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Thema: Papa verloren

  1. #1
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    Standard Papa verloren

    Hallo, ich habe am 11.9. meinen Papa verloren, er hatte Kehlkopfkrebs im Endstadium mit Metastasen in Lunge und Lymphknoten. Seit dem steht die Welt still für mich. Meine Eltern sind schon seit über 20 Jahren getrennt und meine Geschwister wohnen überall verstreut. Das bedeutet für mich, das ich alles alleine machen musste, was auf einen so zu kommt. Ich habe mich beim Bestatter so verloren gefühlt, es kommt mir alles so absurd vor, wie soll ich die Beerdigung meines eigenen Vaters planen. Habe diese Woche soweit alles geregelt und habe jetzt endlich Zeit durchzuatmen und zu mir zukommen. Mein Arzt hat mich krankgeschrieben, Arbeit in dem Zustand wäre nicht möglich. Mein Mann und meine Kinder haben viel Verständnis für mich und lassen mir meine Launen so durchgehen. Bin auch froh über die Ablenkung die sie mir geben. Bis zur Beerdigung sind es noch zwei Wochen und sobald die Sterbeurkunde da ist, geht der Stress weiter, aber einer muss es ja machen. Habe durch das alles einen leichten Tinnitus bekommen, Schlafstörungen, Magenprobleme und kann mich kaum konzentrieren.

    Am meisten macht mir diese Entgültigkeit zu schaffen, ihn nie wieder zu sehen, sein Lachen, seine liebevolle Art, seine Sicht auf die Welt. Er war ein toller Mensch und er fehlt mir so sehr.
    Habe Angst vor der Beerdigung, ob ich das aushalten kann?

    Ich bin in dieses Forum gekommen um mit Menschen in Kontakt zu kommen, denen es geht wie mir, die verstehen wie sich das anfühlt...

    LG Tamaja

  2. Für den Beitrag dankt: Nickname05

  3. #2
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    Standard AW: Papa verloren

    Mein aufrichtiges Beileid.

    Es ist schwer, wenn man einen Menschen an den Tod verliert, der einem wichtig war, nahe stand.

    Ich vermisse bis heute noch meine Mutter, die starb als ich 17 Jahre war. Heute bin ich selbst Mutter und Großmutter.
    Doch dieses plötzlich kein Kind mehr zu sein, wirft aus der Bahn.

    Ich wünsche dir viel Kraft, dass du alles weiter gut durchstehst und wieder Ruhe finden kannst.
    immer noch die selben Augen...
    doch nie mehr der selbe Blick...
    immer noch der selbe Mund...
    doch nie mehr das selbe Lächeln...
    immer noch die selbe Gestalt...
    doch nie mehr der selbe Mensch...




    Und dann kam der Tag, an dem das Risiko, in der Knospe eingeschlossen zu bleiben, schmerzlicher war, als das Risiko aufzublühen.
    (Anaîs Nin)

  4. #3
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    Standard AW: Papa verloren

    Guten Abend,
    Ich habe meinen Vater ebenfalls vor kurzem verloren, allerdings bin ich erst 18 Jahre alt.
    Es wird viel auf dich jetzt zukommen aber du musst stark bleiben!
    Viele Unterlagen und sonstiges muss gemacht werden was ich etwas unverschämt finde.
    Da verlierst du jemanden so wichtiges im Leben und jeder will dann etwas von dir und man hat nicht wirklich die Möglichkeit es zu verarbeiten oder einfach zu Trauern, was wichtig ist.
    Die Welt steht still und man denkt das es nicht passiert ist weil es so unmöglich erscheint und man sucht die fehlende Person.
    Was du niemals vergessen darfst, das sich die Welt auch noch um etwas dreht und zwar um dich!
    Damit möchte ich sagen, nimm dir so viel Zeit wie du brauchst aber achte darauf, das sich das Leben nicht nur um dieses Thema dreht.
    Pass auf dich auf

  5. #4
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    Standard AW: Papa verloren

