah das Leben meiner Tochter und meins förmlich den Bach runter gehen. Meine Tochter stand drei Monate vor dem Schulabschluss, sollte ab Sommer die Ausbildung machen bzw. eine weiterführende Schule besuchen. Und dann das.... Ich hab geheult, getobt, hatte Angst, Wut, Hilflosigkeit und die ganze Palette negativer Gefühle in mir drin. Eigentlich war mein Plan, in Kürze wieder Vollzeit arbeiten zu gehen. Sollte ich jetzt etwa die Verantwortung für das "Fehlverhalten" meiner Tochter übernehmen? Fragen über Fragen....

Um Antworten zu bekommen, war erstmal wichtig, zum Arzt zu gehen. Bis dato hatte meine Tochter nur einen Test aus der Apotheke gemacht, wir brauchten Klarheit. Mich immer noch an die Hoffnung klammernd, dass dieser Test evtl. falsch angezeigt hatte, sind wir also zum Gyn. gefahren. Der ist mit ihr ins Untersuchungszimmer, nach gut 10 Min. kamen sie da wieder raus ins Sprechzimmer, der Gyn. hatte einen Zettel in der Hand, den er vor sich auf den Tisch legte. Dann verkündete er: "Ihre Tochter ist schwanger" und ich brach in Tränen aus. Auf meine eher rethorische Frage mehr zu mir selbst denn an ihn gestellt: "heul....schnief... Was machen wir denn jetzt?... schnief... heul" antwortete er (mit etwas gebrochenem Deutsch, er ist gebürtiger Pole): Können Sie machen nix, ist 12. Woche plus 1! Klartext: Abbruch nicht mehr möglich, ich werde Oma - punkt.

Und weißt Du was, liebe TE? Ich war soooo froh! Keine Entscheidungsmöglichkeit mehr, keine Fragen nach dem Abbruch oder nicht Abbruch. In dem Moment ist mir als Oma soooo ein großer Stein vom Herzen gefallen. Weil ich mir in den zwei Tagen zwischen Verkündigung der frohen Botschaft und dem Arztgespräch natürlich auch die Frage gestellt habe, ob Abbruch nicht vielleicht das Beste wäre. Und wie es mir damit gehen würde, wenn meine Tocher sich für diese Option entscheidet. Die mir gar nicht gefallen hätte... Die ich aber mittragen hätte müssen - weil sie eben schwanger war.

Meine Tochter hat im Juni 2011 ihren Schulabschluss gemacht, im Juli 2011 den Führerschein und am 18.09.2011 kam Lara zur Welt. Im April des drauffolgenden Jahres hat meine Tochter ihre Teilzeitausbildung zur Krankenschwester begonnen, die geht insgesamt vier statt drei Jahre, ist in Teilzeit - also pro Tag 6 Std. Ich betreue die Kleine, während sie arbeitet bzw. zur Schule geht und gehe halt weiter Teilzeit arbeiten. Alle hier - meine Frau (zwischenzeitlich haben wir geheiratet), mein Sohn (der tollste Onkel, den ein Kind nur haben kann - obwohl er erst 17 ist), meine Tochter (die Mama der Kleinen) und ich - sind so froh, dieses Kind zu haben.

Tja, das war jetzt wohl irgendwie ein leidenschaftliches Plädoyer gegen eine Abreibung.

Was Dich angeht: Wenn Du Eltern hast, die zuhören und vor denen Du keine Angst hast, dann rede mit ihnen. Und wenn Dein Gefühl Dir sagt, dass Du das Kind gern bekommen möchtest, dann bekomm es. Vielleicht sagt der Verstand, dass es nicht gut geht, ein Baby zu bekommen. Aber es gibt so viele Hilfsmöglichkeiten, finanzieller und auch praktischer Art.

Wenn Du magst, kannst Du Dich auch gern mal mit meiner Tochter unterhalten.

Natürlich stellt ein Kind Dein gesamtes Leben und auch das Deiner Familie auf dem Kopf. Und natürlich verlangt die Entscheidung für das Kind viel Verantwortung von Dir. Egal wie Du Dich entscheidest - für oder gegen Dein Kind: Du musst mit dieser Entscheidung den Rest Deines Lebens klar kommen.

Ich wünsche Dir alles Gute und wenn Du magst, maile ich Dir mal meine email-Adresse.

Viele Grüße

Gudrun
 
Naja ich sags mal so um dich aufzumuntern Threaderstellerin:

Besser mit 16 schwanger als mit 36. Du trägst zum Fortbestand Deutschlands oder Österreichs bei, dass sonst an fehlenden Nachwuchs früher oder später zusammenbrechen wird. Viele Frauen (besonders Karrierefrauen) arbeiten bis zum umfallen, merken dass sie mit 40 sowas doch ein Kind haben wollen aber dann können sie nicht mehr. Die sagen sicher dann: Hach wäre ich doch nur mit 16 schwanger geworden 😉
 
Kinder sind etwas richtig Tolles. Du würdest dich immer fragen: "Was wäre, wenn das Kind leben würde?"
Ich denke, man muss sich auch klar darüber sein, was das heisst, mit 17 ein Kind zu bekommen. Wo dazu noch der Freund nicht wirklich der Mann ist, den man sich für ein ganzes Leben lang vorstellen will. Ein Kind bedeutet, ca. 20 Jahre lang nicht mehr frei zu sein. Ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, die du haben wirst, wenn du noch was lernen, dich weiter bilden - oder einfach arbeiten willst.
Und ohne einen vertrauten Partner - hey, wie kann man zu einem Kind raten? 😕
Sicherlich, für eine Frau ist ein Kind bestimmt was viel Intimeres als für einen Mann. Aber ins Blaue hinein Kind kriegen, wo man noch kein Ausbildung und keinen Arbeitsplatz hat - und sicherlich auch kein Geld - ist das nicht verantwortungslos DEM KIND GEGENÜBER?
Wie soll denn die Zukunft aussehen?
Die Zukunft der Mutter - und die des Kindes?
 
