Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 5 von 9

Thema: Mama ganz plötzlich verstorben

  1. #1
    Registriert
    Registriert seit
    24.10.2018
    Beiträge
    2
    Danke gesagt
    0
    Dank erhalten:   0

    Standard Mama ganz plötzlich verstorben

    Hallo Zusammen,

    ich weiß nicht wirklich, was mir dieser Beitrag bringt, habe aber das Bedürfnis ihn zu verfassen.

    Die Geschichte fing im Juli an. Meine Mutter hatte ständig Bauchschmerzen nach dem Essen. Meine Mutter war nie jemand, der schnell zum Arzt ging, sondern immer erst wenn es eigentlich schon zu spät war.

    Meine Mutter ging am 9. Juli 2018 jedoch mit den Bauchschmerzen zum Arzt. Der Arzt wies sie sofort wegen des Verdachts eines Gallenblasenstaus ins Krankenhaus ein, da sie auch schon eine starke Gelbsucht hatte und dies schon gefährlich wurde. Im Krankenhaus wurden dann sämtliche Untersuchungen durchgeführt u. a. Magen-/ und Gallenspiegelungen unter Vollnarkose. Danach wurde entschieden einen Stant einzusetzen. Nach einigen Tagen und etwas hin und her im Krankenhaus kam meine Mutter dann wieder nach Hause.

    Ihr ging es augenscheinlich etwas besser. Nach sechs Wochen musste sie wieder ins Krankenhaus um den Stant erneuern bzw. entfernen zu lassen. Bei der Gallenspiegelung entschied man sich seitens der Ärzte den Stant nochmals zu erneuern. Meine Mutter kam einige Tage später wieder ins Krankenhaus.

    Zwischenzeitlich hatte mein Vater Geburtstag, den wir im Krankenhaus mit meiner Mutter verbracht haben.

    Zwei Tage nachdem meine Mutter wieder zu Hause war, bekam ich Abends die Nachricht, dass mein Vater meine Mutter ins Krankenhaus gebracht habe, da sie auf der Couch lag als er von der Arbeit nach Hause kam und kaum ansprechbar war. Wieder wurden sämtliche Untersuchungen gemacht. Es wurde festgestellt, dass in dem Gang zwischen Bauchspeicheldrüse und Gallle eine kleinere Wucherung ist. Diese müsste man in einer sehr aufwändigen Operation entfernen. Dies würde man aber nach der neuen Stanterneuerung bzw. -entfernung entscheiden.

    Ein paar Tage später kam meine Mutter wieder aus dem Krankenhaus. Sie hatte einen sehr aufgeblähten Bauch aber ansonsten ging es ihr den Umständen entsprechend gut. Am 10. September hatte meine Mutter ihren 53. Geburtstag. Wir gingen noch mit der ganzen Familie essen. Es war ein sehr schöner Tag.

    Meine Mutter entschied sich für die Operation, die am 26. September stattfinden sollte. Seit dem 23. September war meine Mutter wieder im Krankenhaus für alle notwendigen Voruntersuchungen. Mein Mann und ich waren zwischenzeitlich eine Woche im Urlaub, da wir aber einen Tag früher nach Hause gefahren sind, habe ich meine Mutter am Vorabend der Operation noch im Krankenhaus besucht. Sie hatte furchtbare Angst, auch wenn Sie das niemals zugegeben hat.

    Am Mittwoch den 26. September fand dann die komplizierte Bauchoperation statt. Die OP war gut verlaufen. Da meine Mutter aber sämtliche Schläuche drin hatte, haben wir vorher besprochen, dass wir Sie erst besuchen, wenn diese wieder raus sind. Ich kann so was nicht gut sehen. Meiner Mutter ging es aber überhaupt nicht besser. Sie hatte starke Schmerzen. Ich bin am Samstag 29. September dann doch bei meiner Mutter. Sie war allerdings sehr müde und nicht richtig Anwesend durch die ganzen Schmerzmittel. Der Anblick der ganzen Schläuche - ich glaube es waren 7 - haben mich sehr erschrocken. Nach ein klein bisschen herumalberei hat sie mir dann versprochen schnell wieder auf die Beine zu kommen und ich bin gefahren, damit sie ihre Ruhe hatte. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass dies das letzte Mal war, dass ich meine Mutter gesehen habe.

    Die nächsten Tage verliefen nicht besser. Mein Urlaub war vorbei und Montags ging ich dann auch wieder arbeiten. Mein Mann sagte mir oft, dass er kein gutes Gefühl mehr habe... Ich wollte das nicht hören...

