Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte
Ergebnis 6 bis 10 von 12

Thema: Schwiegeropa verstorben

  1. #6
    AnotherWayLife
    Gast

    Standard AW: Schwiegeropa verstorben

    Ich glaube so richtig spüren werde ich den Schmerz auch erst nächsten Donnerstag. Der Tag der Beerdigung. Obwohl ich heute schon einen Nervenzusammenbruch hatte, aber das lag an anderen Dingen.

    Doch schlimm war es für mich gestern beim Einschlafen. Ich musste an sein liebes Lächeln denken, wie ich ihn während der Weihnachtsfeier und auch an Heiligabend ganz fest geknuddelt hatte. Das tut so weh... zu wissen... er existiert nicht mehr. Nur noch in meinem Herzen.

    Sein Kopf und sein Körper ist tot... ich bin froh, dass ich heute nicht bei der Aussegnung dabei war, denn da hätte ich ihn zwar noch gesehen, doch der Gedanke daran hatte mich nur noch mehr traurig gemacht. Ich weiß nicht ob es falsch war, doch bei dem Gedanken, dass ich ihn nochmal vor mir sehe (also noch nicht im Sarg) lässt mich eher erschaudern...

    Ich bin so durcheinander und weiß einfach nicht was ich denken soll.

    Irgendwie scheint auch momentan nichts dieses Loch zu füllen... ich hätte nicht gedacht, dass mir dieser Mensch so sehr fehlen wird. Umso mehr Angst hab ich vor Weihnachten weil ich nicht weiß wie das da wird mit seinen Eltern und seiner Oma. Ich hab so Angst mich falsch zu verhalten... ich weiß nicht... wie geht man mit so was um?

  2. Psychologen Online

    Anzeige

  3. #7
    Registriert Avatar von SchwarzeSeele
    Registriert seit
    03.02.2009
    Ort
    In der Gruft 1, zwischen Köln und Bonn
    Beiträge
    11.325
    Danke gesagt
    1.720
    Dank erhalten:   3.170
    Blog-Einträge
    64

    Standard AW: Schwiegeropa verstorben

    Das erste Weihnachten wird für alle sehr schwer. Ich kann da aus Erfahrung sprechen.
    Auch wir haben uns damals Gedanken gemacht wie wir das überstehen sollen.
    Wir haben Weihnachten gefeiert, aber es war mit viel Trauer verbunden. Wir haben zusammen geweint.
    Wir haben uns auch über die schönen Erinnerungen ausgetauscht.
    Es war ein Weihnachten mit viel Gefühl.

    Planen kann man das nicht. Die Situation entsteht spontan und je nach Befindlichkeit. Auch da gibt es kein richtig oder falsch.

    Liebe Grüße
    SchwarzeSeele
    ★☆★☆★☆★☆★☆★☆★☆★☆

    Ich fühle mich tot, tief in mir drin,
    nur der Schmerz lässt mich wissen,
    dass ich noch am Leben bin.

    ★☆★☆★☆★☆★☆★☆★☆★☆

  4. Für den Beitrag danken: Sisandra

  5. #8
    Registriert
    Registriert seit
    21.08.2017
    Beiträge
    1.137
    Danke gesagt
    168
    Dank erhalten:   803

    Standard AW: Schwiegeropa verstorben

    Zitat Zitat von AnotherWayLife Beitrag anzeigen
    Ich glaube so richtig spüren werde ich den Schmerz auch erst nächsten Donnerstag. Der Tag der Beerdigung. Obwohl ich heute schon einen Nervenzusammenbruch hatte, aber das lag an anderen Dingen.

    Doch schlimm war es für mich gestern beim Einschlafen. Ich musste an sein liebes Lächeln denken, wie ich ihn während der Weihnachtsfeier und auch an Heiligabend ganz fest geknuddelt hatte. Das tut so weh... zu wissen... er existiert nicht mehr. Nur noch in meinem Herzen.

    Sein Kopf und sein Körper ist tot... ich bin froh, dass ich heute nicht bei der Aussegnung dabei war, denn da hätte ich ihn zwar noch gesehen, doch der Gedanke daran hatte mich nur noch mehr traurig gemacht. Ich weiß nicht ob es falsch war, doch bei dem Gedanken, dass ich ihn nochmal vor mir sehe (also noch nicht im Sarg) lässt mich eher erschaudern...

