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Thema: Kritik an der Psychologie

  1. #16
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    Standard AW: Kritik an der Psychologie

    Ich nehme mal an, in Holland hast du dich anders präsentiert als in Deutschland.

    Hast du mal darüber nachgedacht, dass dir der Sozialarbeiter und sein Vorgesetzter nur helfen wollten? Vielleicht hätte dir ein Klinikaufenthalt geholfen.

    Ich finde dein Verstecken und deine Flucht extrem und die Maßnahmen nicht willkürlich, wie du es hier beschreiben willst. Und warum hast du es für nötig gefunden, gleich zu beleidigen? Du hast dich da nicht kooperativ und unverschämt präsentiert und dabei noch von Selbstmordgedanken gesprochen!

    Niemand kann hier beweisen, ob man dich hätte tatsächlich einweisen müssen, aber so wie du das darstellst und dich auch sonst im Forum präsentierst, brauchst du tatsächlich professionelle Hilfe.

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  3. #17
    Registriert Avatar von Winnetou
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    Standard AW: Kritik an der Psychologie

    Zitat Zitat von daryus Beitrag anzeigen
    Dann google es halt einfach mal!
    Wenn du möchtest, dass man dich ernst nimmt, dann solltest du solche ungewöhnlichen Thesen schon selbst durch entsprechende Belege glaubhaft machen können.

    Den Link z.B., den du gepostet hattest, habe ich noch gesehen... dort steht nur, dass 17 % der Studierenden an psychischen Problemen wie Burnout, Depressionen etc. leiden. Das war überhaupt nicht speziell auf Studierende der Psychologie bezogen und besagte auch nicht, dass diese Störungen vor dem Studium bereits vorgelegen hätten und der Grund für die Aufnahme eines Psychologiestudiums gewesen wären. Mal ganz abgesehen davon, dass 17 % erheblich von der Angabe "fast alle" abweicht.
    Wer an den Spiegel tritt, um sich zu ändern, der hat sich schon geändert.
    (Lucius Annaeus Seneca)

  4. Für den Beitrag danken: Fantafine, finnie, grisou

  5. #18
    Moderator Avatar von Yannick
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    Standard AW: Kritik an der Psychologie

    Zitat Zitat von daryus Beitrag anzeigen
    In welchen Punkten ist mein zugegebenermassen kritisierender Text sachlich falsch?
    Das möchte ich nicht beurteilen, aber dies hier ist sicher nicht das richtige Forum
    für Dein Anliegen. Vielleicht solltest Du Deine Gedanken in einem Fachforum posten.


    Zitat Zitat von daryus Beitrag anzeigen
    Als Entschädigung für das Leid ihrer Opfer, fordere ich deshalb die kategorische Missachtung [SIZE=3]ALLER psychologischer Beurteilungen, innerhalb der nächsten 200 Jahre!
    Der Sinn des Wanderns ist es, unterwegs zu sein.

  6. Für den Beitrag danken: finnie, Schroti, °°°abendtau°°°

  7. #19
    Registriert Avatar von grisou
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    Standard AW: Kritik an der Psychologie

    mir ist daran gelegen, noch ein paar worte dazu zu sagen, was passiert eigentlich, wenn man gegenüber einem arzt oder therapeuten von suizidgedanken spricht. danke yannik fürs noch mal öffnen vom thread.


    Zitat Zitat von daryus Beitrag anzeigen
    . Daher muss ich Fragen: In welchen Punkten ist mein zugegebenermassen kritisierender Text sachlich falsch?
    wenn du gleich dein erlebnis geschrieben hättest, kann man anders auf dich eingehen. was dir passiert ist, ist schlimm. von hier aus kann ich nicht beurteilen, was schief gelaufen ist oder warum das so gelaufen ist. ich will das auch nicht in frage stellen, nur dein erster text spiegelt nicht wieder, was genau schief gelaufen ist und dass dinge in der psychiatrie selbstverständlich auch durchaus mal schief laufen können, leider, sondern er verteufelt allgemein die psychologie. und das ist polemisch. es bringt nach meiner meinung niemandem etwas.

    ist es gut, wenn man leuten aufzeigt, welche dinge schief laufen können, man sollte dabei auch aufzeigen, wie man sich schützen kann. und man sollte solche erlebnisse nicht zum standard erheben. was du mit deinem text leider getan hast. und darum halte ich ihn nicht für berechtigte kritik (die es durchaus gibt) sondern für einen rundumschlag.