    Am 3. Oktober rief mein Vater mich gegen fünf Uhr morgens an. Meine Mutter wird Notoperiert. Sie hat innere Blutungen und man wisse nicht, ob Sie das schafft. Ich konnte natürlich keine Sekunde mehr schlafen. Ich hatte Panik und habe nur noch gezittert. Nachmittags kam die Nachricht, dass sie die OP überstanden habe und wieder stabil sei. Ich war beruhigt und konnte nun endlich noch ein wenig schlafen. Meine Tante war mit meinem Vater im Krankenhaus und sie könnten bald zu meiner Mutter.

    Abends ich war noch nicht lange wieder wach, klingelte mein Handy - mein Onkel. Direkt blieb mein Herz stehen. Wir sollen bitte sofort zu meinem Vater nach Hause kommen. Ich solle auch meiner Schwester Bescheid geben. Ich fragte nur "Ist sie tot?" Er verneinte und sagte mir dann, dass wir den Rest besprechen, wenn wir da sind.

    Also fuhren mein Mann und ich in Windeseile zu meinem Vater nach Hause. Dort erfuhren wir dann, wie es wirklich um meine Mutter stand. Sie lag im Koma... Abends sind wir mit der ganzen Familie ins Krankenhaus zur Besuchszeit der Intensivstation gefahren. Als ich in das Zimmer kam, bekam ich einen Schock. All die Geräte und meine Mutter war komplett aufgedunsen, da ihr Körper keine Flüssigkeit absonderte.

    Ich habe sofort auf der Arbeit bescheid gegeben dass ich den Rest der Woche nicht mehr kommen werde. Ich war jeden Tag mindestens zwei Mal bei meiner Mutter. Es wurde immer schlimmer. Das Gesicht, die Augen, die Arme.... alles schwoll immer mehr an. Inzwischen war sie wieder auf einem minimalen Level Kreislaufstabil aber die Organe arbeiteten nicht mehr... nur noch das Herz.

    Auf der Intensivstation wurden zwar immer etwas abweichende Informationen gegeben jedoch wurden die Leber- und Entzündungswerte bis zum Wochenende besser. Man sprach schon wieder davon, wie man sie wiederholen wollte. Der Befund der Wucherung war leider noch nicht da.

    Am Samstag den 7. Oktober hatte ich meinen 23. Geburtstag. Der schlimmste meines Lebens. Meine Mutter war zwischenzeitlich an der Dialyse. Ohne Besserung. Immer noch keine Absonderung der Flüssigkeit.

    Montags wollten wir alle wieder arbeiten und organisierten, wie wir alle zum Krankenhaus konnten, damit immer einer zur Besuchszeit da war.

    Montag morgen ging um 4:30 Uhr mein Handy... mein Vater. Das Krankenhaus habe angerufen. Die Werte haben sich drastisch verschlechtert. Es sah nicht gut aus. Ich rief meine Tante und meinen Opa an. Meine Schwester war alleine zu Hause. Wir beschlossen, dass wir Sie bis sie zur Arbeit aufstehen muss schlafen lassen und dann alle da sind.

    Aber meine Schwester kam uns zuvor. Plötzlich bekam ich eine Nachricht ob ich wüsste wie es Mama geht. Wir entschlossen alle sofort los zu fahren und ich sollte meine Schwester anrufen. Als ich Ihr die Nachricht mitteilte brach meine Schwester am Telefon zusammen. Da konnte ich auch nicht mehr. Ich habe mit ihr am Telefon geweint. Die letzen Tage hatte ich immer versucht stark zu sein, nur abends alleine mit meinem Mann zu weinen.

    Keiner ging arbeiten außer mein Vater, der schon auf der Arbeit war. Er wollte dort bleiben, bis das Krankenhaus sich meldete.

    Wir saßen alle zusammen wieder bei meinen Eltern zu Hause und warteten. Irgendwann rief meine Tante im Krankenhaus an. Dort hatte man entschieden meine Mutter wieder zu operieren um nachzusehen, was der Auslöser für die Verschlechterung war. Wir sollten damit rechnen, dass meine Mutter diese OP nicht mehr überlebt.

    Mein Vater wurde zwischenzeitlich nach Hause gebracht. Wieder saßen wir alle im Wohnzimmer und warteten....

    Ein paar Stunden später der Anruf: Meine Mutter hat die OP überlebt... allerdings ohne Befund. Man versuche aber alles um sie zu stabilisieren. Wir konnten allerdings mit den Ärzten sprechen. Meine Schwester, meine Tante, mein Onkel und ich fuhren hin.

