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Thema: Trauer oder doch eher Wut?

  1. #6
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    Standard AW: Trauer oder doch eher Wut?

    @bird on the wire

    Ja, die Wut kann ich akzeptieren, sie ist zu einem Teil von mir geworden, nicht nur auf sie, meinen Vater genauso. Aber man trauert doch um einen geliebten Menschen, der war sie nicht, beide nicht. Ich will nicht eine einzige Träne wegen denen verlieren, das macht mich nur noch wütender. Das würde bedeuten das sie einen Platz in meinem Herzen haben, den will ich ihnen nicht geben und einräumen. Diese Wut kann ich aushalten, sie hat mich am Leben gehalten, einen Panzer geschaffen der mir guten Schutz bot. Aber diese Traurigkeit manchmal macht mich fertig. Ich liebe meine Tochter wahnsinnig, wollte immer eine gute Mama sein und hab es nicht geschafft, aber seit ich die Sucht bekämpfe hat sich unser Verhältnis gebessert, es ist umso vieles schöner geworden. Sie ist mittlerweile 24 Jahre und unterstützt mich, sie weiß das mit meinen Eltern nicht, aber wir unterhalten uns als wenn wir Schwestern wären. Das haben wir früher nie gemacht. Sie erzählt mir von ihren Freunden, ihrer Arbeit und ihren Sorgen. Das war noch vor gar nicht allzu langer Zeit undenkbar. Daran will ich festhalten und es nicht wieder versauen, denn sie bringt Freude in mein Herz. :-D Danke für deine Antwort 'bird on the wire'

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  3. #7
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    Standard AW: Trauer oder doch eher Wut?

    Und trotzdem sind sie deine Eltern, ganz emotionslos kann dich deren Tod nicht lassen, egal was sie dir angetan haben. Ich finde das normal und ich finde auch du solltest dir Tränen " erlauben". Man trauert auch um die vielen verpassten Chancen, was hätte sein können, wäre deine Mutter eine richtige Mutter gewesen usw. Das unwiderbringliche zu akzeptieren, ist so mit das härtest, dem man sich im Leben stellen muss.

    Genauso, kann ich dir nur zuraten, bei deiner Tochter offen und ehrlich zu sein, warum sollte sie, mit 24 jahren nicht wissen was passiert ist?
    Ich verstehe, dass du die jetzt gute Beziehung zwischen euch nicht gefährden willst, dennoch könnte ein offenes Gepräch, eure Beziehung nur intensiveren und vertrauter machen, als umgekehrt, finde ich.

    Lg Sanni
    Wahre Liebe stirbt nie, man kann sie nur verdrängen.

    Menschen die nicht voneinander los kommen, sind für einander bestimmt.

  4. #8
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    Standard AW: Trauer oder doch eher Wut?

    @ Sanni


    Ich glaube sowas kann nur wer sagen, der nicht drin steckt. Tut mir leid, aber Sätze wie "es sind trotzdem deine Eltern" , schlimmer noch , "egal was sie getan haben" kann ich nicht hören. Daran kann ich nichts normal finden. Und was heißt überhaupt Normalität? Was ist an meiner Sicht der Dinge so falsch? Der hohe Moralanspruch der Gesellschaft? Der ach so gelobte Anstand? Nichts als Worte, alles Schall und Rauch. Meiner Tochter soll ich also alles erzählen? Die meisten Menschen sind erschüttert wenn sie mit solchen Dingen, wie sie viele Leute hier im Forum erfahren mussten, konfrontiert werden, sie wollen sich damit nicht auseinandersetzen. Im besten Fall sind sie peinlich berührt. Und da soll ich meine Tochter mit belasten, was ich bis heute nicht auf die Reihe kriege, sie im schlimmsten Fall auch noch traumatisieren? Deshalb habe ich mich für das Forum hier entschieden, um es endlich mal rauszulassen, was mir da draußen die Kehle zuschnürt. Ich bin innerlich nur am schreien, keiner kann es hören. Solche Sätze machen mich echt fertig, sorry für meine Offenheit, ich will dich nicht verletzen, vor den Kopf stoßen oder sonst etwas. Aber ich bin was ich bin, ein sehr wütender Mensch!!!

  5. #9
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    Standard AW: Trauer oder doch eher Wut?