    Zitat Zitat von Black Blue Sky Beitrag anzeigen
    Wie ist das eigentlich, wenn man solche Gedanken einem Pfarrer/Priester gegenüber äußert? Ist derjenige auch in irgendeiner Art und Weise verpflichtet?
    das beichtgeheimnis ist heilig und die inhalte dürfen nicht weiter gegeben werden.

    wenn du ansonsten mit einem pfarrer außerhalb davon sprichst, unterliegt er nicht dem beichtgeheimnis.


    niemand ist verpflichtet, selbstmordabsichten der polizei zu melden. kein pfarrer, kein arzt oder therapeut.




    bei vielen psychischen erkrankungen sind suizidgedanken ein symptom. deutschland wäre halb entvölkert, wenn da jeder in der geschlossenen wäre. alleine die tatsache, wenn man zu einem arzt geht oder zu einer anderen hilfestelle zeigt ja, man möchte leben und sucht einen weg zurück ins leben. jemand der ernsthaft seinen selbstmord plant, geht nicht paralell und holt sich hilfe. also ist ziel, dass man gemeinsam schaut, welche unterstützung ist die richtige. was braucht der patient. dabei ist klar, eine geschlossene abteilung ist eher kontraproduktiv und es ist immer nur eine ausnahme in einer akuten phase.

    ich bin seit über 10 jahren in psychiatrischer behandlung, habe verschiedene therapien gemacht, bin seit vier jahren angebunden an die psychiatrische ambulanz der klinik vor ort, habe dort meine psychiaterin. seit letztem jahr bin ich aktiv in gruppen, die sich um die stärkung der rechte von patienten in der psychiatrie kümmern. so weit allgemein zu meinen erfahrungen.


    bei akuten selbstmordgedanken ist eine gute anlaufstelle der krisendienst. man kann dort anrufen oder in der nacht auch hingehen, bekommt ein gespräch. wenn man das haus nicht verlassen kann, die kommen auch zu einem. ich war ein paar mal dort und die gespräche haben mich aufgefangen, man hat mir auch gesagt, welche hilfsangebote es vor ort gibt. eine weile hatte ich dort meine notfalltherapeutin, da habe ich innerhalb von ein, zwei tagen einen termin bekommen, wenn es mir schlecht geht. der krisendienst, dort kann man auch anonym hilfe bekommen.

    der sozialpsychiatrische dienst hat mehr die aufgabe und soll dabei helfen, das richtige hilfsangebot für leute zu finden und oft läuft das einzelbetreute wohnen darüber. das ist ein betreuer dessen auftrag ist es eine wiedereingliederung in die gesellschaft zu fördern. da geht es darum, dass man überhaupt die wohnung verlässt, dass man kontakte knüpfen kann, auch dass man therapie findet und überhaupt das passende hilfsangebot.

    die arbeiten mit dem amtsarzt. weil eben die betreuung (das ist nicht die gesetzliche betreuung!) von einem arzt empfohlen werden muss. und da können die sozialarbeiter diesen arzt zu rate ziehen. bei psychotischen patienten oder bei ähnlichen erkrankungen braucht man auch erst mal eine diagnose, um fachgerecht helfen zu können. wobei man natürlich jederzeit die ärztliche behandlung verweigern kann.

    eine zwangseinweisung wegen selbstmordgedanken ist eher unwahrscheinlich. das ist gesetzlich streng geregelt. und bevor eine akute gefährdung festgestellt wird, muss einiges passieren. also man sagt nicht einfach, ich habe suizidgedanken und prompt ist man in der geschlossenen. es muss ausreichend verdacht vorliegen, dass du jetzt in gefahr bist (oder andere gefährdest). wenn zum beispiel jemand im forum eindeutig äußert, er hat das jetzt vor, ist gerade dabei, kann man das an die polizei weiterleiten, die schauen nach dem rechten. und mehr ist es erst mal nicht.