Ich denke, man muss sich auch klar darüber sein, was das heisst, mit 17 ein Kind zu bekommen. Wo dazu noch der Freund nicht wirklich der Mann ist, den man sich für ein ganzes Leben lang vorstellen will. Ein Kind bedeutet, ca. 20 Jahre lang nicht mehr frei zu sein. Ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, die du haben wirst, wenn du noch was lernen, dich weiter bilden - oder einfach arbeiten willst.
Und ohne einen vertrauten Partner - hey, wie kann man zu einem Kind raten? 😕
Sicherlich, für eine Frau ist ein Kind bestimmt was viel Intimeres als für einen Mann. Aber ins Blaue hinein Kind kriegen, wo man noch kein Ausbildung und keinen Arbeitsplatz hat - und sicherlich auch kein Geld - ist das nicht verantwortungslos DEM KIND GEGENÜBER?
Wie soll denn die Zukunft aussehen?
Die Zukunft der Mutter - und die des Kindes?

Das sind schwache Argumente. Eine Trennung bzw. Scheidung kann auch passieren wenn sie 40 ist. Und grade in der heutigen Zeit mit Zeitarbeit, Krise, Globalisierung und den ganzen Dreck ist es nicht sicher ob man mit 40 noch eine gutbezahlte Arbeitsstelle hat.
 
Ich fände es gut, wenn hier nicht mit irgendwelchen düsteren Zukunftsszenarios in Richtung Austragung der Schwangerschaft manipuliert würde.
Und ganz gewiss heult nicht jede Frau, die einen Abbruch hat vornehmen lassen, dem Embryo hinterher.
Im Gegenteil - mehrheitlich sind die Betroffenen erleichtert, dankbar und verhüten künftig gescheit.
 
Die meisten Frauen sind nach der Abtreibung eher erleichtert und bereuen diesen Schritt nicht.....ausser wenn sich bestimmte Frauen eigentlich sehr ein Kind wünschen...
Von daher ist es von Frau zu Frau unterschiedlich..
 
Liebe TE,
gleich vorweg, ich habe nicht alle Beiträge gelesen, möchte dir aber dennoch meine Meinung zukommen lassen.
Ich kann sehr, sehr gut nachvollziehen, wie du dich jetzt fühlst und was in dir vorgehen muss, denn ich war damals an genau dem selben Punkt - sogar noch ein bisschen früher - mit 15 schwanger. Ich möchte dich zu nichts überreden, denn die Entscheidung liegt allein in deinen Händen. Ich finde aber, dass du dich nicht zu sehr von äußeren Umständen beeinflussen lassen solltest. So eine Abtreibung ist ist nicht mal nur eben ein kurzer Eingriff und dann hat sich die Sache. Ich kenne viele Frauen, die ihr ganzes Leben darunter leiden und damit einfach nicht fertig werden. Was ich ganz schlimm fände, wenn du es ohne Wissen der anderen einfach abtreiben würdest, denn zumindest der Kindsvater hätte ein Recht darauf, es zu erfahren - egal wie die Situation zwischen euch aussieht.
Aus meiner Erfahrung kann ich dir nur sagen: Wo ein Will ist, da ist auch ein Weg! Ich habe mich damals für mein Kind entschieden und es bis heute keinen Tag bereut. Und auch mein Umfeld war wahrlich nicht einfach. Der Kindsvater hat eigentlich direkt signalisiert, dass er das Kind nicht haben möchte und verabschiedete sich schließlich auch 3 Wochen nach der Geburt. Meine Eltern freuten sich zwar irgendwie und unterstützten mich auch, aber ich hatte die alleinige Verantwortung und eine alkoholkranke Mutter macht die Sache nicht gerade leichter. Und trotzdem oder gerade deswegen habe ich mich zusammengerissen. Ich habe nach der Geburt den Rest des Schuljahres pausiert und dann ganz normal mein Abitur gemacht, danach ein freiwilliges soziales Jahr und dann studiert. Und meine Motivation war immer mein Kind. Sie hat mir immer wieder Kraft und Hoffnung geschenkt, wenn ich nicht mehr weiter wusste.
Heute macht sie selbst Abitur und in wenigen Wochen feiert sie ihren 18. Geburtstag. Ich bin unglaublich stolz auf sie, denn etwas besseres hätte mir nie passieren können.

Ich möchte dich zu nichts überreden, nur dass du dir Gedanken darüber machst, was DU willst und was dein Herz zu all dem sagt, denn ein Kind kann auch in solch einer Situation ein Segen sein.

Ich wünsche dir alles Liebe und Gute für die Zukunft, egal wie du dich entscheidest!
Liebe Grüße
Szilvia
 
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