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Thema: Verlust anderer Art

  1. #1
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    Standard Verlust anderer Art

    Ein geliebtes Lebewesen zu verlieren, schmerzt immer.
    Ich habe schon einige Menschen, die ich sehr gerne hatte, an Krankheiten verloren. Auch das ein oder andere geliebte "Haustier" oder besser Gefährte ist schon in die ewigen Jagdgründe eingegangen.
    Trotzdem gibt es einen Verlust, den ich nicht so ganz verkraften kann.

    Das schwierige an der Sache ist, dass ich Ihn nicht an den Tod verloren habe. Sondern an eine psychische Erkrankung.
    Ich habe ihn geliebt. Eigentlich dachte ich mir, er mich auch. Heute bin ich mir da manchmal nicht mehr sicher.
    Es musste zu Ende gehen, weil er mir nur noch wehtat und ich selbst nicht genug Kraft mit in die Beziehung brachte, seinem Verhalten so gelassen und unverletzt entgegenzustehen, wie es für ihn notwendig gewesen wäre, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Ich weiß, das ist nicht meine Pflicht, aber gewünscht hätte ich mir trotzdem, so stark zu sein, dass ich ihm hätte helfen können.
    Das bedeutet Liebe. Sich für andere kaputt machen zu wollen. Zum Glück gibt es auch noch den Verstand, der das verhindert. Oder zumindest verhindern sollte.

    Es ist schwer hinzunehmen für mich. Schwerer, als wenn ein geliebtes Wesen stirbt.
    Das ist endgültig. Daran kann man nichts ändern. Und irgendwann vergeht das auch.
    Hier habe ich ständig den Gedanken im Kopf, dass er vielleicht irgendwann wieder zur Ruhe kommt und über das, was passiert ist, rational nachdenkt. Dass wir das noch irgendwann lösen können. Nicht mal weil ich Hoffnung auf eine weitere Beziehung habe. Darauf könnte ich mich nie wieder einlassen.
    Aber der Erinnerung wegen. Ich will ihn nicht so in Erinnerung behalten, wie er zuletzt war. Das war nicht mehr er.


    Aber ich weiß, dass das nicht so einfach gehen wird.
    Es wäre der falsche Weg, jetzt nochmal in sein Leben zu treten und Kontakt aufzunehmen. Damit schade ich mir nur.
    Aber ich will Abschied nehmen. Darum schreibe ich das auch nicht ins "Liebe"-Forum, denn mit Liebe hat das nichts mehr zu tun.



    Ich will einfach nur eine mentale Beerdigung der Zeit, die wir miteinander hatten, hier vollziehen, um abschließen zu können.

    R.I.P. - In Gedanken an den einzigen Menschen, den ich mit ganzen Herzen zu lieben und vertrauen gewagt habe.
    Leider.

  2. Für den Beitrag dankt: Sisandra

  3. #2
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    Standard AW: Verlust anderer Art

    Mein Beileid. Ich kann mich einfühlen.

    Dir und Deinen Lieben wünsche ich viel Kraft auf Eurem neuen Weg, neue Freuden, liebe Menschen an der Seite....
    Rückwärts, gehts Vorwärts...

  4. Für den Beitrag dankt: unwichtigwhatever

  5. #3
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    Standard AW: Verlust anderer Art

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit.

  6. Für den Beitrag dankt: unwichtigwhatever

  7. #4
    Registriert Avatar von Sisandra
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    Standard AW: Verlust anderer Art

    Einen geliebten Menschen an eine Krankheit zu verlieren ist schlimm. Du hast das für dich einzig Vernünftige getan.

    Wenn du das für dich nochmal aufarbeiten willst, was hältst du davon, ihm einen Brief zu schreiben, in dem du all deine Gedanken und Gefühle formulierst. Diesen Brief solltest du nie abschicken. Du kannst ihn aufbewahren, verbrennen oder an einem für euch wichtigen Ort vergraben, falls das möglich ist.

    Denke wenn du zurück denkst an die schönen Zeiten, die es ja mit Sicherheit gab. Verzeih ihm, was es zu verzeihen gibt, in Gedanken, denn er kann ja nichts dafür, dass es so gekommen ist wie es kam. Und dann sieh nach vorne.

    Das Leben geht weiter.
    ********************
    Gib jedem Tag die Chance, der beste deines Lebens zu werden.

    ********************
    Urteile nicht über jemanden, bevor du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist.

    ********************
    "Die reinste Form des Wahnsinns ist es,alles beim Alten zu belassen und zu hoffen,
    dass sich etwas ändert!" (Albert Einstein)

  8. Für den Beitrag dankt: unwichtigwhatever

  9. #5
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    Standard AW: Verlust anderer Art

    Zitat Zitat von Sisandra Beitrag anzeigen
    Einen geliebten Menschen an eine Krankheit zu verlieren ist schlimm. Du hast das für dich einzig Vernünftige getan.

    Wenn du das für dich nochmal aufarbeiten willst, was hältst du davon, ihm einen Brief zu schreiben, in dem du all deine Gedanken und Gefühle formulierst. Diesen Brief solltest du nie abschicken. Du kannst ihn aufbewahren, verbrennen oder an einem für euch wichtigen Ort vergraben, falls das möglich ist.

    Denke wenn du zurück denkst an die schönen Zeiten, die es ja mit Sicherheit gab. Verzeih ihm, was es zu verzeihen gibt, in Gedanken, denn er kann ja nichts dafür, dass es so gekommen ist wie es kam. Und dann sieh nach vorne.

    Das Leben geht weiter.

    Danke für die Idee.
    Ich muss dazu sagen, das habe ich schon in der Akutphase getan. Versucht alles sehr dezent zu formulieren und ohne ihm Vorwürfe zu machen und abgeschickt.
    Es kam purer Hass zurück.

    Ich war monatelang verletzt und habe immer wieder versucht, aufzuschreiben, wie es mir geht und was ich empfinde.

    (Zensiert, da sehr persönlich, nach eigenem Empfinden o.t. und evtl. leicht triggernd)

    Versteckter Text, Trigger-Gefahr:
    Das Problem dabei ist, dass ich selbst an PTBS leide und er genau in meinen Wunden gestochert hat. Mich mit irrationalen Aussagen über (teils traumatische) Vorfälle konfrontiert hat (abwegige Annahmen von ihm als Realität behandelt und versucht mich dafür zur Rechenschaft zu ziehen) und sich über meine bis heute bestehenden Symptome lustig gemacht, als "Strafe" für so eine Annahme, eine erfundene Tatsache von ihm, die er als real empfunden hat, was er mir so auch ins Gesicht gesagt hat, nachdem er vorher abgeleugnet hatte, mich überhaupt bewusst verletzt zu haben, sich im selben Atemzug aber wieder lustig machte.
    Durch die Thematik triggere ich mich beim schreiben selbst, da ich natürlich intensiver darauf einzugehen versuche.

    Ich hab damals versucht, ihm klar zu machen, dass das nicht so war. Aber er fühlte sich dadurch nur verletzt, sogar von mir manipuliert und schaltete auf Angriff. Ich hab wochenlang mit ihm oder um ihn gekämpft, immer wieder versucht ihm klar zu machen, dass sich die Dinge nicht so verhalten und er meine Grenzen verletzt.

    Zuletzt bat er mich darum, dass wir aufhören, da einer von uns Recht haben muss und der, der Recht hat den anderen wehtun würde.
    Ich hätte ihm zwar nicht wehtun wollen, wäre er auf mich eingegangen, im Gegenteil.
    Aber ich denke, er hat begriffen, dass er mir Unrecht getan hat und es hätte ihn selbst entweder in seinem Stolz oder in seinem Blick auf "seine Realität" verletzt und ganz schön was durcheinandergebracht, wenn er das was meine Vergangenheit und ihre Auswirkungen für meine Gegenwart bedeuten, tatsächlich als "real" hätte akzeptieren müssen.
    Er konnte mit meinen Problemen einfach genauso wenig umgehen, wie ich im Endeffekt mit seinen, auch wenn meine PTBS sich nie in einer Art "Angriffsmodus" gegen ihn befand. Ich weiß gar nicht, ob so ein Zustand existiert, bei der Erkrankung.