    Zuerst sprachen wir mit dem Oberarzt der Intensivstation... Er teilte uns mit, dass es sich nur noch um Stunden handeln würde. Man versuche noch mit Medikamenten und Blutkonserven und einer anderen Dialyseform die Organe ans laufen zu bringen. Er machte uns allerdings keine Hoffnungen mehr. Die Werte waren einfach zu schlecht.

    Danach sprachen wir noch mit dem behandelnden und operierenden Arzt. Dieser erklärte uns nochmals alles genau. Der Befund der Wucherung lag inzwischen vor. Bauchspeicheldrüsenkrebs... Wucherungen... auch er machte uns kaum noch Hoffnung. Wir sollten damit rechnen, dass sie die Nacht nicht schafft.

    Wir konnten zu Ihr ohne uns noch an die Besuchszeiten halten zu müssen. Es war furchtbar. Meine Schwester konnte sie nicht mehr ansehen. Sie weinte nur noch und brauch auf einem Stuhl zusammen. Ich stand dort, hielt die Hand meiner Mutter und weinte.

    Meine Mutter war eine Kämpferin. Sie hat die Nacht überlebt. Am nächsten Tag kamen wir wieder alle bei meinem Vater zusammen um zu warten. Der Freund meiner Schwester holte mich ab und wir fuhren zusammen.

    Im Auto kam der Anruf meiner Tante.... Wir sollen uns beeilen, sie schafft es nicht mehr lange. Es kann auch sein, dass wir gleich die Entscheidung treffen müssen, ob wir die Geräte abstellen.
    Als wir alle zusammensaßen entschieden wir uns aufgrund der Situation, dass kein Organ mehr arbeitete und wegen des Krebs dafür.

    Wir fuhren zum Krankenhaus. Alle wollten sich verabschieden. Vorher sprach die Oberärztin mit uns. Da die Lungen nicht mehr arbeiteten hatte das Gehirn keine ausreichende Sauerstoffsättigung mehr, allerdings hatte sich der Kreislauf wieder stabilisiert. Es tat unheimlich weh. Ich wollte, dass sie aufhört zu kämpfen.

    Wir gingen alle um uns von ihr zu verabschieden, ihr zu sagen, dass sie gehen soll. Meine Schwester und ihr Freund und mein Vater wollten nicht dabei sein, wenn Sie stirbt. Sie verabschiedeten sich ausgiebig und gingen. Der Rest der Familie blieb.

    Irgendwann spürten wir alle dieses ruhige Gefühl. Meine Mutter ließ los. Aber der Kreislauf blieb stabil... 6 Stunden saßen wir dort. Meine Mutter war immer ein Einzelkämpfer, weil Sie es so wollte. Wir entschieden um 23 Uhr zu gehen. Sie wollte nicht mit uns sterben.

    Ich blieb noch 5 Minuten alleine bei ihr, sagte ihr noch ein paar unausgesprochene Dinge und wie sehr ich sie liebte, wie stolz ich auf sie war und dass sie die beste Mutter war. Aber sie wollte auch nicht mit mir gehen. Ich gab ihr noch einen Kuss und ging.

    Wir fuhren alle nach Hause. In der Nacht konnte keiner schlafen. Am 10.10 um halb vier kam der Anruf. Meine Mutter ist um 3 Uhr gestorben. Ich sagte nur "Gott sei Dank" und konnte endlich einschlafen. Ich war in diesem Moment so erleichtert, dass sie es geschafft hat.

    Seit dem Tod vor zwei Wochen organisieren wir alles zusammen als Familie.

    Sie fehlt so sehr und ich vermisse sie so. Aber ich bin innerlich wie gelähmt. Bin wie eine Maschine. Ich kann selten weinen und fühle mich leer. Ich habe auch nach der Beerdigung nicht realisiert, dass sie tot ist, dass sie nie wieder kommt. Ich starre dieses Grab an und verstehe es nicht.

    Auf der Beerdigung habe ich fürchterlich geweint. Zwischendurch kommen ein paar Tränen. Aber ich kann es nicht rauslassen. Ich funktioniere..... Aber ich vermisse sie so sehr.

    Sie war 53.. Meine Schwester 20 und ich 23... ich kann es einfach nicht begreifen und fühle mich so hilflos, dass ich alles verdränge.... ich weiß nicht, was ich tun soll und wie ich es jemals irgendwie verstehen kann...

    Vielleicht kann mir ja irgendjemand einen Tipp geben.


    Ich weiß, dass der Text lang war... auch den habe ich wie eine Maschine geschrieben, als wäre es eine Geschichte...aber die ist leider wahr... danke fürs lesen.