    Moin @Nirtak,



    Achtung könnte teilweise triggern!


    denken, wir können ganz gut nachvollziehen und verstehen. Wir waren damals sehr irritiert, als wir Traurigkeit empfanden nach soviel Wut, die uns doch solange begleitet hatte. Wut, ja auch teilweise Hass, ausgelöst durch die schmerzvollen und schlaflosen Tage und Nächte, lange nachdem eigentlich alles schon weit zurück lag, was sie uns angetan hatten. Doch diese ständigen Flashbacks, die Schmerzen, die tage, die nicht zu Ende zu gehen schien, all dass, hatte dazu geführt ihnen nichts gutes zu wünschen.
    Doch erstaunlicher Weise, war es hier diesbezüglich kurz vor ihrem Tod gerade etwas ruhiger, sie konnten und durften gehen (näheres nur nicht öffentlich). Doch als sie starben, zu unterschiedlichen Zeiten, da waren Tränen da und Trauer und wir verstanden nicht, wollten es nicht, ähnlich wie es grad hier bei dir gelesen wurde, doch es ist nicht ungewöhlich...
    Mit dem Tod ist ein Mensch gegangen, ein Mensch der mit als erstes in dem Leben eines Kindes Bezugsperson war und dieses Kind war abhängig von diesem Menschen, da können wir als Erwachsenen auch nichts gegen machen, es ist abhängig, denn sein ganzes Leben hängt von diesen Menschen ab und so entwickelt sich eine Beziehung und das Kind hängt an diesen Menschen, denn was bleibt ihm anderes übrig, als diesen Menschen, als den wichtigsten in seinem Leben wahrzunehmen und es muss, weil es will leben.
    Diese Bindung aber bleibt, egal, was war, dieses kleine Geschöpf hat die Bindung und es braucht diese, denn es braucht sie zu überleben.
    Die Bindung bleibt auch, wenn Wut oder Hass ersetzt, was dieses kleine Geschöpf ursprünglich empfunden hat.
    Nun aber ist der Verlust, vor dem sich dieses kleine Wesen immer gefürchtet hatte, es fühlt sich verlassen...

    Es nützt nichts wütend zu werden, auf dieses Gefühl der Trauer, denn mit der Wut, wird es nur noch schwieriger und doch darf auch sie da sein, sie kann neben der Trauer existieren und die Trauer neben der Wut. Denn beide Gefühle haben ihre Berechtigung. Denn mit dem Tod, geht auch der letzte Funke an Hoffnung. Hoffnung, die vielleicht auch nur im tiefsten Inneren noch da ist, Hoffnung auf einen liebevollen Menschen, den es aber nicht gab.

    Wir mögen nur schreiben, es ist ein Kampf gegen sein Inneres, wenn Gefühle, welche auch immer nicht sein dürfen und bekämpft werden.

    Es gibt viele Gründe für die Gefühle, die da sind. Mit dem Tod, ist auch die Person gegangen, die vieles getan hat, was schmerzhaft, kaum ertragbar war und wohin nun mit der Wut, es geht mit der Person auch nicht mehr zu klären.

    Was haben wir mit den ungeklärten noch nicht gesagtem, auch weil es keinen Sinn machte, mehr zu sagen, als das was wir gesagt hatten. Noch zu Lebzeiten hatten wir Briefe geschrieben, die diese Menschen erst nach ihrem Tod mitbekommen sollten oder nachgesendet und so verbrannten wir diese ein paar Tage nach der Bestattung.

    Wir wünschen dir einen guten Weg für dich zu finden, um mit deinem Schmerz, der Wut und der Trauer umzugehen.

    LG
    Mittendurch
    Wenn ich die Ruhe und den Frieden in mir finde, dann muss ich diese nicht mehr bei anderen suchen.
    Friede auf Erden, ersetzt nicht den Frieden in mir, aber ergänzt diesen.

  6. #10
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    Standard AW: Trauer oder doch eher Wut?

    Ich möchte mich bei allen hier für die Antworten bedanken!
    @Sanni
    Es tut mir leid, das ich dich so angegangen bin. Ich habe bei vielen Zeilen von 'Mittendurch', in einem anderen Thema, soetwas wie Trost, Erklärung und Frieden finden können . Deshalb möchte ich dir sagen, das ich nicht mehr so wütend sein will und deine Aussagen jetzt besser annehmen kann. Verzeih mir.
    Doch jetzt möchte ich das Thema hier schließen, ich will nicht mehr soviel darüber nachdenken, es kostet Kraft, zieht mich runter und macht mich eben doch traurig, auch wenn ich es mir nicht eingestehen wollte.
    Danke euch allen!!!
    LG Nirtak

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