    Zitat Zitat von G1tarr3 Beitrag anzeigen
    Guten Abend,
    Ich habe meinen Vater ebenfalls vor kurzem verloren, allerdings bin ich erst 18 Jahre alt.
    Es wird viel auf dich jetzt zukommen aber du musst stark bleiben!
    Viele Unterlagen und sonstiges muss gemacht werden was ich etwas unverschämt finde.
    Da verlierst du jemanden so wichtiges im Leben und jeder will dann etwas von dir und man hat nicht wirklich die Möglichkeit es zu verarbeiten oder einfach zu Trauern, was wichtig ist.
    Die Welt steht still und man denkt das es nicht passiert ist weil es so unmöglich erscheint und man sucht die fehlende Person.
    Was du niemals vergessen darfst, das sich die Welt auch noch um etwas dreht und zwar um dich!
    Damit möchte ich sagen, nimm dir so viel Zeit wie du brauchst aber achte darauf, das sich das Leben nicht nur um dieses Thema dreht.
    Pass auf dich auf
    Ich gebe Dir in allen Punkten recht was du schreibst. Es ist jetzt zwei Wochen her und langsam realisiere ich es das er nicht mehr da ist. Ich weiß das sich das Leben weiterdreht, gerade durch meine Kinder merke ich das und bin gut abgelenkt.

    Beerdigung ist fertig organisiert, sie ist nächste Woche Freitag. Mit den ganzen anderen Nachlasssachen, werde ich noch Zeit brauchen bis alles fertig ist.

    Ich habe trotzdem etwas Angst mich in dieser Trauerspirale zu verlieren, durch meine Hochsensibilität ist das eh schon etwas schwerer für mich zu verarbeiten, aber ich kämpfe jeden Tag etwas mehr. Habe gute Tage und schlechte Tage.

    Aber was ich Schrecklich finde ist das ich festgestellt habe, das Trauer einsam machen kann. Jeder behandelt einen wie ein rohes Ei oder geht einem aus dem Weg. Ist komisch zu erklären, gerade wenn man jemanden bräuchte zum Reden, ist plötzlich keiner da. Selbst mein Mann ist schon wieder zur Tagesordnung übergegangen. Die ersten Tage war er Verständnisvoll und liebevoll zu mir. Und jetzt wenn ich einen schlechten Tag habe wie heute, ist er wieder so anders. Das verletzt mich....

    Naja Kopf hoch und weiter geht's.

  6. #5
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    Standard AW: Papa verloren

    Liebe Tamaja,

    das tut mir sehr leid. Mein aufrichtiges Beileid!

    Was du schreibst kann ich absolut nachempfinden, auch ich leide immernoch sehr unter dem Verlust meines Vaters. Ich musste alles allein machen, ähnliche Situation wie bei dir, mich hat alles überfordert, ich bin auch hochsensibel.

    Dein Post hat mich richtig ins Herz getroffen.

    Doch, du schaffst das - man hält eben durch, weil man muss. Trauer ist ein langer Prozess und es trauert auch jeder anders. Ich konnte anfangs garnicht reden, als ich dann reden wollte war niemand da.
    Meine beste Freundin hat mir damals nicht mal Beileid gewünscht.

    Ja, man ist einfach allein und wie du schon sagst, diese "Endgültigkeit", die kann ich bis heute nicht wirklich begreifen, kein Treffen mehr, kein Anruf...Mein Vater hat immer gern gekocht, wir hatten gemeinsame Interessen die sonst auch niemand in der Familie hat (auch Scheidung).

    Wenn du merken solltest dass du dich in der Trauerspirale verlierst, dann such dir eine Trauerbegleitung oder etwas in der Art, einen in Trauerarbeit geschulten Psychologen.

    Da ich auch vieles nicht mehr sagen konnte habe ich meinem Vater Briefe geschrieben, habe sie ganz klein gerollt und an seinem Grab in die Erde gelegt.

    Deine Familie kann nicht erwarten dass du zur "Tagesordnung" übergehst und deine "Launen" sind eben Trauer, die ist angemessen, du hast einen geliebten Menschen verloren.

    Mir hat damals geholfen dass mein Vater gewollt hätte das es mir gut geht, manchmal war das das einzige was mich den Tag hat überstehen lassen.

    Du bist nicht allein.

    Nimm dir die Zeit die du brauchst. Wenn alles offizielle erledigt ist wirst du sicher sehr erschöpft sein, auch das ist normal.

    Dir und allen anderen die jemanden verloren haben, sorgt gut für euch, nehmt euch die Zeit die ihr braucht, und scheut euch nicht um Hilfe zu bitten, ihr müsst nicht alles allein schaffen.

    Liebe Grüße,
    Morningstar

    PS:
    Wenn du mir eine PN schreiben möchtest (das geht erst ab einer gewissen Anzahl von Beiträgen, ich glaube 5 ), um weiter zu reden, darfst du das gern machen.
    Du bist willkommen.
    Geändert von Morningstar (28.09.2019 um 19:27 Uhr)

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