    die dürfen deine wohnung nicht betreten und solange du an der tür glaubhaft versichern kannst, alles ist okay, müssen die gehen. deine wohnung darf nur betreten werden mit einem richterlichen beschluss. öffnest du nicht die tür, dann kann es sein, die besorgen sich sowas. haben die vielleicht sogar verdacht, du liegst möglicherweise schon in der wohnung, dann können sie die tür öffen. das ist dieses gefahr in verzug.


    in so einer akutphase wird man auf der geschlossenen station eingeliefert. wenn man auf der geschlossenen ist, müssen zwei ärzte unabhängig voneinander bestätigen, es besteht akute gefahr und innerhalb von 24 stunden muss der richter das absegnen.

    jetzt zu sagen, die arbeiten natürlich alle hand in hand, sorry, das ist verschwörungstheorie. ich will überhaupt nicht sagen, das passiert nicht, nur ist das weit von jeder regelmäßigkeit entfernt.

    die ärzte und richter sind nicht alle sadisten und idioten. gibt sicher welche. wo nicht? im großen und ganzen wollen die helfen. man kann mit denen durchaus rational reden.

    was viele patienten nicht wissen, es gibt in der psychiatrie einen sogenannten deeskaltionstrainer. der schult das personal, damit es eben nicht zu gewaltsamen übergriffen kommt. zwangsfixierung ist zwar in deutschland weiterhin erlaubt, soll aber vermieden werden. da finden schulungen statt, wie man das vermeidet. ich weiß, es passiert auch weiterhin. ich will nur sagen, das passiert nicht leichtsinnig eben mal schnell. und der patient hat immer das recht, ein gespräch mit dem deeskalationstrainer zu führen. dort beschwerde gegen das personal einzulegen. das zu verwehren ist gegen das gesetz.

    auch hat der patient jederzeit die möglichkeit direkt beschwerde einzulegen beim chefarzt und beim klinikchef. das muss gehört werden und untersucht werden.

    so hat es mir der deeskalationstrainer der hiesigen klinik erklärt.


    die krankenkassen unterstützen jede maßnahme, die dafür sorgt, dass patienten ambulant behandelt werden können, weil krankenhausaufenthalte kosten mehr geld. es ist also überhaupt nicht so, dass die betten füllen müssen. im gegenteil.

    es gibt unglaublich viele hilfsangebote. es gibt die tagesklinik, cafés für psychisch kranke, ergotherapie, betreuung, die ambulanten gruppen in den kliniken. ich weiß natürlich, erst mal einen platz bekommen . einfach dran bleiben, irgendwann schafft man es. (und das rezept für ergotherapie zum beispiel muss innerhalb von zwei wochen eingelöst werden. so einen schnellen termin bekommst du nicht mal beim facharzt.)

    weil ich ambulant an die klinik angeschlossen bin, ich habe lange mit meiner ärztin darüber geredet wie ein klinikaufenthalt abläuft. und in meiner akte steht drin, was die ärzte dürfen und was nicht. fixieren ist absolut verboten. benzos oder so was dürfen sie mir nicht geben. es steht genau drin, wie sie mir helfen können. einfach eine decke geben, einen stuhl in einer ruhigen ecke und mein handy, den rest mache ich dann schon. ich musste das nie in anspruch nehmen. aber meine ärztin hat mir aufs herz versprochen, genau so passiert das dann auch. es gibt auch eine psychiatrische patientenverfügung, gegen die dürfen ärzte nicht verstoßen. und bei mir ist es eben so, meine ärztin arbeitet auch auf station und irgendwann treffe ich dann auf sie und ihr vertraue ich, sie kennt mich und ich sie.

    also wenn man wirklich angst hat, vielleicht landet man irgendwann mal in der klinik, das ist ein guter weg, sich da viel angst zu nehmen. einfach direkt in die ambulanz der klinik gehen. dann kennt man dort alles schon. und vor allem, die kennen mich.


    ich habe mit einigen ärzten und pflegern gesprochen. alle haben mir gesagt, das ist ihnen völlig klar, die situation auf der geschlossenen ist traumatisierend. das kann gar nicht ausbleiben. weil man dort einfach psychisch schwer kranke menschen sieht, vieles gar nicht einordnen kann. und man ist selbst ja auch angeschlagen. darum ist es ihnen wichtig, erstens man soll nicht unnötig auf station kommen und zweitens dann auch so schnell wie möglich raus.