    Ich bin so durcheinander und weiß einfach nicht was ich denken soll.

    Irgendwie scheint auch momentan nichts dieses Loch zu füllen... ich hätte nicht gedacht, dass mir dieser Mensch so sehr fehlen wird. Umso mehr Angst hab ich vor Weihnachten weil ich nicht weiß wie das da wird mit seinen Eltern und seiner Oma. Ich hab so Angst mich falsch zu verhalten... ich weiß nicht... wie geht man mit so was um?
    Es gibt so viele verschiedene Arten zu trauern. Häufig hält dieses Betäubtsein Tage oder Wochen lang an, das ist normal.

    Es ist auch völlig okay, dass du ihn nicht noch ein mal sehen wolltest. Ich könnte das auch nicht, nicht ohne ewig lang nur noch dieses Bild von der Person im Kopf zu haben. Du sagst selbst, er hat einen Platz in deinem Herzen und das ist gut so. Wenn man daran denkt, dann fühlt man zunächst Leere, Verzweiflung, Angst, Trauer, alles Mögliche außer Freude. Aber wenn du es verarbeitest, dann wird das besser.
    Weißt du, als vor einigen Jahren mein Opa verstorben ist, da ging es mir so ähnlich. Nicht ein mal auf der Beerdigung war ich in der Trauerphase angelangt, es war alles total surreal. Die Trauer kam erst danach, schien nicht aufzuhören. Ich wollte und konnte nicht mit anderen trauern, nur allein sein und kein Wort über meinen Opa hören. Und heute, wenn ich an ihn denke, dann löst es Freude in mir aus, wie er immer mit der Katze auf der Brust eingeschlafen ist, ...
    Du hast wunderbare Erinnerungen an deinen Schwiegeropa. Behalte sie, behalte ihn so in deinem Herzen wie er war. Denke an die schönen Dinge zurück. Mit der Zeit wirst du lächelnd darauf zurück sehen können, einfach nur froh sein, ihn gekannt zu haben.
    Das kommt mit der Zeit schon noch. Die Nacht kann dir noch so lange vor kommen, aber die Sonne wird wieder aufgehen.

    Du hast gefragt, wie du dich verhalten sollst. Es gibt denke ich kein Richtig oder Falsch. Trauere um ihn, so wie du trauerst, nicht wie es andere tun. Wenn du allein sein willst, sei allein. Du musst keine anderen Angehörigen trösten, wenn du dich selbst damit nicht wohl fühlst. Vielleicht brauchst du ja auch exakt das Gegenteil.

    Es gibt ganz schöne Möglichkeiten von jemandem Abschied zu nehmen.
    Gibt es einen Ort an dem er gerne war?
    Nimm einen Block und einen Stift, gehe an diesen Ort und schreibe auf, was dir so alles einfällt. Ob du dich bedankst oder ihm vielleicht sogar das ein oder andere vorwirfst ist völlig egal. Wichtig ist nur, wenn du den Zettel verbrennst, in den Boden gräbst, was auch immer, dass du das mit positiven Gedanken tust. Keine weiteren Vorwürfe, falls Vorwürfe vorhanden sein sollten. Nur der Gedanke: Ich bin dir nicht böse, danke für die schönen Erinnerungen. (oder ähnliche)
    Das ist finde ich eine persönlichere Art und Weise Abschied zu nehmen als auf der Beerdigung, da der Schock noch tief sitzt und man häufig gar nicht dazu bereit ist die Person wirklich gehen zu lassen.
    Falls du magst kannst du es ja mal ausprobieren.

  6. Für den Beitrag danken: Sisandra

  7. #9
    Registriert Avatar von Sisandra
    Registriert seit
    16.01.2006
    Beiträge
    12.457
    Danke gesagt
    4.019
    Dank erhalten:   7.249

    Standard AW: Schwiegeropa verstorben

    Erst einmal mein aufrichtiges Beileid.

    Gerade das erste Weihnachten ohne, das erste Sylvester ohne und der erste Geburtstag ohne ... sind sehr schwierige Zeiten.