  2. #2
    Registriert Avatar von weidebirke
    Registriert seit
    04.04.2009
    Beiträge
    13.381
    Danke gesagt
    4.157
    Dank erhalten:   8.665

    Standard AW: Mama ganz plötzlich verstorben

    Zuerst die banalen Dinge, die niemand nach einem schweren Verlust hören will und die nicht helfen

    Als ich die Geschichte anfing zu lesen, dachte ich gleich an Pankreas-Ca. Damit hat man sowieso eine schlechte Prognose. Mir ist unklar, warum die Ärzte so lange für den Befund gebraucht haben. Allerdings ist das auch egal. Es ist gut, dass es so schnell ging, auch wenn das für die Angehörigen schwer zu verkraften ist. Sie hat auch so genug gelitten.

    Deine Gefühle jetzt sind recht typisch. Bis die Realisierung einsetzt, also dass der geliebte Mensch wirklich, also wirklich nicht mehr da ist, das dauert. Lass es geschehen, kümmer Dich um Dich. Wie geht Dein Mann mit Dir um, ist er lieb zu Dir?
    Wer die Welt verändern will, gehe zuerst durchs eigene Haus.

  3. Für den Beitrag dankt: ParadiseAngel62

  4. #3
    Catley
    Gast

    Standard AW: Mama ganz plötzlich verstorben

    Von Herzen mein Beileid und Mitgefühl - alles Liebe dir und deiner Familie!

  5. #4
    Registriert Avatar von ParadiseAngel62
    Registriert seit
    31.10.2014
    Beiträge
    211
    Danke gesagt
    77
    Dank erhalten:   99

    Standard AW: Mama ganz plötzlich verstorben

    Auch ich möchte dir und deiner Familie mein Mitgefühl ausdrücken. Es ist immer ein Verlust wenn man von einem geliebten Menschen Abschiednehmen muss, besonders schlimm aber wenn man einen Elternteil verliert. Ich denke schon das es dir etwas gebracht hat die letzten Wochen/Monate mit deiner Mutter und deren Tod niederzuschreiben. Es ist für dich eine Möglichkeit um zu beginnen die Ereignisse zu verarbeiten. Das du derzeit innerlich wie erstarrt bist ist ein normaler Prozess und Schutzmechanismus deiner Psyche. Versuche diesen Zustand zu akzeptieren, hilft er dir doch auf deinem Weg durch die Trauerphasen und diese durchläuft jeder Mensch auf seine Weise.

    Ich muss weidebirke Recht geben, auch ich dachte relativ schnell an die Diagnose Pankreaskarzinom bei deinen Aufzählungen. Zu viele Symptome haben in diese Richtung gewiesen. So hart es klingt vermutlich hätte, auch eine Sofortdiagnose der Ärzte beim ersten Klinikaufenthalt, deine Mutter nicht mehr retten können. Leider gehört diese Krebsart zu denen mit der schlechtesten Überlebensprognose. Ich erlebe es tagtäglich auf Grund meines Berufes. Ohne Panik verbreiten zu wollen, manche Krebsarten sind genetisch vererbbar. Daher sollten du und deine Geschwister überlegen einen Genetik Test zu machen, da auch familiäres Auftreten von Pankreaskarzinomen zu den Risikofaktoren gehören.
    Leben in der Liebe zum Handeln und Leben lassen im Verständnis des fremden Wollens ist die Grundmaxime des freien Menschen.

  6. #5
    Registriert Avatar von Yado_cat
    Registriert seit
    31.07.2018
    Ort
    Dreiländereck Südhessen
    Beiträge
    1.288
    Danke gesagt
    1.274
    Dank erhalten:   759

    Standard AW: Mama ganz plötzlich verstorben

    Alles Gute und viel Kraft .....
    Am Ende wird alles gut werden. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende...

    Neid ist die höchste Form der Anerkennung!
    Neid muss man sich erarbeiten, Mitleid bekommt man geschenkt.

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 04.09.2018, 07:41
  2. Mama plötzlich verstorben
    Von Negan88 im Forum Trauer
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 28.03.2018, 16:45
  3. Vater plötzlich verstorben
    Von Rascas im Forum Trauer
    Antworten: 32
    Letzter Beitrag: 16.11.2015, 17:44
  4. Mutter plötzlich verstorben, hilfe?!
    Von Gast im Forum Trauer
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 20.10.2015, 14:39
  5. ein langjähriger freund plötzlich verstorben
    Von frauschwarz im Forum Trauer
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 02.08.2010, 20:43

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •