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Thema: Nach 38 Jahren Ehe bin ich alleine

  1. #1
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    Standard Nach 38 Jahren Ehe bin ich alleine

    Am 03.10.17 ist meine Frau nach einer langen Krebserkrankung gestorben. Ich habe 4 Kinder (30-38)und 5 Enkel von 2 bis 18 Jahren und alle kümmern sich rührend um mich. Maine ältestete Tocht (38) ist täglich da. Die zwei Großen haben meine sterbende Frau in den letzten 10 Tagen rund um die Uhr begleitet.
    Vor diesen 10 Tagen habe ich mit mit meiner Frau noch 14 Tage an der Nordsee verbracht, sie liebte das Meer und Schwager und Schwägerin haben mich super unterstützt. Die Ärzte haben mich davor gewarnt "ob ich mir das antuen wollte." Ich hab das für meine Liebe getan.
    Die Familie hält ganz toll zusammen, aber meine ELFI ist nicht mehr da.
    Ich liebe meine Elfi so sehr, wir haben uns blind und ohne Worte verstanden. Jeder Löffel jedes Bild jedes Lied erinnert mich an sie und ich weiß nicht wie es weiter gehen soll.
    Ich muss noch 4 Jahre bis zur Rente arbeiten und weiß nicht wie das gehen soll. Ich fühle mich so leer. Es ist alles so sinnlos. Meine Kinder und Enkel mühen sich aber das ist nicht zu vergleichen.
    Ich renne täglich zum Schlafzimmer meiner Frau (getrennt da ich starker Schnarcher bin) und breche in Tränen aus. Ich fühle mich wie ein Zombie. Mein Leben wurde durch den Tod meiner großen Liebe ausgeknipst.
    38 Jahre Ehe und 40 Jahre zusammenleben scheinen mir eine halbe Ewigkeit. Die Zeit mit ihr war trotz anfänglicher Anlaufschwierigkeiten so schön, so schön.....und jetzt. Ich bin so verzweifelt
    Ich weiß nicht wie ich diesen Schmerz überstehen soll.
    Ab nächste Woche habe ich mir die Hilfe eines Psyschologen geholt, aber hilft das ?

  2. Psychologen Online

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  3. #2
    Moderator Avatar von weidebirke
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    Standard AW: Nach 38 Jahren Ehe bin ich alleine

    Oh je.

    Es tut mir sehr leid, dass Du Deine Frau verloren hast und ich kann Deine tiefe Verzweiflung nachvollziehen. Wenn man einen Menschen verliert, der einem so nahe ist, dann kommt man an seine eigenen existentiellen Grenzen.

    Lieber TE, das ist gerade vier Wochen her. Ehrlich gesagt, finde ich es ein bisschen früh, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, weil man nach vier Wochen noch so sehr trauert. Das ist doch völlig normal.

    Ich habe ein ganzes Jahr gebraucht, bis ich nach dem Tod meiner Großmutter über sie sprechen konnte, ohne in Tränen auszubrechen. Die ersten zwölf Wochen nach ihrem Tod war ich wie ferngesteuert.

    Und Du hast Deine Frau nach 40 Jahren des Zusammenlebens verloren. So furchtbar das ist, es ist völlig normal, dass es einem so schlecht geht und kein Ende in Sicht. Es ist ja nicht nur der Verlust des Partners, ich kann mir auch vorstellen, dass Du Deinen eigenen Lebensentwurf in Zweifel ziehst, Angst vor dem Renteneintritt hast, Dich vielleicht auch um schöne Jahre betrogen fühlst, nicht weißt, woraus Du jemals wieder Lebensfreude schöpfen sollst.

    Bitte nicht falsch verstehen, ich wünsche Dir jede Unterstützung, die Dir hilft und die Du brauchst. Mir war es nur wichtig, eine solche Trauer auch anzuerkennen, sie nicht zu pathologisieren. Es gibt auch Trauergruppen, die verstehen einen vielleicht etwas besser. Mein Umfeld war auch rettungslos überfordert.

    Wie geht es eigentlich Deinen Kindern? Sie haben ja auch ihre Mutter verloren.

    Fühl Dich mal in den Arm genommen, ich verstehe Dich sehr gut.
    Wenigstens heute:

    Ärgere Dich nicht.
    Sorge Dich nicht.
    Sei dankbar.
    Arbeite eifrig.
    Sei freundlich zu allen.

    Aus einem Schulaufsatz:
    Wenn eine Katze wütend ist, macht sie alle Haare hoch. Sie braucht gar nichts mehr zu sagen.

  4. Für den Beitrag danken: Fadeaway, Schokoschnutte

  5. #3
    Pen
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    Standard AW: Nach 38 Jahren Ehe bin ich alleine

    Ganz herzliches Beileid.
    Es berührt unendlich, mit welcher Liebe du von deiner Frau sprichst und von deinen Kindern.
    Die Zeit jetzt ist unendlich schwer und es wird lange dauern, bis das Lächeln wiederkommt - aber diese Liebe, sie überdauert den Tod und es gibt die Hoffnung auf ein Wiedersehen.

    Fühl dich still umarmt.

  6. #4
    Registriert Avatar von ParadiseAngel62
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    Standard AW: Nach 38 Jahren Ehe bin ich alleine

    Lieber Miremeda,

    wichtig wäre jetzt vor allem das du deiner Trauer, mit all ihren Facetten, Raum gibst. Die Trauer und den Schmerz den du jetzt durchlebst kann nur nachempfinden der gleiches erlebt hat. Psychologische Unterstützung kann dabei durchaus hilfreich sein. Wenn du das Gefühl hast eine Therapie tut dir gut solltest du das unbedingt machen.

    Es klingt profan zu sagen der Tod gehört zum Leben. Der Tod, dieses Endgültige ist immer schwer zu akzeptieren. Vor allem dann, wenn man seinen Lebensmenschen verliert. Den Menschen mit dem man 40 Jahre zusammengelebt, mit dem man die Höhen und Tiefen des Lebens er,-durchlebt hat. Deine Gedanken zu lesen macht einfach nur traurig. Aber vielleicht tröstet es dich ein bisschen wenn ich dir sage, deine Frau hat ihre Spuren im Leben für dich hinterlassen durch die sie für euch immer in Erinnerung bleiben kann. Auch du wirst einmal durch deine Familie weiterbestehen. Sieh dich um, außer ihrer Liebe und den vielen schönen Erinnerungen an sich hat sie dir noch etwas Elementares hinterlassen!

    Nämlich eure intakte Familie mit 4 Kindern und 5 Enkelkindern. Miremeda, es nie einfach den Menschen loszulassen den man so innig geliebt hat wie du. Vermutlich fühlst du dich durch ihren Tod auch um die gemeinsame Zeit betrogen, die du in 4 Jahren, nach deinem Pensionsantritt, hättest mit ihr beginnen können.

    Ich habe es eingangs schon geschrieben, der Verlust deiner Frau braucht seine Zeit. Die solltest du dir unbedingt geben. Wenn du das Bedürfnis hast alleine zu sein ist das genauso gut und richtig, wie das Trauern im Familienverband.

    Was ich auch gerne ansprechen möchte sind Schuldgefühle während der Trauerzeit. Manche Menschen denken dass ein Lachen während der Trauerzeit unpassend ist. Du schreibst ja selber dass deine Enkelkinder zwischen 2 und 18 Jahre alt sind.

    Ich hoffe du verstehst mich nicht falsch aber ich denke wir können auch von Kindern etwas lernen. Kleinkinder trauern anders als wir Erwachsenen. So hart es klingen mag, je kleiner Kinder sind umso schneller vergessen sie. Es liegt an uns Erwachsenen die Erinnerung an die Toten wachzuhalten. Meist sind Kinder traurig weil wir es sind, nicht weil jemand gestorben ist. Mit der Bedeutung des Todes und seiner Endgültigkeit können sie nichts anfangen, für sie gehen Verstorbene an einen schönen Ort wo es ihnen nun besser geht. Mit dieser Erklärung können Kinder umgehen und ihr unbeschwertes Leben weiterführen.

    Auf was ich hinaus will ist, auch du wirst sicher immer wieder mal in Situationen kommen in denen dich eines deiner kleineren Enkelkinder zum Lachen bringen wird. Weinen und Lachen in der Trauerzeit sollten sich nicht unweigerlich ausschließen. Beides kann dir dabei hilfreich sein den Weg zurück in die Normalität des Lebens zu finden. Was nicht gut wäre, sich dem Leben komplett zu verschließen. Ich habe deine Frau zwar nicht gekannt aber das würde sie sich für dich nicht wünschen.

    Miremeda, ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute und das ihr den Verlust deiner Frau (Mutter, Oma) gemeinsam verarbeiten könnt und es irgendwann schafft wieder eine fröhliche Familie zu sein.
    Leben in der Liebe zum Handeln und Leben lassen im Verständnis des fremden Wollens ist die Grundmaxime des freien Menschen.

  7. #5
    Registriert Avatar von Starlight Milkyway
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    Standard AW: Nach 38 Jahren Ehe bin ich alleine

    Ganz schlimm. Ich kann Dir nur viel Kraft und alles Gute wünschen. Es ist schwer, wenn wichtige und geliebte Menschen plötzlich nicht mehr da sind. Die Lücke ist nicht zu füllen, man kann nur lernen mit ihr zu leben. Dafür wünsche ich Dir alles Gute.

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