    Du fragst gerade in Zusammenhang mit der Familie wie man damit umgeht. Ich denke, darauf gibt es keine allgemeingültige Anwort.

    Was hältst du davon, wenn du die Personen, die es betrifft einfach fragst, wie ihr Weihnachten ohne ihn verbringen wollt, wie ihr an ihn gemeinsam denken wollt? Dieses Weihnachten wird sicher anders sein als alle andern mit ihm, aber, so hart das jetzt klingen mag, das Leben geht für diejenigen, die noch im hier und jetzt sind weiter.

    Vielleicht gelingt es euch gemeinsam, ihm einen Platz beim nächsten Weihnachtsfest in euerer Mitte einzuräumen, indem ihr gemeinsame Erinnerungen an ihn austauscht. Vielleicht gerade die, bei denen jedem von euch ein Lächeln übers Gesicht huscht, oder ihr gemeinsam herzlich lachen könnt.

    Ich persönlich habe es immer als befreiend empfunden, wenn auch bei einer Trauerfeier bzw. beim anschließenden Leichenschmaus auch gelacht werden durfte. Traurig ist man ja trotzdem ...
    ********************
    Gib jedem Tag die Chance, der beste deines Lebens zu werden.

    ********************
    Urteile nicht über jemanden, bevor du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist.

    ********************
    "Die reinste Form des Wahnsinns ist es,alles beim Alten zu belassen und zu hoffen,
    dass sich etwas ändert!" (Albert Einstein)

  8. Für den Beitrag dankt:

  9. #10
    AnotherWayLife
    Gast

    Standard AW: Schwiegeropa verstorben

    Ich melde mich wieder zurück. Heute war die Beerdigung. War echt komisch. Ich war ziemlich müde und verwirrt. Hatte zuvor auch noch nen komischen Traum von meinem Ex gehabt (warum auch immer, die Beziehung ist Jahre her und ich bin glücklich in der eigenen - also keine Interpretation, da ist nichts mehr). Jedenfalls scheint sich mein Hirn momentan allgemein seltsame Dinge zusammenzuspinnen. Das hat zwar nichts mit der Beerdigung zu tun, aber manchmal hab ich echt kuriose Träume und diese ganzen Traumdeutungen helfen mir da meist auch keinen Deut weiter weil ich einfach ganz anders empfinde als es einem auf solchen Seiten geschrieben wird.

    Die Beerdigung an sich war schön. Nur merkwürdig. Ich musste nicht weinen. Im Gegenteil. Als ich sein Bild gesehen habe musste ich lächeln. War froh, dass ich weder beim Krankenhaus noch bei der Aussegnung dabei war. Es war alles sehr emotional. Die Schwester meines Freundes hat extrem viel geweint. Sein Vater auch (kein Wunder, ist ja sein Papa, da wäre ich auch traurig). Nur ich saß da und fühlte mich wie eine steinerne Statue.

    Zu viel Stress der die letzten Tage und Wochen war. Ich war irgendwie geistig noch halb bei meinen Traum. Hatte mir natürlich alle Gebete angehört, mitsingen konnte ich kaum (Halsschmerzen) und ich hatte ein Loch im Bauch da ich nicht zum Essen kam (hab ich im Nachhinein nachgeholt). Dann ging es zur Beerdigung selber. Mir war sehr kalt und ich hatte Hunger, aber ich hab mir sprichwörtlich auf die Zähne gebissen. Und hach... ich stand dann auch vorm Grab und hab ne rote Rose reingeworfen und ihm "Lebewohl" gesagt, aber gespürt hab ich trotzdem nichts. Fühlte mich schon fast gefühlskalt weil um mich herum alle geheult haben. Mein Freund konnte auch nicht weinen. Sah aber deutlich emotionaler als ich aus. Ist ja auch sein Opa. Kann ich verstehen.

    Und dann hat mich jeder geknuddelt. Sogar seine Schwester mit der ich eigentlich nicht mehr im Reinen bin. Merkwürdiges Gefühl. Und jeder hat mich angestarrt. Wie ein Schwein auf der goldenen Platte. Weil ich halt zum engeren Kreis der Familie gehöre. War echt komisch... keine Ahnung. Ich fühlte mich so weltfremd. Ist nicht, dass ich nicht traurig war, aber ist mit nem zufriedenen Lächeln eingeschlafen. Schöner Tod. Hatte mein Großvater auch (zumindest mütterlicherseits, der väterlicherseits hatte sehr gelitten :-/).