    es gibt schlechte kliniken, untalentierte psychiater, mieses pflegepersonal und man kann sagen, sogar gefährliche therapeuten. ohne zweifel. und jeder der da ran gerät, ist einer zu viel. darum kämpfen auch ärzte, pflegepersonal, angehörige und betroffene um bessere ausbildungen, um größere kontrolle. und es gibt beschwerdestellen, die man bitte auch in anspruch nehmen sollte.

    ich habe sehr engagierte menschen in den kliniken getroffen. viel, viel viel hilfe bekommen.

    ich bin seit einem jahr frei von selbstmordgedanken. mit hilfe von guten therapeuten und mit unterstützung meiner ärztin. ich neige immer noch ein bisschen zu selbstverletzung. auch darüber rede ich offen mit meiner ärztin. das muss ja möglich sein. wie soll ich untersütztung bekommen, wenn ich nicht darüber reden kann und darf?

    ich weiß ja wie schwierig das ist sich hilfe zu holen in so momenten. weil bei selbstmordgedanken spricht halt wirklcih (scheinbar) alles dagegen und nichts dafür. und bis man das dann geschafft hat. das ist fast unmenschlich, was man da schafft, wenn man sich hilfe holt.

    natürlich kommt es immer darauf an, wie trete ich auf, wie sind die begleitumstände. wenn man im supermarkt mit einer waffe rumwedelt, dann wird die polizei einen in die forensik bringen. wenn man dem therapeuten sagt, in zwei tagen steuere ich ein flugzeug gegen den berg, dann reagiert der natürlich anders wie wenn man sagt, ich habe ständige suizidgedanken.


    ansonsten möchte ich noch sagen, dass psychologiestudenten fast alle psychisch erkrankt sind, da würde ich auch gerne beweise sehen. wie alt sind die leute denn wenn sie ein studium anfangen? so früh werden die leute oft gar nicht diagnostiziert. also wie will man so was feststellen? und psychisch erkrankt ist nicht gleich psychisch erkrankt und wer wirklich in einer akuten phase einer krankheit ist, schafft oft gar kein studium.

    die leute haben vielleicht ihre probleme, klar. das heißt nur nicht, sie sind ungeeignet. zum einen wird aus jemand der psychologie studiert hat, nicht automatisch therapeut. dazu ist eine zusatzausbildung notwendig, in deren verlauf hat man supervision und muss sich mit den problemen auseinander setzen.

    trotzdem gibt es natürlich auch psychiater, therapeuten oder berater, die haben eine psychische krankheit erfolgreich überwunden. ich kenne eine frau die nach heilung ihrer borderline störung sehr erfolgreich als sozialarbeiterin in diesem bereich arbeitet und wirklich viel hilfe leisten kann. und einen mann kenne ich, der hatte lange psychosen. der arbeitet jetzt in der psychiatrie mit solchen patienten und leistet dort gute arbeit.

    abgesehen davon werden ehemaligen psychiatriepatienten zu beratern ausgebildet, die patienten, die in der akuten phase sind, ihre unterstützung anbieten sollen. und dieses konzept ist sehr erfolgreich.


    auch wenn wir psychisch krank sind, wir sind trotzdem selbstbestimmte menschen. und wir dürfen den mut haben, die dinge für uns einzufordern, die uns gut tun und das abzulehnen, was uns nicht gut tut. das heißt nicht, uns wird immer zugehört, aber auch da gibt es unterstützung: vereine, verbände, patientenfürsprecher in den kliniken. die heutige psychiatrie hat wenig mit dem zu tun, was man noch aus den 70igern oder 80igern kennt. wir sind fast 30/40 jahre weiter. das ist eine lange zeit. eine neue generation von ärzten und personal.
    Geändert von grisou (11.01.2019 um 17:02 Uhr)
    Menschenrechte statt rechte Menschen

  8. Für den Beitrag dankt: Rose

  9. #20
    Moderator Avatar von Yannick
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    Standard AW: Kritik an der Psychologie

    .

    Da der TE sich verabschiedet hat, schließe ich dieses Thema.
    Der Sinn des Wanderns ist es, unterwegs zu sein.

  10. Für den Beitrag danken: finnie, grisou, kasiopaja

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