    Naja. Im Endeffekt hatte ich danach monatelang das Gefühl, total zerstört zu sein.
    Ich hab zig tausende solcher unverschickter Briefe geschrieben, teilweise mehr als 20 Seiten lang, in denen alles voller Vorwürfe und "Unfair!!!" steckte und mich eher wieder aufwühlte.
    Naja, Konfrontation und Dampf ablassen ist auch notwendig und es hat mir definitiv geholfen, bis an den Punkt des Verstehens zu kommen und aus meiner Wut und meinem Hass, die aus der anfänglichen Trauer und Unverständnis heraus gewachsen sind, herauszukommen.


    Sehr wichtig war es für mich, in der Zeit neue Freunde zu finden. Vorher, während der Beziehung hatte ich mich total abgekapselt. Ihn unbewusst zum alleinigen Fokus meiner Welt gemacht und mich damit emotional von ihm abhängig.
    Ich hatte in den paar Jahren total vergessen, dass ich auch alleine überleben konnte.
    Es fühlte sich zuletzt so an, als käme ich alleine nicht mal mehr mit den Folgen vorheriger Leiden klar, weil er mich immer getröstet hat.
    Naja, danach wurde mir erst wieder klar, dass ich auch die Leiden selbst, vorher schon ganz alleine überstanden hatte.
    Und dass ich mich auch relativ alleine wieder im Leben orientiert habe, nachdem er das alles wieder derartig in mir aufgewühlt hatte. Es hat mich in unangenehme Situationen zurückgebracht, aber ich stehe noch.

    Versteckter Text, Trigger-Gefahr:
    Und im Endeffekt habe ich begriffen, dass mich das nur noch stärker gemacht hat. Ich kann also auch überleben und habe damit umzugehen gelernt, wenn jemand meine Vergangenheit anzweifelt und mich für die Taten anderer zur Rechenschaft zieht.
    Ich mag ihn nicht dafür, dass er mich das hat durchmachen lassen. Aber auf etwas hämische Weise bin ich ihm dafür dankbar.
    Was mich nicht umbringt macht mich nur noch stärker. Und - nach meinem Empfinden - auch ein Stück weit gelassener und Vernünftiger.

    Und auch das Begreifen, dass ich nichts ändern könnte, das nicht ungeschehen machen könnte, selbst wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte.
    Ich habe mein Möglichstes getan, um mit ihm ein Gespräch zu führen. Dass er auf keine Frage geantwortet hat und nur Vorwürfe zurückkamen, war seine Entscheidung. Daran kann ich nichts ändern. Auch nicht in tausend Jahren.
    Und selbst wenn er zurückkommen würde, ist es gesünder, wenn meine damaligen Gefühle für ihn friedlich ruhen, weil ich ihm nie wieder vertrauen können werde und immer Angst haben würde, dass er mich das wieder durchmachen lässt.
    Es war ja nicht das erste Mal. Das Mal davor hat mich nur so überrascht und mitgenommen, dass ich nicht begreifen konnte, was überhaupt los war, bevor ich es aufgrund der eigentlich weitaus schmerzhafteren Thematik und den unglaublichen Vorwürfen dazu, verdrängt habe.

    Das kleinere Zweite mal, das sich aber hingezogen hat, hat mich zum Glück wachgerüttelt.



    Das einzige, was noch zu tun ist, ist ihn loszulassen. Vielleicht sind es nicht mal die schlechten Erinnerungen.
    Vielleicht versuche ich doch eher die guten zu "beerdigen". Oder einfach das Gesamtpaket.

    Es ist nur schade, dass ich im Nachhinein das Gefühl habe, dass er sich nie wirklich darüber klar wurde, wie viel er mir bedeutet hat.



    Aber jetzt im Moment bin ich eher stolz darauf, das so gelassen schildern zu können.
    Er weiß zwar auch, dass ich hier unterwegs bin, aber ihn kennt ja trotzdem keiner und mich auch nicht.
    Und ich glaube auch, dass er trotz allem genug Herz hat, irgendwo zu akzeptieren, dass ich auch Gefühle habe, die verletzt wurden. Auch wenn er mir damals genau das Gegenteil vorgeworfen hat...

  10. Für den Beitrag danken: grisou, Sisandra

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