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Thema: Trauerbewältigung? Was läuft falsch?

  1. #1
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    Standard Trauerbewältigung? Was läuft falsch?

    Hey,
    also, ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll.
    Mein Uropa ist vor ca. einem Jahr nach langer Krankheit gestorben (ich war zu dem Zeitpunkt 15 Jahre). Es war schon einige Monate vorher klar, dass es nicht mehr lang dauern würde und auch eine Woche vor seinem Tod stande ich vor der Entscheidung, ob er mir einer Magensonde am Leben erhalten werden sollte. (meine Uroma hat mich, meine Oma und meine Mutter mit einbezogen, da wir alle unserem (Ur)opa sehr nahestanden – für mich war er so etwas wie ein Vater, ich habe teilweise mehr Zeit in meiner Kindheit mit ihm, anstatt mit meinem richtigen Vater verbracht.) Wir alle haben uns dagegen entschieden, d.h. wir haben sozusagen seinen Tod entschieden (worunter ich im Innern sehr gelitten habe). Dann eine Woche darauf starb er dann. Ich war nicht noch einmal bei ihm und auch im Moment, als meine Mutter mir das sagte, habe ich nichts gefühlt. Ich habe schlimmeres erwartet, wenn ich von seinem Tod erfahre, aber es kam einfach nichts. Ich habe weder geweint noch sonst irgendwas. Ich habe es wahrscheinlich gar nicht verstanden.
    Erst ein paar Wochen danach und an seinem Grab habe ich allein ein wenig geweint, was mir irgendwie peinlich war. (es gab keine Beerdigung) Jedoch weinte ich niemals in der Nähe von anderen. (Ich kann nicht in der Öffentlichkeit weinen, da gibt es eine Blockade in mir) Äußerlich ist niemandem von meinen Freunden und Bekannten aufgefallen, dass irgendetwas mit mir war, niemand hat gesehen, dass ich mitgenommen war von seinem Tod. Ich konnte es wahrscheinlich zu gut überspielen, da ich meine Gefühle generell immer überspiele. Ich habe sogar über seinen Tod Witze gemacht (was echt makaber klingt, wenn ich das so sage), aber nie habe etwas richtig dabei gefühlt.
    Meinen Eltern ist jedoch dieses Jahr aufgefallen, dass ich immer Unruhiger und nervöser geworden bin, total Antriebslos und ziehe mich immer weiter zurück. Ich soll mich seit letztem Jahr immer distanzierter gegenüber ihnen verhalten habe und teilnahmslos, was Familie betrifft. Auch ich fühle mich so, als ob ich den Tod noch nicht richtig verarbeitet hätte. Ich habe selbst etwas Angst davor, wie kaltherzig ich seinen Tod hingenommen habe. Obwohl ich mir schon, als kleines Kind immer gesagt habe, dass wenn mein Uropa stirbt alles vorbei ist.
    Ist es normal wie ich reagiert habe?
    Kann es sein, dass ich das alles noch nicht richtig verarbeitet habe, nach einem Jahr?
    Wie könnte ich das Ganze versuchen zu verarbeiten?

  2. #2
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    Standard AW: Trauerbewältigung? Was läuft falsch?

    Guten Tag,
    meine Oma ist auch vor zwei Jahren gestorben und ich musste zu der Zeit oft einfach so (auch bei fremden Leuten) losweinen... Richtig fertig wird man nie damit, aber wir standen uns auch sicher nicht so nahe wie du zu deinem Opa. Ich habe sie aber geliebt und es tut auch heute noch manchmal weh. Zudem träume ich manchmal von ihr...
    Wichtig ist, glaube ich, dass du die Gedanken daran zu lässt, und einfach mal los heulst wenn dir danach ist, und dass du mit jemandem darüber reden kannst. Deine Eltern werden dich sicher verstehen, immerhin haben sie ja auch einen geliebten Menschen verloren.
    Sei ruhig offen, rede darüber, und weine... Lass einach alles raus, das hilft!

    Ich habe damals eine Zeichnung angefertigt, die mir geholfen hat... Sie zeigte eine junge Frau, die in einem grünen langen Kleid tanzt (grün war ihre Lieblingsfarbe). Der Gedanke daran, dass sie an einem anderen Ort wieder eine junge Frau sein kann, hat mir Kraft gegeben... Lieder oder Gedichte schreiben kann dir auch helfen.

    Ich wünsche dir alles Gute!

    lG

  3. #3
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    Standard AW: Trauerbewältigung? Was läuft falsch?

    Hallo,

    es gibt verschiedene Stufen in der Trauenbewältigung

    • Die Phase des Schocks
    • Die kontrollierte Phase
    • Die regressive Phase
    • Die adaptive Phase
    Trauern - Trauernetz


    In wie weit hast Du dich denn lustig gemacht?

    Meine wenn jemand nach langer Krankheit gehen darf dann ist es nichts schlimmes sich für diesen zu freuen.

    Wenn jemand stirbt,dann geht das Leben trotzdem weiter.Ist dieser Verlust auch noch so groß.

    Kopf hoch das wird schon wieder

    Fühl Dich umarmt
    Serafina
    Von der Natur aus gibt es weder Gutes noch Böses. Diesen Unterschied hat die menschliche Meinung gemacht.
    (Setus Empiricus, gr. Philosoph, 2. Jhd. n. Chr.)


    - Wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen.
    (Konfuzius)

    Mein Herz ist mein bester Ratgeber. Ich handle nicht gegen mein Gefühl.

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