    Ich weiß nicht... kann irgendwie noch nicht so richtig realisieren, dass er jetzt weg ist. Werde wohl wieder auf meine Weise Abschied nehmen. Danach gings zum Essen. Tat gut. Hab drei Tassen Kaffee getrunken (waren aber Minitässchen, als im Grunde nur eine normale Tasse) und mich mit Brötchen versorgt. Dann bin ich einmal kurz weg weil ich was mit den Ämtern noch per Handy klären musste (hat eh Niemand mitbekommen da es nur 10 Minuten gedauert hatte). Zum Ende hin als alle sich verabschieden wollten bin ich nochmal weggegangen da ich durch mein Asperger diese Menschenaufläufe nicht mag. Bin mehr der zurückgezogene Mensch.

    Nun ja... und jetzt sitze ich hier und bin komisch nachdenklich. Schwer zu beschreiben. Habe lange mit meinen Freund über meine Gefühle, den Tod und auch noch über seine Schwester geredet. Morgen hab ich ein Vorstellungsgespräch wo ich furchtbar gerne arbeiten würde (ist ein Café als Putze, vormittags, wär mein Traum. Ist momentan leider nur noch die letzte Stelle die frei ist, ansonsten müsste ich erst mal nen Wohngeldantrag machen *sfz*).

    Jaa... ich hoffe das war nicht zu viel Text.

    Hab irgendwie ne sehr spezielle Art von nem Menschen Abschied zu nehmen. Jetzt nicht so krass aufgedreht wie es in anderen Ländern teilweise gehandhabt wird, aber dieses Trauerschwarz in Deutschland passt einfach nicht zu mir. Ich kann weder auf Kommando heulen noch will ich allzulange über diesen Menschen trauern da mir das Leben mittlerweile einfach zu wertvoll ist.

    Bin eher etwas verbittert weil dieses Jahr zu viele Tode auf einmal waren. Das Leben dreht sich immer schneller und ich hab das Gefühl ich komm mit meinen 23 Jahren allmählich in dieses Alter wo die Zeit einen aus den Händen gleitet. *sfz*

    Hoffe, dass ich das leben und schaffen kann was mich glücklich macht. Bin da nicht mal besonders anspruchsvoll. Ich weiß auch nicht. Will einfach wissen, dass ich für die Toten da oben im Himmel wirklich mein Leben gelebt habe. Ich glaube einfach nicht, dass sein Großvater (ein lebensfroher Mensch) wollen würde, dass wir jetzt unser ganzes Leben lang trauern. Würde ich selber nicht von meinen Liebsten verlangen. Doch ich weiß es nicht.

    Seine Oma war trotz all dem sehr glücklich, auch wenn sie traurig ist. Sie weiß, dass er es da oben gut hat (ich bin evangelischen Glaubens, obwohl ich sehr kritisch bin -> in allen Dingen eigentlich, ist also meine Art die Dinge aus mehreren Perspektiven zu sehen). Und ich freue mich mit ihr nochmal Plätzchen zu backen. Auch ihm zu Ehren. Ich hoffe, dass ihr der Beistand von ihrem Sohn helfen wird diese Zeit zu überstehen.

    Das wars erst mal von meiner Seite.
    Sorry für den Roman. Ich tu mir schwer das Ganze in kurzen Sätzen zu verpacken.

  10. Für den Beitrag dankt: SchwarzeSeele

Anzeige

Psychologen Online

Ähnliche Themen

  1. verstorben..
    Von frara im Forum Trauer
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 30.09.2015, 08:49
  2. Tier verstorben, was tun?!
    Von Trulla im Forum Trauer
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 21.09.2010, 14:14
  3. Opa verstorben
    Von Brokenheartgirl im Forum Trauer
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 09.09.2010, 21:23
  4. Hamstermann ist verstorben
    Von Zitronengelb im Forum Trauer
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 26.07.2010, 20:29
  5. Opa verstorben
    Von EyeShadow im Forum Trauer
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 28.01.2010, 13:55

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •